Konferenz in Dänemark - Center For War Studies 2018

„War Studies in a Changing World“

Dirk Heinzmann

 

Im Rahmen der Forschungskooperation mit der Universität Wien nahmen Angehörige der Forschungsgruppe für Polemologie und Rechtsethik der Universität Wien und Forscher des Institutes für Höhere Militärische Forschung (IHMF) an Landesverteidigungsakademie Wien (LVAk) vom 4. bis zum 5. Oktober 2018 an der internationalen Konferenz „War Studies in a Changing World“ in Dänemark teil. Zu dieser Veranstaltung hat die University of Southern Denmark (SDU) in Odense eingeladen, um sich intensiv mit relevanten Aspekten wissenschaftlicher Kriegsstudien in einer sich veränderten Welt interdisziplinär zu befassen.

Herausragende Fachwissenschaftler und ausgewiesene Experten aus Europa sprachen zu hochaktuellen Themen, die sich mit dem Dialog zwischen Akademikern und Praktikern in Krisen, Konflikten und Kriegen ergeben. Dabei wurden u.a. Darstellungen zu den Hintergründen und Erwartungen von War Studies als auch der Fragen nach Definitionen von Narrativen in Konflikten thematisiert. In vier Panels befassten sich die Vortragenden und zahlreichen Teilnehmer mit virulenten nationalen und internationalen Herausforderungen. Den Schwerpunkt bildeten aktuelle Fragen wie Legalität hybrider Kriegsführung, strategisches Dilemma von Politik und Krieg und Terrorismus als Kriegsmittel, zu dem Dr. Nicolas Stockhammer vortrug. Des Weiteren wurden spezialisierte Aspekte zur technologischen Zukunft globaler Konfliktordnungsmechanismen thematisiert, deren Relevanz auch vor ethischen und moralischen Gesichtspunkten beschrieben werden muss. Zudem sind spannende Randbereiche und Nischen der Forschung diskutiert worden, so z.B. die Darstellung der Mobilmachung von militärischen Kräften der Armee und zeitgleich der Aufbietung von resilienten Kräften der Gesellschaft am Beispiel des frühen Kalten Krieges in Dänemark. Die Frage nach „Does legitimacy matter for intrastate armed conflict?“ befasste sich mit relevanten geschichtlichen Beispielen auch aus anderen Kulturbereichen, so wie dem monarchisch regierten Binnenstaates Swasiland im südlichen Afrika im letzten Jahrhundert.

Einladung zur Konferenz der University of Southern Denmark (Quelle SDU)

Intellektueller Höhepunkt des Kongresses war zweifelsfrei die Präsentation von Frau Prof. Dr. Beatrice Heuser als Inhaberin des ersten Lehrstuhls für Internationale Beziehungen an der University of Glasgow. Die Historikerin und Politikwissenschaftlerin, u.a. von 2000 bis 2003 Professorin für Internationale Beziehungen und Strategische Studien am Department of War Studies (King’s College London) und von 2003 bis 2005 Forschungsdirektorin am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam bei Berlin, führte die Zuhörer in ihrer Key-Note Lecture mit der Kernfrage „What is War?“ tief in die wissenschaftlich-humanistische Ebene der Veranstaltung ein.

Die Konferenz Center For War Studies 2018 der SDU in Dänemark bot den teilnehmenden Forschern von der Universität Wien und der LVAk einen intensiven Austausch im Rahmen des aktuellen Forschungsstandes „War Studies in a Changing World“ aus europäischer, skandinavisch gefärbter Sichtweise. Der Fokus konzentrierte sich auf multidisziplinäre Vorträge renommierter politischer Institutionen, die beigetragenen militärwissenschaftlichen Aspekte halfen aber die Forschungsfelder zu ergänzen. Die Beiträge aus Österreich vertieften die jeweiligen Diskussionen und erwiesen sich dank der offen gesinnten Vortragenden und Zuhörer als überaus erkenntnis- und gewinnbringend. Ein reduziertes aber dennoch vielseitiges kulturelles Programm bildete den Rahmen für gemeinsames Diskutieren und Reflektieren.

 Forscher der Universität Wien und der LVAk (Quelle IHMF) 

Insgesamt gewährte die Teilnahme an der Konferenz in Odense einen wertvollen, ergänzenden Einblick in unterschiedliche Forschungen und Blickrichtungen wissenschaftlicher Entwicklungen aus Sicht akademischer Experten im heutigen Europa. Somit wurde den teilnehmenden Forschern die Möglichkeit gegeben, sich mit den politischen Realitäten im heutigen Umfeld noch intensiver auszutauschen und vertraut zu machen. Aufgrund der facettenreichen Inhalte, einschließlich landestypischer kultureller und kulinarischer Inspirationen, ist die Konferenzteilnahme in Dänemark eine Veranstaltung mit besonderem Charakter, die die Neugierde weckt.