Der Vierjahres-Verteidigungsbericht und die Reserveteile

Raymond E. Bell Jr.

 

Alle vier Jahre verlangt der US-Kongress die Veröffentlichung eines Gesamtberichts vom Verteidigungsministerium, bekannt als Vierjahres-Verteidigungsbericht (Quadrennial Defense Review, QDR). Dieser Bericht ist ein Dokument, das den Kongress darüber informiert, wie das Ministerium die Verteidigung der Vereinigten Staaten für die kommenden vier Jahre zu gewährleisten beabsichtigt. Der Bericht hat einen Gesamtüberblick zum Inhalt, wie die verschiedenen Teilstreitkräfte die ihnen zugewiesenen Aufgaben den Vorgaben des Präsidenten, seiner Berater und des Exekutivpersonals des Ministeriums entsprechend erfüllen werden. Der QDR ist daher nicht nur ein aktueller Bericht über den Status quo der Streitkräfte, sondern stellt auch dar, wie Veränderungen bzw. Modifikationen in den Bereichen nationale Strategie, Gliederung der Streitkräfte, Modernisierung, Reorganisation sowie Bereitschafts- und Einsatzaufgaben umgesetzt werden.

Seit der erstmaligen Aufforderung zur Vorlage des QDR seitens des US-Kongresses haben die sieben Reserveteile der US-Streitkräfte in diesen Berichten leider nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Der Bericht hat seither die Belange der Army-Nationalgarde, der Army-Reserve, der Nationalgarde der Luftstreitkräfte sowie der Reserven der Luftstreitkräfte, der Marine, des Marinekorps und der Küstenwache kaum angesprochen. Diese Abhandlung stellt dar, inwieweit diese Reserveteile im QDR seit seiner erstmaligen Vorlage an den Kongress im Jahr 1997 Berücksichtigung gefunden haben.

 

Der erste QDR

Erstmals hat das Verteidigungsministerium den QDR im Mai 1997 dem Kongress vorgelegt. Grundsätzlich hielt der Bericht fest, dass die Streitkräfte zu Beginn des 21. Jahrhunderts zunehmend an anderen als an Kriegseinsätzen beteiligt sein würden. Konkrete Vorschläge des Verteidigungsministeriums zur nachhaltigen Bewältigung solcher Einsätze - wie etwa der US-Intervention in Bosnien und Haiti - gab es aber nicht. Stattdessen beschäftigte sich der Bericht im Hinblick auf die knappen Budgetmittel hauptsächlich damit, weiterhin zwei stattfindende Konflikte (wie etwa jene im Irak und in Korea) gleichzeitig bewältigen zu können und die Gesamtstärke der Truppen unter fortlaufender Modernisierung zu reduzieren. Die strategische Ausrichtung sollte die Leitlinie des Berichts sein. Stattdessen ist aus dem QDR eine Übungsaufgabe in Haushaltsführung geworden.

Alle fünf Teilstreitkräfte - Heer, Marine, Luftstreitkräfte, Marinekorps und die Küstenwache - entschieden sich auf unterschiedliche Weise zur Reduktion ihrer Gesamtstärke. Bei der Erfüllung dieses Auftrags spielten ihre Reserveteile eine zentrale Rolle. Dadurch ergab sich ein interessanter Einblick darauf, wie die jeweiligen Teilstreitkräfte ihren Reserveteilen gegenüberstehen.

Die Situation wurde maßgeblich durch die Schwierigkeit beeinflusst, überhaupt eine relevante Bedrohung für die USA in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts auszumachen. Terrorismus in den USA hatte auf die Überlegungen des Verteidigungsministeriums bisher wenig Einfluss.

Aktuell zeichneten sich nur in Nordkorea, im Iran und im Irak mögliche Bedrohungen ab. Lediglich in Nordkorea und im Irak wurde ein Einsatz von Landstreitkräften in größerem Umfang als möglich eingestuft. Der Irak war zurzeit aufgrund der Niederlage im Golfkrieg angeschlagen. Im Iran und in Korea wollten die USA nicht unbedingt in größere Bodenkriegsauseinandersetzungen involviert werden.

1991 verfügte die U.S. Army über 18 Divisionen. 1997 gab es nur noch zehn Divisionen mit anteilig jeweils gleich reduzierten Kampf- bzw. Kampfunterstützungsteilen. Weiters gab es auch acht Divisionen der Army-Nationalgarde. Nachdem für diese keine besondere strategische Verwendung absehbar war, wurden sie von der Armeeführung nicht weiter berücksichtigt und in die Überlegungen des QDR nicht mit einbezogen. Der wirkliche Wunsch der aktiven Army war es, dass diese Reservedivisionen einfach aufgelöst würden, was aber definitiv nicht geschehen würde. Wie die Army aber zwei große Kampfeinsätze im Irak und in Korea bei nunmehr halber Truppenstärke und ohne die Divisionen der Army-Nationalgarde gleichzeitig durchführen hätte sollen, blieb ein streng gehütetes Geheimnis des Pentagon.

Schon vor der Veröffentlichung des QDR 1997 waren die Nationalgarde und die Army unterschiedlicher Meinung über das weitere Bestehen der Divisionen der Nationalgarde. Der Aktivstand war davon überzeugt, dass diese Divisionen nicht innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahr einsatzbereit sein könnten. Als Beweis dafür führten sie die Erfahrungswerte aus „Desert Storm“ an. Die Army war der festen Meinung, dass der nächste große regionale Konflikt kurz und gewaltsam sein würde, und sah dafür keinen Bedarf an den Nationalgardedivisionen. Ungeachtet dessen verfügte die Army nach wie vor über etwa 15 „verstärkte“ Brigaden zur Kompensation etwaiger Verluste bei längeren kriegerischen Auseinandersetzungen.

Die Argumentation der Nationalgarde zur Aufrechterhaltung ihrer Divisionen war nicht besonders schlagkräftig. Die Wahrscheinlichkeit ihres Einsatzes in einem Konflikt größeren Ausmaßes schien sehr gering. Die Verbände waren ausrüstungs- und personalmäßig unzureichend ausgestattet. Die Nationalgarde wollte besser in den Aktivstand der Army integriert werden, und es wurden auch gerade sechs ihrer Brigaden unter das Kommando von Divisionen des Aktivstandes, nämlich der 7. Infanteriedivision in Colorado und der 24. Infanteriedivision in Kansas, gestellt. Weiters hatte die 49. Panzerdivision der Nationalgarde (aus Texas) das Kommando über die multinationalen Kräfte im US-Sektor in Bosnien übernommen.

Obwohl für die acht Divisionen der Nationalgarde in Kriegsszenarien keine Verwendung vorgesehen war, blieben sie dennoch in der Gliederung der Streitkräfte. Ihr weiteres Schicksal blieb offen, doch konnte der Aktivstand die Auflösung der Divisionen der Nationalgarde möglicherweise mit einer anderen Taktik erreichen, nämlich durch eine erhebliche Reduktion der Truppenstärke der Nationalgarde.

Die gesamte Armee hatte ihre Sollstärke durch Schaffung personeller „Freiräume“ bis 2002 um 60.000 Männer bzw. Frauen zu reduzieren. Der Aktivstand sollte um 15.000, die Reserveteile um 7.000 und die Nationalgarde gleich um 38.000 Personen reduziert werden. Obwohl die Reduktion der Nationalgarde nicht die totale Auflösung ihrer acht Divisionen bedeutet hätte, wäre sie dadurch dennoch deutlich geschwächt worden. Bei gleichmäßiger Reduktion jeder einzelnen Division auf ihre vorgesehene Sollstärke hätte dies die Auflösung von 4.750 Stellen pro Division bedeutet, was wiederum annähernd einem Drittel der Sollstärke einer Panzer- oder Infanteriedivision entsprochen hätte.

Die Armeeführung hat nicht vorgegeben, dass die Reduktion der Truppenstärke allein bei den Divisionen der Nationalgarde zu erfolgen habe. Die Nationalgarde sollte selbst entscheiden, wo die Reduktionen umzusetzen wären. Obwohl es nicht erklärte Absicht war, die Divisionen der Nationalgarde in die völlige Bedeutungslosigkeit zu führen, wäre es dem letztlich doch gleichgekommen.

Nicht nur die US-Nationalgarde und die Army-Reserve führten umfangreiche Truppenreduktionen durch, auch die anderen Reserveteile hatten dies umzusetzen. Die Reserve des Marinekorps musste ihr Personal um 4.200 Personen reduzieren, während der Aktivstand unverändert blieb. Es gab weder eine Reduktion bei der Gliederung noch eine Änderung in den zugewiesenen Aufgaben.

Die Reserve der Marine, der lediglich sechs Zeilen im QDR gewidmet waren, war um 4.100 Reservisten zu reduzieren. Der Aktivstand des Marinepersonals wurde um 18.000 Personen gekürzt. Ungleich der Vorgangsweise bei den Landstreitkräften und der Marineinfanterie hatte die Marine ihre Truppen durch eine Außerdienststellung von Kriegsschiffen und U-Booten zu reduzieren. 23 von 73 Kampf-U-Booten waren bereits im Stadium der Außerdienststellung. Trotz ursprünglich geplanter Aufstockung um drei Schiffe auf insgesamt 131 bis zum Budgetjahr 2003 schrieb der QDR eine geringfügige Reduktion von zwölf Kriegsschiffen vor. Diese Reduktionen waren infolge des sich verschlechternden Zustands der russischen und chinesischen Marine möglich, die sich bislang nicht als potente Marineweltmächte bzw. Gegner herausgestellt hatten.

Die Marine betreffend stellte die erstmalige Einteilung eines ihrer Flugzeugträger für Reserve- bzw. Ausbildungszwecke eine interessante Entwicklung dar. Auch die Flugzeuge wurden von Reservisten geflogen, womit diese Flugzeugträgereinheit ein vollständiges Reservisten-„Paket“ darstellte. Ihren Reservisten dieses Vertrauen entgegenzubringen war ein deutlicher Schritt der Marine in Richtung Integration dieser Truppenteile. Es war das erste Mal, dass ein Schiff in der Größe eines Flugzeugträgers der Reserve der Marine zugeteilt wurde, und das markierte einen Bedeutungswandel hinsichtlich der Rolle der Reservisten gegenüber den Aktiven. Als der damalige Chief of Naval Operations Admiral Jay Johnson über die derzeit bzw. zukünftig zur Verfügung stehende Anzahl an Kampfeinheiten bei den Flugzeugträgern sprach, sagte er: Ich habe nicht gesagt elf [im Aktivstand] und eine [im Reservestand], ich sagte zwölf.“ Er beteuerte, nicht zwischen diesen beiden Teilen zu unterscheiden. Zuvor hatte der Kommandant der Fleet Marine Force Pacific, Generalleutnant Victor Krulak, gesagt, dass es nur eine Marine gebe, und strich den Ausdruck „Reserve“ aus seinem Vokabular. Eine ähnliche Aussage seitens der Führung des Heeres gab es bis dato nicht, und die Auswirkung davon war im Rahmen des QDR 1997 auch deutlich erkennbar.

Die Einstellung der Luftstreitkräfte ihren Reserveteilen gegenüber schien jene des Marinekorps und der Marine widerzuspiegeln. Sofern die Personalreduktion ein Indikator für die Einstellung des Aktivstandes der Luftstreitkräfte gegenüber ihrer Reserve und Nationalgarde sein konnte, stand fest, dass hier alle drei dieser Komponenten ein geschlossenes Team bildeten. Im Aktivstand der Luftstreitkräfte musste um etwa 27.000 Männer und Frauen reduziert werden, die Reserve und Nationalgarde nur um 700. Die Reduktion beim Aktivstand der Luftstreitkräfte musste durch Übertragung zahlreicher Kampfaufgaben auf die Nationalgarde und die Reserve der Luftstreitkräfte kompensiert werden.

Die Luftstreitkräfte hatten ihre Reserve schon entscheidend verbessert, noch bevor der budgetorientierte QDR eine Personal- und Flugzeugreduktion vorschrieb. Die Luftstreitkräfte tauschten laufend die älteren Flugzeuge der Reserve gegen modernere, von aufgelösten Staffeln des Aktivstandes stammende Flugzeuge aus. So musste etwa die Anzahl der Jagdgeschwader von 13 auf 12 herabgesetzt werden, wobei diese Flugzeuge in weiterer Folge der Reserve zugeteilt wurden. Der QDR schien diesen Reduktionsprozess zu beschleunigen, und die Luftstreitkräfte schienen betreffend Aufrechterhaltung einer tatsächlich integrierten Organisation Kurs zu halten.

Von den Reserveteilen der vier Teilstreitkräfte hatte die Army-Nationalgarde den Großteil der im QDR vorgeschriebenen Truppenreduktionen zu tragen. Wie mit der Nationalgarde umgegangen wurde, stimmte die Gouverneure der verschiedenen Staaten sowie deren höchste militärische Führung unzufrieden. Die Gouverneure erreichten zwar die Verschiebung der Reduktion von 25.000 Personen auf einen späteren Zeitpunkt, erkannten aber ihre - im Hinblick auf die damals im Jahr 1997 bestehende Bedrohungslage - sehr schwach abgesicherte Position.

Die Vereinigung der Nationalgarde fasste in ihrer Ausgabe des Magazins „National Guard“ vom Juli 1997 den QDR wie folgt zusammen: „Nach monatelanger Erwartung gab Verteidigungsminister William Cohen den QDR ab. Diese vom Kongress beauftragte Analyse sollte ein neuer und umfassender Bericht über unsere nationale militärische Strategie bis 2010 und darüber hinaus sein. ‚Stattdessen brachte der QDR lediglich die gleiche, unzureichende Gliederung der Streitkräfte, eine fragwürdige strategische Ausrichtung sowie ein unausgewogenes Modernisierungsprogramm, eingepfercht in einen vom Amt für Verwaltung und Staatshaushalt vorgegebenen Ausgabenrahmen von 250 Mrd. USD zutage…’, schrieb ein Kolumnist nach der Veröffentlichung des Berichts. Mit anderen Worten stellte sich der QDR als rein budgetorientiert und nicht als durchdachte, innovative Vorschau auf die nationale militärische Strategie heraus. Wie erwartet wollte die Army ihre zehn Divisionen bei gleichzeitig planloser Streichung eines Großteils ihrer Strukturen [der gesamten Army] bei der Army-Nationalgarde beibehalten. Demgegenüber haben die Luftstreitkräfte angekündigt, ein Geschwader des Aktivstandes aufzulösen und zur Nationalgarde bzw. Reserve der Luftstreitkräfte zu transferieren - eine Bekräftigung ihres aufrechten Bekenntnisses zur Gesamtstreitkräfte-Politik.“

In der Debatte des US-Senats vom 19. Mai 1997 formulierte Senator Joseph Lieberman einen ähnlichen Standpunkt, indem er sagte, dass der QDR „die Verteidigungsdebatte in Richtung strategieorientierte Beurteilung zukünftiger militärischer Erfordernisse und Ressourcen lenken sollte und nicht in ein budgetgesteuertes, schrittweises Durchwalken des gegenwärtigen Zustands.“ Im Jahr 2001 stellte sich die Frage, ob der QDR 2001 für den Kongress im Ergebnis ebenso unzureichend ausfallen würde.

 

Der QDR 2001

Die Vorbereitungen zur Erstellung des QDR 2001 begannen im Herbst 2000. Bislang wurde die Strategie des Truppen- und Ressourceneinsatzes für zwei annähernd gleichzeitig stattfindende Verteidigungskriege genauestens eingehalten, während einem anderweitigen Ressourceneinsatz eine relativ geringe Priorität beigemessen wurde. Der Heimatschutz, der Katastrophenschutz und die Friedenseinsätze stellten sich jedoch immer mehr als jene Bereiche heraus, zu deren Erfüllung die Streitkräfte in der Lage sein sollten. Da die Reserveteile - und im Besonderen jene des Heeres - über einen Großteil der dafür erforderlichen Ressourcen verfügten, hätte man annehmen können, dass den diversen Reserveteilen mehr Aufmerksamkeit gewidmet würde. Tatsächlich bestand der Kongress aber auf Einhaltung der präzisen Vorgaben hinsichtlich der den Reserveteilen zugewiesenen Aufgaben und Aufträge, ebenso der Stärke, dem Leistungspotenzial und der Ausrüstung.

Zunächst betonten die zur Erstellung des Berichts Verantwortlichen, dass der QDR strategie- und nicht budgetorientiert zu sein hatte. Das wiederum bedeutete, dass die verschiedenen Teilstreitkräfte die Verfolgung ihrer Einzelinteressen - wie im Bericht 1997 praktiziert - beiseite lassen mussten. Die Kommandanten der Teilstreitkräfte erkannten die Notwendigkeit einer kohärenten, integrierten Ergebnisentwicklung ohne Versuche, ihre Einzelinteressen im Besonderen wahren zu wollen. So wurde beispielsweise im September 2000 zwischen US-Heer und Marinekorps Teamwork bei der Lösung potenziell strittiger, operativer Fragestellungen vereinbart. Allerdings gab es auch die Befürchtung, dass den Hauptstreitpunkt wiederum die Kürzungen in der Streitkräftegliederung bilden würden, und zwar unabhängig davon, inwieweit die Teilstreitkräfte ihre Streitigkeiten über Einzelinteressen zurückstellten.

Konfliktpotenzial bestand aber nicht nur zwischen den einzelnen Teilstreitkräften, sondern auch innerhalb dieser selbst. So hatte die Nationalgarde der Army noch immer ein Problem mit dem Aktivstand betreffend den Status der Kampfdivisionen und ihre Einbeziehung im QDR. Die Frage der Einsatzmöglichkeiten der Divisionen der Nationalgarde wurde geprüft, blieb aber bis zum Beginn der Erstellung des QDR 2001 ungelöst. Die Tatsache, dass die gesamte Armee im Jahr 2001 - und zwar nach 35%iger Reduktion der Streitkräfte und Ressourcen - weit mehr zu bewältigen hatte als 1997, wurde nun offenbar. Als 1997 auch die Tatsache zu geringer Geldmittel zur Erreichung aller Ziele der Streitkräfte offensichtlich wurde, akzeptierte die Armeeführung unter Hervorrufung großer Unzufriedenheit beinahe alle Reduktionsmaßnahmen, die in weiterer Folge von der Nationalgarde sowie der Reserve der Landstreitkräfte und somit eigentlich ohne eigenen Beitrag umzusetzen waren.

Weiters wurde 2001 eine Lösung für die Situation der Nationalgarde durch die „Transformation“ des Aktivstandes des Heeres in eine mobilere und flexiblere Streitkraft erschwert. Diese Initiative deutete auf zusätzlich erforderliche Budgetmittel hin, gleichzeitig wurde aber befürchtet, dass der QDR wiederum budget- und nicht strategieorientiert ausfallen würde und somit wieder die Nationalgarde letztlich die Rechnung zu bezahlen hatte.

Die Luftstreitkräfte begegneten 2001 anderen Herausforderungen als das Heer. Weltweit waren keinerlei Luftstreitkräfte vorhanden, die die Vorherrschaft der kombinierten Truppenteile der US-Luftstreitkräfte gefährden hätten können; diese beherrschten also buchstäblich den gesamten Luftraum. Sogar nach einigen Kürzungen präsentierten sich die Luftstreitkräfte in hervorragender Form. Durch die Umschichtung von Ressourcen des Aktivstandes auf die Reserve hielten die Luftstreitkräfte ihr Leistungspotenzial aufrecht und wechselten in den von ihnen so genannten Auslagerungsmodus. Damit wurde eine besser integrierte Truppe ohne erkennbare Unterscheidungsmerkmale zwischen Aktiv- und Reserveteilen geschaffen. Immer wieder übertrafen sogar die Nationalgarde und die Reserve der Luftstreitkräfte ihre Partner des Aktivstandes in den stattfindenden Wettbewerben.

Zu Beginn der Abfassung des QDR 2001 bemühte sich der Aktivstand der Teilstreitkräfte, die Reserveteile in die Diskussionen und Überlegungen mit einzubeziehen. Institutionen wie zum Beispiel die Vereinigung der Reserveoffiziere der USA leisteten einen Beitrag zum Bericht. Sie wiesen darauf hin, dass Reserveverbände schwer auf rasche Art und Weise auf- bzw. wiederaufgebaut werden könnten. Nachdem die Aktivstände der Teilstreitkräfte nun in hohem Ausmaß auf ihre Reserveteile angewiesen wären, wäre es im Hinblick auf die Dauer von bis zu sieben Jahren für den Wiederaufbau unklug, diese Verbände abzubauen. Den Bereich Landstreitkräfte betreffend schlug die Vereinigung weiters vor, dass es effizienter wäre, nicht unmittelbar eingesetztes Potenzial durch Übertragung bestimmter Aufgaben und Truppenteile an die Nationalgarde und Reserve des Heeres aufrechtzuerhalten.

Anfang 2001 trat eine neue US-Regierung ihr Amt an und Donald Rumsfeld wurde Verteidigungsminister. Er ordnete sofort die Erstellung eines Verteidigungsberichts nach seinen eigenen Vorstellungen an. Sein Modus Operandi rief den Unmut zahlreicher Ministeriumsbeamter, deren Einbindung er ablehnte, hervor, und seine Vorgangsweisen drohten die Veröffentlichung des QDR 2001 zu verzögern. Grundsätzlich verlangte er von den Teilstreitkräften mit weniger mehr zu erreichen. Er spürte, dass die Teilstreitkräfte verändert werden mussten und mehr Aufgaben im Bereich des Gemeinwesens übernommen werden könnten.

Im Laufe der weiteren Berichtserstellung äußerten sich Sprecher der Reserveteile trotz der Bedenken über Rumsfelds Vorgangsweise optimistisch hinsichtlich des sie betreffenden Ergebnisses im QDR. Dieser war jedoch bis Juli noch immer nicht veröffentlicht worden, und es kursierten Gerüchte, dass die Nationalgarde lediglich für die Wahrnehmung des Heimatschutzes strukturiert und ausgerüstet werden sollte.

Zwischenzeitlich wurde auch das Zwei-Konflikte-Szenario weitestgehend verworfen. Die Leitlinie schien die Durchführung von vier „Kern“-Missionen zu sein. Diese waren, in einem Großkonflikt „klar zu obsiegen“, amerikanisches Territorium gegen neue Bedrohungen zu verteidigen, die globale Präsenz zur Abschreckung gegen aggressive Akte aufrechtzuerhalten und gleichzeitig verschiedene Einsätze zur Positionssicherung, Friedenserhaltung und weltweiten Unterstützung durchzuführen.

Bis August 2001 gab es weit verbreitete Spekulationen über die Inhalte des QDR, und in der Nationalgarde erreichte die Besorgnis darüber ihren Höhepunkt. Das Magazin „National Guard“ der Vereinigung der Nationalgarde berichtete: „Wir haben uns in den vergangenen Monaten damit beschäftigt, uns zu fragen, welche Vision die Bush-Regierung das Militär betreffend hat. Die Leere seit Amtsantritt bis heute wurde mit wilden Spekulationen aufgefüllt, die einer Feindseligkeit Vorschub leisten, die sich als viel schlimmer herausstellen könnte als alles, was wir infolge des QDR 1997 erfahren mussten.“ Diese warnende Stellungnahme wurde einige Wochen vor dem Terroranschlag auf das World Trade Center und das Pentagon vom 11. September veröffentlicht.

Dieser abscheuliche Angriff hat den Inhalt des QDR 2001 nicht wesentlich verändert, der bereits zur Veröffentlichung vorbereitet war und in Entwurfsform im Oktober erschien. Dieser Angriff hat jedoch die Priorität der Einsätze des Militärs verändert und neu geordnet. In der Ausgabe der „Army Times“ vom 8. Oktober wurde berichtet, dass der Entwurf des QDR „deutlich klarstellt, dass ‚der Verteidigung des Heimatlandes gegen Angriffe von außen’ die höchste Priorität zukommt“.

Unklar ist, wie sich der Terrorangriff vom 11. September auf den QDR in Bezug auf die Reserveteile ausgewirkt hat. In Reaktion auf die Katastrophe beim World Trade Center betonte die Nationalgarde des Heeres New York allerdings, wie wichtig die Rolle der Reserveteile für Heimatschutz und -verteidigung sei. Bis dahin war argumentiert worden, dass die Verteidigung des Heimatlandes der einzige Auftrag an die Nationalgarde sei. Der Einsatz der Garde zur Sicherung der Einsturzstelle der Twin Towers in New York City schien eine eindeutige Rechtfertigung für solche, allein durch die Nationalgarde wahrzunehmende Verteidigungs- und Sicherungseinsätze zu sein. Aber der in diesem Falle relativ gering gehaltene Einsatz der Nationalgarde war eher kein Vorzeichen für einen Einsatz der gesamten Nationalgarde allein für die Verteidigung des Heimatlandes.

Die Katastrophe in New York City und beim Pentagon gab aber dem Verteidigungsministerium Rückhalt für den nächsten Schritt betreffend Aufträge an die Nationalgarde und die Reserve. „The New York Times“ vom 2. Oktober zitierte den Vorsitzenden der Vereinigten Generalstabschefs, General Hugh Shelton, in einem Vermerk zum QDR 2001, dass [er] eine zurückhaltende Position einnehme, da eine weitere Prüfung der Rolle der Nationalgarde und der Reserven erforderlich ist“. In der Ausgabe der „Army Times“ vom 8. Oktober wurde in einem Folgebeitrag Verteidigungsminister Rumsfeld mit den Worten zitiert, dass noch tiefer gehende, bis zu Beginn des nächsten Jahres zu erstellende Studien die Themen militärische Laufbahn und die Rolle der Nationalgarde und Reservekräfte behandeln werden“. Somit wurden sämtliche Themenstellungen die Reserveteile betreffend auf ungewisse Zukunft verschoben.

Das Magazin „Army“, die offizielle Zeitschrift des Heeres, machte allerdings in seiner Ausgabe Anfang Oktober eine treffliche Andeutung dazu, was der Nationalgarde des Heeres widerfahren könnte. Der Staatssekretär für Personal- und Reserveangelegenheiten des Heeres, Reginald J. Brown, gab in diesem Magazin bekannt, dass das Verteidigungsministerium den Aufbau der Nationalgarde mit Blick auf eine Neustrukturierung der Gardedivisionen prüfe. Zwölf Kampfbrigaden und zwei Divisionen würden zu Kampfunterstützungs- bzw. Versorgungsverbänden umgewandelt werden. Im Endeffekt wäre der Anteil an Kampftruppen bei der Nationalgarde der Army von 42 Kampfbrigaden auf nicht mehr als 30 zu reduzieren. Die geplante Änderung sollte nicht im Rahmen des QDR umzusetzen sein.

Auch zu den Reserveteilen der anderen Teilstreitkräfte gab es verschiedene Vorschläge. Das „Armed Forces Journal International“ führte etwa in seiner Ausgabe vom Jänner 2002 die US-Marine an, die die so genannten Schiffe zur Verteidigung des Heimatlandes (Minenjagd- und Minenabwehrschiffe sowie Fregatten) der Reserve der Marine zuteilen wollte.

Der QDR 2001 ging - wie bereits durch den Verteidigungsminister und den Vorsitzenden der Vereinigten Generalstabschefs avisiert - nicht speziell auf die Aufgaben der Reserveteile ein. Bei einem Briefing zum QDR sowie seinen Auswirkungen auf Strategie, Neugliederung und Heimatschutz im November 2001 informierte Oberst Michael J. Altomare vom Vereinigten Generalstab seine Zuhörer auf einer Folie mit dem Titel „Noch zu erledigen“, dass dem Auftrag an die Reserveteile noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden müsste und es zu Entscheidungen betreffend Bereitschaftsgrad der Reserve und der Nationalgarde sowie Grundzüge ihrer Sollstärke und Struktur kommen müsse. Die von Verteidigungsminister Rumsfeld zuvor angedeuteten Belange der Reserveteile waren im formell an den Kongress vorgelegten Bericht nicht enthalten.

Kurz nach dem Terroranschlag in den USA wurden Spezialeinheiten des Heeres und Bomber der Luftstreitkräfte in Afghanistan eingesetzt. Bis Dezember 2001 schien es so, als ob die immer wiederkehrenden Ideen zur Reduktion des Heeres und seiner Reserveteile nicht zum Tragen kommen würden. Zusätzlich kam die Möglichkeit einer Invasion im Irak immer mehr ins Spiel. Noch im selben Monat gab der damalige Staatssekretär Thomas E. White die vorbehaltlose Stellungnahme ab, dass der Aktivstand ohne Einschaltung der Nationalgarde und der Army Reserve nicht in entsprechender Form in den Krieg ziehen könnte.

 

Der QDR 2006

Als 2006 der QDR veröffentlicht wurde, hatte sich die Rolle der Reserveteile bei der Verteidigung des Landes dramatisch verändert. Obgleich die Reserve eine Struktur zur Durchführung von Einsätzen unter ganz bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel jene im Zweiten Weltkrieg, aufgewiesen hatte, war sie nun bei länger andauernder oder bei permanent asymmetrischer Kriegführung eingesetzt. War der Krieg bisher für die USA die Ausnahme, so gehörte er 2006 zur Normalität. Eine Mobilisierung der Reserve kam bis dahin nur in Ausnahmesituationen wie zum Beispiel im Zweiten Weltkrieg in Betracht. 2006 sahen die Reserveteile ihre Mobilisierung aber als eine Selbstverständlichkeit. Sie wurden nicht mehr prinzipiell als Unterstützung oder als strategische Reserve gesehen. Stattdessen waren sie zu einer Ergänzungs- bzw. Einsatzkraft geworden.

Das US-Militär hat die Sichtweise eines Gefechtsfelds verworfen, das durch fixe Linien zwischen Kombattanten mit konfliktfreien, rückwärtigen bzw. logistischen Räumen gekennzeichnet ist. Das Gefechtsfeld im Sinne des QDR war „asymmetrisch“ geprägt, ohne sichere rückwärtige Räume. Waren früher Soldaten im Logistikbereich relativ geschützt, sind sie heute gleichermaßen gefährdet wie die Soldaten von Kampfeinheiten. Waren die bisherigen Einsätze auf bestimmte Schauplätze beschränkt, so ist amerikanisches Versorgungspersonal nun weltweit in unzähligen, verschiedensten Einsatzbereichen tätig.

Es stellte sich zu diesem Zeitpunkt die Frage, wie sich diese veränderten Umstände im QDR 2006 widerspiegeln würden. Die einzelnen Teilstreitkräfte und ihre Reserveteile hatten dazu unterschiedliche Zugänge. Die Army befand sich während ihres Kriegseinsatzes im Irak und in Afghanistan im Prozess der „Umstrukturierung“. Diese betraf die Veränderung jener Kräftestrukturen, die besser auf Einsätze bei sich gegenüberstehenden, großen Formationen von Infanterie, Panzertruppe und Artillerie abgestimmt waren, hin zur Kampfführung gegen einen schwer fassbaren Feind, der in selbstständig kämpfenden und integrierten Kampfeinheiten auftritt. Anstatt der Durchführung von Kampfeinsätzen durch Divisionen unter dem Kommando der Korps- oder Armeeebene wie bisher ist das nunmehrige Konzept der Einsatz selbstständiger Kampfbrigaden unter nomineller Führung eines höheren Kommandos. Unterstützend wirken multifunktionale Brigaden wie zum Beispiel Flieger-, Aufklärungs- oder Militärpolizeibrigaden. Weiters gibt es Unterstützungsbrigaden mit logistischen Aufgaben.

Der QDR 2006 schrieb die Schaffung von insgesamt 70 Brigadekampfteams und von über 200 multifunktionalen bzw. Unterstützungsbrigaden vor. Von den Brigadekampfteams sollten 42 den Aktivstand der Army und 28 die Army-Nationalgarde stellen. Die Anzahl der Brigadekampfteams war jedoch um sieben geringer als zunächst geplant. Ursprünglich sollten es 43 Brigadekampfteams bei der Army und 34 bei der Army-Nationalgarde sein. Die geplante Verringerung der Brigadekampfteams von 34 auf 28 rief große Unzufriedenheit innerhalb der Nationalgarde hervor, weil das die Deaktivierung bzw. Reorganisation im Ausmaß von zwei Divisionen (nominell je bestehend aus drei Kampfbrigaden) bedeutete.

Die Führung der Nationalgarde sah diese geplanten Reduktionen als einen weiteren Versuch, ihre Leistungen in derzeitigen und künftigen kriegerischen Auseinandersetzungen zu marginalisieren, genauer gesagt herabzuwürdigen. Das bedeutete, dass bisher traditionell bestehende Kampfverbände der Army-Nationalgarde entweder in eine andere Formation umgewandelt oder aufgelöst werden mussten.

Im Zusammenhang mit der Verringerung der Anzahl der Brigadekampfteams in der Army-Nationalgarde stand das Vorhaben zur Reduktion ihrer Sollstärke von 350.000 auf 333.000 Personen. Mit sechs Brigadekampfteams weniger erschien es logisch, dass auch die Personalstärke reduziert werden könnte. Ebenso wie im QDR 1997 wurde aber gegen die Reduktion von der Nationalgarde, den verschiedenen Bundesstaaten und Gouverneuren sowie Mitgliedern des US-Kongresses heftiger Widerspruch erhoben.

Maßgeblich für die Kürzungen waren die damaligen Probleme der Army-Nationalgarde bei der Rekrutierung. Zuvor stellte Personal, das bereits Dienst versehen hatte, eine wichtige Quelle dafür dar. Angesichts der aktuell stattfindenden Kriege im Irak und in Afghanistan schien der Anreiz für dienende Männer und Frauen gering, aus dem Aktivstand zu treten und sich - eben aus dem Kriegsgebiet zurückgekehrt - für einen Nationalgardeverband zu verpflichten, der selbst vor einer Entsendung in ein Kriegsgebiet stand.

Die andere wichtige Rekrutierungsquelle sind Männer und Frauen, die noch nicht Dienst versehen haben, mit üblicherweise erfolgreich abgeschlossener zwölfjähriger Schulbildung. Wieder waren die Kampfeinsätze im Ausland der Grund, der Eltern oftmals zögern ließ, ihren Kindern die Erlaubnis zu einer Verpflichtung bei der Army, der Army-Nationalgarde oder der Army-Reserve zu erteilen. Das Anwerbepersonal hatte daher größere Schwierigkeiten, dem Widerstand der Eltern gegen eine Verpflichtung von Interessenten entgegenzuwirken. Solange die für den jungen Menschen entstehenden Vorteile, wie zum Beispiel von der Regierung geförderte höhere Bildung oder hohe Prämien, von der klar bestehenden Möglichkeit einer persönlichen Gefährdung überwogen wurden, trug der Krieg eher zur Schmälerung der Möglichkeiten der Nationalgarde zur Rekrutierung auf ihre Sollstärke bei. Die Army-Reserve war davon in etwas geringerem Ausmaß betroffen.

Trotz Schwierigkeiten bei der Rekrutierung wurde von den Gouverneuren und ihren Generaladjutanten gegen jegliche Reduktion der Sollstärke der Army-Nationalgarde heftiger Widerstand erhoben. Sie wiesen darauf hin, dass Einsätze ihrer Truppen im In- und Ausland zu- und nicht abnahmen. Das Ergebnis wäre ein höherer und nicht ein geringerer Personalbedarf. In Erwiderung auf die Gouverneure wies das Verteidigungsministerium nicht nur auf die höheren Kosten einer hohen Sollstärke, sondern auch darauf hin, dass die Rekrutierung auf die höhere Grenze wahrscheinlich auch nicht möglich sein dürfte. Es gab somit eine Pattsituation mit der Folge einer Verzögerung der Reduktion einerseits und der Ankündigung intensiver Maßnahmen seitens der Nationalgardeführung zur Erreichung der höheren Sollstärke andererseits.

Die Reserveteile betreffend hat der QDR 2006 interessanterweise nur hinsichtlich der Anzahl der Brigadekampfteams, die die Army-Nationalgarde in der zukünftigen Heeresstruktur stellen sollte, sowie der geplanten Reduktion der Army-Nationalgarde auf ihre Sollstärke Bezug genommen.

Die Army-Reserve, die über keine Kampfverbände verfügt, wurde im QDR nicht speziell erwähnt. In der Aufstockung der Spezialtruppen enthalten fand sich aber die Anhebung des Personalstandes in den Bereichen „psychologische Kampfführung“ und „zivile Angelegenheiten“ um 3.500 Personen. Es gab keine Aufschlüsselung, welcher Teil der Streitkräfte das zusätzliche Personal erhalten würde. Die Mehrheit dieser Spezialtruppen war jedoch bisher in der Army-Reserve angesiedelt. Logischerweise war daher anzunehmen, dass entweder Verbände neu formiert oder aus der aktuellen Gliederung der Streitkräfte in Truppen für psychologische Kampfführung und zivile Angelegenheiten umgewandelt würden.

Überdies wurde die gesamte Army-Reserve einer strukturellen Änderung zur Unterstützung der aktiven Army unterzogen. Im Zuge dessen strukturierte sie ihre regionalen Bereitschaftskommanden in multifunktionale bzw. einsatzerhaltende Brigaden um und reorganisierte ihre regionalen Verwaltungsverbände. Die Army-Reserve „hielt“ sozusagen im Umstrukturierungsprozess mit dem Aktivstand „Schritt“.

Die Situation bei der Reserve der Luftstreitkräfte und der Nationalgarde der Luftstreitkräfte differierte sehr stark zu jener ihres jeweiligen Gegenübers bei den Landstreitkräften. Die Truppenstärke der Luftstreitkräfte war gemäß QDR 2006 zu reduzieren, die Aufteilung auf die beiden Komponenten wurde aber nicht angesprochen. Für die Reserveteile der Luftstreitkräfte war es aber nicht der QDR, sondern der Ausschuss betreffend ein Gesetz zur Reduktion der Luftwaffenstützpunkte im Jahr 2005, der gravierende Auswirkungen auf sie hatte. Dieser verlangte eine deutliche Reduktion der Anzahl der Luftwaffenstützpunkte der Reserve und der Nationalgarde der Luftstreitkräfte, die den Verlust an Fliegerverbänden und Personal bedeutete. Die Nationalgarde der Luftstreitkräfte hatte die größten Einbußen zu tragen, was wiederum ihre Unzufriedenheit gegenüber dem Aktivstand der Luftstreitkräfte deutlich erhöhte. Aufgrund der Möglichkeit, der Kommission Einrichtungen der Luftstreitkräfte zur Streichung oder Zusammenlegung vorzuschlagen, unternahmen die Luftstreitkräfte keinen Versuch, die Einrichtungen ihrer Reserveteile davor zu bewahren. Im Hinblick darauf, dass die Luftstreitkräfte samt ihren Reserveteilen die vermutlich am besten integrierte Teilstreitkraft darstellen, wurde die Position der Luftstreitkräfte bezüglich dieser Schließungen bzw. resultierender Zusammenlegungen als Verrat an ihren Reservisten gewertet.

Die Reserve der Marine, die über kein Gegenüber in Form einer Nationalgarde verfügt, hat im QDR 2006 keinerlei Erwähnung gefunden, obwohl die Marine in ihrer Gesamtheit gemeinsam mit den Luftstreitkräften reduziert werden sollte. Auch die Küstenwache wurde nicht erwähnt. Die Reserve der Küstenwache, die zum Verkehrsministerium gehört, hatte weiterhin Probleme, ausreichend Personal zur Erfüllung ihrer Aufgaben zu finden. Im Lichte der Gefahr für Häfen und Wasserwege der kontinentalen USA wäre es durchaus angemessen gewesen, wenn dieser Fehlbestand angesprochen worden wäre.

 

Der QDR 2010

Die Erstellung des QDR 2010 begann mit etwas Skepsis. In der „Vorschau zur Rückschau“, einem Gremium, bestehend aus dem Schlüsselpersonal zur Erstellung dieses Dokuments, merkte einer der Teilnehmer an, dass der QDR 2006 wenig Auswirkung auf das zeigte, was der Kongress zum Thema Verteidigung debattiert hatte. Implizit sollte demnach der QDR 2010 wiederum budgetorientiert und mit einem vom Kongress ignorierten Ergebnis ausfallen. Indes enthielt die Verteidigungs-Agenda von Präsident Obama vom 22. Jänner 2009 eine Aufstockung der Army um 65.000 und des Marinekorps um 27.000 Personen, was von großer budgetärer Relevanz für den Kongress war. Der Unterschied zwischen dem QDR 2006 und jenem von 2010 in Zahlen bestand darin, dass der Bericht 2006 eine Reduktion der Truppenstärke enthielt, jener von 2010 hingegen genau auf die Erhaltung und sogar die Aufstockung der aktuellen Truppenstärken des Heeres und des Marinekorps inklusive ihrer Reserveteile Augenmerk zu legen schien. Im Kongress konnte dafür große Unterstützung erwartet werden, insbesondere bei jenen, die sich für eine stärkere Verteidigung aussprachen.

Zur Zukunft der Reserveteile, die im kommenden Bericht zu berücksichtigen sein würde, bildeten sich zwei Themenkreise heraus. Einer betraf die Notwendigkeit, die Rollen und Aufgabenbereiche der Reserveteile im Rahmen der Belange der nationalen Verteidigungsstrategie zu thematisieren. Eine entsprechende Befähigung dazu erforderte eine ordnungsgemäße Ausstattung in den Bereichen Personal, Truppenstärke, Leistungspotenzial und Ausrüstung. Der zweite Themenkreis beschäftigte sich damit, wie die Reserveteile in die Gewährleistung der Verteidigung des Heimatlandes und in die unterstützenden Maßnahmen für Zivilbehörden eingebunden werden sollten.

Das Verteidigungsministerium gab am 27. April 2009 ein Datenblatt heraus, das die Modalitäten des Berichtes von 2010 verdeutlichte. Es war dies die erste offizielle Stellungnahme dazu, was das Ministerium durch die Veröffentlichung des Berichtes zu erreichen erwartete. Der QDR sollte die Herausforderungen und Bedrohungen beurteilen, vor den das Land hinsichtlich bestehender und zukünftiger Konflikte stand. Gleichzeitig sollte der Bericht die Strategien, Ressourcen und Kräfte des Verteidigungsministeriums „wieder ins Gleichgewicht bringen“.

Im Datenblatt wurden auch fünf Interessenbereiche spezifiziert, die in den QDR Eingang finden sollten. Sie sollten

- „die irreguläre Kriegführung und zivile Unterstützung im Ausland weiter institutionalisieren“ und auch die Ressourcen und Kapazitäten überprüfen, um Kapazitäten für den Aufbau von Partnerschaften mit einzubeziehen;

- Bedrohungen ansprechen, die vom Einsatz fortgeschrittener Technologie und Massenvernichtungswaffen ausgehen;

- die „globale militärische Einsatzbereitschaft“ prüfen;

- die Unterstützung des Verteidigungsministeriums für von Zivilisten geführte Einsätze und Tätigkeiten verstärken und

- die internen Arbeitsverfahren des Ministeriums bezüglich deren Effektivität und Effizienz verbessern.

Die Reserveteile als einer dieser Bereiche wurden nirgends erwähnt. Tatsächlich wurden die Reserveteile im Datenblatt überhaupt nirgends erwähnt.

Trotz des Mangels an Informationen zu den Reserveteilen im Datenblatt vom 27. April 2009 spiegelte der letzte QDR einen bedeutenden Unterschied zu den drei vorangegangenen Berichten wider. In den vergangenen vier Jahren hatte die Rolle der Reserveteile in zwei Kriegen und im Einsatz im Kosovo eine Beschleunigung bis zu dem Punkt erfahren, an dem allgemein anerkannt wurde, dass die aktive militärische Führung nicht in der Lage war, ohne gänzlich integrierte Reserve einen bedeutenden Einsatz in großem Umfang durchzuführen. Diese Ansicht reflektierend ordnete der Verteidigungsminister der Regierung Bush sowie auch der jetzigen Regierung, Robert Gates, formell an, dass die Reserveteile als operative Kräfte im Gegensatz zu ihrer Funktion als rein strategische Reserve zu führen seien.

2010 wurden die Reserveteile weitgehend als „operative Reserve“ angesehen, das heißt, dass ihre Verbände genauso wie Aktivkräfte in Konfliktregionen eingesetzt wurden. Das bedeutete konkret, dass die Reserveverbände in hohem Ausmaß über neueste Ausrüstung und Waffen verfügen mussten und regulär aktiviert bzw. in Kampfgebieten eingesetzt werden konnten. Bevor die Reserveteile zur operativen Reserve wurden, waren sie mit einer an Überalterung grenzenden Ausrüstung ziemlich schlecht ausgestattet. Das Konzept der strategischen Reserve hatte die Aktivierung von Reservisten für Kampfeinsätze in nur sehr begrenzter Form vorgesehen.

Die Reserveteile hatten nun als integraler Bestandteil eines jeglichen militärischen Einsatzes als operative Einheit zu funktionieren, dennoch war aber nach wie vor der Bedarf an einer strategischen Reserve gegeben. Verteidigungsminister Gates beauftragte die Verfasser des QDR 2010, darauf zu achten, wie die Aufteilung in den künftigen Aufgabenbereichen der Nationalgarde und der Reserven im Hinblick auf das Erfordernis einer strategischen und einer operativen Reserve erfolgen sollte. Gegenstand war nun nicht mehr die Aufgabe der Reserveteile, sondern die Schaffung einer vernünftigen Balance zwischen einer strategischen Reserve einerseits und eingesetzten Truppenteilen andererseits.

Zusätzlich zu den Vorgaben des Verteidigungsministeriums für die Erstellung des QDR 2010 gab es die Forderung des Kongresses zur eingehenden Prüfung der Aufträge betreffend Heimatschutz inklusive der Verteidigung des Heimatlandes sowie die unterstützenden Einsätze für zivile Behörden, wie zum Beispiel Schutz wichtiger ziviler Einrichtungen, Löschen von Waldbränden und Hochwasserbekämpfung. Diese Einsätze fielen in den Zuständigkeitsbereich der Verbände der Nationalgarde in den jeweiligen Bundesstaaten und Territorien und seien daher zur Durchführung von Kampfeinsätzen und zu anderen föderalen Notwendigkeiten in Relation zu setzen.

Wie die Reserveteile im QDR 2010 behandelt werden sollten, hing von den Anfang 2009 neu geschaffenen Rahmenbedingungen des Verteidigungsministeriums ab. Die Reserven waren nunmehr im Lichte von drei Änderungen in der Verteidigungsstrategie durch den Verteidigungsminister zu sehen. Die erste davon lief darauf hinaus, irreguläre oder so genannte asymmetrische Kriegführung wie im Irak und in Afghanistan in der Strategie deutlicher erkennbar werden zu lassen. Die zweite betraf die Umstellung des Budgeteinsatzes des Verteidigungsministeriums für einfachere und verlässlichere Waffensysteme. Schließlich wurde die Verteidigungsstrategie von einer Planung mit Blickrichtung zukünftig möglicher Kriege hin zu einer Vorbereitung der Bekämpfung klar erkennbarer Feinde umgestellt. Alle diese Änderungen in der strategischen Ausrichtung hatten unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen Reserveteile.

Gleichzeitig profitierte man von bestimmten Aufwärtsentwicklungen der vergangenen vier Jahre. Die Army-Reserve konzentrierte sich etwa auf die Aufstockung ihres Personalstandes auf die Sollstärke von 206.000 Männern und Frauen und erwartete die Zielerreichung im Jahr 2010. Ein anderes Beispiel ist die Army-Nationalgarde, die im Jahr 2006 über lediglich 40% der erforderlichen Ausrüstung verfügte. Bis zum Jahr 2009 ist dieser Wert auf 76% gestiegen.

Leider gab es im Sommer 2009 von den Bearbeitern im Verteidigungsministerium wenig Information über die weiteren Entwicklungen zum QDR, wodurch Frustration, Spekulation und Konfusion im Kongress, aber auch bei Waffenlieferanten und im Ministerium selbst entstanden. Während diese Situation auf die Reserveteile wenig Auswirkung zeigte, wurden hingegen bei einem Briefing der Sektion „Army“ der Vereinigung der Reserveoffiziere im Sommer 2009 vier Szenarien als möglich angenommen. Die Verbände für zivile Angelegenheiten, die zum Großteil der Army-Reserve angehören, würden zur besseren Unterstützung von Kommandanten im Einsatz aufgewertet werden. Unüblich, aufgrund der geringen Hubschrauberkapazitäten im Aktivstand aber möglich, könnte eine Umwandlung von Heeresfliegerbrigaden der Reserve in den Aktivstand in Betracht gezogen werden. Das Reservepersonal könnte auch dem neuen Cyber Command zugeteilt werden. Nachdem Zivilverteidigung großteils eine staatliche und daher eine Aufgabe der Nationalgarde ist, wurde schließlich angenommen, dass die Reserve zur weiteren Verbesserung der Reaktionsfähigkeit des Verteidigungsministeriums bei chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Zwischenfällen eingesetzt würde.

Auch bei der Nationalgarde herrschten im Sommer 2009 Besorgnis und Unsicherheit in Bezug auf den QDR. Der Ausrüstungsstandard der Army-Nationalgarde verschlechterte sich zusehends, insbesondere aber in jenen Staaten und Territorien, wo es eine ständig unzureichende Ausrüstung für Ausbildung und Erfüllung von Sicherheitsaufgaben gab. Die Nationalgarde der Luftstreitkräfte war über ihre Stellung dem Aktivstand der Luftstreitkräfte gegenüber beunruhigt, zumal sie sich im Hinblick auf die Ausrüstung mit neuestem Fluggerät zurückgesetzt fühlte. Der Chef der Nationalgarde wollte, dass seine Piloten dieselben Flugzeuge fliegen wie ihre Kameraden im Aktivstand. Grundsätzlich wollte die Nationalgarde aber weit mehr Einbeziehung und mehr „…am Tisch QDR beteiligt werden als vier Jahre zuvor.“

Die Verwirrungen, Hoffnungen, Frustrationen und die Skepsis spitzten sich bis zur Erstattung des QDR am 1. Februar 2010 an den US-Kongress zu. Der an den Kongress übermittelte Bericht enthielt vier zentrale Zielsetzungen. Die erste Zielsetzung war es, „die heutigen Kriege zu gewinnen“, was offensichtlich auf ein Ende im Irakkonflikt und einen Frieden in Afghanistan hinauslief. Das bedeutete gleichzeitig aber auch, für mehr als zwei konventionelle Kriege größeren Ausmaßes gleichzeitig gerüstet zu sein. Die zweite Zielsetzung war „die Abschreckung und Verhinderung von Konflikten“, um eine Kriegführung wie in vorgenannten Fällen überhaupt zu vermeiden. Die dritte Zielsetzung nannte „die Vorbereitung auf ein breit gefächertes Aufgabenspektrum“ inklusive Cyberkrieg und Terroristenbekämpfung. Die vierte Zielsetzung war „die Erhaltung und Aufwertung der Freiwilligenarmee“, ein offenkundiges Täuschungsmanöver den Gesamtstreitkräften gegenüber mit Blick auf deren Aktiv- und Reserveelemente.

Zur Zielerreichung listet der QDR viele Initiativen auf. Aber nur eine davon umfasst im Speziellen auch die Reserveteile und ist primär an die Nationalgarde gerichtet. Aus der Garde sollten zehn Eingreiftruppen für den Heimatschutz gebildet werden, die in den zehn Notfallregionen des Landes stationiert würden. Diese Maßnahme würde eine enge Kooperation mit dem Heimatschutzministerium erfordern.

Der QDR 2010 lässt keinen Zweifel daran, dass die Reserveteile für die Verteidigung der USA unerlässlich sind. Er beinhaltet keinerlei Personalreduktionen bei den Reserveteilen. Es gibt keine Aufschlüsselung über die Verteilung von Flugzeugen und Schiffen innerhalb der Gesamtstreitkräfte, ausgenommen jene infolge der Aufstockung der Anzahl der Brigadekampfteams, die im Aktivstand der Army von 42 auf 45 angehoben werden soll. Betont wird der „Glaube an die Reserveteile“, der „einer starken, nahtlos in der Breite der Freiwilligenarmee integrierten Nationalgarde und Reserve bedarf.“ Es wird die Notwendigkeit angesprochen, das Vertrauen der Nation in die Reserveteile „wieder ins Lot zu bringen“, und es wird der hohe Stellenwert der Reserveteile als operative und nicht wie zuvor allein als strategische Kraft anerkannt.

Die Reaktion der Reserveteile auf den QDR 2010 fiel unterschiedlich aus. Genannt seien die im QDR 2006 vorgesehenen 28 Brigadekampfteams bei der Army-Nationalgarde, die im QDR 2010 unverändert blieben, weshalb es dazu keinerlei Kontroversen gab. In der Nationalgarde der Luftstreitkräfte führte hingegen die Unsicherheit über die Verteilung von Einrichtungen und Gerät zwischen den drei Komponenten zum Kommentar, dass „es beinahe schon so ist, als ob die Garde nicht existieren würde.“ Nebst dem Lob für den Beitrag der Reserve scheint in diesem „Top-down“-Bericht darauf geachtet worden zu sein, nicht in ein Zahlenspiel zu geraten, das wie beim QDR 2006 zum Vorwurf der Budgetorientierung hätte führen können.

 

„Fazit“ des QDR

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Reserveteile in den vergangenen zehn Jahren zu einem Kernstück der Gesamtstreitkräfte geworden sind. Vor dem Jahr 2010 wurden die Reserveteile in den drei an den US-Kongress ergangenen QDR kaum erwähnt. Demgegenüber wurden sie im QDR 2010 primär aufgrund ihrer Einsätze im Kosovo, bei der Besetzung des Irak und im Afghanistankrieg vielleicht nicht in Zahlen, jedenfalls aber in ihrer Gewichtung sehr deutlich erkennbar. Die eher verschwommen wirkenden Planungen im Rahmen der ersten drei Berichte waren letztlich doch von großer Bedeutung. Den dort spärlich angeführten, kurzen Berichtsbeiträgen entsprangen viele strittige Fragestellungen, die im QDR 2010 gekonnt behandelt zu sein scheinen.

Der größte Reserveteil, nämlich die Army-Nationalgarde, hatte im Zuge der vier QDR Folgendes zu gewärtigen: zunächst die Planung einer drastischen Reduktion ihrer Stärke (Bericht 1997), dann eine Verschiebung der Diskussion über ihre Zukunft (Bericht 2001), dann die Planung einer weiteren, deutlichen Reduktion ihrer Stärke und Struktur (Bericht 2006) und zuletzt die konkludente Beibehaltung des Status quo (Bericht 2010).

Wichtig ist es jedoch auch zu wissen, dass die Reserveteile starken Rückhalt beim Empfänger des QDR, dem US-Kongress, vorfinden. Während also die Reserveteile in den QDR kaum Erwähnung finden, bedeutet das nicht, dass die Vorschläge und Angelegenheiten der Reserveteile nicht in anderer Form vom Kongress aufgegriffen werden, der Geldmittel für das Verteidigungsministerium genehmigt und zur Verfügung stellt. Da die Reserveteile das tun können, was bezüglich der Geldmittel auf ein „Ausweichmanöver“ durch Kongressabgeordnete und Senatoren um ihre aktiven militärischen Gegenstücke hinausläuft, kann der Anzahl der Erwähnungen im QDR keine absolute Bedeutung beigemessen werden.

Abgesehen von budgetären Überlegungen gibt der QDR trotz seines Mangels an konkreten Inhalten zu den Reserveteilen einen umfangreichen Überblick über die Lage der Streitkräfte und über die Richtung der nationalen Strategie der Regierung. Das Fazit lautet, dass der QDR einen Bericht und keine eine Durchführung verlangende Direktive darstellt. Er ist ebenso ein Dokument, das, wenn es der US-Kongress verlangt, bei der Feststellung Unterstützung geben kann, was für die nationale Verteidigung notwendig ist. Die Tatsache, dass der Kongress die Inhalte des Berichtes unberücksichtigt lassen kann, hindert die Regierung in keiner Weise an der Planung und Durchführung geeigneter Maßnahmen zur Verteidigung der USA gegen jedweden Gegner.