Die Herausforderungen für die Streitkräfteentwicklung am Beginn des 21. Jahrhunderts

Allgemeine Betrachtungen und Ableitungen für die polnischen Streitkräfte

Stanisław Zajas

 

Der Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert ist ein Zeitraum sehr wichtiger und entscheidender Veränderungen im Bereich der internationalen Politik, besonders im Bereich der Sicherheit, sowohl in der Welt als auch in den einzelnen Staaten und Gesellschaften. Der dynamische Veränderungsprozess ist v.a. verbunden mit der Auflösung des Warschauer Pakts und mit der Gewährleistung von Sicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung, besonders in Europa. Aufbauend auf den demokratischen Prinzipien vieler Staaten, die die Erweiterung der NATO und EU zur Folge hatten, wuchs das Sicherheits- und Integrationsgefühl. Es verschwand die Teilung der Welt in zwei gegensätzliche Lager, und der Begriff „Kalter Krieg“ wird nur mehr in den Geschichtsbüchern erwähnt. Dies bedeutet aber nicht, dass wir in einer Welt ohne Bedrohungen leben. Obwohl die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs eines weltweiten bewaffneten Konflikts als sehr gering eingestuft wird, tauchen neue Bedrohungen für die Sicherheit auf.

Das Wesen dieser Bedrohungen ist ihre Asymmetrie, das bedeutet, dass es in vielen Fällen schwierig ist, einen konkreten Feind zu identifizieren und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, da man nicht genau weiß, wo und wann dieser zuschlagen könnte. Es ist wichtig hervorzuheben, dass trotz des Auftretens von Konflikten in entlegenen Gebieten einer globalisierten Welt die Bedrohungen aufgrund von weltweiten Netzwerken auch lokal auftreten können.

Es ist deshalb unerlässlich für den nationalen und internationalen Frieden, den Einfluss von lokalen Bedrohungen zu berücksichtigen und entsprechende Maßnahmen dagegen zu setzen.

Diese Situation verursachte und verursacht weiterhin die Notwendigkeit einer Neueinschätzung und Bewertung im Hinblick auf die Vorgehensweisen bei Sicherheitsproblemen, sowohl weltweit als auch national. Polen ist Mitglied der NATO und der EU. Dank dieser Mitgliedschaften hat sich unser Sicherheitsniveau erhöht. Dies resultiert auch aus den Bündnisgrundsätzen (Art. V Washingtoner Vertrag) und der Mitgliedschaft in der europäischen Gemeinschaft. Das heißt, dass sich NATO und EU im politisch-militärischen Bereich an die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen anpassen müssen. Trotz eines wachsenden Sicherheitsgefühls, besonders im euroatlantischen Bereich, ist es für die einzelnen Länder unerlässlich, Streitkräfte zu besitzen, die ein wichtiges Werkzeug zur Realisierung von Politik sein können. Im Falle eines Angriffs auf ein NATO-Mitglied müssen die Verbündeten im Rahmen der kollektiven Verteidigung Unterstützung leisten. Zusätzlich sollten sich diese darüber hinaus auch an einem breiten Spektrum der Krisenintervention außerhalb der Grenzen des Bündnisses oder auch Europas beteiligen.

Dies bedeutet u.a. die Notwendigkeit, über gut ausgebildete und ausgerüstete Streitkräfte zu verfügen. Die grundlegende Fragestellung, wie die Streitkräfte in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts sein sollten, auf welche Bedrohungen sie vorbereitet werden sollten und welchen Ansprüchen sie entsprechen sollten, wird im vorliegenden Beitrag beantwortet.

Diese Überlegungen haben einen universellen Charakter und werden hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung der Streitkräfte des Nordatlantischen Bündnisses mit der Berücksichtigung europäischer Interessen gesehen. Aufgrund dessen wird die polnische Betrachtungsweise auf die Anforderungen und die Entwicklung der Streitkräfte der Republik Polen am Anfang des 21. Jahrhunderts gezeigt.

Gegenwärtige und zukünftige Bedrohungen im Hinblick auf die globalen Veränderungen im Sicherheitsbereich

Nach dem Jahr 1990 hat sich die politisch-militärische Situation in der Welt drastisch geändert. 1999 wurden Ungarn, Tschechien und Polen und im Jahre 2004 sieben weitere Staaten als vollberechtigte Mitglieder in die NATO aufgenommen. Das Sicherheitsniveau der europäischen Staaten wuchs dadurch deutlich. Die Wahrscheinlichkeit eines weit reichenden bewaffneten Konflikts wird als gering eingestuft.

Es tauchen aber neue globale Bedrohungen auf, weit von unseren Grenzen entfernt, wie der internationale Terrorismus, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, blutige lokale Konflikte auf Grundlage von religiösen und wirtschaftlichen Spannungen.

Man muss betonen, dass die Anschläge am 11. September 2001 in den USA, in Spanien im März 2004, in London im Juli 2005 und in Mumbay im November 2008 und die Stabilisierungsmissionen im Irak und Afghanistan eine große Bedeutung für die Entwicklung der Sicherheitslage am Beginn des 21. Jahrhunderts haben und auch in Zukunft haben werden.

Sicherheitsexperten gehen, abgesehen von den bereits erwähnten Faktoren, die für die politisch-militärische Entwicklung von Bedeutung sind, noch von folgenden zusätzlichen aus:[1])

- die Umwandlung der NATO in ein Bündnis mit wachsendem politischem Einfluss,

- die Erweiterung der EU und ihre Entwicklung im militärischen Bereich, um den Frieden zu sichern,

- die steigende Bedeutung der USA als Militärmacht, sowohl für die Welt als auch für Europa und die EU,

- das Wachstum Chinas und Indiens zu Wirtschafts- und Militärmächten, deren Einfluss in der Weltwirtschaft und am weltweiten Finanzmarkt.

Untersuchungen der globalen Umstrukturierungen nach dem Ende des Kalten Kriegs zeigen, dass eine Öffnung der Staatsgrenzen erfolgte. Wir beobachten auch eine wachsende Bedeutung des internationalen Handels und eine Verlagerung der Investitionen in Regionen, in denen die Gewinne am größten, die Bedingungen am besten und die Produktionskosten am niedrigsten sind. Doch die Globalisierung verursacht auch Unzufriedenheit und Frustration. Deshalb gibt es ständig Brennpunkte, bewaffnete Konflikte und Bürgerkriege.

Die Weltenergiereserven sind ein Objekt der besonderen Sorge und Bemühungen. Europa ist der größte Importeur von Erdöl und Ergas - derzeit 50% des weltweiten Verbrauchs. In Zukunft kann der Bedarf an diesen Rohstoffen steigen, da sich einige europäische Staaten in einem dynamischen wirtschaftlichen Aufschwung befinden. Derzeit können wir aufgrund der Preissteigerungen beobachten, dass China ein immer größer werdender Konsument der weltweiten Gas- und Erdölreserven und anderer Bodenschätze ist. Einen besonderen Stellenwert für die Energieversorgung stellen folgende Regionen dar: Naher Osten (Länder am Persischen Golf), Russland und Nordafrika. Diese Gebiete sind und werden auch weiterhin einen besonderen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Stellenwert einnehmen,[2]) da es in diesen oft zu einem Ausbruch von Unzufriedenheit kommen kann. Der Kampf um Rohstoffe wird in Zukunft höchstwahrscheinlich Migrationsströme verursachen, die wiederum gesellschaftliche Spannungen erzeugen und zu bewaffneten Konflikten führen können.[3])

Welche zukünftigen Bedrohungen werden einen erheblichen Einfluss auf den Einsatz von Streitkräften haben? Wodurch werden sich diese Bedrohungen auszeichnen?

Terrorismus ist derzeit die höchste und am schwersten vorhersagbare Gefährdung für das Leben der Menschen in verschiedenen Regionen der Welt. Dieser hat einen direkten und negativen Einfluss auf die Offenheit und Toleranz einer Gesellschaft.[4]) Derzeit wächst die strategische Bedrohung für ganz Europa aufgrund der Bekämpfung des Terrorismus in der ganzen Welt und besonders der Stabilisierungsmissionen im Irak und Afghanistan. Man kann vorhersagen, dass sich trotz zahlreicher Antiterrormaßnahmen diese bedrohliche Entwicklung nicht verringern wird, da Terroristen über erhebliche Mittel verfügen, sich über das Internet international vernetzen und bereit sind, jegliche Gewalt anzuwenden, um möglichst hohe Verluste und eine ständige Angst unter der Bevölkerung zu verursachen.

Der derzeit am weitesten verbreitete globale Terrorismus ist stark mit religiösem Extremismus verbunden.

Europa ist gleichzeitig Ziel und Stützpunkt für Terroristen, da Logistikstützpunkte der Al Qaida u.a. in Großbritannien, Italien, Deutschland, Spanien und Belgien gefunden wurden. Man muss jedoch hervorheben, dass die terroristische Bedrohung die ganze Erdkugel umfasst. In einer Welt, die auch „das globale Dorf“ genannt wird, muss man jederzeit und überall mit Anschlägen rechnen.

Die Art und die dabei verwendeten Mittel eines Anschlags können verschieden sein. Berücksichtigt man die Tatsache, dass die Möglichkeit des Erwerbs von Massenvernichtungswaffen oder raffinierter Computertechnologie durch Terroristen immer größer wird, wären die Folgen eines solchen Angriffs weltweit zu spüren. Zum Beispiel könnte ein Anschlag auf die Steuerungssysteme der Energieversorgung oder auf Systeme der Finanzverwaltung sogar eine Wirtschaftskrise globalen Ausmaßes auslösen.

Derzeit geht man davon aus, dass die Bedrohung für einzelne Staaten, ganze Regionen und auch - unter bestimmten Bedingungen - die ganze globale Ordnung aus der Verbreitung und Entwicklung von Massenvernichtungswaffen entsteht. Dies ergibt sich dadurch, dass die fortgeschrittene Forschung einzelner Staaten an biologischen Waffen und deren Herstellung wie auch die Möglichkeit, in einigen Gebieten chemische Waffen, radioaktives Material oder auch Atomwaffen (z.B. atomare Kofferminen) zu kaufen, eine einfache Gelegenheit für Terroristen sein kann, größtmöglichen Schaden zu verursachen.[5]) Außerdem werden in vielen nicht-demokratischen Ländern Programme zur Herstellung und Verbreitung von Massenvernichtungswaffen geführt. Deren Besitz ermöglicht autoritären Regimen Druck auszuüben, was auch für weit entfernte Regionen eine Bedrohung darstellen kann. Nordkorea, der Iran oder auch Pakistan arbeiten derzeit an solchen Programmen und stellen somit eine Bedrohung für Europa und die am höchsten entwickelten Staaten Asiens und Amerikas dar. Diese Situation wird nicht nur politisches Handeln erfordern, sondern auch v.a. die Anwendung von Abschreckungsmitteln und militärischem Druck.

Regionale Konflikte, auch wenn diese oft weit entfernt von unseren Heimatländern ausgetragen werden, können einen Einfluss auf die Situation in der ganzen Welt haben. Solche regionalen Konflikte wie z.B. in Kaschmir, auf der koreanischen Halbinsel oder auch der israelisch-palästinensische Konflikt können auf der Grundlage von Extremismus, Terrorismus oder des Zerfalls von Staaten entstehen. Der Nährboden dieser Konflikte können religiöse Spannungen, der Kampf um Macht und seit Langem andauernde Feindschaften sein. Das Verhindern solcher Konflikte ausschließlich mit politischen Mitteln wäre äußerst schwierig und bedarf deshalb oft des Einsatzes von Streitkräften, um die Beschlüsse einzelner Resolutionen der internationalen Staatengemeinschaft durchzusetzen.

Eine andere Bedrohung, die derzeit und auch künftig auftreten wird, sind Staaten, die sich im Zerfall befinden aufgrund von Korruption, schwacher staatlicher Institutionen und des Machtverlusts der einzelnen Regierungen. Somalia, Liberia und Afghanistan waren und sind weiterhin Beispiele für solche Länder.

Europa ist und wird wahrscheinlich auch in Zukunft ein direktes Ziel des organisierten Verbrechens sein. Doch diese Bedrohung wird mehr oder weniger alle Kontinente betreffen. Hauptsächlich geht es um Drogenschmuggel, Frauenhandel, Schlepperwesen und Waffenschmuggel. Solche Tätigkeiten sind immer mit Gesetzesbruch verbunden, und deren Bekämpfung erfordert ein Miteinbeziehen aller staatlichen Sicherheitsorgane.

Die oben erwähnten Analysen zeigen, dass wir derzeit und auch in Zukunft in einer Welt leben werden, die uns zahlreiche positive Perspektiven bieten wird, in der aber auch neue Bedrohungen auf uns zukommen werden.

Bis zum Ende des Kalten Kriegs beruhte unser Selbstverteidigungskonzept auf der Grundlage einer Invasion. Die neuen Bedrohungen bewirken, dass sich die erste Kampflinie häufig im Ausland befinden wird. Im Gegensatz zu den militärischen Bedrohungen des Kalten Kriegs hat keines der neuen Bedrohungsszenarien eine militärische Bedeutung. Um jedoch jedem einzelnen entgegenwirken zu können, bedarf es verschiedener Mittel, u.a. auch militärischer.

Der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen kann durch politischen und wirtschaftlichen Druck und eine strenge Kontrolle der Exporte dieser Güter eingeschränkt werden. Der Kampf gegen den Terrorismus erfordert eine Vereinigung der Kräfte der Geheimdienste, der Polizei, des Gerichtswesens, der Streitkräfte und anderer Mittel. Regionale Konflikte zeigen, dass politische Lösungen und wirtschaftliche Druckmittel unverzichtbar sind. Streitkräfte und Kräfte der Polizei sollten stets als letztes Mittel eingesetzt werden. Internationale Streitkräfte können zerfallende Staaten mittels Herstellung der Ordnung und humanitärer Hilfe unterstützen.

Wie in der europäischen Sicherheitsstrategie „A Secure Europe In a Better Word, European Security Strategy“[6]) betont wird, sollten sich demokratische Länder am Entgegenwirken solcher Bedrohungen aktiver beteiligen. Ein stärkeres Engagement bedeutet für die Staaten (des Bündnisses) die Notwendigkeit, über ein umfängliches Instrumentarium zum Krisenmanagement zu verfügen.

Aus Sicht der Sicherheit Polens bedeutet dies die Notwendigkeit einer aktiven Beteiligung an der internationalen Staatengemeinschaft, die zum Ziel hat, den vorher erwähnten Bedrohungen präventiv entgegenzuwirken und diese zum Zeitpunkt ihres Auftretens zu bekämpfen. Wie in der „Vision der Streitkräfte der Republik Polen - 2030“[7]) betont wird, verringern Faktoren wie die politisch-militärische Integration in der NATO und die politisch-wirtschaftliche Integration in der EU das Risiko einer Destabilisierung in unserem unmittelbaren Umfeld. Aufgrund der Unmöglichkeit, zukünftige Tendenzen in der globalen Sicherheitsentwicklung vorherzusagen, kann man in den nächsten 20 bis 25 Jahren das Auftreten neuer Bedrohungen im unmittelbaren Umfeld unseres Staates nicht ausschließen. Doch die Wahrscheinlichkeit einer traditionellen Invasion von Streitkräften verbunden mit der Eroberung von Gebieten, ist als sehr gering zu bewerten.

Im Hinblick auf die Teilnahme der polnischen Streitkräfte an Stabilisierungs- und Friedensmissionen stellt Polen dadurch ein mögliches Ziel für terroristische Anschläge dar. Weiters werden aus Hungersnöten sowie wirtschaftlichen und ökologischen Katastrophen Bedrohungen für Polen und dessen Umfeld resultieren. Deshalb wird sich ein bedeutender Teil des Engagements Polens im Bereich der internationalen und europäischen Sicherheitspolitik auf die NATO und die EU beziehen, um dadurch die gemeinsamen Fähigkeiten im Rahmen der Verteidigung zu stärken.[8])

Die Transformation der Streitkräfte in Bezug auf die Teilnahme an zukünftigen militärischen Operationen

Um angemessen auf mögliche Bedrohungsszenarien reagieren zu können, bedarf es einer Transformation der Streitkräfte in flexiblere und mobilere Einheiten.[9]) Durch die Zusammenarbeit der Staaten untereinander werden Doppelverwendungen derselben Kräfte vermieden und gleichzeitig deren Möglichkeiten sowie Fähigkeiten in den verschiedensten militärischen Bereichen erhöht. Dies ermöglicht, ein breiteres militärisches Spektrum abzudecken.

Wir werden noch stärker werden, wenn wir weiterhin gemeinsam an einer allgemeinen Bündnis-, europäischen Außen- und Sicherheitspolitik sowie Verteidigungspolitik arbeiten. Dies bedeutet die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit den Partnern, weil nur ein gemeinsames Entgegenwirken gegenüber Bedrohungen die Fähigkeiten steigert und das Vertrauen stärkt.

Das Auftreten von neuen militärischen und zivilisatorischen Bedrohungen veranlasste die Anpassung der politisch-militärischen Grundsätze der NATO an die neuen Herausforderungen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war ein Konzept zur Neuausrichtung des Bündnisses ausgearbeitet worden. Aus dem neuen strategischen Sicherheitskonzept der NATO geht hervor, dass trotz der Beendigung des Kalten Kriegs in den letzten zehn Jahren neue Bedrohungen für Frieden und Stabilität aufgetaucht sind. Diese sind mit ethnischen Konflikten, wirtschaftlicher Ungleichheit, dem Zerfall der bisherigen politischen Ordnung und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen verbunden. In dieser Situation soll die NATO eine Beratungs- und Unterstützungsrolle übernehmen, um die positiven Veränderungen der letzten zehn Jahre zu unterstützen.[10])

Die Hauptaufgabe der NATO ist die Sicherstellung von Freiheit und Sicherheit für alle ihre Mitglieder durch politische und militärische Interventionen. Aufbauend auf den Grundsätzen der Demokratie und den Menschenrechten wird das Bündnis weiterhin für die nächsten Jahrzehnte ein Garant für Frieden und Stabilität in Europa sein. Jedoch ist die NATO auch in Zukunft bereit, einen bedeutenden Einsatz außerhalb der europäischen Grenzen für den internationalen Frieden zu leisten.

Die NATO ist auch bereit, gemäß den UNO-Resolutionen in anderen Staaten den Frieden zu sichern. Um dieses Ziel erreichen zu können, ist ein adäquater Aufbau von militärischen Strukturen im Bereich der gemeinsamen Verteidigung und der gemeinsamen Einsätze notwendig. Die Bedeutung der NATO als einzige politisch-militärische Organisation, die zu einem schnellen Eingriff jederzeit bereit ist, wächst ständig. Auch das Fehlen eines gemeinsamen Standpunktes bezüglich des Irakkriegs im Jahre 2003 veränderte nicht die Grundsätze des Bündnisses.

Die Grundsätze des Bündnisses bezüglich der gemeinsamen Sicherheit sind eindeutig - ein Angriff auf ein Mitglied der NATO bedeutet gleichzeitig einen Angriff auf alle Mitglieder. Gemäß Artikel V des Washingtoner Abkommens müssen die internationalen Streitkräfte der NATO bereit sein Abschreckungs- und Verteidigungsmaßnahmen in dem Gebiet des Bündnisses durchführen zu können. Zusätzlich müssen die Streitkräfte der NATO auch auf die Verhinderung von Konflikten und auf das Führen von entsprechenden Interventionen (außerhalb des Art. V) vorbereitet sein, u.a. auch außerhalb des Bündnisgebiets. Man beurteilt, dass Interventionen (außerhalb des Art. V) außerhalb des Gebiets der NATO in Zukunft am wahrscheinlichsten sein werden. Im Hinblick auf die nächsten Jahre ist hervorzuheben, dass der Bedarf an entsprechenden Interventionen, um Krisen zu lösen, steigen wird. Zusätzlich wird es nötig sein, von diplomatischen Bemühungen, politischem Druck und auch von militärischen Maßnahmen Gebrauch zu machen. Das Spektrum von Kriseninterventionen (außerhalb Art. V) kann aus folgenden Einsätzen bestehen:[11])

Friedensunterstützende Einsätze umfassen:

- Konfliktverhinderung,

- Friedensschaffung,

- Friedenserhaltung,

- Friedenserzwingung,

- Friedensaufbau,

- humanitäre Unterstützung.

Andere Krisenreaktionseinsätze sind:

- Stabilisierungseinsätze,

- Beseitigung der Folgen von Hungersnöten und Katastrophen,

- Evakuierung von eigenen Staatsbürgern,

- Rettungs- und Bergungsmissionen,

- Überwachung der Einhaltung von Sanktionen und Embargos.

Durchgeführte Analysen zeigen, dass sich der Einsatz von Streitkräften in Zukunft hauptsächlich auf die in der NATO-Doktrin festgelegten Friedensmissionen beziehen wird.[12]) Man kann mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass Friedensmissionen als Unterstützung für die Handlungen von UNO und OSZE gesehen werden und dazu dienen können, Konflikten vorzubeugen und eine stabile internationale Situation zu schaffen.

In den nächsten 20 Jahren werden die Eigenschaften von Friedenseinsätzen davon abhängen, welche Schritte die internationale Staatengemeinschaft unternimmt, um allfälligen Krisen vorzubeugen oder diese zu verhindern. Solche Anstrengungen können Konfliktvorbeugung, Friedensschaffung, -erhaltung, -erzwingung und -aufbau sowie humanitäre Einsätze, die einen wesentlichen Bestand von Friedensoperationen darstellen, beinhalten.

Konfliktverhinderung wird von politischen, diplomatischen oder auch wirtschaftlichen Bemühungen abhängen, die das Ziel haben, Krisensituationen zu lösen. Zu diesen Handlungen kann auch der Einsatz von ausgewählten Komponenten der Streitkräfte gezählt werden. Dadurch entsteht die Möglichkeit zu drohen bzw. die Entschlossenheit zeigen zu können, nach Bedarf das verfügbare militärische Potenzial einzusetzen.

Aus dem Studium der einschlägigen Fachliteratur folgt, dass die Schaffung von Frieden durch Streitkräfte eng an diplomatische Anstrengungen und Friedensgespräche der Konfliktparteien gebunden ist. Man nimmt an, dass das Militär die vorher erwähnten Handlungen unterstützen wird, indem es militärisches Personal bereitstellt, um die Unterbrechung von Konflikten zu planen und Hilfestellungen in den Gesprächen zu leisten. Das Zusammenziehen von Streitkräften wird auch ausgenützt für die Isolation der betreffenden Konfliktregion, die Erzwingung von Sanktionen und als Druckmittel für eine schnelle Unterbrechung des Konflikts.[13])

In friedenserhaltenden Einsätzen benötigt man bereits eine Einigung zwischen den betreffenden Konfliktparteien, und somit wird der Einsatz von Friedenstruppen erst nach Beendigung der Kampfhandlungen möglich. Die Verwendung von Kräften in Bezug auf die Konfliktparteien wird sich fast ausschließlich auf Selbstverteidigung beschränken, und die Aufkündigung des Friedens durch die Konfliktgegner hat die Beendigung der Mission zur Folge. Der Nachteil solcher Handlungen ergibt sich daraus, dass Streitkräfte erst nach einer Einigung zwischen den Konfliktgegnern und dadurch bereits in einer Phase der Abschwächung des Konflikts eingesetzt werden können. Die vorher erwähnten Einschränkungen zeigen, dass in den nächsten 20 Jahren Streitkräfte weniger für friedenserhaltende Einsätze vorgesehen sind, weil diese keine effiziente Lösung von Konfliktsituationen darstellen.

Streitkräfte können auch für Handlugen mit Präventions- und Interventionscharakter eingesetzt werden, um Frieden zu erzwingen, da militärisches Handeln während einer Friedensschaffungsmission das Ziel hat, Frieden wiederherzustellen bzw. zu erhalten und die Konfliktparteien zu zwingen, sich den von der internationalen Gemeinschaft beschlossenen Bedingungen unterzuordnen. Dabei kann Gewalt als Mittel betrachtet werden, um die obigen Ziele zu erreichen.

Aus den Inhalten der aktuellen Annahmen der NATO zur Krisenreaktion geht hervor, dass ausgewählte militärische Einheiten während des Friedensaufbaus zahlreiche komplexe Aufgaben zu bewältigen haben. Diese wären die Schaffung eines stabilen politischen Systems und angemessener wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen nach Beendigung des Konflikts. In Anlehnung an zahlreiche Expertisen bezüglich des Einsatzes von Soldaten muss man in Zukunft zusätzlich von einer präventiven Verlegung der Truppen ins Krisengebiet ausgehen, um damit die Möglichkeit zu besitzen, eine militärische Abschreckung erzeugen zu können. Ein zusätzlicher Effekt wäre auch die Stärkung der diplomatischen Bemühungen, die das Ziel verfolgen, Konflikten vorzubeugen.

Krisensituationen, die eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit darstellen und einen Einsatz von Streitkräften im Rahmen von Friedenseinsätzen benötigen, werden auch in Zukunft mit der Leistung von humanitärer Hilfe verbunden sein. Aufgrund der Ergebnisse von fachlichen militärischen Untersuchungen kann man davon ausgehen, dass nur ausgewählte Einheiten, einschließlich der Luftstreitkräfte, aufgrund der militärischen Bedrohung in der Lage sind, in Friedensmissionen humanitäre Hilfe zu leisten.

In den nächsten zwei Jahrzehnten werden Friedenseinsätze weiterhin die Grundlage darstellen, um Krisensituationen zu bewältigen, die den internationalen Frieden und die Sicherheit gefährden. Es ist davon auszugehen, dass sich die Form, der Umfang und die Eigenschaften der Verwendung von Militär während Friedensmissionen ändern werden. Im Hinblick auf bisherige Erfahrungen der UNO, NATO und EU kann man eine stufenweise Annäherung in der Vorgehensweise des Einsatzes von Friedenskontingenten in Missionen beobachten, die ein Mandat besitzen, Frieden zu erhalten bzw. zu schaffen.

Sowohl in der internationalen Politik als auch in den Annahmen verschiedener Doktrinen kristallisiert sich das Konzept der humanitären Hilfe deutlich heraus. Es kann im Sinne der UNO durchgeführt werden, benötigt aber nicht langwierige diplomatische Anstrengungen, um eine Resolution im Sicherheitsrat der UNO und ein anschließendes Mandat durchzusetzen.

Der Einsatz von Streitkräften, um Krisen zu bewältigen, bezieht sich nicht nur auf Friedensmissionen, sondern umfasst auch humanitäre Hilfe, Unterstützung von Opfern nach einer Hungerkatastrophe und die Bereitstellung von Such- und Rettungssystemen. Einzelne Komponenten des Militärs können auch für Evakuierungsmaßnahmen von Zivilisten eingesetzt werden - v.a. eigener Staatsbürger. Das wachsende Engagement der NATO im Bereich der Friedensmissionen und der Unterstützung beim Wiederaufbau nach Beendigung eines bewaffneten Konflikts erfordert auch militärische Hilfestellungen für die zivilen Machthaber, wenn diese nicht in der Lage sind, die grundlegendsten Funktionen auszuüben.

Die ausgewählten militärischen Einheiten werden sich auch an humanitären Einsätzen beteiligen, die das Ziel haben, größere Hungersnöte zu bekämpfen. Ein solches Handeln kann ein breites Spektrum an Aufgaben beinhalten, die entweder alleine oder in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen erfüllt werden. Die militärischen Kräfte werden zukünftig im Hinblick auf die Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene und in der Organisation und Vorbereitung von humanitärer Unterstützung eingesetzt werden.[14]) Flüchtlings- und Vertriebenenhilfe kann mittels der Sicherung von Transport, medizinischer Versorgung, Lieferung von Lebensmitteln und der Herstellung der Sicherheit durch das Militär in den betreffenden Gebieten realisiert werden.

Wie die Analyse verschiedener Annahmen des Bündnisses zeigt, können zukünftige Reaktionen auf Krisen genauso schwer und komplex sein wie Verteidigungsmaßnahmen. Deshalb sind gut ausgebildete und ausgerüstete Streitkräfte mit einem entsprechendem Bereitschaftsgrad und Stärke unverzichtbar für eine angemessene Reaktion in jeder Lage. Auch die angewandten Kommandostrukturen sind wichtiger Bestandteil eines effektiven militärischen Engagements. Daraus folgt, dass die Staaten der NATO im Rahmen der Transformation der Streitkräfte ihre Möglichkeiten weiterentwickeln sollten, indem sie entsprechende Komponenten der Land-, Luft- und Spezialeinsatzkräfte und der Marine vorbereiten, die eine entsprechende Kampfkraft besitzen, um auf Angriffe auf ein Bündnismitglied angemessen reagieren zu können.

Der Besitz einer glaubwürdigen Fähigkeit, das komplette Aufgabenspektrum erfüllen zu können, ist und wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Bündnisstreitkräfte sein. Diese Anforderung spiegelt sich in der Struktur der Streitkräfte, in deren Stärke, Ausrüstung, Einsatzbereitschaft und in der Fähigkeit, Handlungen dauerhaft auszuführen, wider sowie in der Durchführung von Schulungen und Übungen, die die verschiedenen Einsatzszenarien betreffen.

Das Bündnis strebt ein bestmögliches Gleichgewicht zwischen den Truppen mit hohem und niedrigem Bereitschaftsgrad an. Es wird auch zwischen Kräften mit hoher Transportfähigkeit und Kräften, die im Falle eines Angriffs zur kollektiven Verteidigung lokal eingesetzt werden können, unterschieden. Der Besitz von Einheiten mit unterschiedlichen Stufen der Einsatzbereitschaft ermöglicht ein flexibles Reagieren auf wachsende Gefahren in Krisensituationen und eine adäquate Antwort im Falle eines Angriffs. Dank dieser Annahme kann die Kontinuität der Handlungen und die Verstärkung der Kräfte im besonders gefährdeten Gebiet sichergestellt werden. Die Bündniskräfte sollten in so einer Form organisiert sein, um ihren internationalen Charakter und die Bereitschaft für gemeinsames Handeln zeigen zu können. Eine wichtige Rolle nimmt die NATO Response Force ein. Die Eingreiftruppen zeichnen sich durch ein rasches Erreichen der Kampfbereitschaft und eine hohe Mobilität aus, die eine schnelle Verlegung in die Operationsgebiete ermöglicht. In einer Krisensituation spielt der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle. Die EU hat auch Bestrebungen unternommen, entsprechend auf Krisen zu reagieren, v.a. durch die Vorbereitung effektiver, glaubwürdiger und gemeinsamer Truppen mit hohem Bereitschaftsgrad, die auf der Grundlage des Konzepts der Kampfgruppen gegründet wurden. Das Schaffen solcher Einheiten im Rahmen der schnellen Eingreiftruppen der EU ist derzeit ein primäres Ziel der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.[15])

Das Erreichen einer flexiblen Reaktionsfähigkeit in allen Situationen verlangt entsprechende logistische Möglichkeiten wie Transportfähigkeit und medizinische Unterstützung, die eine Aufstellung und Kontinuität der Handlungen aller militärischen Einheiten ermöglicht. Eine Standarisierung hat eine Erweiterung der Möglichkeiten in der Zusammenarbeit und eine Begrenzung der Ausgaben im Bereich der logistischen Unterstützung sowie der Sicherstellung der weiteren Handlungen außerhalb des Bündnisgebiets zur Folge. Diese findet besonders Anwendung in Kriseninterventionsoperationen ohne bzw. mit begrenzter Unterstützung seitens des Staates, in dem der Einsatz stattfindet.

Die oben erwähnten Entscheidungen haben einen unmittelbaren Bezug auf die Streitkräfte der Republik Polen und deren Transformation. Gemäß den Verordnungen der Nationalen Sicherheitsstrategie der Republik Polen[16]) besteht die Hauptaufgabe der Streitkräfte im Bereich der militärischen Sicherheit darin, das Gebiet und die Unabhängigkeit Polens und seiner Verbündeten zu verteidigen. Darüber hinaus zählen auch die Beseitigung von bewaffneten Bedrohungen und die Schaffung eines militärischen Gleichgewichts in der Region dazu. Polen baut seine Verteidigungspolitik auf Solidarität und Loyalität dem Bündnis gegenüber auf. Die Bereitschaft, jedem NATO-Mitglied Hilfestellung zu leisten, stärkt den Effekt der Abschreckung und hilft gleichzeitig, die Sicherheit der Mitglieder und der NATO als Ganzes zu gewährleisten. Nach derzeitiger Bewertung der Lage wird das Risiko eines größeren bewaffneten Konflikts als sehr gering eingestuft. Wahrscheinlicher sind regionale und lokale Konflikte, an denen Polen nicht unmittelbar beteiligt sein wird. Deren Verlauf und Folgen können aber eine Krisensituation hervorrufen, die in der Lage wäre, sich in einen Krieg zu wandeln. Polen muss bereit sein, auf Krisen zu reagieren, die einen Konflikt hervorrufen könnten, der ein Eingreifen nach Artikel V des Washingtoner Vertrags nötig machen würde. Die Beteiligung Polens an der gemeinsamen Verteidigung und der Unterstützung der Politik der UNO, der NATO und der EU im Rahmen der Krisenbewältigung und Stabilisierungsmaßnahmen wird eine erweiterte strategische Planung auch im Bereich neuer Technologien benötigen.

Die Bedingungen, an die militärische Erfolge geknüpft sind, sind v.a.: das Erreichen der Überlegenheit in der Informationsbeschaffung, das Verwenden militärischer Strukturen, die mit der neuesten technischen und dem Gegner überlegenen Ausrüstung ausgestattet sind, das Anwenden von fortgeschrittenen Technologien in der Befehlskette, der Besitz einer entsprechenden Kampfkraft, Mobilität und Schutz vor feindlichen Angriffen, gekonnte Anwendung einer symmetrischen Strategie dem Feind gegenüber; die Ausnützung der logistischen Ressourcen eines Staates und die zivil-militärische Zusammenarbeit.

Die militärische Strategie der Streitkräfte der Republik Polen zeigt, dass eine der Prioritäten sich im Bereich der Transformation und Entwicklung der Streitkräfte befindet, indem man wirksame internationale Handlungen mit einer entsprechenden Aufgabenteilung durchführen kann. Diese Annahme wird durch die Schaffung von Einheiten mit einem hohen Bereitschaftsgrad gestärkt wie beispielsweise der NATO Response Force und der European Union Rapid Reaction Force (ERRF).

Polen will nicht nur Nutznießer der Mitgliedschaft im Bündnis und der EU sein. Als mittelgroßer europäischer Staat mit entsprechendem Potenzial, bestätigen wir unsere Verantwortung und Solidarität mit der internationalen Gemeinschaft, indem wir uns aktiv an Friedens- und Stabilisierungsmaßnahmen beteiligen wie im Irak, in Afghanistan, am Balkan, im Tschad und auf den Golanhöhen. In den letzten fünf Jahren haben wir die Pflichten gegenüber unseren Verbündeten erfüllt, indem wir eines der stabilsten Länder geworden sind, das einen messbaren Einsatz für den Frieden und den Wiederaufbau in den vorher erwähnten Gebieten geleistet hat.[17])

Polen wird sich weiterhin aktiv am Erhalt des regionalen und globalen Friedens und der Sicherheit beteiligen. Moderne Streitkräfte, die nach den technologischen und finanziellen Möglichkeiten aufgebaut sind, werden weiterhin ein Maßstab für die Rolle und Position unseres Landes auf der internationalen Arena sein. Der Besitz moderner und gut ausgebildeter Streitkräfte ist ein Trumpf eines jeden Staates und ermöglicht gleichzeitig, Interessen, die über die Sicherheit hinausgehen, zu vertreten, wie auch den Gewinn neuer Freunde und Bündnispartner.[18])

In der Vision der Streitkräfte der Republik Polen[19]) geht man davon aus, dass zukünftige militärische Operationen hauptsächlich in einem internationalen Umfeld geführt werden. Deshalb wird deren Planung und Realisierung durch internationale Kommandos und Stäbe erfolgen. Nationale Operationen hingegen werden nur für Kriseninterventionen im Staatsgebiet realisiert. Diese werden sowohl räumlich als auch zeitlich begrenzt sein und deren Aufgabe wird sich hauptsächlich auf die Minimierung der Folgen von entstandenen Bedrohungen beschränken. Situationen, die einen Einsatz von internationalen Truppen nötig machen, wären: Hungersnöte, Wirtschaftskrisen, Umweltkatastrophen, das Aufkommen bzw. die Eskalation einer militärischen Bedrohung aus dem Inneren. Die Grundlage für die Verwendung der polnischen Streitkräfte wird sich in den nächsten 20 Jahren auf die Beteiligung an militärischen Operationen außerhalb des Staatsgebiets und im Rahmen einer Krisenreaktion der EU, der NATO oder auch eines Staatenbündnisses beziehen. Diese werden diplomatische und wirtschaftliche Bemühungen unterstützen und das Ziel haben, Krisen, Konflikte und deren Eskalation zu verhindern.

In diesem Dokument wird festgelegt, dass ausgewählte Kontingente der polnischen Armee in einem internationalen Verband, bestehend aus Land-, Luft-, Seestreitkräften und Spezialeinheiten eingegliedert und gemeinsam an Operationen teilnehmen werden. Die Interventionskräfte haben keine feste Organisationsstruktur, weil diese an die einzelnen Aufgaben angepasst wird. Die Größe, Struktur, Ausrüstung und Bewaffnung dieser Truppen wird von Missionsziel und Umfang der Operation abhängen.[20])

In Bezug auf die zukünftigen Streitkräfte der Republik Polen wird eine der wichtigsten Anforderungen die Fähigkeit sein, Expeditionstätigkeiten durchzuführen. Demnach wird ein Teil der Streitkräfte aus leichten Einheiten bestehen, die für Verlegungen über große Entfernungen geeignet sind. Diese sind von allen Seiten militärisch und logistisch abgesichert und auch fähig, Handlungen über einen längeren Zeitraum zu führen.[21])

In der Vision der Streitkräfte der Republik Polen werden die zukünftigen Rahmenbedingungen für das Militär präsentiert, insbesondere Kriterien, welche Fähigkeiten die Armee besitzen sollte, um ein breites Spektrum an Operationen über einen längeren Zeitraum führen zu können.[22]) Man geht davon aus, dass diese nicht nur auf nationaler Ebene, sondern in einer internationalen Zusammenarbeit entwickelt werden. Die wichtigste Fähigkeit wird das gemeinsame Vorgehen der Streitkräfte der NATO, der EU und anderer nicht-militärischer Sicherheitsorganisationen sein. Dies kann erreicht werden durch eine ausgezeichnete Sprachausbildung des militärischen Personals, einheitliche Doktrin, Ausbildungsrichtlinien und einheitliche Stabs- und Operationsvorgehensweisen. Überdies sollten die Streitkräfte der Republik Polen in den nächsten 20 Jahren die Fähigkeit besitzen:

- Informationen über Gegner und Operationsumfeld in einem breiten elektromagnetischen Spektrum zu beschaffen, diese anschließend zu sammeln, auszuwerten und in ein einheitliches Bild umzuwandeln;

- auf allen Befehlsebenen ohne Verzögerung zu befehligen und zu führen;

- eine hohe Effektivität der Handlungen zu erreichen durch den Besitz einer großen Bandbreite an Kampfmitteln in den Bereichen Land-, Luft-, Seestreitkräfte, sowie verschiedener Lenkwaffensysteme;

- auf Bedrohungen schnell zu reagieren, auch wenn diese Tausende Kilometer entfernt sind, durch die Bereitstellung von Transportmitteln mit strategischer Reichweite;

- Massenvernichtungswaffen aufzuspüren, zu identifizieren und den Folgen eines Einsatzes derselben entgegenzuwirken;

- Informationsoperation durchzuführen;

- Handlungen über einen festgelegten Zeitraum aufrechtzuerhalten.

Im Zusammenhang mit diesen Notwendigkeiten geht man davon aus, dass die Streitkräfte der Republik Polen aus einer funktionalen Kombination von Einheiten zusammengesetzt werden und folgende Kräfte besitzen sollten:[23])

- gut ausgebildete und ausgerüstete Reaktionskräfte, die im Rahmen von internationalen Zusammenlegungen den Kern dieser Kräfte bilden und Operationen im eigenen Land, im euroatlantischen Gebiet oder auch außerhalb durchführen können.

- Stabilisierungskräfte, die für ein breites Spektrum an Aufgaben vorgesehen sind; v.a. in Stabilisierungsmissionen von niedriger und mittlerer Intensität gegen verstreut bewaffnete Einheiten, sowie gegen andere Bedrohungen asymmetrischen Charakters.

- Sicherungskräfte, die die Aufgabe haben, Personen, Gerät, logistisches und medizinisches Material zu sichern und zusätzlich in der Lage sind, sich gegen Angriffe mit Massenvernichtungswaffen zu verteidigen als auch nach Bedarf allgemeine Sicherungsmaßnahmen durchzuführen.

Man muss betonen, dass die Qualität der polnischen Streitkräfte nicht nur von entsprechender Bewaffnung und Ausrüstung abhängt, sondern v.a. von umfangreich und professionell ausgebildeten Soldaten. Die Entscheidung der polnischen Regierung im August 2008 über die Einführung einer Berufsarmee ist ein Schritt in die richtige Richtung, um den oben erwähnten Anforderungen zu entsprechen.

Das Konzept der netzwerkzentrierten Kriegführung (Network Centric Warfare) und die Entwicklung der Streitkräfte

Neue Konzepte haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklungsrichtung der Streitkräfte. In den 1990er-Jahren begannen die USA an solchen neuen Konzepten zu arbeiten, genannt „Network Centric Warfare“.

Als erstes wurde die netzwerkzentrierte Kriegführung durch J. Garstki, D. Albertsa und F. Stein definiert. (…) Netzwerkzentrierte Kriegführung ist menschliches und organisatorisches Verhalten. Sie basiert auf einer neuen Art und Weise zu denken - netzwerkzentriertem Denken - und dieses anschließend in militärische Operationen zu adaptieren. Es konzentriert sich auf der Kraft, die aus einer effektiven Verbindung (Netzwerk) von Kampfelementen generiert werden kann. Ein Charakteristikum ist die Fähigkeit, geographisch verstreute Kräfte (Aufstellungselemente) zu bündeln, eine taktische Vorgehensweise zu generieren und zu erkennen, welche Strategie durch die Selbstsynchronisierung und durch andere netzwerkzentrierte Handlungen anzuwenden ist, um die Vorhaben des Kommandanten realisieren zu können. Netzwerkzentrierte Kriegführung führt zu einer Erhöhung der Befehlsgeschwindigkeit sowie zur Umwandlung der Informationsüberlegenheit, um dadurch einen Vorteil in Kampfhandlungen zu erlangen. Netzwerkzentrierte Kriegführung hängt nicht von der Art der Mission, der Größe der Kräfte und den geographischen Bedingungen ab. Zusätzlich verbindet netzwerkzentrierte Kriegführung die taktische, operative und strategische Ebene der Kampfhandlungen. Kurz gesagt - Netzwerkzentrierte Kriegführung - ist nicht nur eine Technologie, sondern in einem breiten Maß - Antwort der Streitkräfte auf die Herausforderungen einer Computerära“.[24])

Das Team Albert, Garstek und Stein unterstreicht in seinem Konzept die Herausforderung, welche die neue Situation darstellt, in Bezug auf das Umfeld, in dem ein Kampf in der Computerära geführt werden wird. Die wachsende Bedeutung der Krisenintervention, der Fortschritt, verbunden mit der Einführung neuer Technologien, sowie die Asymmetrie militärischer Handlungen haben gemäß dem Konzept der Autoren zur Notwendigkeit geführt, den Begriff des „Schlachtfeldes“ neu zu definieren, nämlich als „Raum der Aufgabenrealisierung“. Es wird ein Gebiet sein, in dem es keine klaren Grenzen zwischen kämpfenden Soldaten und der Zivilbevölkerung gibt.

Der Annahme amerikanischer Spezialisten nach ist netzwerkzentrierte Kriegführung eine Möglichkeit, Handlungen zu führen in einem Rahmen, in dem Streitkräfte miteinander vernetzt sind. Diese nützen die Informationsüberlegenheit aus und erhalten dadurch einen vollständigen Überblick über die gesamte Lage (auf strategischer und operativer Ebene) und können dadurch schnelle und wirksame Einsätze durchführen. Dies ermöglicht, den Feind mit niedrigen Eigenverlusten und einem gleichzeitig wirtschaftlichen Einsatz der eigenen Kräfte zu bekämpfen.

Der Stellenwert netzwerkzentrierter Kriegführung gewinnt stetig in der Doktrin der NATO an Bedeutung. Deshalb geht man davon aus, dass eines der wichtigsten Ziele der Transformation des Bündnisses die Sicherstellung der Informationsüberlegenheit für die Streitkräfte sein sollte, um damit eine Überlegenheit in der Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Überdies wird die Überlegenheit in der Entscheidungsfindung in der Doktrin des Bündnisses als Zustand bezeichnet, in dem Kommandanten verschiedener Befehlsstufen:[25])

- einen Situationsüberblick erlangen,

- in der Lage sind, die Handlungen des Feindes einzuschätzen,

- optimale Entscheidungen treffen und beginnen, diese schneller und in einer effizienteren Art zu realisieren als der Feind.

Die Grundsätze der netzwerkzentrierten Kriegführung werden im Bündnis gemeinsam für die verschiedenen Bereiche entwickelt wie z.B.: doktrinäre Grundsätze, die Organisation der Streitkräfte, Ausbildung des Militärs, Kampfmittel und kampfunterstützende Handlungen, Kommando, Personalverwaltung, Infrastruktur und das Erreichen der Fähigkeit verschiedener Einheiten, gemeinsame Handlungen in netzwerkzentrierten Kämpfen zu führen.

Das Hauptziel in der Implementierung netzwerkzentrierter Kriegführung wird die Schaffung eines Umfelds sein, in dem Informationsbeschaffung und Entscheidungsträger gemeinsam in ein „Super“-Netz integriert werden, das ermöglicht, Informationen aus jeder beliebigen Quelle und nach Bedarf des Empfängers zu finden und zu erhalten.

Für die Streitkräfte der Republik Polen wurden die Anforderungen bezüglich der netzwerkzentrierten Kriegführung in der „Vision der Streitkräfte der Republik Polen - 2030“ festgelegt. Nach diesem Dokument werden sich zukünftige Operationen auf die Annahmen der netzwerkzentrierten Kriegführung stützen. Der Kern dieser Überlegung ist der Zusammenschluss zu einem einzigen Informationsnetz, das Informationen an Entscheidungsträger und Kampfelemente weiterleitet. Das Ergebnis wird eine deutliche Steigerung der Kampfkraft, des Führens der Einheiten, der Wirksamkeit der Bewaffnung sowie eine Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber feindlichen Angriffen und das Erreichen von Informationsüberlegenheit sein.[26])

Die grundlegende Eigenschaft der Kampfsysteme sowie der Kampfausrüstung wird sich durch die Fähigkeit auszeichnen, diese in einem Netzwerk zu verwenden. Die Basis wird eine moderne Informationsaustauschplattform sein, die ein mehrschichtiges Sicherheitssystem besitzt. Das Netz wird komplexe Aufklärungselemente, Entscheidungsträger, Kampfmittel und die Ausrüstung der übrigen Teile der Streitkräfte implementieren. Das Erkennungssystem wird auf einem breiten Spektrum an aktiven und passiven Erkennungssensoren basieren, die in der Lage sind, Informationen über den Feind aus der Luft, am Boden und auf See, bei Tag und Nacht, unabhängig von den atmosphärischen Bedingungen zu sammeln. Die gewonnenen Informationen werden laufend an das Informationsnetz geschickt. Das Kampfsystem wird in den netzwerkzentrierten Handlungen auf bemannte und unbemannte Luftplattformen sowohl im Wasser als auch am Land basieren. Diese werden sowohl mit modernen Navigations- und Zielsystemen als auch mit Waffen von hoher Präzision ausgestattet. Dank der Vernetzung erhalten die einzelnen Elemente präzise Informationen über Ziele, die einen wirksamen Einsatz der Waffen ermöglichen. Das Befehlssystem wird auf fortgeschrittenen Computer- und Telekommunikationstechnologien basieren, die in der Lage sind, große Datenmengen zu verarbeiten und zu versenden. Diese Elemente werden ineinander vereinigt und stellen somit die technische Grundlage eines gemeinsamen Informationsumfeldes dar, die alle Befehlsstellen der Streitkräfte auf strategischer, operationaler und taktischer Ebene umfasst.[27])

Die Fähigkeit, netzwerkzentrierte Handlungen entsprechend durchführen zu können, erfordert eine schrittweise Einführung einerseits einer neuen Technik im Bereich Ausrüstung und Bewaffnung als auch die Schaffung einer Berufsarmee. Berücksichtigt man die aktuelle wirtschaftliche Lage, muss davon ausgegangen werden, dass der Übergang zur netzwerkzentrierten Kriegführung in Polen mehr als 20 Jahre in Anspruch nehmen wird.

Zusammenfassung

Analysen zeigen, dass sich Bedrohungsbilder in den nächsten 20 Jahren ständig ändern werden. Die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs eines globalen bewaffneten Konfliktes wird weiterhin als sehr gering eingestuft. Die Hauptbedrohungen hingegen gehen von folgenden Gefahren aus: internationaler Terrorismus, die unkontrollierte Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, der Ausbruch lokaler Konflikte, basierend auf religiösen, ethnischen, wirtschaftlichen oder auch gesellschaftlichen Spannungen, der Zerfall einiger Staaten und die internationale Kriminalität. Die erwähnten Bedrohungen werden hauptsächlich in entlegenen Gebieten der Welt auftreten, außerhalb Polens, des nordatlantischen und europäischen Bündnisgebiets. Um Bedrohungen aus diesen Krisensituationen zu verhindern und zu lösen, wird es eines erhöhten Engagements seitens der NATO, der OSZE und der EU bedürfen. Die aufgrund von beschlossenen Resolutionen eingesetzten Kräfte werden einen internationalen Charakter besitzen und auch dazu verwendet werden, entsprechend auf Krisensituationen zu reagieren. Um an solchen Vorhaben teilnehmen zu können, müssen die Streitkräfte des Bündnisses über bereits vorbereitete Komponenten verfügen, die sich durch ihre hohe Mobilität und eine kurze Vorbereitungszeit für länger andauernde und in weit entlegenen Gebieten durchgeführte militärische Handlungen auszeichnen.

Neue Bedrohungen für die Sicherheit und Stabilität beinhalten eine Neukonzeption in der Entwicklung, Verwendung, Ausrüstung und Schulung der Streitkräfte. Der Schwerpunkt solcher Kräfte verlagert sich von der klassischen militärischen Verwendung hin zur Bekämpfung von Bedrohungen. Solche sind meistens schwer zu identifizieren, tauchen plötzlich auf und stellen eine globale Gefahr für Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Militär dar. Der Besitz entsprechend ausgerüsteter und ausgebildeter Einheiten kann den obigen Gefahren heute und auch in Zukunft entgegenwirken.

Analysen zeigen, dass in Zukunft die Bedeutung der netzwerkzentrierten Kriegführung stetig wachsen wird. Deren Grundkonzept ist eine Sicherstellung der Informationsüberlegenheit durch die Schaffung eines gemeinsamen Informationsnetzwerkes. Dadurch wird die Bereitstellung von aktueller und unverzichtbarer Information über das Kampfgebiet allen Teilnehmern ermöglicht. Zusätzlich können die Kräfte mit einer hohen Wirksamkeit und niedrigen Eigenverlusten zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt werden.

Die Streitkräfte der Republik Polen werden bisherige Verfahren ändern müssen, um eine wirksame Verteidigung zu ermöglichen und an internationalen Missionen außerhalb des eigenen Staatsgebietes teilnehmen zu können. Das Erreichen der oben erwähnten Ziele und Fähigkeiten wird nicht nur von unseren nationalen Ambitionen abhängen, sondern auch von den wirtschaftlichen Mitteln unseres Staates. Polen wird sich weiterhin an der internationalen Gemeinschaft aktiv beteiligen und dadurch ein zuverlässiger Partner und Verbündeter sein, der einen bedeutenden Einsatz in der Erhaltung des regionalen und internationalen Friedens leistet.

 


ANMERKUNGEN:

[1]) A Secure Europe In a Better World. European Security Strategy, Brussels 2003.

[2]) Ebd.

[3]) Solche Beurteilungen wurden oft durch die Teilnehmer der internationalen Konferenz erwähnt zu dem Thema „Derzeitige und zukünftige Bedrohungen und die Entwicklung der Streitkräfte“, die an der polnischen Verteidigungsakademie vom 10.-11. April 2008 stattfand. Material von der Sicherheitskonferenz, Zeszyty Naukowe Akademii Obrony Narodowej, Numer specjalny 1 (70)A, Warschau 2008.

[4]) Strategia bezpieczeństwa narodowego RP, Warschau 2003, S.2; Strategia bezpieczeństwa narodowego RP, Warschau 2007, S.6-10, 14-15, W. Czarnecki, S. Chmur: Przyszłość sił zbrojnych RP - miejsce Polski w Euroatlantyckich strukturach bezpieczeństwa. Material von der Prague Summit Declaration, zugänglich auf: http://www.nato.int/docu/pr/2002/p02-127e.html.

[5]) Wizja Sił Zbrojnych Rzeczpospolitsj Polskiej - 2030, Verteidigungsministerium, Warschau 2008, S.6.

[6]) Ebd.

[7]) Herausgeber Verteidigungsministerium, Warschau 2008, S.7.

[8]) Ebd. S.8.

[9]) Die Transformation der Streitkräfte ist ein ständiger Prozess, der sich auf die veränderten Bedrohungen einstellt. Das Wesen dieses Prozesses ist ein ständiges Forschen und die Einführung von Veränderungen auf allen Gebieten der Streitkräfte. Dieser beinhaltet nicht nur die Organisation und das Funktionieren der Streitkräfte, sondern auch Bereiche wie technische Modernisierung, Schulungen, Finanzierung und die Beziehungen auf ziviler Ebene des Staates. M. Ojrzanowski, Kierunki rozwoju sił zbrojnych - podejście polskie, [w:] Profesjonalizacja Sił Zbrojnych Rzeczpospolitej Polskiej, Materialien stammen aus der Wissenschaftskonferenz, Zeszyty Naukowe, Spezialausgabe 2(71)A, Landesverteidigungsakademie, Warschau 2008, S.41-42.

[10]) The Alliance’s Strategic Concept Approved by the Heads of Government Participating In the Meeting of the North Atlantic Council, Washington D. C. 1999 S.5.

[11]) AJP-3.4 Non Article 5 Crisis Response Operations, NSA, Brussels 2004.

[12]) W. Lida: Operacje reagowania kryzysowego jako podstawowy obszar użycia sił zbrojnych, [w:] Współczesne i przyszłe zagrożenia bezpieczeństwa a rozwój sił zbrojnych, Materialien von der Wissenschaftskonferenz, Ebd. S.124.

[13]) Ebd. S.125.

[14]) AJP-3.4 Non Article 5 Crisis Response Operations, NSA, Brussels 2004, pkt 0402.

[15]) W. Lida: Operacje reagowania kryzysowego jako podstawowy obszar użycia sił zbrojnych, [w:] Współczesne i przyszłe zagrożenia bezpieczeństwa a rozwój sił zbrojnych, Ebd. S.127-128.

[16]) Ebd., S.14-15.

[17]) C. Lubiński: globalne i narodowe środowisko bezpieczeństwa a przyszłe operacje z udziałem sił zbrojnych RP, [w:] Współczesne i przyszłe zagrożenia bezpieczeństwa, a rozwój sił zbrojnych, Ebd., S.22-24.

[18]) Auftritt des polnischen Verteidigungsministers Bogdan Klich auf der internationalen Wissenschaftskonferenz, veranstaltet durch die Verteidigungsakademie, [w:] Współczesne i przyszłe zagrożenia bezpieczeństwa, a rozwój sił zbrojnych, Ebd., S.16-18.

[19]) Ebd., S.11.

[20]) Ebd., S.12.

[21]) A. Wojtan: Misje, zadania i właściwości użycia sił zbrojnych w przyszłych operacjach, [w:] Współczesne i przyszłe zagrożenia bezpieczeństwa, a rozwój sił zbrojnych, wyd. cyt., S.174-175.

[22]) Ebd., S.17-20.

[23]) Ebd. S.23-24.

[24]) D. Alberts, J. Garstka, F. Stei: Network Centric Warfare, DoD C4ISR Research Program, Washington D.C. 2000, S.88.

[25]) J. Kręcikij: Netzwerkzentriertes Handeln. Ausgewählte Probleme, Verteidigungsakademie, Warschau, S.39.

[26]) Vision der Streitkräfte der Republik Polen - 2030, Ebd., S.14.

[27]) Ebd., S.29-31.