"Zur nuklearen Lage der Welt 2019": Podiumsdiskussion an der Landesverteidigungsakademie

Wien, 17. Juni 2019  - Am Montag fand als Abschlussveranstaltung des gemeinsam von der Landesverteidigungsakademie und der Universität für Bodenkultur (BOKU) veranstalteten Seminars "Globaler Wandel und Nachhaltigkeit und deren sicherheitspolitische Relevanz" eine Podiumsdiskussion zum Thema "Zur nuklearen Lage der Welt 2019" statt.

Seminar "Zur nuklearen Lage der Welt - Überlegungen zur friedlichen und militärischen Nutzung von Nuklearenergie"

Im Seminar wurde das Thema Kernkraft in einem transdisziplinären Ansatz unter ökologischen, ökonomischen und geopolitischen Aspekten analysiert und sowohl von militärischer als auch ziviler Perspektive betrachtet.

Die Themen, die in vier Gruppen behandelt wurden, umfassten das Iran-Atomabkommen, die nukleare Dimension der Beziehungen zwischen Indien und Pakistan, die entstehenden Herausforderungen beim Rückbau von AKWs  sowie die ökologischen Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Zeitraum 2011 bis 2025.

Die nukleare Lage der Welt tangiert einerseits die technischen und Naturwissenschaften andererseits die Sozial- und Militärwissenschaften. Deshalb eignet sich ein transdisziplinärer Zugang, wie es jener zwischen BOKU und Landesverteidigungsakademie ist, ausgezeichnet für die Erfassung der Komplexität und Darstellung der unterschiedlichen Facetten.

Podiumsdiskussion "Zur nuklearen Lage der Welt 2019"

Unter der Leitung von Thomas Pankratz, Institut für Strategie und Sicherheitspolitik, diskutierten Erwin Richter (ABC-Abwehrzentrum), Alfred Gerstl (AIES), Benedikt Zanzinger (IFK), Wolfgang Liebert (Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften der BOKU) sowie Nadja Schmidt (ICAN Austria) ausgewählte Aspekte zur nuklearen Frage. Im Zentrum standen Stand und Perspektiven der nuklearen Abrüstung und Rüstungskontrolle, das nordkoreanische Nuklearprogramm, die Beziehungen zwischen den zwei Nuklearmächten Indien und Pakistan, der Dual-Use-Charakter der Kernenergie sowie die Möglichkeit multilateraler Ansätze der nuklearen Rüstungskontrolle unter Einbindung von Nichtregierungsorganisationen.

Es entwickelte sich eine spannende Diskussion über die derzeit erkennbare hohe globale Dynamik sowohl im militärischen als auch zivilen Bereich der Kernenergie und den daraus entstehenden Gefahren und Risiken. Fazit des Abends war, dass eine nuklearwaffenfreie Welt ein noch weit entferntes Ziel darstellt und im Grunde niemand sicher vor den Risiken der Kernenergie ist.

Brigadier René Segur-Cabanac, stellvertretender Kommandant der Akademie, eröffnete die Veranstaltung.

Die Studenten präsentierten ihre Poster.

Eine spannende Podiumsdiskussion bildete den Abschluß des Abends.