Traditionstag der Landesverteidigungsakademie 


Wien, 15. Februar 2019  

Am Freitag wurde der Traditionstag an der Landesverteidigungsakademie gefeiert: Am 14. Februar 1852 war die Kriegsschule der k.u.k. Armee gegründet worden, diese gilt als organisatorische Vorläuferin der heutigen Landesverteidigungsakademie.

Der Kommandant der Akademie, Generalleutnant Erich Csitkovits, konnte mehr als 200 Gäste in der "Sala Terrena" begrüßen, darunter auch Generalstabschef General Robert Brieger. 

Generalstabschef General Robert Brieger konnte bei der Veranstaltung begrüßt werden.

Heroische Gesellschaft

In der Festrede ging der Historiker Felix Schneider vom Institut für Strategie und Sicherheitspolitik an der Akademie, auf die Rolle des Militärs im postheroischen Zeitalter ein. 

Der Historiker Felix Schneider bei seinen Ausführungen.

Heroische Werte finde man in unserer Gesellschaft jedoch kaum noch, so Schneider. "Equipment" ersetze "Manpower". Unser Bekenntnis zum Postheroismus entspringt dabei in der Regel den jüngeren Erfahrungen, die man mit heroischen Gesellschaften gemacht hat. 

Meist entstanden solche nach längeren militärischen Auseinandersetzungen. Man möchte ab sofort Konflikte anders regeln, als durch Gewalt. Welche Stellung hat da noch der klassische Krieger, wie macht sich in einer solchen Gesellschaft ein Held aus? Was machen postheroische Demokratien mit nach Hause zurückkehrenden Soldaten? Wie gehen sie mit diesen Menschen um? Krieg ist gesellschaftspolitisch undenkbar geworden. Aber: Was ist, wenn die Helden verschwunden sind, die Schurken aber nicht?

Das Fazit des Vortragenden lautete: Jede Gesellschaft ist nur so gut wie ihre Bereitschaft, ihre Errungenschaften auch zu verteidigen. Wir mögen in einer postheroischen Gesellschaft leben - doch wir leben (noch) nicht in einer postheroischen Welt. 

Forschung und Lehre

Die Landesverteidigungsakademie ist die höchste Ausbildungs- und Forschungseinrichtung des Österreichischen Bundesheeres. Sie ist aber auch für internationale Lehrgangsteilnehmer zugänglich, die an ihr zeitgemäße Arbeits- und Studienbedingungen vorfinden.

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete die feierliche Verabschiedung von ehemaligen Mitarbeitern der Akademie, die im vergangenen Jahr in den Ruhestand übergetreten sind oder versetzt wurden.