Kaiser Franz II.(I.) und die Uniformen

Friedrich W. Schembor

 

Die Uniform als einheitliche Bekleidung, v.a. der Militärpersonen, hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Diente sie zunächst als „Arbeitskleid“ und zur Kenntlichmachung gegenüber dem Feind, war sie nach erfolgreich geschlagenem Krieg ein deutlich sichtbares und stolz präsentiertes Zeichen, dass ihr Träger einer jener war, die an der Bekämpfung des Feindes teilgenommen hatten. In längeren Friedenszeiten, wie etwa vor einhundert Jahren, mutierte sie immer mehr zu einem modischen Bekleidungsstück. Uniformträger feierten in allen möglichen Medien, vom Groschenroman bis zur Operette, als vom damals noch „zarten Geschlecht“ begehrte Objekte wahre Triumphe, zumal der Langzeitkaiser Franz Joseph I.[1]) zeitlebens nur Uniform trug. Als dann aber der Weltkrieg verloren ging und unsägliches Leid über die Bevölkerung hereinbrach, war auch für lange Zeit das Aus für die Uniform besiegelt. Das galt selbstverständlich auch für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ein ganz anderes Bild bot sich vor zweihundert Jahren, als Österreich Krieg gegen Frankreich führte. Wie man in der Zeit der Napoleonischen Kriege mit der Uniform als Bekleidungsstück für Militärpersonen und Zivilisten, die am Krieg teilnahmen, umging, soll der folgende Beitrag zeigen. Maßgeblich dabei war freilich, welche Einstellung der damalige Kaiser Franz II.(I.)[2]) selbst dazu hatte.

Bescheidenheit, Einfachheit, Schlichtheit und Anspruchslosigkeit prägten den Lebensstil des Kaisers. So berichtete Staatskanzler Metternich:[3]) „Ich bin beim Kaiser in Persenbeug, in einem wahren Kastell, das auf hohen Felsen in die Donau hineinragt. Nichts ist merkwürdiger als die Aufenthalte unseres Hofes auf dem Lande. Ich bin überzeugt, dass niemand glauben könnte, wie der Kaiser sich mit so schlichten Einrichtungen begnüge, die weit unter den Bedürfnissen eines reichen Gutsbesitzers stehen, ja nicht einmal für einen wohlhabenden Privatmann hinreichen würden. Haushalt und Leben gleichen jenem eines fast bedürftigen Edelmannes. Alles, was im Geringsten an Luxus mahnt, steht ihm ferne. Man hat kaum das Gefühl, es mit den Genüssen einer bürgerlichen Wohlhabenheit zu tun zu haben, und gerade in dieser Entsagung gefällt sich der Kaiser und genießt vollends das wenige, das ihm geboten ist. Er nennt ein unansehnliches Schloss mit herumliegenden Feldern sein Eigentum, und das genügt ihm.“ [4])

Seinen Hang zur Bescheidenheit zeigte der Kaiser schon als Fünfzehnjähriger. So meinte er einmal beim Spazierengehen, als die Rede auf den „Aufputz“ der Frauen kam, seine Frau werde „sich sicher nicht putzen dürfen, sondern bloß auf das Simpelste gehen müssen“. Franz blieb sein Leben lang dem Grundsatz „Je einfacher je lieber“ treu[5]) und folgte hier seinem Vater, Kaiser Leopold II.,[6]) von dessen Haushalt es hieß:

„Es ist wahr, dass er nichts für Pomp ausgibt, dass die häuslichen Angelegenheiten seiner Familie so wohl geregelt sind wie die eines Privatmannes und dass er in der öffentlichen Verwaltung sein eigener Premierminister ist. Durch dieses weise Verhalten ist er imstande, dem allgemeinen Wohl seiner Untertanen das zukommen zu lassen, was er an Luxus, Vergnügen und Zerstreuungen einspart. Einer der größten Kostenpunkte ist für den Großherzog die Erziehung seiner Kinder ...,[7]) und unter diesen war Franz, der nach dem frühen Tod seines Vaters 1792 Kaiser wurde.

Nur 50 Tage nach dem Tod Leopolds II. und noch bevor der 24-jährige Erzherzog Franz gekrönt werden konnte, am 20. April 1792, erklärte Frankreich Österreich den Krieg. Damit begann die Zeit der Napoleonischen Kriege, die, nur von kurzen Friedensphasen unterbrochen, bis zur endgültigen Entmachtung des französischen Kaisers Napoleon[8]) im Jahr 1815 dauerten.

Diese Kriege brachten es mit sich, dass die Uniform zu einem viel benutzten und benötigten Kleidungsstück wurde. Mag eine „schmucke“ Uniform so manchen Mann wohl gekleidet haben, mochte sie so manche Blicke des anderen Geschlechts auf ihren Träger gezogen haben, so genügte dies manchen Angehörigen der Armee nicht, sie „verschönerten“ ihre Uniform noch mit manchem Schnickschnack. Das aber widersprach, wie man sich denken kann, vollkommen den Vorstellungen des Kaisers. Als er 1798 eine neue Adjustierungs- und Montierungsvorschrift für die Infanterie und Kavallerie erließ, fand er sich, obwohl diese neue Vorschrift „alles auf das Bestimmteste“ enthielt und „über nichts einen Zweifel übrig“ ließ, bemüßigt, klarzustellen, dass er in Hinkunft verschiedene Torheiten des Militärs nicht mehr tolerieren würde:

„Unwidersprechlich ist es, dass die Gleichgültigkeit, mit welcher bisher ein und anderer General das Willkürliche und Übertriebene in dem Anzug der subalternen Offiziers geduldet hat, auch eine der Grundursachen des so auffallend gesunkenen Militärgeistes ist, da der subalterne Offizier, einmal gewohnt, sich etwas wider die Vorschrift ungestraft zu erlauben, sich auch nach und nach anmaßt, die ganze Vorschrift des Dienstes nicht mehr zu respektieren, noch zu befolgen, wodurch nicht nur aller Geist im Dienste verloren geht, sondern auch die auf militärischen Grundsätzen gebaute Vorschrift durchaus nicht mehr beobachtet und somit oft der Staat selbst dem größten Nachteil und den übelsten Folgen ausgesetzt wird. Nicht minder verliert sich auch durch dergleichen unverzeihliche Nachsichten die für den Dienst so wesentliche, unentbehrliche Subordination, da öfters ein junger, modern gekleideter Offizier seinem alten, verdienstvollen Vorgesetzten oder Kameraden der schuldigen Achtung unwert hält, bloß, weil dieser sich einfach nach der Vorschrift trägt, dagegen der alte verdienstvolle, aber arme Offizier sein Unvermögen zum unnötigen Aufwand bedauert und die ihm nach dem Reglement gebührende Ehrfurcht und Achtung nicht zu erhalten weiß.

All diesen Unfug will Ich ernstlich ausgerottet haben und alle Generals und Stabsoffiziers der ganzen Armee auf die so nachteiligen Folgen, welche daraus entstehen, aufmerksam gemacht wissen. Sie haben sich immer als Grundsatz gegenwärtig zu halten, dass ein Offizier, welcher einen vorzüglichen Hang für Moden und zu einem der Dienstvorschrift entgegenstehenden Aufputz blicken lässt, auch nach diesfälliger Ermahnung keine Besserung zeigt, des wahren Militärgeistes nicht fähig sei und daher das freundschaftliche Consilium abeundi [9]) von ihnen verdiene. Und nachdem gesamte Generals unter schärfster Verantwortung, um den Geist des Leichtsinns auszurotten, den Anfang mit der genauesten Handhabung der gegenwärtigen Adjustierungs- und Montierungsvorschrift zu machen haben, so erwarte Ich auch von Ihnen, dass sie selbst persönlich mit dem Beispiel vorgehen werden, welches Ich von jeher durch Meine eigene einfache Kleidungsart nach der Militärvorschrift gegeben habe.“

Nicht durch besonders prächtige Uniformen, sondern geradezu das Gegenteil, die Befolgung dieser neuen Vorschrift, die das Verzieren der Uniformen verbot, sollte ein Militärgeist hergestellt werden, der von „gesetzter Denkungsart, Subordination und Point d’Honneur“[10]) geprägt war und den Ruhm und die Achtung der Armee weiter erhielt![11])

Während unter den Militärs die einen durch besonderen Putz auffielen, fehlte es den anderen an den nötigsten Kleidungsstücken. Der Umstand, dass eine große Zahl der galizischen Rekruten, ehe sie zum Dienste gelangten, durch den Tod hinweggerissen wurden, fiel dem Kaiser äußerst unangenehm auf. Man behauptete einerseits, „dass die Sehnsucht dieser Leute nach ihrer Heimat hiezu vieles beitrage“, andererseits wurde „diese große Sterblichkeit den äußerst schlechten Kleidungsstücken, mit denen sie versehen sind und ihre Reise von [zu] Hause bis zu den Regimentern öfters in der strengsten Jahreszeit zu machen haben“ oder ihrer zu engen Unterbringung in ungeräumigen Häusern zugeschrieben.

„Der Dienst, den sie einst dem Vaterlande zu leisten haben und die Menschlichkeit selbst gebieten eine wohltätigere Behandlung dieser jungen Leute und ihre möglichste Schonung“, fand der Kaiser und befahl, dass bei der ersten Rekrutenaushebung in Galizien jeder zum Dienste tauglich befundene und vom Militär übernommene Mann gleich auf der Stelle mit der gehörigen Montur versehen werde. Er sollte einige Monate in seinem Vaterland und Werbbezirk belassen werden, um sich an seinen künftigen Stand zu gewöhnen und durch den Umgang mit seinen übrigen Kriegskameraden seine Verwandten entbehren und seine Heimat vergessen lernen.[12])

Sieben Jahre nach Reform der Armeeuniformen erließ der Kaiser eine Vorschrift über das „Schmieren und Pudern der Haare“:

„Um den Unteroffiziers und der gemeinen Mannschaft Meiner Armee alle nur immer mögliche Erleichterung zu verschaffen und jeden nicht notwendigen Aufwand für sie zu beseitigen, der ihre Existenz erschwert, finde Ich Mich bewogen, hiemit anzubefehlen, dass bei gesamter Mannschaft der Infanterie vom Feldwebel abwärts das Schmieren und Pudern der Haare zu unterbleiben habe, dass die Zöpfe durchgehend abgeschnitten und die Haare in der Länge eines halben Zolles [13]) getragen werden.

In Ansehung der Kavallerie aber gewärtige Ich noch vorerst das Gutachten des Hofkriegsrats, ob durch die Abschneidung der Zöpfe, vorzüglich bei den Husaren, die Mannschaft nicht eines Schutzes gegen die Hiebe beraubt werde und folglich die Abschneidung derselben für sie nachteilige Folgen haben könnte; das Schmieren der Haare und das Einpudern hingegen kann auf jeden Fall auch bei der Kavallerie unterbleiben.

Die Offiziers aber haben sich in Ansehung der Tragung der Haare genau nach der bestehenden Vorschrift zu halten und mache Ich die Vorgesetzten dafür strengstens verantwortlich, wenn sie die öfters sich zeigenden lächerlichen Kopfputze bei denselben dulden.“ [14])

Nicht ganz zwei Monate darauf sollten auch die Offiziere ihre Zöpfe abschneiden:

„Da Ich soviel als möglich die Adjustierung der Offiziers jener der gemeinen Mannschaft gleichzusetzen gesonnen bin, so will Ich, dass auch künftig bei gesamter Infanterie und Kavallerie mit Ausnahme der Husaren alle Offiziers vom Obersten abwärts die Haarzöpfe abschneiden und so wie der gemeine Mann mit runden in der Länge eines Zolls abgeschnittenen Haaren erscheinen, jedoch haben sich solche zu pudern und alle anderen außerordentlichen Verzierungen zu vermeiden.“ [15])

Nochmals vier Monate später marschierten die Franzosen in Österreich ein und besetzten Wien. Nun ging es nicht um Haartracht, sondern um Landesverteidigung! Es bildeten sich bewaffnete Bürgerkorps, die während der Besetzung wertvolle Dienste leisteten. Als dann nach dem am 26. Dezember 1805 geschlossenen Frieden von Pressburg[16]) die Franzosen Wien und Österreich wieder verließen, kam es mit dieser Bürgermiliz zu Problemen, weil sie sich, etwas keck geworden, nicht mehr in den Alltag fügen wollte und Sonderrechte beanspruchte.

Wie der Direktor der Polizeioberdirektion, Hofrat von Ley,[17]) berichtete, gab es „vom denkenderen Teil des Publikums vielseitig besprochene Bedenklichkeiten“ über „die Fortdauer und Ausdehnung der militärischen Aktivität der Bürger Wiens, ihren Luxus und ihre mancherlei Anmaßungen, wodurch sie viele Zeit für ihren Gewerbsberuf verlieren, sich unerschwingliche Auslagen durch ihre kostspieligen Uniformierungen und wiederholten Gastereien zuziehen, den notwendigen Sinn für die häusliche Ordnung verlieren, bei Vorladungen entweder nicht erscheinen oder ihre Dienstleistungen und Aufopferungen im Munde führen und sich widerspenstig zeigen, unter sich selbst in Hinsicht auf ihre verschiedenen Militärgrade uneinig sind, endlich und vorzüglich durch ihren äußeren schimmernden Prunk beim kaiserlichen Militär Unzufriedenheit, Missmut und Gehässigkeit gegen den Bürgerstand hervorbringen und den militärischen Geist ganz sinken machen, weil der Soldat im militärischen Bürger den Zerstörer seiner Vorzüge sieht und einen verschlossenen Hass nährt, welcher nur auf eine Gelegenheit zum Ausbruch harrt, wie dies die Tatsache beweise, dass dermalen selbst gelinde Ausdrücke der Bürgerschaft, die sonst nicht einmal bemerkt worden wären, vom Militär aufgegriffen und zu Veranlassungen heftiger Streitigkeiten gemacht wurden“.[18])

So hatte der magistratische Steueramtskassaverwalter Johann Michael Mayer, auf dessen Bemühen hin vor dem Einmarsch der Franzosen das zweite Bürgerregiment der so genannten Dekretisten[19]) gebildet worden war,[20]) von jedem Dekretisten einen Gulden eingehoben und von diesen 9.500 Gulden die Musik der Spielleute „prächtig uniformiert“ und andere „unnütze Sachen“ angeschafft.

Aber nicht nur das, es gab auch ein - allerdings von der Zensur verworfenes - Manuskript über die Ereignisse der letzten Monate des Jahres 1805, in dem die Bürger von Wien um Sitz und Stimme im Staatsrat baten, da „es ganz einleuchtend sei, dass sie zur Erhaltung des größeren Teils das Meiste beitragen“ müssten!

Der Kaiser war nun mit der Tatsache konfrontiert, den Bürgern, die während der Besetzung wesentliche Dienste geleistet hatten, nicht weh zu tun, andererseits aber ihre überzogenen Forderungen abzulehnen. In seiner Resolution sprach er davon, dass es seinem Herzen schwerfallen würde, wenn das, was er zur Aufrechterhaltung der Ordnung zum Wohl der Bürger anordne, als unverdiente Zurücksetzung empfunden würde.

Er sah die Lösung darin, dass sich der Präsidiumsverweser der niederösterreichischen Regierung und der Bürgermeister von Wien Gedanken darüber machen sollten, um die bewaffnete Bürgerschaft zwar bei ihrem Eifer und ihrer Anhänglichkeit zu erhalten, zugleich aber vom kostspieligen Gepränge, von der Vernachlässigung ihrer Gewerbe, von Anmaßungen, „die gegen die Billigkeit streiten und die natürliche Abstufung verletzen“ und „den so notwendigen Geist der Eintracht“ und die Beförderung der öffentlichen Wohlfahrt ersticken, abzubringen. Zunächst war zu überlegen, ob es nicht genüge, wenn „Männer von Gewicht, die das Zutrauen der Bürgerschaft besitzen, darüber gelegentlich eine angemessene Sprache“ führten oder ob es sachdienlich wäre, in einer Flugschrift „ohne den mindesten Schein einer offiziellen Aktivität“ darauf hinzuarbeiten.

Im letzteren Falle sollte der Präsident der Obersten Polizeihofstelle Sumeraw[21]) diese Flugblätter gleich erscheinen lassen, „wobei es sich aber von selbst versteht, dass aus dieser einzig auf Vereinigung der Gemüter abzielenden Schrift alles Herbe und für irgendeinen Teil Anstößige sorgfältig entfernt gehalten“ und „nur nützliche Winke in einem gutmütigen Tone vorgebracht“ werden sollten. Jenen aber, die bei Vorladungen nicht erschienen oder sich sonst widerspenstig zeigten, sollte „mit allem Nachdruck Einhalt getan werden“. Die Polizeioberdirektion, der Bürgermeister und die übrigen Magistratsvorsteher durften keinen Trotz dulden, hatten „unanständige Äußerungen mit angemessenen Verweisen zu ahnden, förmlichen Ungehorsam aber oder sonst ordnungswidrige Handlungen den Gesetzen gemäß unnachsichtlich zu bestrafen“.[22])

Mayer hatte sich in der Schrift „Der Commandant des zweiten Regiments der Stadt-Miliz an seine Waffenbrüder am Tage des feyerlichen Eides zur Fahne und der allgemeinen Reorganisation“ allerlei einfallen lassen. Sumeraw wandte sich gegen die „schwülstige und mit übertriebenem Selbstgefühl geschriebene Rede“. Es handle sich hier nicht um die nach den Zensurvorschriften leicht abzuändernden Absätze, sondern „um die Hauptfragen, ob der Eid, welcher geleistet werden soll, die allerhöchste Sanktion habe und ob der Wirkungskreis dieses Regiments nach den allerhöchsten Grundsätzen des militärischen Bürgervereins bestimmt ist oder ob der Magistrat bei diesem Gegenstand, welcher nicht mehr bloß Bürgerparade, sondern eine öffentliche Verteidigungsanstalt, folglich Sache des Souveräns und des Staates ist, einseitig angeordnet und über den Augenblick die künftigen Folgen vergessen hat“.

Der Kaiser verbot den Druck schon allein deshalb, weil die erwähnte Rede „nur eine Geistesgeburt“ des Verfassers war. Darüber hinaus waren einige Punkte als entschieden geschildert, obwohl dazu noch keine kaiserliche Entschließung vorlag.[23]) Unter den Offizieren des Militärs hinterließ v.a. die Tatsache, dass von den Mitgliedern der Bürgerkorps ein Schwur zur Fahne gefordert werden sollte, einen sehr unangenehmen Eindruck.[24])

Nachdem einige Wiener Bürgeroffiziere auch in Mähren mit Ehrenzeichen auftraten, erwirkte Erzherzog Karl[25]) vom Kaiser eine Entschließung, nach der das Tragen der Uniformen und der Ehrenzeichen nur am Wohnort und nur am Fronleichnamstag, bei der Pestfeier, dem Aufgebotsfest und den bürgerlichen Begräbnissen gestattet wurde. Daran änderte auch eine Bittschrift der Wiener Bürgermiliz nichts, die darauf verwies, dass bereits Kaiserin Maria Theresia[26]) im Jahre 1760 den bürgerlichen Oberoffizieren das Tragen der Uniformen und der Ehrenzeichen ohne Einschränkung gestattet hatte. Der Kaiser blieb bei seiner Entscheidung.[27]) Über die Frage aber, ob die Bürgerkorps überhaupt weiter bestehen und welche Verwendung sie gegebenenfalls erhalten sollten und wie die Landesverteidigung in Zukunft aussehen sollte, ließ der Kaiser in großer Kommission beraten.

Zwei Jahre später, Mitte 1808, deutete vieles auf eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung hin. Wieder ging es darum, Österreich vor dem Eindringen der Franzosen zu bewahren. Mehr als zuvor war die waffenfähige Bevölkerung bereit, das Land zu verteidigen. Wieder wurde die Landwehr aktiviert und wieder stellte sich die Frage nach ihrer Uniformierung.

In den Ländern wurden Organisierungskommissionen eingerichtet, die zu erheben hatten, wie die Landwehr am zweckmäßigsten und preisgünstigsten ausgerüstet und uniformiert werden konnte, wie hoch sich die dazu nötigen Ausgaben beliefen und aus welchen Fonds sie beglichen werden konnten, wobei eine kaiserliche Entschließung den Organisatoren zur Aufgabe machte, sich diesbezüglich mit den Organisatoren in Niederösterreich ins Einvernehmen zu setzen. So kamen die Organisatoren in Mähren zur Auffassung, dass die Uniformierung des dortigen Landwehrmannes „in einem kurzen Überrock ganz nach der Form und dem Schnitt, der bereits in Niederösterreich eingeführt ist, von der Legionsfarbe mit kreisweise[28]) verschiedener Egalisierung, dann einem langen, weiten, weißleinernen Überbeinkleid und einem runden Hut, auf welchem die verzogenen Buchstaben M.L.W. (Mährische Land-Wehre) von Messing aufgenäht würden, zu bestehen“ habe. „Dieser Anzug, welchen jeder Mann über seine eigene Kleidung nehmen könnte, würde ihn hinlänglich gegen Witterung schützen und Gemächlichkeit mit der möglichsten Wohlfeilheit [29]) verbinden.“

Dabei war beachtet worden, dass die Vorräte und die Erzeugung für das reguläre Militär nicht beeinträchtigt wurden. Die Hüte und leinernen Beinkleider sollten in den Kreisen beziehungsweise Dominien erzeugt werden, und für das nötige Tuch hatte man, die Genehmigung des Kaisers erwartend, auf Weisung des Hofkriegsrats mit einem Handelshaus einen Kontrakt abgeschlossen. Unter Berücksichtigung, dass sich noch Freiwillige melden würden, berechnete man die Kosten für Mähren auf 500.000 Gulden und für Schlesien auf 130.000 Gulden. Diese Beträge sollten von den ständischen Kassen vorgeschossen und später über die Dominikalsteuer hereingebracht werden. Die Organisatoren wollten nur das Dominikale (die Dominien) belasten, weil sie befürchteten, „dass eine Anlage auf die Klasse, welche der Landwehr persönlich beizutreten verpflichtet ist, neuen Missmut, wo nicht gar Widersetzlichkeit nach sich ziehen könnte“ und die nachteiligsten Folgen hätte. Sie wiesen aber auch darauf hin, dass es schon mehrere Einzelne gab, die sich bereit erklärten, das Kontingent ihrer Herrschaft auf ihre Kosten auszurüsten und zu bekleiden. Auf die Beschaffung von Schuhen oder Stiefeln wollte man verzichten, weil dies einen beträchtlichen Aufwand erfordert hätte. Außerdem hieß es, würden „die angeschafften Schuhe oder Stiefeln, wenn sie dem Manne ausgefolgt würden, bald zugrunde gerichtet, wenn sie aber ohne sie zu brauchen aufbewahrt werden, eintrocknen und verderben“. Der bei Weitem größere Teil der Mannschaft sei damit ohnehin ausgestattet und „die etwa einzelnen Individuen fehlende Anzahl von Schuhen könnte aus den bestehenden Vorräten ohne ein großes Opfer des Staates gefasst werden“.

Baldacci,[30]) der den Bericht der Organisatoren am 20. August begutachtete, war damit einverstanden. Er sah in dem, was der Kaiser „wegen Prunklosigkeit und Wirtschaftlichkeit“ befohlen hatte, mit dem in Übereinstimmung, was die Organisatoren veranlasst hatten. Allerdings war nicht klar, ob in den genannten Beträgen auch alle übrigen Requisiten wie Patronentaschen, Schwungriemen, Fahnen, Trommeln, Kochgeschirr etc. enthalten waren. Baldacci wies noch darauf hin, dass in Niederösterreich die Kosten von 300.000 Gulden von allen Steuerpflichtigen und nicht nur vom Dominikale zu begleichen waren, weshalb, um eine Ungleichheit im Verfahren der einzelnen Länder zu vermeiden, noch mit der Vereinigten Hofkanzlei zu reden war. Damit genehmigte der Kaiser den von Baldacci entworfenen Resolutionstext.[31])

Die Vereinigte Hofkanzlei hatte nicht davon gewusst, dass der Kaiser die Uniformierung bereits genehmigt hatte, und hatte sich in ihrem Vortrag vom 5. August gegen eine solche ausgesprochen, wobei sie die vom Kaiser kritisierte Prunksucht ins Treffen geführt hatte. Daher hieß es in der für den Kaiser erstellten Zusammenfassung dieses Vortrages:

„Es ist nicht um Tand - sagt sie - und um Flitter zu tun, es handelt sich nicht darum, ein Paradierungskorps aufzustellen und während des Friedens die Aufzüge in verschiedenen Uniformierungen zu vermehren, sondern man wünscht die Beruhigung zu erhalten, dass die Landwehre bei dem Ausbruch eines Krieges vollkommen das leiste, weswegen man sie aufstellte. Die sicherste Überzeugung wird der Umstand gewähren, wenn man alles sorgfältig vermeidet, was nicht unmittelbar zum Zwecke der Anstalt gehört. Von denen, die sich sodann durch ihre Tätigkeit und eifrige Verwendung auszeichnen, ist man versichert, dass sie hiezu nur reine Vaterlandsliebe und Anhänglichkeit an ihren Landesfürsten bestimmen; sonst muss man immer zweifeln, ob nicht kleinliche Eitelkeit, die Sucht in einer Uniform aufzuziehen, durch eine militärische Benennung sich auszuzeichnen, die vorzüglichsten Beweggründe der Verwendung darbieten, Beweggründe, die sonst eben nicht Entschlossenheit und Mut in Gefahren, Ausdauer bei widrigen Ereignissen und Aufopferung zur Rettung des allgemeinen Wohles erproben. Sie [32]) bringt überdies in Anschlag, dass durch die Uniformierung, da sich die Kleidungsstücke sehr abnützen, bleibende Auslagen verursacht werden, dass man zufrieden sein müsse, wenn die Provinzen jene auf die unentbehrlichen Gegenstände als Patronentaschen, Kochgeschirre usw., ohne Beschwerden zu verursachen, zu bestreiten vermögen, dass es aber am allerwenigsten in Niederösterreich notwendig sei, für die Kleidung zu sorgen, wo der allgemein verbreitete Wohlstand auch der gemeinsten Volksklasse einen guten bequemen Anzug gewähre.“

Baldacci sah in seinem Gutachten dazu die von der Hofkanzlei heraufbeschworene Gefahr nicht. Von Tand und Flitter könne bei den Grundsätzen, die für die Uniformierung der Landwehr angenommen worden waren, wohl gar keine Rede sein, und die Landwehrbataillone würden in dieser Uniform sicher keine Paradierungskorps sein. Dass die Landwehruniform von der Mannschaft nur bei der wirklichen Dienstleistung und bei den Waffenübungen zu tragen sei, sei den niederösterreichischen Organisatoren bereits bekanntgegeben worden. Baldacci selbst stellte sogar den Antrag, dass die Mannschaft auch bei den Waffenübungen nur in ihrer gewöhnlichen Kleidung erscheinen sollte. Würde der Kaiser ihm zustimmen, verschwände auch „die Besorgnis von Aufzügen in verschiedenen Uniformierungen während des Friedens“. Baldacci sah überhaupt den Missbrauch der Uniform nicht so kritisch. „Kleinliche Eitelkeit, Sucht, in einer Uniform zu erscheinen und durch militärische Benennungen sich auszuzeichnen, kann für Tausende, welche der Landwehranstalt freiwillig beigetreten sind, unmöglich der Bestimmungsgrund gewesen sein, weil damals, als sie sich erklärten, von einer Uniformierung der Landwehr noch gar nichts bekannt war. Aber es gibt der Menschen sehr viele, die neben einer wahren Vaterlandsliebe auch noch die - meines Erachtens - leicht verzeihliche Eitelkeit haben, dass sie dem gleichsehen wollen, was sie vorstellen. Auch wird es nicht immer durch die Erfahrung bestätigt, dass es dem wirklich aus bloßer [33]) Eitelkeit handelnden Mann an Entschlossenheit und Mut in Gefahr fehle. Unterschiedene Beweggründe bringen nicht selten doch die nämlichen Wirkungen hervor; und die Organisateure, welche unmittelbar mit der Landwehrmannschaft ihres ganzen Bezirks zu tun haben, sollten den Genius des Volks hierinfalls doch besser als die Kanzlei kennen.“ [34])

Die Uniform war nicht nur „Arbeitskleid“ des Soldaten und wurde nicht getragen, um die eigene Kleidung zu schonen, sie hatte in erster Linie die Aufgabe, gegenüber dem Feind den Soldaten vom Zivilisten zu unterscheiden, denn nur Uniformierte durften im Krieg „rechtmäßig“ bewaffnet kämpfen. Zivilisten mit der Waffe in der Hand wurden als Partisanen oder „Parteigänger“, wie man sie auch der Übersetzung des Begriffes „Partisanen“ gemäß nannte, aufgefasst. Für Nicht-Uniformierte konnte kein Staat eintreten, wenn sie gefangen, grausam behandelt oder gar getötet werden sollten.

Mit der Bildung der Landwehr wurde diese scharfe Trennung zwischen Militär und Zivil durchbrochen. Man unterschied daher auch zwischen Militär- und Ziviloffizieren. Als nun der militärische Oberbefehlshaber Generalissimus Erzherzog Karl dem in Mähren kommandierenden General der Kavallerie Erzherzog Ferdinand[35]) in einem Schreiben mitteilte, dass den vom Zivilstand zur Landwehr eingetretenen Offizieren das Tragen der militärischen Ehrenzeichen nicht gestattet war, war Feuer am Dach. Wie es aus einem Schreiben aus Brünn vom 28. Juni hieß, hatte „diese unerwartete Verfügung sowohl bei den Militär- als Ziviloffizieren der Landwehr die lebhafteste Sensation und Niedergeschlagenheit verbreitet. Der Gouverneur Graf Lažanzky [36]) selbst hat einverständlich mit dem Erzherzog Ferdinand die triftigsten Gegenvorstellungen an den Monarchen gewagt. Es kommt nunmehr alles darauf an, dass Seiner Majestät alle die unabsehbaren schlimmen Wirkungen vorgestellt werden, die für das Landwehrkorps und überhaupt für den Staat aus dieser Maßregel entstehen müssen und die der Erzherzog und der Gouverneur schon bereits auf das Bündigste erörtert haben. Es liegt klar am Tag

a) wie nachteilig eine Ungleichheit zwischen Offizieren des nämlichen Korps auf Harmonie unter ihnen selbst, auf Folgsamkeit gegen ihre nicht dekorierten Vorgesetzten, auf die vom gemeinen Mann zu fordernde Achtung wirken muss;

b) wie sehr die Verweigerung der Ehrenzeichen den Zivilisten, der doch Militärdienste tut, kränken muss, besonders, da er in Wien und anderen Städten Bürger und Handwerksleute mit dem ihm selbst nicht gegönnten Portepee [37]) stolzieren sehen muss;

c) wie herabsetzend diese Hintansetzung der Ziviloffiziere der Landwehr die ganze Anstalt betrifft, so dass was zweckmäßig behandelt ein so wünschenswertes Eintrachtsband zwischen Militär und Zivil hätte werden können, nun ein Keim zu noch größeren Uneinigkeiten werden muss.

Ohne zu erwähnen, dass sich auf diese Art kein brauchbares Subjekt vom Zivile mehr finden und dass der Armee-Offizier selbst nicht gerne mit einer Menschensorte dienen wird, die nicht einer gleichen Auszeichnung mit ihm würdig gehalten wird; ohne der Nachteile vor dem Feind zu gedenken, der eine durch keine äußerliche Auszeichnung vom Souverän selbst sanktionierte Truppe nur schimpflich behandeln kann, der ohnehin noch seinen Avantgarden aufrührerische Einladungen an das Landvolk voranschickt, die Waffen wegzuwerfen und zu ihren friedlichen Hütten zurückzukehren, ein gewünschter Umstand für den Mutlosen, der von jeher nicht durch den Eindruck der Seinen gewöhnt worden ist, sich und sein Korps mit Ehrliebe zu achten.

Die Einwendung einer Jurisdiktionskollision fällt von selbst weg, wenn man betrachtet, dass der Ziviloffizier in Rücksicht seiner Administrationsdienste ohnehin seiner Behörde untergeordnet bleibt und in Rücksicht seiner militärischen Fehltritte oder Verbrechen der Natur der Sache zu Folge von seinen militärischen Vorgesetzten mit Beiziehung seiner Zivilobrigkeit gerichtet wird, welches ja auch in Rücksicht des gemeinen Landwehrmannes vermöge System der Fall ist. Überdies, wie sollte man dem Ziviloffizier die militärischen Ehrenzeichen verweigern, da er nicht nur vor dem Feinde zu fechten seine endliche ehrenvolle Bestimmung hat, sondern jahraus jahrein durch die anbefohlene Übung der in die Armee bereits einverleibten Reservemänner einen wahrhaft militärischen Dienst zum Besten der Linientruppen versieht, der ihm fast unmöglich werden müsste, wenn der Reserver, der die gewohnten Ehrenzeichen an dem den sonntäglichen Exerzierversammlungen vorstehenden Landwehroffizier vermisst, ihm eben keine sonderliche Achtung schuldig zu sein glaubt? Diese und andere Gesichtspunkte scheinen sich jedem, der das wahre Beste des Staates wünscht, von selbst darstellen zu müssen, und verdienen gewiss die größte Beherzigung.“ [38])

Die Klärung der Frage wurde in Mähren für so wichtig angesehen, dass man sogar den hoch angesehenen Grafen Berchtold[39]) nach Baden sandte, um dem Kaiser „dringende Vorstellungen zu machen, wodurch den bei der Landwehr als Offiziers angestellten Zivilisten [40]) untersagt wird, das Militär-Portepee und andere Militärauszeichnungen zu tragen“.

Berchtold kam am 3. Juli so spät in Baden an, dass er den Kaiser nicht mehr während seiner Audienzen sprechen konnte, und da er ihn nicht danach mit seiner Bitte belästigen wollte, wandte er sich an den ebenfalls in Baden befindlichen Außenminister Graf Stadion, übergab ihm ein Schreiben und ersuchte ihn, dem Kaiser den Grund seiner Reise zu erklären. Zwei in diesem Schreiben dazu verfasste Berichte, einer von Erzherzog Ferdinand, der andere vom Grafen Lažanzky, sollte der Kaiser inzwischen bereits erhalten haben oder in den nächsten Tagen bekommen. Graf Stadion schrieb dazu noch am selben Abend:

„So unwichtig auch der Gegenstand dieses Schreibens zu sein scheint, so viel Wichtigkeit gewinnt er jedoch, wenn man bedenkt, dass er auf eine Anstalt Bezug hat, wo der Eifer, der gute Wille und endlich die Konsideration der einzelnen Individuen, die dabei zu wirken haben, alles tut, und wobei das Gelingen oder Misslingen dieser Anstalt ganz von diesem Eifer, diesem guten Willen, dieser Konsideration abhangen. Von den in dem Schreiben angeführten Gründen, verdienen meiner Meinung nach zwei Gründe besondere Rücksicht,

1) dass, da die bei der Landwehr angestellten ehemaligen Armeeoffiziere das Portepee forttragen, bei der nämlichen Kompanie leicht ein Leutnant mit Portepee und der Hauptmann ohne militärische Bezeichnung sein könnten, welches die Anstalt in ihrem Entstehen zerrütten und wobei die Ordnung, die Subordination und die so notwendige Gleichheit ganz zu Grunde gehen würde,

2) dass da die Landwehre bestimmt ist, in gewissen Fällen gegen den Feind zu fechten, im Falle, dass einzelne Offiziere in Gefangenschaft geraten, der mit dem Portepee versehene als Kriegsgefangener honorabel traktiert, der ohne Portepee aber als Insurgent standrechtlich behandelt werden dürfte, welchem letzten Los sich nicht leicht ein rechtlicher Mann wird unterwerfen wollen.

Es scheint, dass die Glieder der mährischen Stände, welche sich der Landesanstalt mit Eifer widmen wollen, sich durch diese neue Einrichtung, die ich nicht für mit dem Geist der Landwehr vereinbarlich halte, umso mehr gekränkt fühlen, als die Wiener und andere Bürgeroffiziere, welche bloß bei Prozessionen paradieren, die militärische Auszeichnung, die ihnen verpasst wird, genießen. Und wie mir Graf Berchtold (der übrigens bei der Sache nicht persönlich interessiert ist, indem er als Stabsoffizier das Portepee trägt) versichert, so würde die Versagung der militärischen Ehrenzeichen einen großen Teil der Edelleute, welche sich die Exekution der anbefohlenen Maßregeln besonders angelegen sein lassen, von derselben entfernen und somit das Hauptmobil, wodurch sie bald und zweckmäßig ausgeführt werden kann, vernichten.

Ich habe mich schuldig geglaubt, Euer Majestät diesen Gegenstand etwas ausführlich darzustellen und selben umso mehr der allerhöchsten Würdigung zu empfehlen, als es hier besonders auf die Benutzung moralischer Mittel ankommt, welche bei einer allgemeinen Landesanstalt (so wie es auch in den deshalb abgehaltenen Konferenzen erkannt worden ist) fast als die einzig wirklich wirksamen angesprochen werden können.“

Der Kaiser traf darauf die folgende Entschließung:

„Ich habe sowohl Meinem Herrn Bruder Erzherzog Generalissimus als den zur Organisierung der Landwehr aufgestellten Kommissionen zu erkennen gegeben, dass Ich den Offizieren der Landwehr die Armeeehrenzeichen während der Zeit, als sie bei der Landwehr wirklich dienen, bewillige.“ [41])

Dass es den einzelnen Ländern offensichtlich nicht leicht fiel, die Kosten der Uniformierung der Landwehr zu tragen und welch sonderbare Ideen man daher entwickelte, um das benötigte Geld hereinzubekommen, zeigt der Monatsbericht des Grazer Polizeidirektors vom November 1808. Er konnte über die gute Stimmung der Einwohner der Stadt und ihren vortrefflichen Geist bei Schaffung der Landwehr berichten, vermerkte aber auch den „widrigen Eindruck“, den ein Antrag auf dem letzten Landtag hervorgebracht hatte, demzufolge ungeachtet der vielen freiwilligen Opfer, zu welchen sich Einzelne und ganze Gemeinden herbeigelassen hatten, zur Bestreitung der Uniformierungsauslagen der türkische Weizen und die Erdäpfel einem Zehent unterworfen werden sollten. Baldacci freute sich in seinem Gutachten über den „noch immer fortdauernden Enthusiasmus für die Landwehranstalt in der Steiermark“ und beruhigte mit der Feststellung, dass die Hereinbringung der Landwehrkosten ohnehin nicht von der „Willkür der Stände“ abhänge und das Gubernium und die Hofkanzlei als Entscheidungsträger dem erwähnten Antrag sicher nicht zustimmen würden.[42])

Wie hübsch die „Herren Offiziers“ und auch die von der Mannschaft ausgesehen haben mochten, dort, wo es schon fast bitter ernst war, beim Exerzieren vor dem Kaiser, machten sie nicht unbedingt die beste Figur. Als dem Kaiser im Juni 1810 in Prag das Exerzieren der Truppen vorgeführt wurde, war er „im Allgemeinen nicht unzufrieden“. Es gab aber doch einige Gebrechen, die er im Juni 1810 Feldmarschall Kolowrat[43]) in einem Handbillett mitteilte:

„Schwarzenberg-Ulanen reiten gar zu lang dergestalt, dass es dem Mann, wenn er einen Hieb führt oder einen Stoß mit der Lanze macht, alle Mühe kostet, um nicht nach vorwärts das Übergewicht zu bekommen, welches bei dem Caracolieren [44]) sehr oft der Fall war. Bei Ausrückungen und Paraden muss sich rücksichtlich der Einteilung der verschiedenen Parteien nichts Willkürliches gestattet, sondern sich bloß nach dem Regulament und bestehenden Vorschriften genau benommen werden.

Die Offiziers müssen sich bestreben, gute Reiter zu werden.

Bei den Grenadiers sowohl als den zwei Infanterieregimentern war der Takt des Marsches auffallend ungleich und zum Teil übertrieben geschwind. Es ist sich die diesfällige Vorschrift genauer gegenwärtig zu halten.

Einige Grenadier-Divisionen sind gegen andere um vieles zurück, sowohl in der Stellung und Haltung überhaupt als auch im Exerzieren: die Parteien waren hie und da sehr verlegen, bedürfen daher Belehrung und Abrichtung. Es wird viel und laut gesprochen, besonders beim Grenadier-Bataillon Leiningen herrscht unglaublicher Lärm, vorzüglich bei Formierungen der Quarres, wobei auch noch überdies des Herumstoßens kein Ende war. Major Berger übereilte alles und ließ der Mannschaft nicht gehörig Zeit. Oberstleutnant Leiningen hätte viel Erleichterung verschaffen können, wenn er sich an den rechten Ort, wo die Hilfe zu geben gewesen wäre, verfügt hätte.“

Die Grenadier-Bataillons-Kommandanten waren daher anzuweisen, ihre Hauptleute zur besseren Ausbildung ihrer Unteroffiziere und Mannschaft zu verhalten. Feldmarschall Kolowrat hatte bis Ende Oktober einen „freimütigen“ Bericht zu erstatten. Sollte der Kaiser nämlich das nächste Mal „nicht mehr Eifer, Gleichheit und Beobachtung der bestehenden Vorschriften“ bemerken, so würde er den betreffenden Grenadier-Bataillons-Kommandanten zum Regiment einrücken lassen und an dessen Stelle einen anderen Stabsoffizier bestimmen. Auch die betreffenden Regiments- und Bataillons-Kommandanten waren mit dem Inhalt des Handbilletts bekannt zu machen.[45])

So zogen also Soldaten in den Krieg und vollbrachten durchaus respektable Leistungen. Weil aber nun das Aussehen der Uniform als Bekleidungsstück Gegenstand des vorliegenden Artikels ist, sei, nachdem des Kaisers Hinweis auf seine schlichte Kleidung wohl auch sein Erscheinungsbild als Zivilist betraf, noch kurz die Frage erörtert, wie es denn die Bevölkerung mit der Kleidung hielt. V.a. sollte ein möglicher schlechter Einfluss aus dem Ausland ferngehalten werden. So verwundert es nicht, dass eine gewisse Marquise Litta ins Blickfeld der Polizei geriet, als sie im August 1797 mit einem „sehr abenteuerlichen französischen Modeanzug“, nämlich „einer braun- und violettfärbigen Perücke, gelben Beinkleidern und darüber einem schwarzen Kleid von Flor“ aus Paris kommend in Graz erschien.

Graf Saurau,[46]) der am 4. April die Wiener zur freiwilligen Verteidigung der Stadt gegen Napoleon aufgerufen hatte, machte sich Sorgen, „da nun die Grazer Damen zur Nachahmung dieser bunten Maskerade angelockt und diese unanständige Modeneuerung zum Missfallen des allerhöchsten Hofes bis in die Residenzstadt verbreitet“ werden konnte. Und noch dazu konnten „unbesonnene Erzählungen der genannten Marquise zu nachteiligen Gerüchten und schiefen Urteilen in politischer Beziehung Anlass geben“! Saurau stellte es dem steirischen Gouverneur Graf Welsperg[47]) anheim, jene Maßnahmen „zur Beseitigung gedachter unliebsamer Folgen“ zu ergreifen, die er für gut fand. Im Übrigen sei es aber ohnehin gewiss, dass diese Dame ohne vorschriftsmäßigen Pass ins Land gekommen sei. So war also das Grenzamt zur Verantwortung zu ziehen, und wenn sie über eine andere Provinz in die Steiermark gekommen wäre, so wollte Saurau vom entsprechenden Gouverneur Aufklärung darüber verlangen.

Graf Welsperg musste Saurau enttäuschen. Die Marquise Litta wohnte im Gasthof beim Kastel und hatte vermutlich auch den beschriebenen „französischen Modeanzug“ bei sich, war aber noch nie mit diesem in der Öffentlichkeit erschienen, wie sie überhaupt nicht in Gesellschaften zu sehen war. Außer mit Gräfin Attems und der Gattin eines Gubernialkonzipisten war sie mit niemandem zusammengekommen, und von bedenklichen Gesprächen in politischer Beziehung war auch nichts bemerkt worden. Sie schien nämlich lediglich nach Graz gekommen zu sein, um mit einem gleichzeitig eingetroffenen Grafen Vinzenz Sauer „vertrauteren Umgang“ pflegen zu können.

Marquise de Litta, eine geborene Gräfin von Hemhausen, war mit einem von der k.k. Gesandtschaft in Basel vorschriftsmäßig ausgestellten Pass mit ihrer Suite, bestehend aus einem Fräulein von Weiß und einer Kammerjungfer, bei Braunau am Inn eingereist. Daher war ihr auch der Eintritt in die Erbstaaten nicht verwehrt worden, und weil sie über Graz und Ungarn nach Wien reisen wollte, war sie vom Linzer Polizeidirektor angewiesen worden, sich bei der Polizeioberdirektion in Wien zu melden.[48])

Man konnte also nichts gegen die Marquise unternehmen, ließ sie vermutlich überwachen und war sicher froh, als sie die Erbstaaten wieder verließ.

Der Grazer Gasthof „Zum Kastlwirt“, in dem Marquise Litta abgestiegen war, war übrigens einer von jenen Einkehrgasthöfen, in denen gewöhnliche Reisende im Erdgeschoß von männlichem Personal, vornehmere Gäste aber im Obergeschoß von weiblichem Personal bedient wurden. Er befand sich an der heutigen Adresse Brückenkopfgasse 7 und galt 1790 als der schönste und bequemste Gasthof der Stadt.[49])

Auch die ansässige Bevölkerung war in ihrer Kleidung nicht leicht vom Ideal der Bescheidenheit und Schlichtheit zu überzeugen. Der erhalten gebliebene Teil eines Aktes vom November 1810 zeigt, welch besonderen Reiz damals Schals v.a. auf die Damenwelt ausübten und wie sogar ein auch für damalige Zeiten unerheblicher Gegenstand dazu führte, dass sich die Spitzen des Staates bis zum Kaiser selbst damit befassten.

Die Kriege gegen die Franzosen hatten immense Summen verschlungen; nicht nur die Rüstungskosten selbst, sondern auch die Friedensbedingungen mit ihren fast nicht aufzubringenden Kontributionszahlungen hatten den Staat an den finanziellen Abgrund gebracht. Es musste daher rigoros gespart und jede nicht unbedingt erforderliche Ausgabe in hartem Geld vermieden werden. Um zu verhindern, dass hartes Geld ins Ausland wanderte, hatte der Kaiser mit Patent vom 2. Mai bereits die Einfuhr von Kaffee verboten.[50]) Nun stellte sich die Frage, wie bei den echten orientalischen Schals vorzugehen war, die so gern getragen wurden. Wie üblich befand eine Kommission darüber. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, den Handel mit „echten“ Schals durch Stempelung zu beschränken. Der die Staatsfinanzen verwaltende Hofkammerpräsident fand dagegen, dass sich damit der Reiz zu deren Besitz nur noch vermehre. Es werde damit nur Rücksicht auf das Privatinteresse genommen, „welches überall dem höheren Augenmerk auf das Beste des Ganzen und das wahre Wohl des Staates nachgesetzt werden müsse“. Überdies seien die im Inland befindlichen echten Schals nur Schmuggelware, so dass ihre Besitzer keine besondere Rücksicht verdienten. Da die Absicht des Kaisers mit einer Stempelung nicht erreichbar sei, sollte der Gebrauch der echten ausländischen Schals gänzlich verboten werden.

Baldacci fand in seinem Gutachten die Anträge sowohl der Mehrheit als auch der Minderheit der Stimmen für sehr bedenklich.

„Man hat zwar keinen Beweis, dass wirklich beträchtliche Geldsummen für orientalische Schals jährlich außer Landes gehen und die Angaben des Grafen Saurau, dass durch die Wut des weiblichen Geschlechts nach dieser Luxusware Zerrüttung in den Vermögensumständen und selbst in der häuslichen Ruhe und Eintracht mancher Familien entstehe, scheint einigermaßen das Gepräge der Übertreibung an sich zu tragen. Aber als ein Fremdling in der großen und galanten Welt will ich dasjenige nicht bezweifeln, was andere behaupten, die mehr als ich in der Lage sind, hierüber eigene Beobachtungen zu machen und fremde Beobachtungen zu benützen.

Zugegeben also, dass sich wirklich eine sehr bedeutende Anzahl orientalischer Schals in der Österreichischen Monarchie befindet und es sonach, da die übermäßigen Preise, die man für orientalische Schals bezahlen muss, notorisch bekannt sind, seine volle Richtigkeit hat, dass ansehnliche Geldsummen für diese im Grund so leicht entbehrliche Ware außer Landes gehen, darf man doch außerordentliche und nach meinem Dafürhalten fast unbezwingbare Schwierigkeiten nicht übergehen, die mit der praktischen Ausführung der einen wie der anderen Maßregel verbunden sein würden.

Ist es wahr, dass [...] die Besitzer und vorzüglich die Besitzerinnen an ihren Schals und Schalstüchern mit ganzer Seele hängen und dass es der höchste Genuss für sie sei, sich mit denselben an öffentlichen Orten zu zeigen, so lässt sich leicht vorhersehen, was für einen schmerzlichen Eindruck die gänzliche Verbannung der Schals auf sie machen und wie groß ihr Bestreben sein wird, das Verbot, orientalische Schals zu tragen, auf alle nur mögliche Art zu eludieren.[51])

Gerne gebe ich zwar zu, dass die Staatsverwaltung da, wo es sich um Erreichung wichtiger Zwecke handelt, durch Geschrei und Unzufriedenheit sich nicht irre machen lassen soll und darf. Allein außerdem, dass es doch Zeitpunkte gibt, wo die Klugheit mehr als sonst gebietet, neue Anlässe zum Geschrei und zur Unzufriedenheit zu vermeiden, hat man nach meinem Dafürhalten nur dann recht, das Geschrei und die Unzufriedenheit nicht zu achten, wenn Gewissheit oder doch wenigstens der höchste Grad von Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, mit der ergriffenen Maßregel bei einer beharrlichen Ausführung zum Ziele zu kommen. Solch eine Gewissheit oder auch nur hohe Wahrscheinlichkeit ist aber in dem vorliegenden Falle keineswegs vorhanden.“ [52])

Amüsant dabei ist, dass ausgerechnet der zeitlebens ledig gebliebene Baldacci, der sich hier auch selbst „als ein Fremdling in der großen und galanten Welt“ darstellt, besänftigend argumentierte, während er sich durch sein sonst kompromissloses Auftreten sogar den Ruf eines Kriegstreibers erworben hatte.[53])

Der von Baldacci angesprochene Reiz, verbotene Waren durch den Schleichhandel ins Land zu bringen, wurde in einem Hofkammerdekret vom 4. Dezember 1810 über die „Verschärfung des Strafgesetzes bey Contrabanden[54]) mit Colonial-, außer Handel gesetzten und hochbelegten Waaren“ ausdrücklich als Grund angeführt, dass die bisherige Strafe des Verfalls der Ware und der zusätzlichen Bezahlung des Schätzwertes auf den Verfall der Ware und die zusätzliche Bezahlung des doppelten Schätzwertes verschärft wurde, wobei dieser doppelte Betrag dem Denunzianten zufiel![55])

Zur gleichen Zeit, als sich die Damen der „besseren“ Gesellschaft Wiens mit orientalischen Schals schmückten, kochte die Volksstimmung fast über. Es kam zu Zusammenrottungen, wobei die Bezirke St. Ulrich und Mariahilf Sammelplatz des „Fabriken-Gesindels“ waren. Die Geldnot und die hohen Preise brachten es dazu, dass die Käufer den Gewerbsleuten drohten, die Fenster einzuschlagen.[56]) Schließlich kam es drei Monate darauf mit dem Patent vom 15. März 1811 zum Staatsbankrott!

Da nicht jede Modetorheit auch Geld kostete, hatte der Staatsbankrott keinen Einfluss auf eine solche, die sogar die geistlichen Herren, die doch der Bevölkerung als Vorbilder dienen sollten, erfasst hatte. Sie, die Geistlichen, erzürnten damit ihren Bischof mehr als den Kaiser. So klagte 1811 der Budweiser Bischof Graf Schaffgotsch[57]) in seiner Diözesanvisitation über die jungen Geistlichen:

„Sie tragen keine Unterscheidungszeichen, vernachlässigen die Tonsur, haben Titusköpfe [58]) und Backenbärte, und sind oft so läppisch gekleidet, dass man nicht weiß, ob man mehr zürnen oder lachen soll, dass sie mehr einem naseweisen Stutzer als einem Priester des Herrn gleichen. Dies geht auch hauptsächlich die Herren Feldkapläne an, welche noch überdies einen ungeheuren Sturmhut tragen.“

Der Kaiser antwortete darauf einfach, dass es einzig und allein im Wirkungskreis des Bischofs liege, „dieser auffallenden, den Stand und das Amt eines Geistlichen entehrenden Betragung durch die nötigen Warnungen, und wenn diese fruchtlos bleiben, auch durch angemessene Strafen mit Konsistorialarrest und mit Ausschließung von der Kompetenz für bessere Pfründen abzuhelfen und ein Ende zu machen“.[59])


ANMERKUNGEN:

[1]) Franz Joseph I. (1830-1916), 1848-1916 Kaiser von Österreich.

[2]) Franz II. (1768-1835), nach dem Tod seines Vaters Leopold II. 1792 römisch-deutscher Kaiser, ab 1804 als Franz I. Kaiser von Österreich.

[3]) Klemens Wenzel Lothar Graf (seit 1813 Fürst) Metternich-Winneburg-Ochsenhausen (1773-1859), 1801-1806 Gesandter in Dresden und Berlin, 1806 Botschafter in Paris, 1809 Außenminister, 1810-1848 Staatskanzler.

[4]) Walther Tritsch: Franz von Österreich. Der Kaiser des „Gott erhalte“, Leipzig-M.Ostrau, 1937, S.452f.

[5]) Cölestin Wolfsgruber: Franz I. Kaiser von Oesterreich. 2 Bde., Wien-Leipzig, 1899. II, S.201.

[6]) Leopold II. (1747-1792), Großherzog von Toskana, folgte 1790 seinem verstorbenen Bruder Joseph II. als Kaiser nach, starb jedoch schon 1792.

[7]) L. Dutens: Memoirs of a Traveller, Now in Retirement, Written by Himself. 5 Bde., London 1806, IV, 129-131; zitiert nach Walter Consuelo Langsam, Franz der Gute. Die Jugend eines Kaisers. Wien-München 1954, S.69f.

[8]) Napoleon Bonaparte (1769-1821), von 1804 bis 1815 französischer Kaiser.

[9]) Entlassung.

[10]) Ehrgefühl.

[11]) Österreichisches Staatsarchiv, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Kabinettsarchiv (in der Folge: ÖStA, HHStA, KA), Handbillettenprotokoll 1798, Nr. 444 vom 24.9.1798; Hervorhebung durch den Autor.

[12]) ÖStA, HHStA, KA, Handbillettenprotokoll 1800, Nr. 180 vom 12.5.1800.

[13]) 1 Zoll = 2,63 Zentimeter.

[14]) ÖStA, HHStA, KA, Handbillettenprotokoll 1805, Nr. 510 vom 3.6.1805.

[15]) ÖStA, HHStA, KA, Handbillettenprotokoll 1805, Nr. 659 vom 23.7.1805.

[16]) Bratislava (Slowakei).

[17]) Erhard Ritter von Ley (1753-1828).

[18]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1806, Nr. 959 vom 20.5.1806.

[19]) Ein Dekretist war eine Person, die ohne Ablegung einer Meisterprüfung eine Tätigkeit aufgrund eines kaiserlichen Dekretes, das den erlaubten Umfang der Handwerkstätigkeit genau beschrieb, ausüben durfte.

[20]) Karl August Schimmer: Die französischen Invasionen in Österreich und die Franzosen in Wien in den Jahren 1805 und 1809. Wien, 1846, S.7f.

[21]) Joseph Thaddäus Vogt Freiherr von Sumeraw (gest. 1817).

[22]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1806, Nr. 959 vom 20.5.1806.

[23]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1806, Nr. 972 vom 28.5.1806.

[24]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1806, Nr. 974 vom 28.5.1806.

[25]) Erzherzog Karl (1771-1847), Bruder von Kaiser Franz, als Generalissimus Chef der Armee.

[26]) Maria Theresia (1717-1780), regierte von 1740 bis 1780, seit 1765 war ihr Sohn Joseph II. (1741-1790) Kaiser und Mitregent.

[27]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1806, Nr. 1053 vom 15.6.1806, Nr. 1163 vom 27.7.1806; Nr. 1217 vom 23.8.1806.

[28]) Die Länder waren administrativ in Kreise unterteilt.

[29]) Preisangemessenheit.

[30]) Anton Freiherr von Baldacci (1762-1842) war als Referent im kaiserlichen Kabinett für alle Verwaltungs- und Personalfragen zuständig.

[31]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1808, Nr. 2543 vom 20.8.1808.

[32]) die Vereinigte Hofkanzlei.

[33]) Unterstreichung im Original.

[34]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1808, Nr. 2499 vom 17.8.1808.

[35]) Ferdinand Karl Joseph von Este (1781-1850), Cousin von Erzherzog Karl.

[36]) Prokop Graf Lažanzky der Jüngere (1771-1823), Landesgouverneur von Mähren und Schlesien.

[37]) Quaste am Säbel oder Degen.

[38]) ÖStA, HHStA, Staatskanzlei, Vorträge 1808, fol. S.30f.

[39]) Leopold Graf Berchtold (1759-1809), Humanist, der sich für die Armen und Kranken einsetzte.

[40]) Unterstreichung im Original.

[41]) ÖStA, HHStA, Staatskanzlei, Vorträge 1808, fol. S.28f.

[42]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1808, Nr. 3821 vom 11.12.1808.

[43]) Johann Nepomuk Karl Graf Kolowrat-Krakowsky (1748-1816).

[44]) Plänkeln, im Kreis tummeln.

[45]) ÖStA, HHStA, KA, Handbillettenprotokoll 1810, Currens (nach 1048), Prag, 3.6.1810.

[46]) Franz Joseph Graf Saurau (1760-1832), Vertreter von Johann Anton Graf Pergen (1725-1814) als Präsident der Obersten Polizeihofstelle.

[47]) Philipp Neri Graf von Welsperg zu Primör und Raitenau (1735-1806).

[48]) ÖStA, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Polizeihofstelle, Nr. 504/1797, Saurau an Welsperg, Wien, 4.9.1797; Welsperg an Pergen, Graz, 7.9.1797; Abschrift, Basel, 2.8.1797.

[49]) Brigitte Hütter: Grazer Einkehrgasthäuser, S.146. In: [Hgb.] Wilhelm Steinböck: Publikationsreihe des Grazer Stadtmuseums, Bd. IV, Herwig Ebner, Gerhard M. Dienes: Grazer Gastlichkeit. Graz-Wien 1985, S.142-163.

[50]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1810, Nr. 2929 vom 22.6.1810.

[51]) zu entgehen.

[52]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1810, Nr. 1865 vom 17.11.1810.

[53]) Manfried Rauchensteiner: Kaiser Franz und Erzherzog Karl, Dynastie und Heerwesen in Österreich 1796-1809. Wien 1972, S.80.

[54]) Schleichhandel, Schmuggel.

[55]) Sr. k. k. Majestät Franz des Ersten politische Gesetze und Verordnungen für die Oesterreichischen, Böhmischen und Galizischen Erbländer, 35. Bd., Wien 1811, S.290-292.

[56]) ÖStA, HHStA, KA, Kabinettskanzleiakten 1810, Nr. 2954 vom 28.12.1810.

[57]) Johann Prokop Graf von Schaffgotsch Freiherr von Kynast und Greiffenstein (1748-1813).

[58]) Als Frisur à la Titus bezeichnete man die in Frankreich zur Zeit der Revolution aufgekommene Mode, die Haare kurz und in Löckchen zu tragen.

[59]) ÖStA, HHStA, KA, Separatbillettenprotokoll 1811, Nr. 891, Billett an Schafgotschen, Tyrnau, 27.10.1811; Erika Weinzierl-Fischer: Visitationsberichte ..., in MÖStA, S.264f.