Strategisches Denken im komplexen Umfeld

Wien, 12. Juni 2019

Im Mai und im Juni 2019 wurden zwei Planspiele zum Thema „Strategisches Denken im komplexen Umfeld“ an der Landesverteidigungsakademie durchgeführt. Diese Planspiele waren der Pilot eines Gesamtprojekts der Akademie zum Zwecke der Wiederbelebung des ULV-Gedankens zur „Umfassenden Landesverteidigung“.

Das Ziel

Ziel des Gesamtprojekts ist eine erhöhte Akzeptanz des Militärs durch die Politik und der Wille zum Einsatz dessen zur Erreichung strategischer Interessen im Sinne der Verfassung und in Einklang mit den anderen Machtinstrumenten des Staates. Die beiden Planspiele hatten den Zweck der Verbesserung des gesamtstaatlichen Denkens und der Demonstration der Notwendigkeit des Zusammenwirkens der Machtinstrumente eines Staates anhand aktueller Beispiele mit Auswirkungen auf Europa und Österreich.

Teilnehmer aus Wirtschaft und Ministerien

Für das erste Planspiel Ende Mai wurde Nigeria aufgrund der Komplexität der Herausforderungen und der Bedeutung für die europäische Sicherheit sowie dem Zusammenhang mit der Migrationsproblematik aus dem afrikanischen Kontinent gewählt. 23 Teilnehmer aus der Industriellenvereinigung Niederösterreich, darunter verschiedenste Persönlichkeiten aus dem obersten Management von Firmen unter der Führung des Präsidenten und der Geschäftsführerin, stellten sich drei Tage der Herausforderung eine komplexe Problematik systematisch zu analysieren und gesamtstaatliche Ansatzmöglichkeiten zur Problemlösung in Form eines ersten „Strategic Designs“ zu entwickeln. Das zweite Planspiel Mitte Juni widmete sich Syrien und dem sogenannten „Nahen Mittleren Osten“.

Strategic Design

Die Methode der Herangehensweise über eine Analyse der strategischen Vorgaben, System- und Akteursanalyse, Schaffung einer Problemsicht und Erarbeitung gesamtheitlicher Lösungsansätze in Form eines „Strategic Designs“ war unverändert. Die Komplexität der Problematik aufgrund der Vielzahl an Interessen im Raum durch interne aber auch externe Akteure war jedoch im Vergleich zu Nigeria noch höher.

Den Teilnehmern wurde bei dieser dreitägigen Bearbeitung schnell klar, dass mögliche Lösungsansätze nur unter koordinierter Anwendung aller Machtinstrumente eines Staates/einer Organisation gefunden werden können.

Landesverteidigungsakademie

Als höchste Bildungseinrichtung im Österreichischen Bundesheer trägt die Landesverteidigungsakademie im Sinne der geistigen Landesverteidigung dazu bei, die Wertschätzung des Bundesheeres durch die Zivilgesellschaft zu erhöhen, indem das gegenseitige Verständnis verschiedenster Stakeholder aus den Bereichen Diplomatie, Wirtschaft, Information, und anderen staatlichen und nicht staatlichen Akteuren verbessert wird. 


Teilnehmer Planspiel 
„Strategisches Denken im komplexen Umfeld“

Oberst Wimmer bei seinen Ausführungen.

Am Planspiel nahmen Vertreter aus Wirtschaft und Behörden teil.