Die Friedensspirale: Der lange Marsch zum Ziel?

Klaus Zapotoczky

 

Blitzkriege können oft rasch und für die „Angreifer“ relativ erfolgreich beendet werden, ein lang andauernder Friede entsteht dadurch in der Regel nicht.

Krieg wird als die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln,1) in der Regel mit Gewaltmitteln, bezeichnet. Meist wird durch Kriege kein lange dauernder Friede erreicht. Friede ist ein lang dauernder Prozess, der sowohl menschen- und umweltfreundliche Haltungen möglichst vieler Menschen, v.a. aber der Verantwortlichen der verschiedenen Bereiche aller Ebenen, als auch Strukturen erfordert, die ein friedliches Miteinander fördern und nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen.

Im Folgenden wird zunächst auf die Bedeutung friedensfördernder Strukturen in allen Bereichen hingewiesen, dann auf die Stufenleiter der Eskalation von Konflikten nach Glasl eingegangen und zuletzt werden Möglichkeiten friedensfördernder Maßnahmen behandelt, die auf den verschiedenen Handlungsebenen unterschiedliche Formen annehmen können, letztlich aber bestimmte Elemente gemeinsam haben.

Aufbau friedensfördernder Strukturen

Frieden fördernde Strukturen entwickeln sich nicht von selber, wir müssen sie schaffen.2) Stéphane Hessel hat wesentlich dazu beigetragen, dass es zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kam, und es wurde im Zusammenhang mit der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte in der Präambel darauf hingewiesen, dass die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen seien, „damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen“.3) Diese Herrschaft des Rechts ist heute in vielfältiger Form gefährdet, und ein Bremsen der Spirale der Gewalt ist nur durch einen dauernden Einsatz im Sinne einer Deeskalation der Gewalt und für den Aufbau von Recht und Gerechtigkeit im Sinne der Menschenrechte und durch die Verwirklichung von Spiralen des Friedens in allen Bereichen zu erreichen.

In diesen Friedensschaffungsprozess der kleinen Schritte werden Geld, Mittel- und Personaleinsatz einzubringen sein, wie schon John F. Kennedy mit der Gründung des Peace Corps, aber auch der österreichische Entwicklungsdienst in beispielhafter, aber leider theoretisch zu wenig vorbereiteter und begleiteter Weise Ende der 1950er-Jahre versucht haben. Einen interessanten Einblick in die Vielfalt der geleisteten Einsätze gibt die mit Hilfe der Einsatzorganisation Horizont 3000, der Nachfolgeorganisation des Österreichischen Entwicklungsdienstes (ÖED), und mit Unterstützung des Landes Oberösterreich und der Diözese Linz herausgegebene Dokumentation über 50 Jahre Entwicklungszusammenarbeit.4) Bis heute sind diese Erfahrungen nicht in systematischer Weise aufgearbeitet.

Wie lange es dauert, bis Verletzungen Friedensaktivitäten folgen, zeigte die Rede des US-Präsidenten Barack Obama anlässlich des zehnten Jahrestages des Terroranschlages auf das World Trade Center 2011, in der der amerikanische Präsident - vielleicht auch beflügelt durch die Verleihung des Friedensnobelpreises - erklärte, dass nach zehn Jahren Antiterrorkrieg nun am Aufbau des Friedens gearbeitet werde.5) Wie tief allerdings der Schock der Terror-Anschläge in den USA 2001 in der Bevölkerung und bei den Verantwortlichen sitzt, machen die illegitimen Aktionen deutlich, die in jüngster Zeit von Edward Snowden aufgezeigt wurden und zum peinlichen Stopp von Evo Morales am Flughafen Schwechat am 3. Juli 2013 geführt haben. Ein - zukunftsweisendes - Umdenken in den USA ist dringend notwendig und muss systematisch vorbereitet werden.

Heute wird immer deutlicher, dass wir alle, Frauen und Männer, Junge und Alte, Menschen der verschiedenen Kulturen, Rassen, Sprachen und Religionen usw., mit unseren unterschiedlichen historischen Erfahrungen und Zukunftsvorstellungen „im gleichen Boot sitzen“ und entweder miteinander friedlich zusammenleben lernen müssen oder gemeinsam untergehen werden. Friedliches Zusammenleben kann und will gelernt sein. Wo sind die entsprechenden Lehrer und wo die lernbereiten Schüler? Zusammenleben gelingt überall dort besser und dauerhafter, wo Menschen gemeinsame Ziele haben und wo diese Ziele umfassend sind. In isolierten Teilgesellschaften und unter beschränkten Perspektiven können sich heute Leben im Allgemeinen und Zusammenleben im Besonderen nur schwer oder beschränkt entwickeln. Offenes, weltweites und umfassendes Denken und Handeln fördern ein Leben in Fülle, das (direkt oder indirekt) von immer mehr Menschen ersehnt wird,6) aber zum heute meist praktizierten kurzfristigen Profitdenken im Widerspruch steht.

Friedliches Zusammenleben in einer Situation wachsender Pluralisierung und unter den Anforderungen einer zunehmenden Globalisierung ist eine große Herausforderung und wird nur schrittweise erreichbar sein. Ein umfassendes und vollkommenes friedliches Zusammenleben wird nie (völlig) erreicht werden können, muss aber immer wieder angestrebt werden. Auf allen Lebensebenen (vom Individuum bis zur Weltebene) wird eine Förderung des Friedens anzustreben sein, der in einen „ewigen Frieden“ einmünden sollte, wie Kant dies für das Zusammenleben der Völker als Realutopie angestrebt hat.7)

Stufenleiter der Eskalation von Konflikten (nach Glasl)

Friedrich Glasl hat eine Stufenleiter der Eskalation von Konflikten entwickelt,8) die um eine Konfliktbearbeitung im Sinne einer Friedensspirale erweitert werden soll. Diese Stufenleiter der Eskalation von Konflikten wurde und wird v.a. in den Mikro- und Meso-Bereichen gesellschaftlichen Zusammenwirkens und in vielen konkreten Bereichen der Mediation mit großem Nutzen verwendet. Leider wurden die vielen positiven Ansätze von Konfliktbearbeitung nicht so systematisch und plakativ dargestellt. An Beispielen wird dies im Folgenden im Anschluss an Glasl versucht und zur weiteren Verwendung empfohlen. Jeder Konflikt, der nicht eskaliert, sondern für alle Beteiligten akzeptabel geregelt werden kann, ist ein positiver Meilenstein.

Glasl unterscheidet folgende neun Stufen der Konflikteskalation und meint, dass ab der siebenten Stufe eine gemeinsame Konfliktregelung kaum mehr möglich ist:

1. Verhärtung

2. Debatte

3. Taten

4. Images, Koalitionen

5. Gesichtsverlust

6. Drohstrategien

7. Begrenzte Vernichtungsschläge

8. Zersplitterung

9. Gemeinsam in den Abgrund

 

Verhärtung

Als Gegenstrategie bzw. als Verhaltensweise, die eine gemeinsame Konfliktregelung begünstigt, ist eine beziehungsfreundliche, vertrauensstiftende Haltung günstig. Haltungen, die ein Auf-Stur-Schalten vermeiden helfen bzw. positive Anknüpfungspunkte herstellen, sind zu fördern. Gewisse „Klein-Tugenden“ erleichtern solche Haltungen wie Höflichkeit, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Anspruchslosigkeit. Allerdings müssen solche Kleintugenden entsprechend eingeübt werden. Ohne Verhärtungen wird es in der Regel nicht oder zumindest seltener zur zweiten Stufe, den Streit-Debatten, kommen.

 

Streit-Debatten

Jeden Streit zu vermeiden, wird nicht möglich und auch nicht sinnvoll sein. Aber „gepflegt Streiten“ kann und muss man lernen. In vielen Bereichen gibt es eine interessante Streitkultur. In Österreich kennen wir die befriedende Einrichtung der Sozialpartnerschaft, die sowohl aus pragmatischen Gründen als auch wissenschaftlich fundiert entwickelt wurde9) und nach wie vor gute Erfolge aufweist. Auch in vielen Familien und Betrieben gibt es friedvolle Auseinandersetzungen, und es gelingt in der Regel, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang das Bemühen, mögliche Streitpunkte nicht unter den Teppich zu kehren, d.h. unbehandelt zu lassen, sondern offen anzusprechen. Probleme oder offene Fragen sind aufzugreifen und möglichst aus der Welt zu schaffen. Auch kleine Glutnester können zu einem Großbrand führen, wenn sie zu lange unbeachtet bleiben. Schnelle und wirksame Mediation nimmt in vielen Lebensbereichen zu.10)

Gesprächsbereitschaft und Gesprächsfähigkeit sind in diesem Zusammenhang sehr wichtig und sollten rechtzeitig entwickelt und auch entsprechend institutionalisiert werden. Häufige Kontakte verbessern dabei in der Regel die Beziehungsqualität.11)

 

Feindselige Akte, unfreundliche Taten

Mit der Ausdrucksweise „Wenn Worte nichts mehr nützen, muss man Taten setzen“, lässt sich diese Eskalation gut beschreiben. Den Handlungspartner zwingen, ihm durch Taten zeigen, dass es einem ernst ist, stellt oft die - nicht selten verzweifelte - Haltung dessen dar, der sich anders nicht zu helfen weiß. Sabotage-Akte - welcher Art auch immer - oder Illoyalitäten verschiedener Qualitäten schädigen in der Regel die - immer vorhandenen - gemeinsamen Interessen. Allerdings sind diese Interessen auch immer wieder auf ihre Qualität und Tragfähigkeit für eine gemeinsame Zukunft zu hinterfragen. Ein (gutes) Leben in der Gegenwart auf Kosten anderer oder zukünftiger Generationen ist keine rechtfertigbare Zielsetzung. Über Generationengerechtigkeit wird nachhaltiger und entschiedener nachzudenken sein.12)

Diese gemeinsamen Interessen wahrzunehmen, nicht kleinzureden und - nach Möglichkeit - zu entwickeln, stellt eine wichtige Aufgabe dar und hilft, schädigende Taten - doch - nicht zu setzen. Auch eine starke Zukunftsorientierung, die in Gesellschaften mit zahlenmäßig geringer werdender Bevölkerung schwerer zu entwickeln ist, fördert diese gemeinsamen Interessen. In zahlreichen Betrieben und vielen Familien herrscht - glücklicherweise - eine Haltung des „Bei uns tut man so etwas nicht“ vor und hilft so dabei mit, eine Feindseligkeitseskalation zu stoppen bzw. ihr keine Nahrung zu geben.

 

Images, Koalitionen

Oft wird - parallel zu den Streitdebatten und den feindseligen Akten - versucht, das Ansehen des anderen zu mindern, ihn - oft aus dem Wunsch heraus, selber größer oder wichtiger zu erscheinen - schlecht zu machen, „klein“ zu reden, was oft bewirkt, dass v.a. das mögliche Gemeinsame tatsächlich geschädigt bzw. beeinträchtigt wird. Leider sind oft auch nur Werbegags oder wirksame „politische Sager“ der Grund, andere und anderes schlecht zu machen. Oft werden gemeinsame Freunde, Geschäftspartner oder Anhänger vor eine Art Wahl gestellt: Für mich oder für den anderen, und oft ziehen sich diejenigen, die beide nicht „verlieren“ wollen, tatsächlich von beiden zurück, sodass insgesamt viel Kooperationspotenzial verloren geht. Dieses gemeinsame Kooperationspotenzial rechtzeitig zu erkennen ist eine wichtige friedensfördernde Aufgabe. Oft werden sowohl das Image als auch die Koalitionsmöglichkeiten bzw. die möglichen Schädigungen von beiden Streitpartnern nicht ausreichend gesehen und exponieren sich die Beteiligten in der Ablehnung des - vermeintlichen - Gegners und nicht mehr potenziellen Kooperationspartners so sehr, dass sie annehmen, ihren „Streitweg“ fortsetzen zu müssen, weil eine Rückkehr zur Gemeinsamkeit nicht mehr möglich erscheint.

 

Gesichtsverlust

In einer bestimmten Phase der (feindseligen) Auseinandersetzungen glaubt eine oder mehrere der Streitparteien, (ohne Gesichtsverlust) nicht mehr anders zu können, als ernst zu machen und deutlich zu zeigen (wobei sich die Formen dieser Deutlichkeiten in interessanter Weise unterscheiden können), dass das Verhalten der Gegenpartei(en) nicht akzeptabel ist. In den verschiedenen Kulturen wird „Gesichtsverlust“ unterschiedlich eingeschätzt, aber überall wird er als negativ wahrgenommen und soll vermieden werden. Jemand, der ein Image der Freundlichkeit und Nicht-Aggressivität hat, wird viel mehr zu verlieren haben, wenn er hart bleibt und Konsequenz zeigt, und eine wankelmütige Haltung kann einem anderen besonders vorgeworfen werden, wenn sein Image das eines entschlossenen und konsequenten Menschen ist. So kann sehr Verschiedenes zu einem besonderen Gesichtsverlust führen. Jeder, der als besonders konfliktfähig gilt, wird mit Konfliktregelungen der unterschiedlichsten Art wahrscheinlich die geringsten Probleme haben. Ein solcher konfliktfähiger Mensch kann aber jeder werden. Allerdings nicht von heute auf morgen, sondern in langem, kontinuierlichem Bemühen.

Gesichtsverlust hängt eng mit dem Menschenbild zusammen, das der jeweilige Mensch für sich und andere entwickelt hat.13) Außerdem ist auch darauf zu achten, wie die Menschen die für sie relevanten Menschenbilder zu verwirklichen trachten und welchen Stellenwert sie den Gewaltmitteln und ihrer Handhabung zuschreiben. Gleichzeitig ist zu beachten, was getan werden kann und soll, wenn unterschiedliche Menschenbilder aufeinandertreffen.

 

Drohstrategien

Die Beurteilung von physischer, psychischer oder sozialer Gewalt durch die betroffenen Personen und Gruppen ist ausschlaggebend für ihr potenzielles und reales Drohpotenzial und dessen tatsächliche Umsetzung. „Bellende Hunde beißen nicht“ wird oft gesagt und Drohgesten werden daher oft nicht ernst genug genommen. Wenn auch der Weg vom Gedanken über das Wort zur Tat bei unterschiedlichen Menschen sehr verschieden lang sein kann, muss doch damit gerechnet werden, dass Drohungen auch Taten folgen und dass mit solchen Taten Fakten geschaffen werden, die kaum mehr aus der Welt zu schaffen sind. Manche Drohungen können auch erpresserische Formen annehmen. Aber auch gewaltfreie Aktionen können eine nachhaltige Wirkung zeigen,14) v.a. wenn sie wirksam vielen Menschen vermittelt werden.15)

 

Irreparable Eskalationsstufen

Glasl meint, dass ab den „begrenzten Vernichtungsschlägen“, also ab Stufe 7, eine gemeinsame Konfliktregelung in der Regel nicht mehr möglich ist und dass die Gefahr des gemeinsamen Untergangs quasi vorprogrammiert ist. In Einzelfällen wird dies immer wieder passieren, dass Konfliktparteien „gemeinsam in den Abgrund“ gehen, und dies wird auch - wenn es zu spät bewusst wird - nicht zu verhindern sein. Daher ist immer den Anfängen zu wehren, und deshalb muss durch das Finden von Gemeinsamkeiten, den Aufbau von Vertrauen, durch das Wahrnehmen von Verantwortung durch jeden Beteiligten und anderes mehr allen Zerwürfnissen entgegengearbeitet und Zusammenarbeit16) gefördert werden. Diese Quasi-Resignation von Glasl mag für die praktische Arbeit von Konfliktberatern im zivilen Bereich sinnvoll erscheinen, im gesellschaftlichen und militärischen Bereich ist sie unbefriedigend. Oft sind nach kriegerischen Handlungen oder nach einer wirksamen Trennung der Streitparteien Frieden bewirkende Maßnahmen von größter Bedeutung und müssen insbesondere diejenigen (Teile der) Streitkräfte, die internationale Friedenseinsätze leisten sollen - und hier hat Österreich eine große und wichtige Aufgabe - so ausgebildet sein, dass sie sich einerseits ausreichend gegen Gewalttätigkeiten entsprechend wehren (können) und andererseits in der Lage sind, mit allen Streitparteien (gute) Kontakte zu knüpfen und diese schrittweise auszubauen. Bald nach dem Zweiten Weltkrieg hat der große österreichische Historiker Friedrich Heer auf die Wichtigkeit des Gesprächs, insbesondere eines Gesprächs der Feinde,17) aufmerksam gemacht und die Jugend, v.a. die akademische Jugend, zu einem europäischen Gespräch aufgefordert.18) Miteinander reden ist auf allen Ebenen - vom Individuum bis zur Weltebene - eine Notwendigkeit geworden,19) sodass die zur Zeit noch üblichen diplomatischen Gepflogenheiten, v.a. die Reduktion der (offiziellen) Kontakte bei wichtigen Meinungsverschiedenheiten, dringend einer Revision bedürfen, weil sie aus einer anders strukturierten Zeit stammen und heute oft keinen Sinn mehr machen.

 

Aufbau friedensfördernder Maßnahmen

Entscheidend wird es sein, ob und wie es gelingt, v.a. im gesellschaftlichen Makro-Bereich und hier v.a. auf kontinentaler und weltweiter Ebene, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, die ein friedliches Zusammenleben ermöglichen, fördern und laufend verwirklichen helfen.

Folgende Schritte der Entwicklung einer Friedensspirale erscheinen notwendig:

- Feststellen der Betroffenen und der Art der Betroffenheit;

- Entwicklung von Maßnahmen, wie die jeweilige Art der Betroffenheit überwunden werden kann;

- Kommunikation zwischen den Betroffenen aufbauen;

- vertrauensbildende Maßnahmen schaffen;

- gemeinsame Ziele entwickeln;

- Kooperationen auf allen Ebenen planen, durchführen und über die Ergebnisse gemeinsam verfügen.

Bei der Verwirklichung dieser Ansätze wird es entscheidend sein, ob es gelingt, in einer Gesellschaft ausreichend viele Menschen für den Friedensdienst vorzubereiten. V.a. in der Schweizer Armee hat man sich Gedanken darüber gemacht, wie die Soldaten zugleich zu Kämpfern und Friedensstiftern ausgebildet werden können und wie das entsprechende Training dafür auszusehen hat.

 

Feststellung der Betroffenen und der Art der Betroffenheit - Entwicklung erster Aufbaumaßnahmen

In der Regel muss eine Situation genau erfasst werden, um zu wissen, wer (direkt oder indirekt) von ihr betroffen ist und um welche Betroffenheit es sich handelt. Wir kennen die Positionen des „lachenden“ bzw. „weinenden“ Dritten, aber wenn wir Zusammenhänge perspektivisch betrachten, d.h. auch die Folgen, die aus Situationen resultieren (können) ins Auge fassen, wird die Liste der (potenziellen) Betroffenen auf den verschiedenen Ebenen immer größer, und auch jede Mangelsituation bzw. Überfluss- oder Vergeudungssituation hat ihre spezifischen Konsequenzen und Betroffenheiten.20)

Aus dieser Sachlage heraus wird deutlich, dass eine möglichst präzise Lageerfassung notwendig ist. Armin Pongs hat im Anschluss an 24 berühmte Sozialwissenschaftler versucht, der Frage nachzugehen: „In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?“21) Aus den vielen Antworten ist zu ersehen, dass die Situation einer werdenden Weltgesellschaft sehr komplex ist und sehr unterschiedlich gesehen werden kann. Daraus resultieren einerseits die Notwendigkeit, besonders wichtige und aktuelle Aspekte gemeinsam zu ermitteln, und andererseits die Aufgabe, Wege einer wirksamen Kooperation zu finden, die die Nachteile der gegebenen Situation verringern und hoffnungsreiche Zukunftsszenarien für alle entwickeln hilft.

Die Fixierung der acht Millenniumsziele durch die UNO-Generalversammlung22) war ein wichtiger und gut brauchbarer Schritt einer weltweiten Feststellung von Bereichen, in denen gemeinsames Handeln erforderlich ist. Dabei sind interne Zusammenhänge der Betroffenheitsarten, die Unterschiede in der subjektiven und objektiven Betroffenheitswahrnehmung und die unterschiedlich gesehenen Zukunftsansichten sehr wichtig, wobei Lepenies schon früh die Gefahr einer Remelancholisierung und damit einer Lähmung Europas gesehen hat,23) obwohl die Kombination von Energie und Dynamik seit der Antike in Europa für ungeahnte Entwicklungen sorgte und einen Sonderweg Europas mitbegründete.24) Heute gibt es viele pessimistische Stimmen hinsichtlich der Entwicklung Europas,25) die auf früheren Warnungen vor dem Weg in die Gewalt aufbauen hätten können.26) Aber es gibt auch verschiedene Ansätze, die Zukunftsperspektiven aufzeigen.27)

Die Basis für die Überlegungen, was - weltweit - zu tun ist, muss die Frage nach den Bedürfnissen der Menschen stellen, wobei den Grundbedürfnissen der Menschen sicherlich ein besonderer Stellenwert zukommt. Aber wie Abraham Maslow gezeigt hat,28) sind auch andere Bedürfnisse der Menschen zu beachten. Aber über Maslow hinaus bzw. im Anschluss an seine späteren Überlegungen muss auch den Sinnfragen der Menschen (in ihren unterschiedlichen Formen) nachgegangen werden.

Das erste Millenniumsziel „Die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger“ deckt einen Teil der Grundbedürfnisse ab und ist daher zu begrüßen, aber es muss klar sein, dass die Grundbedürfnisse vielfältiger sind: Reine Luft und reines Wasser werden rar und sollten allen garantiert werden, Schutz vor Hitze und Kälte, Regen und Wind und entsprechende Wohnmöglichkeiten sind nicht für alle Menschen gesichert und stellen eine Grundaufgabe dar.

Nur wer selbst bereits einmal schutzlos ausgeliefert war, kann ermessen, was ein entsprechender Sicherheitsschutz bedeutet. Nur Einsame, Verlassene und Ausgestoßene können richtig nachfühlen, was soziale Kontakte, soziale Netze, soziale Beziehungen wirklich bedeuten.

Wem erwartbare Anerkennung versagt geblieben ist, weiß, wie wichtig manchen Menschen Anerkennung sein kann und dass deren Fehlen Krankheitssymptome auslösen kann. Und fast jeder strebt die Verwirklichung seiner Ziele und seiner Persönlichkeit an und ist unglücklich, wenn dies nicht gelingt.

Sowohl Antonovsky29) als auch Frankl30) haben gezeigt, dass für die Lebensgestaltung eine entsprechende Sinnfindung entscheidend und prägend dafür ist, wie Belastungen verschiedener Art ausgehalten und verarbeitet werden können.

Das zweite Millenniumsziel (Primär-)Schulbildung für alle zeigt deutlich, dass die Millenniumsziele für eine Gesamtentfaltung der Menschen offen sind. Der hervorragende UNESCO-Bericht „Bildung für das 21. Jahrhundert“31) hat diesen Ansatz weltweit weiterentwickelt und sollte von allen Verantwortlichen als Richtschnur genommen werden. Zugleich sollte darüber nachgedacht werden, dass heute viele Institutionen - und nicht nur die Schule - Orte der Bildung sein können. Die gegebene oder nicht gegebene Belastbarkeit der Menschen, Gruppen und Gesellschaften ist unterschiedlich, und die Widerstandskräfte können sehr verschieden sein, müssen aber immer mit bedacht werden. Objektive und subjektive Komponenten spielen dabei eine große Rolle.

Das dritte Millenniumsziel „Die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frauen“ ist ein altes - immer wieder missachtetes - Desiderat und kann gar nicht ernst genug genommen werden. In allen Lebensbereichen und weltweit sollte diesem Ziel Rechnung getragen werden. Viele Untersuchungen zeigen, dass überall dort, wo die materielle Situation besonders schlecht ist, die Rolle der Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft deutlich an Bedeutung zunimmt.

Die Millenniumsziele vier, fünf und sechs sind der Verbesserung der Gesundheit besonders wichtiger und aktueller Gruppen gewidmet, den Kindern, den Müttern und den HIV- und Malaria-Kranken. Hier muss viel getan werden, um Kosten und größere Schäden zu verringern. Besondere Bedeutung kommt der Prävention zu und einer Steigerung des Allgemeinzustandes der gesamten Bevölkerung, um Krankheiten besser abwehren zu können. Vorbeugen ist besser als heilen.

Das siebente und das achte Millenniumsziel sind strategisch wichtigen Themen gewidmet, die langfristig eine besondere Bedeutung haben. Das siebente Ziel „Ökologische Nachhaltigkeit“ fokussiert v.a. auf die große Bedeutung der Sicherung einer großen Biodiversität, die enorme Bedeutung der Sicherung von hygienisch einwandfreiem Trinkwasser und auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der Slumbewohner weltweit.

Das achte Millenniumsziel „Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung“ spricht wichtige Strukturprobleme im Verhältnis der Staaten zueinander und in der Zusammenarbeit zwischen so genannten Entwicklungsländern und etablierten bzw. privilegierten Ländern an und behandelt v.a. Finanzen und Schulden, Krankheiten und Arzneimittel, Kommunikation und Information und den Abbau von Handelshemmnissen, muss aber auch alle Möglichkeiten, zwischen Einzelnen, Gruppen, Organisationen und Institutionen sowie Staaten und internationalen Organisationen konstruktiv zu kommunizieren, ins Auge fassen. Eine wichtige Voraussetzung jeder praktikablen Partnerschaft ist die prinzipielle Gleichwertigkeit der Beteiligten und ein dementsprechendes Handeln aller. Die Orwell’sche Horrorvision „Manche sind gleicher als die anderen“ in seiner „Farm der Tiere“ und die alte Forderung, dass der Zweck (auch der der [vermeintlichen] Terrorbekämpfung) die Mittel nicht heiligen dürfe und die Notwendigkeit, „die Menschrechte durch die Herrschaft des Rechts zu schützen“ und daher gleiches Recht für alle zu fordern, sind (leider) noch immer aktuell und verlangen individuelles und kollektives Handeln.

 

Kommunikation zwischen den Betroffenen aufbauen

Der große - aus Österreich stammende - Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick baute seinen theoretischen Ansatz der Kommunikation auf folgenden fünf (pragmatischen) Axiomen auf, die auch in unserem Zusammenhang wichtig sind:32)

1. Kommunikation ist eine Lebensbedingung

Man kann nicht nicht-kommunizieren. Sowohl das Verhalten jedes Einzelnen als auch die Handlungen von Organisationen und Staaten haben - v.a. in der globalisierten Welt - einen kommunikativen Charakter. In der Vergangenheit lassen sich viele Isolierungs- und Abschottungstendenzen feststellen und studieren, die zum einen immer wieder von (oft dramatischen) Öffnungen abgelöst wurden, und heute wissen wir, dass Isolation und Geheimhaltung nicht mehr möglich sind. Diesem Wissen müssen entsprechende Taten folgen.

2. Kommunikation hat viele Aspekte

Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Ersterer von Letzterem bestimmt wird. Die Kommunikation misslingt, wenn die Kommunikationspartner die beiden Aspekte der Kommunikation verschieden interpretieren; man spricht zwar miteinander, versteht sich aber nicht wirklich, man spricht nicht nur aneinander vorbei, sondern glaubt dem Gehörten nicht. (Im Sinne von: Die Worte hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.)

3. Die Bedeutung von Interpunktionen für die Interpretation der Kommunikation

Auf den verschiedenen Ebenen der Kommunikation (vom Individuum bis zur Weltgesellschaft) kommt den - meist verschieden interpretierten - Interpunktionen der Kommunikation (Beginn, Unterbrechungen, Einschränkungen, Vertrauensbrüche u.a.) große Bedeutung zu. Wann hat ein Streit begonnen, wurde er vielleicht - eventuell nur in den Augen einer Seite - schon beigelegt, werden aus der unterschiedlichen Vergangenheit Erinnerungen bewusst gemacht, verdrängt oder auch vergessen? Paul Ricoeur hat darauf hingewiesen, dass nur das vergessen werden darf, was verziehen ist.33) Zum Verzeihen gehören aber beide Parteien: Täter und Opfer. Bei vielen Streitigkeiten ist (den Beteiligten) ohnehin nicht klar, wer letztlich Opfer und Täter ist, in der Regel gehören zu jedem Streit (mindestens) zwei Streitparteien. Wann kann ein Streit als (endgültig) beigelegt bezeichnet werden? Auf dem Weg zum „ewigen Frieden“ werden wir immer bleiben (müssen). Aber wenn auch Konflikte selten oder nie endgültig gelöst werden können, müssen und können sie immer dauerhaft geregelt und durch positive Erfahrungen in den Hintergrund gedrängt werden.

4. Zur Bedeutung digitaler und analoger Elemente in der Kommunikation

Analoge Elemente der Kommunikation vermitteln in der Regel die Beziehungsebene und bewirken quasi die „Färbung“ der Kommunikation, und die digitalen Elemente präzisieren in der Regel die Inhaltsebene. Kommunikation gelingt dann, wenn beide Elementegruppen übereinstimmen und von den Kommunikationspartnern gleich interpretiert werden. Oft nehmen neben den Hauptbeteiligten der Kommunikation (Haupt-Sender und Haupt-Empfänger) noch weitere Sender an der Kommunikation teil, die sich - aus welchen Gründen auch immer - zu „Stör-Sendern“ entwickeln können, und es kann auch heimliche Empfänger („Abhörer“) geben. Beides kann zu Komplikationen in der Kommunikation führen. Auch bei Konferenzen, bei denen schriftliche Unterlagen verteilt werden, findet sich oft die Bemerkung: „Es gilt das gesprochene Wort“, was dann, wenn es keine authentische und legitimierte Aufnahme dieses Wortes gibt, einen erheblichen Interpretationsspielraum lässt. Manchmal wird - zur vermeintlich größeren Klarheit - auch auf andere Texte verwiesen, was für viele (die keine Insider sind) die Information nicht unerheblich erschwert. Gelegentlich werden auch Zusammenhänge bewusst unterschiedlich interpretierbar gelassen, weil auch die Beteiligten noch keine Klarheit haben oder wollen.

5. Symmetrische und komplementäre Kommunikation

Symmetrische Kommunikation strebt die Gleichwertigkeit der Partner in allen Aspekten an. Wenn ein Partner ein Mikrofon hat und der andere nicht, wenn ein Partner die informierteren und zahlreicheren Mitarbeiter hat und der andere nicht, wenn ein Partner bei der Zuhörerschaft großes Ansehen genießt und der andere nicht, wenn ein Partner im Inhaltsbereich erfahrener und geschulter ist als der andere, wenn ein Partner wirksame Drohmittel besitzt und der andere nicht usw., dann sprechen wir von asymmetrischer Kommunikation. Dass die Partner der Kommunikation völlig gleich oder gleichwertig sind oder so gesehen werden, ist selten der Fall, sodass es für jede - langfristig wirksame und konstruktive - Kommunikation wichtig ist, dass der jeweils Stärkere nicht auf dieser Position beharrt, sondern sich auf eine Kommunikation auf gleicher Augenhöhe einlässt. Bei vielen Machtträgern ist dies de facto nicht der Fall, auch wenn internationale Verträge anderes vorsehen. Aber auch in den internationalen Strukturen gibt es noch manche „schiefe Ebenen“.

Komplementäre Kommunikationsstrukturen verweisen darauf, dass bei jeder - auch der asymmetrischen - Kommunikation beide Partner aufeinander angewiesen sind, was von den Mächtigeren (welcher Art auch immer) oft lange Zeit - meist zum beiderseitigen Nachteil - nicht gesehen wird. Machtarme Dritte können in solchen Fällen (die es zahlreich gibt) gute Dienste leisten. Österreich könnte sich zu einem solchen „Weltdienstleister“ entwickeln. Allerdings fehlen noch einige Voraussetzungen.

Auch andere theoretische Ansätze können zur Stärkung einer Welt-Kommunikation und zum langfristigen Aufbau von Verständnis und friedlicher Entwicklung genützt werden. Entscheidend wird sein, wie es gelingt, Theorien in gelebte Praxis umzusetzen.

 

Vertrauensbildende Maßnahmen schaffen

Der deutsche Soziologe Niklas Luhmann hat auf die Bedeutung von Vertrauen für den Abbau von Komplexität hingewiesen.34) In einer hochkomplexen Weltgesellschaft wird es nicht genügen, Finanzmittel und Rohstoffe zu sichern, es wird auch das „Humankapital“ zu entwickeln und zu erhalten sein, soll ein lebensfreundliches und menschenwürdiges Zusammenleben der Menschen erreicht werden. Dabei wird es darauf ankommen, das Welt-Humankapital insgesamt ins Auge zu fassen und nicht - durch welche Maßnahmen immer - für bestimmte Gruppen und Länder differenzielle Vorteile herauszuarbeiten und jeweils zu versuchen, aus den konkreten Situationen Einzelvorteile zu ziehen.

Auch hier stellt sich sowohl die Frage nach dem Menschenbild als auch die Frage nach dem Angstpotenzial in der jeweiligen Gesellschaft.35) Riemann hat deutlich auf den Doppelaspekt der Angst aufmerksam gemacht: „Einerseits kann sie uns aktiv machen, andererseits kann sie uns lähmen.“36) Dabei müssen wir uns zwei Tatsachen vor Augen halten:

1. Angst gibt es immer! Völlige Angstlosigkeit kann nicht hergestellt werden.

2. Alles kann uns Angst machen! Auf dieser Basis hat Riemann vier Grundformen der Angst entwickelt, die er auf der individuellen Ebene behandelt hat:37)

Es wird wichtig sein, Wege einer konstruktiven Bewältigung vergleichbarer Ängste auch auf Gruppen-, Staaten- und Weltebene zu finden, was hier nur angedeutet werden kann, aber eine wichtige Zukunftsaufgabe darstellt.

 

Gemeinsame Ziele entwickeln

Es ist oft schwer, Gemeinsamkeiten zwischen unterschiedlichen Menschen zu entdecken, dies stellt aber die notwendige Voraussetzung dar, diese Gemeinsamkeiten zu stützen und zu entfalten. Manchmal - wenn eine entsprechende Grundeinstellung vorhanden ist - fällt es leichter, oft überwiegen die trennenden Faktoren. Eine besondere Funktion hat in diesem Zusammenhang der Neid auf allen (potenziellen) Kooperationsebenen, worauf der aus Graz stammende und in den USA und Deutschland bekannt gewordene Soziologe Helmut Schoeck in eindrucksvoller Weise aufmerksam gemacht hat.38)

Das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen ist ein langsamer Prozess und benötigt - immer wieder - positives Feedback, das durch negative Ereignisse in den Wechselbeziehungen, v.a. wenn sie nicht ehrlich und rasch aufgearbeitet werden, schwer beeinträchtigt werden kann.

Im Augenblick prägt - durch die massenhaften Abhörmaßnahmen der USA bedingt - ein „Vertrauensbruch unter Freunden“ die Beziehungen zwischen den USA und der EU, wenigstens aus der Sicht vieler Verantwortlichen der EU, und es wird vieler Schritte bedürfen, bis das verlorene Vertrauen wieder aufgebaut werden kann. Kommunikationsbarrieren wirken dabei hemmend und behindern Kooperation.

 

Kooperationen auf allen Ebenen

Kooperation erfordert ein Zusammenwirken zumindest in den drei Bereichen von Arbeit, wie Max Scheler eindrucksvoll gezeigt hat, beim Planen, beim konkreten und koordinierten Handeln und beim gemeinsamen Verfügen über die Tätigkeitserfolge.39)

 

Planung gemeinsamen Handelns

Alle Planungsschritte müssen auf allen Ebenen (vom Individuum bis zur Weltgesellschaft) gesehen werden und gewinnen dann an Bedeutung, wenn ebenenüberschreitende Gemeinsamkeiten entdeckt, geschaffen und gestärkt werden.

1. Individuelle Ebene

Planungen auf der individuellen Ebene können sehr unterschiedlichen Charakter haben und von Träumen und vagen Hoffnungen bis zur systematischen Karriereplanung reichen.

2. Gruppenebene

Auf der Gruppenebene sind die Planungen nach Inhaltsaspekten, Verfassung der Gruppen und nach jeweiliger gesellschaftlicher Bedeutung von Gruppen sehr unterschiedlich. In den entwickelten Gesellschaften sind Planungen im wirtschaftlichen und politischen Bereich heute von besonderer Bedeutung.

In jüngster Zeit zeigt sich allerdings immer mehr, dass Kooperationen im zivilgesellschaftlichen Bereich wichtiger werden. Bei den großen Überschwemmungen im Juni 2013 war es mehr als beeindruckend, wie viele Freiwillige - v.a. auch viele junge Menschen - Katastrophenhilfe geleistet haben. Diese gesellschaftliche Kraft zu stärken und v.a. bei der Jugend zu wecken ist eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe,40) die systematisch verfolgt und in international vernetzter Weise organisiert werden soll.

3. Gesellschaftliche Ebene

Auf gesellschaftlicher Ebene hat sich Otto Rühle mit den verschiedenen Bauplänen einer (neuen) Gesellschaft in systematischer Weise beschäftigt41) und auch in anregender Weise zu den verschiedenen Ansätzen Stellung bezogen. Manche Ansätze haben zeitweise stark auf andere Ebenen ausgestrahlt und zu ideologischen Haltungen auf allen Ebenen geführt.

4. Weltebene

Auf der Weltebene wurden immer wieder Weltreiche entworfen und zum Teil auch errichtet, die mehr oder minder lange Zeit gedauert haben, auch wenn sie auf eine „Ewigkeit“ hin ausgerichtet waren, wie das „Tausendjährige Reich“ der Nationalsozialisten in Deutschland. Seit der Existenz einer Weltorganisation - Völkerbund und Vereinte Nationen - wurden systematische Überlegungen auf Weltebene häufiger. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde versucht, durch Weltkonferenzen sowohl gemeinsame Pläne zu entwickeln als auch zu gemeinsamem Handeln zu kommen.42)

Die Millenniumserklärung der UNO vom 8. September 2000 kann zwar als „Novum in der Geschichte der Entwicklungspolitik“43) bezeichnet werden, aber die Erklärung von acht (allgemeinen) Schwerpunkten zu Millenniums-Entwicklungszielen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine breite Mobilisierung der Menschen bisher nicht erreicht wurde.

 

Gemeinsam und koordiniert handeln

Es wird notwendig und günstig sein herauszufinden, in welchen Bereichen ein gemeinsames oder (wenigstens) koordiniertes Handeln erforderlich und möglich ist. Ein Menschheitsbewusstsein oder auch ein gemeinsames „Bedrohungsbewusstsein“, worin immer die Bedrohungen bestehen, kann dafür förderlich sein. Seit es eine vielfache Overkill-Capacity gibt, seit die modernen Risken44) bewusst werden und die Welt nur mehr als interdependente Welt verstehbar ist,45) wird koordiniertes und gemeinsames Handeln eine Notwendigkeit.

 

Gemeinsam über die Tätigkeitserfolge verfügen

Planen, Handeln und brauchbare Produkte werden langfristig nur dann eine Einheit bilden können, wenn eine entsprechende Teilhabe aller gesichert ist. Die Welt - in allen ihren Facetten - sollte letztendlich unser aller Angelegenheit sein bzw. werden.

Das Verfügen-Können kann sehr unterschiedlich sein, aber es muss - langfristig, subjektiv und objektiv - bei vielen (tendenziell allen) gegeben sein, und es darf keine (relevante) Gruppe geben, die ausgeschlossen wird oder sich ausgeschlossen fühlt. Letztlich muss es gelingen, immer wieder das Gemeinsame und das Verbindende vor das Egoistische und Trennende zu stellen. Das braucht kontinuierliche Anstrengungen im Denken, Handeln, Fühlen, Wollen und Tun. Das kann nur in einer „Friedensspirale“ (langsam) wachsen.

 

Bausteine einer Friedensspirale

Auf dem Weg zum Frieden stehen wir (immer wieder) ziemlich am Anfang. Es ist ein weiter Weg und es gibt keine Abkürzung. Dauerndes Training ist notwendig. Zunächst sind einige Vorfragen zu klären, und dann werden einige Stufen auf der Friedensspirale zu entwickeln versucht, weitere müssen folgen.

 

Vorfragen einer Friedensspirale

Wohin soll eine Friedensspirale führen? Wenn es auch verständlich ist, dass eine gewaltarme Vorgangsweise zur Schaffung einer stabilen Friedensordnung einer gewaltbetonten vorzuziehen ist, muss doch zunächst nach der Qualität des angestrebten Zieles gefragt werden. Auch eine Friedhofsruhe erscheint friedlich, ist aber nicht wünschenswert. In Diktaturen wagen niemand oder nur wenige, die in der Regel schrecklich dafür büßen, eine nichtkonforme Haltung. Auch in solchen Regimen herrscht Ruhe und (vermeintlich) Friede. Friede ist mehr als Nicht-Krieg. Friede kann sich überall dort entwickeln, wo eine „Entängstigung“ herrscht, wo die Grundformen der Angst von Einzelnen, Gruppen und Gesellschaften konstruktiv gestaltet werden. Riemann meint, dass alle möglichen Ängste letztlich immer Varianten von folgenden vier Grundängsten sind:46)

1. Die Angst vor der Selbsthingabe, die meist als Ich-Verlust und Abhängigkeit, Aufgabe der Selbstständigkeit, Verlust der Einmaligkeit erlebt wird.

2. Die Angst vor der Selbstwerdung, der Selbstverwirklichung, die als Ungeborgenheit und Isolierung erlebt wird.

3. Die Angst vor der Wandlung, jeglicher Veränderung, die als Vergänglichkeit und Unsicherheit erlebt wird.

4. Die Angst vor der Notwendigkeit, die als Endgültigkeit und Unfreiheit erlebt wird.

Riemann sieht diese vier Grundformen der Angst in zwei Antinomien, die uns - sowohl Einzelne als auch Gruppen und Gesellschaften - zwei paradoxe Zumutungen auferlegen, nämlich sowohl die Angst vor der Ich-Aufgabe wie die Angst vor der Ich-Werdung als auch die Angst vor Veränderung und Wandel wie die Angst vor der Endgültigkeit zu überwinden. Die Menschen müssen es lernen, in einem Sowohl - Als auch zu leben und die Angst vor dem Entweder - Oder zu überwinden. Zugleich müssen wir uns vor Augen halten, dass es viele Wege zum (Teil-)Frieden gibt und es notwendig ist, kompatible Wege zu finden und zu gehen und nicht auf bestimmten Trassen zu beharren.

 

Trennung von Streitparteien

Ein erster Schritt zum Frieden besteht darin, Kampfhandlungen einzustellen, einen Waffenstillstand zu vereinbaren und die Streitparteien zu trennen. Nur wer selbst in (tätliche) Auseinandersetzungen als (vermeintlicher) Täter oder (vermeintliches) Opfer verstrickt war, kann erahnen, wie facettenreich Trennungsszenarien sein können und welchen Gefährdungen Dritte, die quasi „dazwischentreten“, ausgesetzt sein können. Wie politisch unangenehm das Verhalten Dritter sein kann, zeigt das Verhalten der niederländischen UNO-Soldaten in Srebrenica oder der Abzug der österreichischen Blauhelme vom Golan. Zugleich spielen das Verständnis von Selbstverteidigung und die Einstellung zu einem Gewaltmonopol von Staaten eine große Rolle. Wo es selbstverständlich ist, Waffen zu besitzen, wird die Situation anders sein als dort, wo ein Waffenbesitz eine eigene Genehmigung erfordert.

Immer wieder wurde - auf den verschiedenen Ebenen - versucht, die Verwendung von Waffen einzuschränken oder den Einsatz bestimmter Waffen zu verbieten. Waffeneinsatz - wenn man sich dazu berechtigt fühlt - fasziniert und ist schwer aufzuhalten. Der Einsatzleiter während der Schulattacke in Memmingen 2012, bei der ein 15-Jähriger durchgedreht und Mitschüler bedroht hat und zum Glück niemand zu Tode gekommen ist, hat mir persönlich erzählt, dass es seine schwierigste Aufgabe war, die Polizisten, die den bewaffneten Täter am Sportplatz gestellt hatten, davon zu überzeugen, dass es nicht angemessen ist, einen 15-Jährigen, auch wenn er bewaffnet ist, zu erschießen, sondern dass andere Wege zielführender seien. Leider werden solche Verhandlungserfolge seltener dokumentiert als blutige Massaker.

 

Kommunikation herstellen

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war in Europa zum einen die Sehnsucht: „Nie wieder Krieg!“ und zum anderen das Bedürfnis „Miteinander reden“ besonders groß. In Österreich wurde im Österreichischen College und durch die ersten Alpbacher Hochschulwochen 1945 diesem Gedanken des gruppentranszendierenden Gesprächs konkret Rechnung getragen,47) und Friedrich Heer hat schon früh die Gefahr einer geschlossenen Welt aufgezeigt48) und im gelebten Christentum eine Möglichkeit gesehen, die Monade (das nur Auf-sich-selbst-Bezogen-sein) aufzubrechen und zu einem Gespräch der Feinde, vielleicht letztlich zur Feindesliebe fortzuschreiten.

Bei der Herstellung von Kommunikation ist eine behutsame Vorgangsweise notwendig, oft die Vermittlung Dritter gefragt, bis direkte Gespräche möglich werden. Grundbedingung dauerhafter Kontakte und ernsthafter Gespräche ist das Bemühen um Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit, Haltungen, die (leider) immer wieder eingemahnt werden müssen und überall, nicht nur in ehemals kommunistischen Staaten, nicht leicht hergestellt werden können.49)

Kommunikation strebt nach Intensivierung und Vertiefung und braucht entsprechende Pflege, damit gute Beziehungen Dauer haben und die Kontakte Früchte bringen. Die Kommunikationskapazitäten sind nicht nur bei einzelnen Menschen und in verschiedenen Lebensbereichen unterschiedlich, sondern auch bei Gruppen und Gesellschaften. Zu beachten sind aber nicht nur die Kommunikationspartner, die Kommunikationskanäle, Kommunikationsinhalte und die beabsichtigten Wirkungen, sondern Kommunikation ist auch abhängig von günstigen Gelegenheiten, z.B. optimalen Zeitpunkten (Kairos) und Orten, und verlangt nachhaltiges Bemühen aller Beteiligten. Markus Plate hat auf viele Ansätze, Gespräche effektiv zu gestalten, in anregender und bedenkenswerter Weise hingewiesen.50)

 

Herstellung, Nutzung und Weiterentwicklung vielfältiger Vernetzungen

Je mehr Einzelpersonen, Gruppen und Gesellschaften in den verschiedenen Lebensbereichen miteinander vernetzt sind und (immer wieder) positive Beziehungen aufbauen, desto eher wird sich friedliches Miteinander entwickeln. Gemeinsame Projekte, in die jeder Beteiligte seine Stärken einbringen kann und die gemeinsame Erfolge bringen, die auch entsprechend genützt werden, sind weitere (kleine) Schritte auf der Friedensspirale. Wichtig ist, dass möglichst alle Gruppen einer Gesellschaft, v.a. die Jugend, einbezogen wird, damit kein Gefühl des Ausgeschlossenseins oder des Überflüssigseins entsteht, das hemmend, manchmal lähmend wirkt.

Kreativität ist in allen Lebensbereichen gefragt. Meist gibt es viel mehr Möglichkeiten, als zunächst bewusst vorstellbar sind, und manche Vernetzungen verursachen auch kaum Kosten, brauchen aber Anschubfinanzierung und gesamtgesellschaftliche Wertschätzung.

 

Aufbau gemeinsamer Werthaltungen

Fast alle Staaten der Welt haben sich zum gemeinsamen Ideal der Menschrechte bekannt und zur tatsächlichen Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung verpflichtet.51)

Auf der Basis der - sehr unterschiedlichen - kulturellen Traditionen der verschiedenen Völker und Regionen sind „Kleintugenden“ zu entwickeln wie Höflichkeit, Bescheidenheit, Rücksichtnahme, Fairness usw., die mithelfen, die großen Ziele Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit zu verwirklichen.

Dabei wird immer wieder der Diskurs über Kulturgrenzen hinweg notwendig sein, der nach Ram Mall folgende Hindernisse einer interkulturellen Perspektive vermeiden muss:52)

1. Jede rigide Inkompatibilität z.B. zwischen östlichem und westlichem Denken;

2. eine stufentheoretische Entwicklung des (philosophischen) Denkens mit der Kulmination in einer bestimmten Philosophie, Kultur, Religion;

3. jeglicher Absolutheitsanspruch eines Textes oder einer Interpretation;

4. jede radikale Übersetzbarkeit oder Unübersetzbarkeit von Texten oder Kulturen.

Zugleich betont Mall, dass Erkenntnisgewinnung und Erkenntnisverwirklichung gleichrangig zu verbinden sind, wie dies im indischen Philosophieren und auch im antiken europäischen Denken eine Selbstverständlichkeit ist (war). Heute kann man sich oft des Eindrucks nicht erwehren, dass zwar alle (sehr viele) Bescheid wissen, mit den Inhalten auch einverstanden sind, aber trotzdem nichts tun, entsprechend der schrecklichen Maxime: „Alle sind dafür, keiner tut’s“.

 

Konfliktfähigkeit einüben, gepflegt streiten lernen

Trotz aller Kontakte, guten Absichten und vielfältigen Bemühungen wird es immer wieder zu Un- und Missverständnis, Streitigkeiten und Konflikten kommen. Auf allen Ebenen gesellschaftlichen Zusammenlebens muss gelernt werden, gepflegt zu streiten, Auseinandersetzungen so zu regeln, dass dies alle Beteiligten als gerecht empfinden können. Dies erfordert tendenziell eine - möglichst breite - gemeinsame Werthaltung, die vielleicht klein begonnen werden muss, wie Hans Küng in seinem Projekt Weltethos vorgeschlagen hat,53) aber gemeinsam auszubauen ist. Die Friedensspirale hört nie auf.


ANMERKUNGEN:

1) Carl von Clausewitz: Vom Kriege, Rowohlt Verlag, Reinbek 1963.

2) Johan Galtung: Eine strukturelle Theorie des Imperialismus. In: Dieter Senghaas (Hrsg.): Imperialismus und strukturelle Gewalt. Analysen über unabhängige Revolution, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 1972.

3) Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (illustriert von Michel Streich): Präambel, A. Knaus Verlag, München 2008.

4) Amt der OÖ. Landesregierung (Hrsg.): 50 Jahre Entwicklungshilfe. Hunderte Lebensbilder aus Oberösterreich und Ländern der Entwicklungszusammenarbeit. Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer berichten über ihre Einsätze, Linz 2012.

6) Ralf Miggelbrink: Lebensfülle. Für die Wiederentdeckung einer theologischen Kategorie, Verlag Herder, Freiburg, Basel, Wien 2009.

7) Immanuel Kant: Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. In: Wilhelm Weischedel (Hrsg.): Immanuel Kant: Schriften zur Anthropologie, Geschichtsphilosophie, Politik und Pädagogik 1, Werkausgabe Bd. XI., Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 1977, S.191ff.

8) Friedrich Glasl: Konfliktmanagement: Ein Handbuch zur Diagnose und Behandlung von Konflikten für Organisationen und ihre Berater, Verlag Paul Haupt, Bern 1994.

9) Alfred Klose: Ein Weg zur Sozialpartnerschaft. Das österreichische Modell, Wien 1970.

10) Christa Zuberbühler: Vom Amtsschimmel zum Rennpferd - Wenn Mediation in der öffentlichen Verwaltung Gewinner schafft. In: Klaus Zapotoczky, Christian Pracher, Herbert Strunz (Hrsg.): Verwaltung innovativ, Trauner Verlag, Linz 2007, S.231ff.

11) Georges C. Homans: Theorie der sozialen Gruppe, Westdeutscher Verlag, 6. Auflage, Köln-Opladen 1972.

12) Andrea Heubach: Generationengerechtigkeit - Herausforderung für die zeitgenössische Ethik, V&R unipress, Göttingen 2008.

13) Martin Buber: Das Problem des Menschen, Kösel Verlag, Heidelberg 1961.

14) Herwig Büchele: Gewaltfrei leben. Die Herausforderung der Bergpredigt - Utopie oder Chance? Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2010.

15) Chantal Portillo: Mahatma Gandhi - „Nein zur Gewalt“, Anaconda Verlag, Köln 2012.

16) Richard Sennett: Zusammenarbeit. Was unsere Gesellschaft zusammenhält, Hanser Verlag, Berlin 2012.

17) Friedrich Heer: Gespräch der Feinde. Europa Verlag, Wien, Zürich 1949.

18) Friedrich Heer: Europa - Das Europäische Gespräch. Eine Rede an die akademische Jugend. In: Friedrich Heer, a.a.O., S.7ff.

19) Friedemann Schulz von Thun: Miteinander Reden, Band 1, 2 und 3, Rowohlt Verlag, Reinbek 2010.

20) Andrea Heubach: Generationengerechtigkeit - Herausforderungen für die zeitgenössische Ethik. Verlag V & R Unipress, Göttingen 2008.

21) Armin Pongs (Hrsg.): In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich? Gesellschaftskonzepte im Vergleich, Band 1 und 2, Dilemma Verlag, München 1999 bzw. 2000.

22) Franz Nuscheler, Michele Roth (Hrsg.): Die Millenium-Entwicklungsziele. Entwicklungspolitischer Königsweg oder ein Irrweg? Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 2006.

23) Wolf Lepenies: Melancholie und Gesellschaft, Suhrkamp Verlag, 2. Auflage, Frankfurt/Main 1981.

24) Michael Mitterauer: Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs, C.H. Beck Verlag, 5. durchgesehene Auflage, München 2009.

25) Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2010.

26) Heiner Geißler (Hrsg.): Der Weg in die Gewalt. Geistige und gesellschaftliche Ursachen des Terrorismus und seine Folgen, Günter Olzog Verlag, München-Wien 1978.

27) Eberhard Sandschneider: Der erfolgreiche Abstieg Europas. Heute Macht abgeben, um morgen zu gewinnen, Carl Hanser Verlag, München 2011.

28) Abraham H. Maslow: Motivation und Persönlichkeit, Rowohlt Verlag, Reinbek 1981.

29) Aaron Antonovsky: Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit, Verlag Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie, Tübingen 1997.

30) Viktor E. Frankl: Zeiten der Entscheidung, Herder Verlag, 2. Auflage, Freiburg, Basel, Wien 1996.

31) Deutsche UNESCO-Kommission (Hrsg.): Lernfähigkeit: Unser verborgener Reichtum. UNESCO-Bericht zur Bildung für das 21. Jahrhundert, Luchterhand Verlag, Neuwied, Kriftel, Berlin 1996.

32) Paul Watzlawick, J.H. Beavin, D.D. Jackson: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. H. Huber Verlag, 3. Auflage, Bern 1972.

33) Paul Ricoeur: Gedächtnis, Geschichte, Vergessen, Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2004.

34) Niklas Luhmann: Vertrauen. Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität, VTB-Verlag, 4. Auflage, Stuttgart 2000.

35) Fritz Riemann: Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie. Mit einer Kurzbiografie von Ruth Riemann, Ernst Reinhardt Verlag, 38. Auflage, München, Basel 2007.

36) Fritz Riemann a.a.O., S.19.

37) Fritz Riemann a.a.O., S.27.

38) Helmut Schoeck: Der Neid und die Gesellschaft, Verlag Herder, Freiburg, Basel, Wien 1966.

39) Max Scheler: Erkenntnis und Arbeit. Eine Studie über Wert und Grenzen des pragmatischen Motivs in der Erkenntnis der Welt. Francke Verlag, Bern 1960.

40) Klaus Zapotoczky: Jugend und Freiwilligen-Engagement, Trauner Verlag, Linz 2013.

41) Otto Rühle: Baupläne für eine neue Gesellschaft, Rowohlt Verlag, Reinbek 1971.

42) Thomas Fues, Brigitte J. Hamm (Hrsg.): Die Weltkonferenzen der 90er-Jahre: Baustellen für Global Governance, Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 2001.

43) Franz Nuscheler, Michele Roth (Hrsg.): Die Millennium-Entwicklungsziele. Entwicklungspolitischer Königsweg oder ein Irrweg? Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 2006.

44) Beck Ulrich: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 1986.

45) Ulrich Beck: Weltrisikogesellschaft. Auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 2008.

46) Fritz Riemann: Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie. Mit einer Kurzbiografie von Ruth Riemann, Ernst Reinhardt Verlag, 38. Auflage, München, Basel 2007, S.27.

47) Otto Molden: Der andere Zauberberg. Das Phänomen Alpbach. Persönlichkeiten und Probleme Europas im Spiegelbild geistiger Auseinandersetzung, Verlag Fritz Molden, Wien-München-Zürich-New York 1981.

48) Friedrich Heer: Eine Frage an den Menschen von heute. In: Friedrich Heer, a.a.O., S.127ff.

49) Vaclav Havel: Versuch, in der Wahrheit zu leben, Rowohlt Verlag, 10. Auflage, Reinbek 2000.

50) Markus Plate: Grundlagen der Kommunikation. Gespräche effektiv gestalten, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Tübingen 2013.

51) Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, illustriert von Michel Streich, A. Knaus Verlag, München 2008. Präambel.

52) Ram Adhar Mall: Indische Philosophie - Vom Denkweg zum Lebensweg. Eine interkulturelle Perspektive, Verlag Karl Alber, Freiburg/München 2012. S.15ff.

53) Hans Küng: Projekt Weltethos, Piper Verlag, München 1990.