Die Herausforderungen für die Streitkräfteentwicklung am Beginn des 21. Jahrhunderts

 

Allgemeine Betrachtungen und Ableitungen für die polnischen Streitkräfte

Stanisław Zajas

 

Der Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert ist ein Zeitraum sehr wichtiger und entscheidender Veränderungen im Bereich der internationalen Politik, besonders im Bereich der Sicherheit, sowohl in der Welt, als auch in den einzelnen Staaten und Gesellschaften. Der dynamische Veränderungsprozess ist v.a. verbunden mit der Auflösung des Warschauer Pakts und mit der Gewährleitung von Sicherheit und der wirtschaftlichen Entwicklung, besonders in Europa. Polen ist Mitglied der NATO und der EU. Dank dieser Mitgliedschaften hat sich unser Sicherheitsniveau erhöht. Dies resultiert auch aus den Bündnisgrundsätzen (Art. V Washingtoner Vertrag) und der Mitgliedschaft in der europäischen Gemeinschaft. Das heißt, dass sich die NATO und die EU im politisch-militärischen Bereich auf die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen anpassen müssen. Die Wahrscheinlichkeit des Ausbruches eines globalen bewaffneten Konfliktes wird weiterhin auf sehr gering eingestuft. Die Hauptbedrohungen hingegen geht von folgenden Gefahren aus: internationaler Terrorismus, die unkontrollierte Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, der Ausbruch lokaler Konflikte, basierend auf religiösen, ethnischen, wirtschaftlichen oder auch gesellschaftlichen Spannungen, der Zerfall einiger Staaten und die internationale Kriminalität. Um Bedrohungen aus diesen resultierenden Krisensituationen zu verhindern und zu lösen, wird es ein erhöhtes Engagement seitens der NATO, der OSZE und der EU benötigen. Um an solchen Vorhaben teilnehmen zu können, müssen die Streitkräfte des Bündnisses über bereits vorbereitete Komponenten verfügen, die sich durch ihre hohe Mobilität, einer kurzen Vorbereitungszeit für länger andauernde und in weit entlegenen Gebieten militärische Handlungen auszeichnen. Neue Bedrohungen für die Sicherheit und Stabilität beinhalten eine Neukonzipierung in der Entwicklung, Verwendung, Ausrüstung und Schulung der Streitkräfte. Der Schwerpunkt solcher Kräfte verlagert sich von der klassischen militärischen Verwendung hin zur Bekämpfung von Bedrohungen. Solche sind meistens schwer zu identifizieren, tauchen plötzlich auf und stellen eine globale Gefahr für Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Militär dar. Der Besitz entsprechend ausgerüsteter und ausgebildeter Einheiten kann den obigen Gefahren heute und auch in Zukunft entgegenwirken. Durchgeführte Analysen zeigen, dass in Zukunft die Bedeutung der netzwerkzentrierten Kriegführung stetig wachsen wird. Das Grundkonzept dieser ist eine Sicherstellung der Informationsüberlegenheit durch die Schaffung eines gemeinsamen Informationsnetzwerkes. Dadurch wird die Bereitstellung von aktueller und unverzichtbarer Information über das Kampfgebiet allen Teilnehmern ermöglicht. Die Streitkräfte der Republik Polen werden die bisherige Art und Weise ändern müssen, um effektive Verteidigung zu ermöglichen und an internationalen Missionen außerhalb des eigenen Staatsgebietes teilnehmen zu können. Das Erreichen dieser Ziele und Fähigkeiten wird nicht nur von unseren nationalen Ambitionen abhängen, sondern auch von den wirtschaftlichen Mitteln unseres Staates. Polen wird sich weiterhin an der internationalen Gemeinschaft aktiv beteiligen und dadurch ein zuverlässiger Partner und Verbündeter sein, der einen bedeutenden Einsatz in der Erhaltung des regionalen und internationalen Friedens leistet.