Die Berufsoffiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt

Beiträge zur Geschichte des Bundesheeres der 1. Republik von 1934-1938

Andreas Steiger

 

Es war von durchaus militärhistorischer Relevanz, als am 29. August 19341) der Kader, die Militärakademiker und die Offiziersschüler, die bis jetzt in der Heeresschule Enns ausgebildet worden waren, mit der Bahn in Wiener Neustadt ankamen, um ihre „neue Unterkunft“ - die „Neustädter Burg“ - zu beziehen.

Gemäß Erlass des Bundesministeriums für Landesverteidigung (damalige Abkürzung = BMfLV) Zl. 19.000 von 1934 war die Aufstellung der Theresianischen Militärakademie (TherMilAk) in Wr. Neustadt angeordnet worden. Unter dem Jubel der Bevölkerung, begleitet von den Klängen der Regimentsmusik des Infanterieregiments Nr. 1, marschierten die Angehörigen der Militärakademie im Marschblock vom Bahnhof durch die Bahngasse, die mit Fahnen geschmückt war, um auf dem Antreteplatz der TherMilAk, dem Maria Theresienplatz, Aufstellung zu nehmen.2)

Von 1755 bis 1918 waren auf diesem Platz 10.966 Leutnante ausgemustert worden. Von 1934 bis zum März 1938 wurde nun wieder die Offiziersausbildung für Berufsoffiziere in der Babenbergerburg fortgesetzt, die als Folge des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 an diesem Standort für beendet erschien.

Ab dem 1. September 1934 führte die Akademie bei der Ausmusterung wieder die Bezeichnung „Theresianische Militärakademie“. Anlässlich der Ausmusterung besuchte Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg die Feierlichkeiten. Der Jahrgangserste des Ausmusterungsjahrganges, Wachtmeister Erwin Starkl,3) brachte dabei den Dank über die Wiederkehr in einer Ansprache zum Ausdruck, dass „…wieder an altehrwürdiger Stätte junge Offiziere das goldene Portepee empfangen“.4)

Zusätzlich zu der vorhandenen Bausubstanz an der Militärakademie galt es, umfangreiche bauliche Adaptierungen vorzunehmen. 1935 wurden eine Kraftwagen-, Artillerie-, Fliegerübungs- und eine Geschützhalle errichtet. Im Jahr 1936 wurde das vorhandene Stallgebäude aufgestockt und die kleine Theresianische Reithalle zu einem Schlafsaalgebäude umgebaut, um die nachfolgenden Jahrgänge dementsprechend unterzubringen. Ebenso wurde im Akademiepark eine provisorische Schießstätte eingerichtet. Rund um die Burg wurde der historische Burggraben wiederhergestellt und in der Burg der Audienzsaal (Saal der „Vier Jahreszeiten“) und der Maria-Theresien-Rittersaal neu eingerichtet.5)

 

Aufgaben und Gliederung der Militärakademie

Die Militärakademie fiel in die Regelungskompetenz der Ausbildungsabteilung, die der Sektion I des BMfLV angehörte. Die Ausbildungsabteilung regelte u.a. auch alle Angelegenheiten für die höheren Offizierskurse, für die Militärmittelschule, die Ausbildung der Einjährig Freiwilligen (EF) und die Angelegenheiten der Überlieferungspflege. Die Militärakademie pflegte neben der eigenen Tradition auch die Überlieferung der ehemaligen Technischen Militärakademie und der ehemaligen Franz-Joseph-Militärakademie. Wie alle Truppen des Bundesheeres trugen auch der Kader und die Militärakademiker die 1933 eingeführten Uniformen der k.u.k. Monarchie. Der 1752 gegründeten Offiziersausbildungsstätte oblag die Heranbildung des Offiziersnachwuchses für alle Waffengattungen des Bundesheeres der 1. Republik. Hierzu wurden die aufgenommenen Bewerber in einem dreijährigen Lehrgang zu Offizieren ausgebildet. Zudem gab es in der 1. Republik eine Offiziersschule, die dem Kommando der TherMilAk unterstellt war. Ihr oblag die Heranbildung von militärisch begabten, als Unterführer erprobten Truppenunteroffizieren, die keine Mittelschulreife hatten, zu Oberoffizieren bis zum Dienstgrad Hauptmann. Diese wurden in einem zweijährigen Lehrgang zu Oberoffizieren herangebildet. Aufnahmebedingungen in das Akademikerbataillon der TherMilAk waren die voraussichtliche Eignung für den Offiziersberuf, die Absolvierung des EF-Kurses und die erfolgreiche Ablegung der Aufnahmeprüfung. Aufnahmebedingungen für die Offiziersschule waren die voraussichtliche Eignung für den Offiziersberuf, sechs Truppendienstjahre und die erfolgreiche Ablegung der Aufnahmeprüfung.6)

Die TherMilAk war wie folgt gegliedert:7) Siehe Skizze Gliederung (Quelle wie FN 7 Eduard Muhr)

Das Akademiekommando: Ihm gehörten der Akademiekommandant, die Adjutantur, Wirtschaftsstelle, Rechnungsstelle und Kanzleistelle an. Der Akademiekommandant (AkKdt) führte den Dienstgrad eines Generalmajors oder eines Obersten des Generalstabes.

Als Stellvertreter des AkKdten fungierte der rangälteste als ständiger Lehrer eingeteilte Offizier des Generalstabes oder des Truppendienstes.

Das Akademiekommando unterstand in allen Personal-, Ausbildungs- und Fachangelegenheiten dem Heeresinspektor des BMfLV; in allen sonstigen Beziehungen unmittelbar dem BMfLV. In wirtschaftlicher Hinsicht war die TherMilAk auf das Kommando der Wirtschaftsabteilung der 2. Division angewiesen. Der AkKdt führte das Ortskommando in Wr. Neustadt. In wichtigen Angelegenheiten wurde das unmittelbare Einvernehmen mit dem 1. Divisionskommando hergestellt. Beim Lehrkörper wurde zwischen ständigen und nicht-ständigen Lehrern, (Offiziere, Beamte der Heeresverwaltung) und Zivilbundesbeamten (Bundeslehrer) unterschieden. Als Hilfslehrer und Lehrgehilfen wurden auch Truppenunteroffiziere herangezogen.8)

Der erhöhte Bedarf an Truppenoffizieren führte zu einer Aufstockung der Kompanien des Akademikerbataillons. Im Jahr 1934 gliederte sich das Akademikerbataillon in das Bataillonskommando und drei Kompanien. In der A-B-Kompanie erfolgte die Ausbildung zu Offizieren der Infanterie und Kavallerie, in der C-Kompanie jene zu Offizieren der Artillerie und Flieger und in der D-Kompanie zu Offizieren der Pioniere und Telegraphisten (Tel).9) Ab dem Jahr 1935 bestand das Akademikerbataillon aus dem Bataillonskommando und vier Kompanien, da die A-B-Kompanie in eine A- und B-Kompanie aufgeteilt wurde.10)

Das Akademikerbataillon war in den Jahren 1936 und 1937 in das Bataillonskommando und fünf Akademikerkompanien (A-,B-,C-,D-,E-AkKp), die in drei altersmäßige Jahrgänge (I = 1. jüngster Jahrgang, II, III) innerhalb der Kompanie aufgeteilt waren, gegliedert.

- A-AkKp (IA, IIA, IIIA): Ausbildung zu Offizieren der Infanterie, Kavallerie und Fahrtruppe,

- B-AkKp (IB, IIB, IIIB): Ausbildung zu Offizieren der Infanterie, Kavallerie und Fahrtruppe,

- C-AkKp (IC, IIC, IIIC): Ausbildung zu Offizieren der Artillerie (1936 auch Fliegertruppe),

- D-AkKp (ID, IID, IIID): Ausbildung zu Offizieren der Pioniertruppe und der TelTruppe,

- E-AkKp (IE, usw.): Ausbildung zu Offizieren der Fliegertruppe. Diese Kompanie wurde seit dem Schuljahr 1936/1937 aufgestellt. Die praktische Ausbildung der Militärakademiker der Fliegerklasse erfolgte bei der in Wr. Neustadt untergebrachten Schulstaffel mit der Bezeichnung „Th“ des Fliegerregiments.

Ebenfalls hatte die TherMilAk eine Akademie-Schwadron in Form einer kombinierten Dragonerschwadron. Diese war für die Ausbildung der Militärakademiker (MAk) im Reiten, im praktischen Kavalleriedienst zu Pferd, im Dienst bei der Kavallerie mit MG-Zügen sowie für die Schulung der Sattlung, Zäumung, Bespannung und Packung der Pferde und Tragtiere aller Waffengattungen verantwortlich.

Der Akademie-Kraftfahrzug (als kombinierter Kraftfahrzug) war zur Ausbildung der MAk im Kraftfahrwesen und zur raschen Durchführung von Transporten und Verlegungen bei Übungen und Besprechungen bestimmt.

Die Militärpfarre war für den römisch-katholischen Seelsorgedienst und für die Matrikelführung aller Akademieangehörigen verantwortlich.

Das Akademiespital war wie eine Krankenabteilung eines Truppenkörpers ausgestattet. Der Akademiechefarzt war gleichzeitig der Kommandant des Akademiespitals.

Die Mannschafts- und Hilfspersonalabteilung umfasste die an der TherMilAk den allgemeinen Hausdienst versehenden Soldaten, Beamten der Heeresverwaltung, Vertragsangestellten, Arbeiter und Arbeiterinnen. Das Kommando dieser Abteilung führte ein vom AkKdo eingeteilter Offizier.

Die Wirtschaftsverwaltung „Fohlenhof“ war für die Bewirtschaftung der nicht als Exerzier-, Reit- und Übungsplätze verwendeten Flächen der Liegenschaft der TherMilAk zuständig.

Der Forstverwaltung „Nasswald-Bleibüchse“ oblag die Verwaltung der zum Besitz der TherMilAk gehörigen Wälder. Diese waren nicht im unmittelbaren Areal der Militärakademie, sondern in der Ortschaft Nasswald angesiedelt. Ein Gebäude der Forstverwaltung war für die Angehörigen der TherMilAk als Erholungsheim ausgebaut worden.11)

Nachfolgend werden die Stationen der Aufnahmeprüfung, beginnend mit den vorbereitenden Maßnahmen in der Schulausbildung, bis zur Aufnahmeprüfung zum Berufsoffizier im Jahr 1936 dargestellt.

 

Die Mitwirkung der Schulen für die Aufnahmeprüfung

Die Militär-Mittelschule in Graz-Liebenau

Die Militär-Mittelschule in Graz-Liebenau hatte einen Lehrplan wie ein Oberrealgymnasium und diente vorrangig der Heranbildung des Offiziersnachwuchses für die TherMilAk. Es war jährlich eine Platzgebühr von 960 Schilling zu entrichten, wobei es anlassbezogen auch eine Ermäßigung gab. Nach Ablegen der Reifeprüfung mussten die Absolventen jedoch wie alle Bewerber für die Berufsoffizierslaufbahn die EF-Ausbildung positiv abschließen, um zur Aufnahmeprüfung antreten zu können.12)

 

Die vormilitärische Jugenderziehung in den Schulen

Eine Initiative des BMfLV zusammen mit dem BM für Unterrichtswesen war es, eine vormilitärische Jugenderziehung an den Mittelschulen und sonstigen militärischen Lehranstalten durchzuführen. Die im Herbst 1936 zur EF-Ausbildung eingerückten Maturanten nahmen im Schuljahr 1935/1936 erstmalig an der vormilitärischen Jugenderziehung teil, soweit diese in den Gegenständen unterrichtet wurde. Dies betraf das Exerzieren beim Turnunterricht, das Kartenlesen in Geographie, die Heeresorganisation im Fach Geschichte, das Strichmaß im Fach Mathematik und Waffenwirkung im Fach Physik.13)

Die vorliegenden Rückmeldungen der Truppenkörper an die vorgesetzten Dienststellen lassen jedoch den Rückschluss zu, dass die vormilitärische Jugenderziehung 1936 noch nicht ganz in den Schulen umgesetzt worden war.14)

 

Die Meldung von interessierten Maturanten in der 8. Klasse für die EF-Ausbildung

Die Bundeserziehungsanstalten hatten an die Zentraldirektion der österreichischen Erziehungsanstalten interessierte Maturanten zur EF-Ausbildung zu melden. Dabei wurde zwischen der Personengruppe der Reserveoffiziersanwärter und der Berufsoffiziersanwärter unterschieden. Für die Berufsoffiziersanwärter wurden in Form einer Zöglingsbeschreibung oder einer Heimnachricht an die Zentraldirektion persönliche Daten übermittelt. Die Rückmeldung beinhaltete die Punkte körperliche Beschaffenheit (Entwicklungszustand, Gesundheitszustand), Begabung (Auffassungsgabe, Konzentrationsfähigkeit, Arbeitstempo, Ausdauer, Sonderbegabung, Neigungen), Charakter (auffallende Charaktereigenschaft); Verhalten (Ordnungs- und Reinlichkeitssinn, Verhalten zur Anstaltsordnung, Verantwortlichkeitsgefühl gegen die Anstaltseinrichtungen) und eine Gesamtbeurteilung, die mit Ratschlägen zur Körpererziehung und Charakterbildung abschloss.15)

 

Die Maßnahmen bei der Truppe für die Vorbereitung der Aufnahmeprüfung an die Theresianische Militärakademie im Jahr 1936

Mit Stand 1. Jänner 1936 strebten ca. 800 EF die Ausbildung zum Berufsoffizier an. In den I. Jahrgang der TherMilAk konnten aber nur rund 150 Bewerber aufgenommen werden. Da zudem aus administrativen Gründen nicht mehr als 250 Bewerber für die Aufnahmeprüfung zugelassen wurden, wurde in einer Regelung darauf hingewiesen, dass die Mehrheit der Bewerber bereits im EF-Kurs auszuscheiden war.16) Zur Feststellung der Eignung zum Berufsoffizier wurde bei jedem Bewerber Folgendes beurteilt: das Alter, die Tauglichkeit aufgrund der ärztlichen Begutachtung für Soldaten des Bundesheeres, der militärische Ausbildungserfolg einschließlich der Führungsnote, die Allgemeinbildung, die absolvierten Mittelschulen und der Schulerfolg, das allfällige Hochschulstudium, abgelegte Staatsprüfungen und erworbene akademische Grade, die allfällige Berufsbetätigung oder Arbeitslosigkeit vor dem Eintritt in das Militärassistenzkorps. Das Gesamtbild aus diesen Merkmalen ergab den Allgemeineindruck.17) Die Truppenkommandanten hatten unter Einbeziehung der Zwischenvorgesetzten vom Ausbildungsoffizier aufwärts die Gradabstufung des Allgemeineindruckes für jeden einzelnen Bewerber zu bestimmen. Die von den Zwischenvorgesetzten abgegebenen Werturteile wurden in einer Niederschrift festgehalten. Die Regimenter erstellten ebenfalls jeweils eine Rangliste der Bewerber für die Aufnahmeprüfung in die Militärakademie.18) Überdies legte das BMfLV besonderen Wert darauf, dass auch die Divisions- und Regimentskommandanten und die zuständigen Waffeninspektoren den allgemeinen Bildungsgrad, das Auftreten und die militärische Bildungsfähigkeit der Bewerber kennenzulernen hatten. Die Divisionskommanden schlugen aufgrund des in ihrem Bereiche gewonnenen Überblicks und nach der Rangliste der Truppenkörper/Regimenter die Zahl der von jedem EF-Kurs für die Aufnahmeprüfung zuzulassenden Bewerber vor und führten die Namen der in den Umfang fallenden Bewerber truppenkörperweise in einer alphabetischen Liste an.19)

 

Die Beweggründe der Offiziersanwärter zum Eintritt in die Militärakademie

Für Offiziersanwärter (OA) Hess Karl (Jhg. 1937) gab es verschiedene Gründe, den Offiziersberuf zu wählen. Vorrangig war es die schlechte Wirtschaftslage in den 1930er-Jahren. Seit 1926 Halbwaise, wollte er seine Mutter, die ohne Pensionsgeld die Familie zu erhalten hatte, nicht mit einem Hochschulstudium finanziell belasten. Da er sportlich interessiert war, sagte ihm der Soldatenberuf mit der Möglichkeit, Offizier oder Staatsbeamter zu werden, zu.20) Nach der Matura an der Grazer Handelsakademie 1931 war OA Walter Figura (Jhg. 1936) wie die meisten seiner Mitschüler arbeitslos und erleichtert, als er im März 1933 zum steirischen Alpenjäger-Regiment Nr. 10 einrücken konnte. Obwohl das Taggeld gering war, war es die ausreichende Verpflegung beim Heer, die ihn für den geringen Sold entschädigte.21)

Nach Ablegung der Mittelschule in Graz war im Maturajahrgang von OA Franz Seebacher (C-Kp Jhg. 1938/II) allgemein die Tendenz groß, das EF-Jahr zu absolvieren, weil die Wehrpflicht damals in Österreich auch vorauszusehen war und sich so ein vermehrter Bedarf an „jungen“ Berufsoffizieren abzuzeichnen schien.22)

Nach der Rückkehr von einem über ein Jahr andauernden Aufenthalt als Gastarbeiter kam OA Hans Brandner (Jhg. 1936) mit einem ausgeprägten österreichischen Nationalgefühl zurück. Weil Brandner arbeitslos war, trat er als „Freiwilliger“ im März 1933 in das Alpenjägerregiment 8 in Wels ein. Dort wurde er auf die Möglichkeit der Bewerbung zur Offiziersausbildung hingewiesen.23) OA Ferdinand Albrecht (A-Kp 1938/II) rückte als EF in die Stiftkaserne ein. Der Beweggrund war einerseits die schlechte wirtschaftliche Lage, und zum anderen wollte er finanziell unabhängig vom Elternhaus sein. Die Vorauswahl erfolgte schon während der Ausbildung zum EF. Für ihn spielte auch die damalige Werbung für das Heer eine Rolle.24)

Gemäß Familientradition hätte OA Otto Felsenstein (C-Kp Jhg. 1938/II) nach der Mittelschule ein Studium an der Technischen Universität anstreben sollen. Nach der Frühpensionierung seines Vaters gab es bei seinen älteren Geschwistern, die an der TU studierten, finanzielle Schwierigkeiten. Ein von ihm angestrebtes Technikstudium hätte eine zusätzliche Belastung dargestellt. Dem Rat seiner Freunde folgend, absolvierte er das EF-Jahr beim Leichten Artillerieregiment 1 in der Wilhelmskaserne.25)

Auch OA Peter Podhajsky (C-Kp Jhg. 1938/III) gehörte zu jenen Anwärtern, deren Väter und Großväter schon in der Armee gedient hatten. Nach der Matura 1936 in Linz galt es, sich für den Offiziersberuf oder für ein Technikstudium in Wien zu entscheiden. Da seine Schwester in Wien studierte, wollte Podhajsky seine Eltern finanziell nicht noch mehr belasten. Obwohl sein Vater Oberst des Generalstabes war, gab es finanzielle Probleme. Nach dem EF-Jahr entschied er sich für die Offizierslaufbahn, wohl auch deshalb, da ihm die Ausbildung zusagte. Als EF rückte er bei der Gebirgsartillerieabteilung 4 ein, bei der es viele Übungen im Mühlviertel und am Dachstein gab. Es gab einen harten Drill und den Ehrgeiz, bei den Paraden die Infanterie zu übertreffen. Der Sold mit 50 Groschen pro Tag war für ihn sehr gering.26)

OA Mario Duic (C-Kp 1938/II) war seit 1933 Student an der juridischen Fakultät in Graz. Im Rahmen einer Studienunterbrechung absolvierte er das EF-Jahr 1935/1936. Da er Gefallen am Militär fand und im drohenden Bewusstsein der NS-Bedrohung für die Republik Österreich meldete er sich zur Aufnahmeprüfung für die Militärakademie 1936.27)

 

Regelungen für die Aufnahmeprüfung 1936 durch das Kommando der Militärakademie

Für die Aufnahmeprüfung an der TherMilAk wurde ein Einberufungsverzeichnis erstellt. Jene Bewerber, die dort nicht aufschienen, schieden automatisch von der weiteren Bewerbung aus. Für die zugelassenen Bewerber fand die schriftliche, mündliche und praktische Prüfung in Wr. Neustadt „divisionsweise geblockt“ in folgender Reihenfolge statt: 1. Division (Div) und 2. Div und Heerestelegraphenabteilung vom 13. Juli bis 18. Juli 1936, 3., 4., und 5. Div vom 20. Juli bis 25. Juli; 6., 7. Div und Schnelle Division und Luftstreitkräfte vom 27. Juli bis 1. August 1936. Die Bewerber trafen jeweils einen Tag vor Prüfungsbeginn in Wr. Neustadt ein, mit Gewehr und Patronentaschen ausgerüstet. Zurücktretende oder durch Krankheit verhinderte Bewerber waren unmittelbar vor der Prüfung dem Akademiekommando bekanntzugeben. Den Prüfungsvorgang bestimmte der Kommandant der TherMilAk. Nach den Prüfungen kehrten die Bewerber zu ihren Truppenkörpern zurück. Die Aufnahme in die TherMilAk mit dem Einrückungstag am 30. September 1936 wurde für alle Bewerber gleichzeitig an „einem Tag im August“ verlautbart. Anfragen wegen des Prüfungserfolges vor diesem Zeitpunkt wurden mit der Anmerkung „zwecklos“ vom Kdo der TherMilAk vermerkt. Die den Gesuchen für die Aufnahmeprüfung beigegebenen Personaldokumente wurden jeweils nach Beendigung der Prüfung (durch das Kdo der TherMilAk) den Bewerbern wieder ausgefolgt. Schien auch in diesem Erlass alles geregelt, so war man seitens des BMfLV über die hohe Anzahl an Bewerbern überrascht, sodass im Mai weitere Einschränkungen festgelegt wurden. Trotz der erschwerenden Bestimmungen meldeten sich 619 Bewerber für die Aufnahmeprüfung. Da nur 150 aufgenommen wurden, die Durchprüfung von 619 Bewerbern aber schon aus organisatorischen Gründen nicht möglich war, wurde nach genauer Berücksichtigung aller Umstände die Zahl der zur Aufnahmeprüfung zugelassenen Bewerber auf 333 beschränkt.28)

Mit Rücksicht auf die dienstliche Notwendigkeit eines „jungen“ Offiziersnachwuchses wurden für die Aufnahmeprüfung, kategorisiert nach Jahrgängen und Empfehlungen, wie folgt zugelassen: die 1917, 1916, 1915 geborenen Bewerber, insoweit sie beim Allgemeineindruck „besonders empfohlen“ oder „sehr empfohlen“ waren. Die 1914 geborenen Bewerber, wenn sie „besonders empfohlen“ waren.29)

 

Die Gegenstände für die Aufnahmeprüfung in die TherMilAk im Jahr 1936

Die Aufnahmeprüfung für die TherMilAk erfolgte schriftlich, mündlich und praktisch. Der Prüfungsstoff war einer Beilage zu entnehmen, die von der Hilfsämterdirektion des BMfLV unentgeltlich durch die EF bezogen werden konnte. Die schriftliche Prüfung erstreckte sich auf die Gegenstände Thema des allgemeinen Wissens, Geschichte, Mathematik und Geometrie, Heereskunde, Dienstvorschrift und Geländelehre.30)

Für das Thema des allgemeinen Wissens war eine Ausarbeitung gefordert, die es ermöglichte, über die „Urteilsfähigkeit des Bewerbers sowie über dessen Fähigkeit, seinen Gedanken einen logisch richtigen und stilgerechten Ausdruck zu geben, ein möglichst zutreffendes Urteil zu gewinnen.“ Dabei wurden auch die Rechtschreibung und die äußere Form bewertet, wobei es den Bewerbern frei gestellt war, aus einem Verzeichnis verschiedenartiger Themen eines zu wählen und zu bearbeiten.31)

Die mündliche und praktische Prüfung umfasste die Gegenstände Geographie, Geschichte, Physik, Chemie, Felddienst und Gefechtslehre, Waffen- und Schießwesen, Körper- und Nahkampfausbildung.32)

Die Körper- und Nahkampfausbildung umfasste Geräteturnen (Reck, Barren, Pferd), Leichtathletik (Schnelllauf über 100 m, Langlauf über 1.500 m, Hochsprung, Weitsprung, Handgranatenwurf), Radfahren und Schwimmen (über 50 m, Springen, Tauchen). Beim Gegenstand „Gefechtslehre und Felddienst“ erfolgte die Prüfung im Gelände. Für alle Waffengattungen war der Prüfungsstoff: Kenntnis der Exerzier- und Gefechtsvorschriften für den einzelnen Schützen und die Schützengruppe, Kenntnis der Begriffe Aufklärung, Erkundung, Beobachtung, Tarnung, Verschleierung, Verbindung, Nachrichtenübermittlung und Sicherung. Den Waffengattungen wurden für die Gegenstände „Gefechtslehre und Felddienst“ zusätzlich folgende Aufgaben zugewiesen: Die Infanterie hatte eine „Aufgabe“ in der Schützengruppe zu lösen, wobei auf eine kurze und klare Befehlsgebung bei der Beurteilung Gewicht gelegt wurde. Bei der Artillerie waren die Kenntnis der Obliegenheiten der in der Batterie Eingeteilten und das Verständnis für die Aufgaben der Artillerie Prüfungsstoff. Für die Pionier- und Telegraphentruppe war das Verständnis für die Verwendung ihrer Truppe bei Aufgaben für die Gruppe und den Zug Prüfungsstoff. Im Bereich des Waffen- und Schießwesens gab es eine allgemeine Prüfung, deren Inhalte für alle Waffengattungen gleich angewandt wurden, und eine auf die Waffengattungen bezogene spezifische Prüfung. Die allgemeine Prüfung beinhaltete die gemeine Kenntnis der zuständigen Infanteriewaffen, wie sie im EF-Kurs gelehrt wurden, das Gewehr und seine Wirkung, die Schießregeln für den einzelnen Schützen und das Feuer des einzelnen Schützen. Die spezifische Prüfung für die Waffengattungen beinhaltete für die Infanterie bzw. Kavallerie das Wesen und die Wirkung des leichten Maschinengewehres und die allgemeine Schießlehre. Für die Artillerie wurde das Wissen über das beim leichten Artillerieregiment befindliche Artilleriegerät und die elementaren Bestimmungen der Schießvorschrift für die Artillerie geprüft.33)

Es gilt nun, Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen! OA Erich Zanzinger (B-Kp Jhg. 1938/II) rückte am 9. September 1935 zur EF-Kompanie des Infanterieregiments 15 mit 90 Offiziersanwärtern ein. Die psychologische Eignungsprüfung erfolgte in der Rossauer-Kaserne. Praktisch war für die Aufnahmeprüfung eine kleine Gefechtsübung in der Kinsky-Allee zu lösen. Am 1. Oktober 1936 trat er in den I. Jahrgang (B-Kompanie) ein. Sein Jahrgangskommandant war Hauptmann Rudolf Marvan-Schlosser.34)

Die Aufnahme erfolgte „sicher nicht nur nach dem Prüfungsergebnis“, sondern auch nach einer Überprüfung der politischen Einstellung der Familie der Bewerber, denn zu dieser Zeit war ein „Kampf zwischen dem Nationalsozialismus und der Vaterländischen Front voll im Gange“ - so OA Konstantin Forestier (B-Kp Jhg. 1938/I).35)

 

Die Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie

Die an der Militärakademie (in Enns) durchgeführte Ausbildung des I. und II. Jahrgangs zum „Einheitsoffizier“ bei Spezialisierung des III. Jahrgangs auf die verschiedenen Waffengattungen (ab 1929 erfolgte diese in den Fachschulen) wurde 1934 neu aufgestellt. Die Trennung der Waffengattungen erfolgte nun von Beginn des I. Jahrganges an. Insgesamt wurden 62 Gegenstände in den verschiedenen Klassen gelehrt. Der Sprachunterricht erfolgte auf freiwilliger Basis, wobei sechs Sprachen angeboten wurden. Im I. und II. Jahrgang gab es zweieinhalb Monate praktische Ausbildung, im III. Jahrgang dauerte die praktische Ausbildung viereinhalb Monate.36)

Zur Veranschaulichung sei die Stundeneinteilung des II. Jahrgangs der C-Kompanie (Artillerieausbildung) im Wintersemester 1936/1937 dargestellt:37)

Die Eignung der Militärakademiker und der Offiziersschüler für den Offiziersberuf wurde nach den Kriterien Persönlichkeitswert, der Bewährung und dem Erfolg in der fachlichen Ausbildung beurteilt. Der erkannte Persönlichkeitswert und die bewiesene Bewährung wurden am Ende jedes Schulhalbjahres für alle Militärakademiker und Offiziersschüler in einer Führungsnote festgelegt. Über die Zuerkennung der Führungsnote entschied der Kommandant der TherMilAk nach Anhören der Lehrerkonferenz.38)

Der Erfolg in der fachlichen Ausbildung wurde durch die Einheitssumme in allen Gegenständen festgestellt und ziffernmäßig zugeordnet.39)

Besonderes Hauptaugenmerk wurde auf die Führungsnote gelegt. Militärakademiker und Offiziersschüler, die „ungenügend“ in der Führungsnote hatten oder beim Jahresabschluss in einem oder mehreren Gegenständen nach kommissioneller Überprüfung die Bewertung „ungenügend“ erhielten, wurden vom weiteren Besuch des Akademikerbataillons bzw. der Offiziersschule ausgeschlossen. Jeder Lehrer hatte über die von ihm unterrichteten Militärakademiker und Offiziersschüler Vormerkungen zu führen, die über das Verhalten und den Lernerfolg Aufschluss gaben. Marwan-Schlosser vermerkte dazu: „Die Führungsnote wurde durch die Lehrerkonferenz festgelegt und bewertete das persönliche Auftreten und Durchsetzungsvermögen der Offiziersanwärter.“ Der Lehrkörper konnte mit der für die Führungsnote festgesetzten Punkteanzahl einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Rang nehmen.40)

 

Die Ausbildung an der Militärakademie in der Reflexion von Zeitzeugen

Aufbauend auf dem als EF bei der Truppe erworbenen praktischen militärischen Wissen war das Ausbildungspotenzial in der TherMilAk im I. Jahrgang auf die Festigung theoretischer Wissensgebiete ausgerichtet. Praxisorientierte Ausbildung in Führung und Gefecht der verbundenen Waffen wurde ebenso ausreichend geboten. Die Lebensbedingungen bezüglich Unterkunft, Verpflegung und Bekleidung waren ausgezeichnet, so OA Alfred Furtmüller (C-Kp Jhg. 1938/II).41)

Die Ausbildung erfolgte theoretisch und praktisch im Akademiepark. Die Gefechtsübungen wurden in der Nähe der Akademie abgehalten. Im I. Jahrgang erfolgte im Winter 1935 die Schiausbildung auf der Turracher Höhe und die Sommer- und Kletterausbildung im Dachsteingebiet. Im II. Jahrgang erfolgten im Winter 1936 die Schiausbildung bei Innerkrems und die „Eisausbildung“ im Sommer in den Zillertaler Alpen. Während an der Militärakademie die Ausbildungsmittel und die Verpflegung mehr als genug vorhanden waren, galt es bei der Truppe in dieser Hinsicht zu sparen.42)

 

Der Offiziersanwärter und sein Leben an der Militärakademie

Die Flieger und die Artilleristen waren nicht in der Burg untergebracht, sondern bewohnten eine lang gestreckte Baracke mit großen Schlafsälen zwischen Burg und Neukloster. Die Schlafsäle dort waren für bis zu 30-40 Personen konzipiert und mit guten Sanitäranlagen ausgestattet.43)

Es gab Schlafsäle für 40 Mann und pro Mann ein Nachtkästchen und einen Schrank. Die Stahlrohrbetten waren in vier Reihen zu elf Betten aufgestellt und in Linie ausgerichtet. In jeder der vier Bettreihen ruhten ein „Burgherr“ und zehn ihm unterstellte rangniedrigere Angehörige anderer Jahrgänge. Der Zimmerkommandant konnte von seiner Schlafecke aus über die an den Saalsäulen angebrachten Wandspiegel den ganzen Saal überblicken. Zimmerkommandant im Schlafsaal des I. Jahrganges war der Rangdritte des III. Jahrganges, im Saal des II. Jahrganges der Rangzweite des III. Jahrganges und der Kompanie-Erste des III. Jahrganges mit dessen Jahrgang in dessen Schlafsaal.44)

In den Lehrsälen stand zusätzlich jedem Militärakademiker ein Schrank mit zwei Laden zur Verfügung. Die Ausstattung an Unterrichtsmaterial war im Verhältnis dazu großzügig, die Bekleidung war nach Maß für die allgemeinen Verhältnisse der damaligen Zeit zufriedenstellend. Neben der militärischen Erziehung wurde großer Wert auf allgemeines Benehmen gelegt.45) Der Dienst wurde am Antreteplatz vor dem Maria Theresien-Monument mit zwanzigminütigen sportlichen Freiübungen begonnen. Anschließend wurde ein ca. ein Kilometer langer Lauf absolviert. Danach begann die Unterrichtstätigkeit. Das Mittagessen wurde bataillonsweise in zwei Speiseräumen geschlossen eingenommen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde der Unterricht fortgesetzt.46) Die Notlage Österreichs in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg war den OA bewusst. Hinter den Mauern der Militärakademie lebten diese aber ohne Sorge. Täglich fuhren 25 Militärakademiker mit dem Bus nach Wien, um Aufführungen in der Oper bzw. im Burgtheater mitzuverfolgen. Zudem wurden repräsentative Bälle in Wien besucht und der Eintritt finanziert. Hinzu kam noch der Besuch eines Tanzkurses in Wien. Im Monat September gab es zusätzlich zu den Sommerurlauben zwei Wochen Urlaub.47)

 

Die Einführung der Bundesdienstpflicht und die Auswirkungen auf die Berufsoffiziersausbildung an der Militärakademie

Unter dem Titel „Bundesdienstpflicht“ wurde 1936 die allgemeine Wehrpflicht im ÖBH eingeführt. Diese dauerte bis zum 42. Lebensjahr bzw. für Offiziere bis zum 60. Lebensjahr.48) Da die Truppe dringend Offiziere brauchte, hatte auch die Militärakademie von ihrem Kader Offiziere abzugeben. Als Problem für das Kdo TherMilAk stellte sich der befohlene Abgang von sechs Offizieren dar, wobei selbst eine an das BMfLV vorgelegte erhöhte Belastung der betroffenen Offiziere durch die erhöhte Anzahl der Auszubildenden kein Einlenken seitens des BMfLV bewirkte.49) Überlegungen seitens der BMfLV gab es auch bezüglich einer vorzeitigen Ausmusterung des II. Jahrganges gleichzeitig mit dem III. Jahrgang am 20. März 1937, um die gewünschte Anzahl von zwei Offizieren pro Unterabteilung zu erreichen. Die vorzeitige Ausmusterung des II. Jahrganges fand jedoch nicht statt.50)

Zusätzlich zur Anhebung der Zahl der Berufsoffiziersanwärter ab 1934 für die Ausbildung an der Militärakademie stellte die militärische Führung 151 außer Dienst gestellte Offiziere als Vertragsbedienstete ein. Eine zusätzliche Wiedereinstellungsaktion, die 700 ehemalige Offiziere umfassen sollte, kam aber im vollen Umfang nicht zur Geltung.51)

Aufgrund der Personalaufstockung des Bundesheeres durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wurde der Jahrgang außerhalb des bisherigen Septembertermins schon im März ausgemustert, um den Bedarf an Offizieren bei der Truppe zur Verfügung zu haben.52) Für diesen Personenkreis wurde in der Zeit vom 15. bis 26. Februar an der TherMilAk und in der Zeit vom 1. März bis 16. März bei Verlegung des Standortes für den Dienst bei der Truppe praktisch ausgebildet. Die Militärakademiker der Fliegerklasse wurden vom 17. Februar bis 16. März 1937 beim Fliegerregiment Nr. 2 in Thalerhof ausgebildet.53)

Am 20. März 1937 fand die „letzte“ Ausmusterung in der 1. Republik mit 147 Militärakademikern des III. Jahrganges und zehn Offiziersschülern statt. Neben Bundespräsident Wilhelm Miklas waren die Bundesminister Odo Neustädter-Stürmer und Edmund Glaise von Horstenau bei dieser Feierlichkeit anwesend.54)

Obwohl nun 157 Offiziere zur Truppe gelangten, war die geplante Einteilung von zwei Offizieren pro Unterabteilung mit 1. April 1937 jedoch nur bei den motorisierten Verbänden, bei den Waffengattungen Luftschutz, bei der Kavallerie und bei den Pioniertruppen gegeben.55)

 

Das „letzte“ Stiftungsfest in der 1. Republik - damals am 14. Dezember 1937!

Symbolisch mit dem Stiftungsfest56) am 14. Dezember 1937 ging das Ausbildungsjahr an der Militärakademie zu Ende. Zu diesem Zeitpunkt konnte wohl niemand wissen, dass dies das letzte Stiftungsfest für einen längeren Zeitabschnitt werden sollte.

Erst anlässlich der Wiedereröffnung der Militärakademie in Wr. Neustadt im Rahmen eines Staatsaktes in der 2. Republik fand wieder ein Stiftungsfest in der Babenbergerburg statt - damals am 14. Dezember 1958.

 


ANMERKUNGEN:

1) Anlässlich des 75. Ausmusterungsjubiläums der Jahrgänge 1938 I, II, III wurden im Rahmen eines Symposiums an der Militärakademie im April 2013 noch elf lebende Absolventen in Erfahrung gebracht. Namentlich gilt es dabei hervorzuheben: Major außer Dienst (aD) Dr. technischer Diplom-Ingenieur (Dipl.-Ing.) Langer Alfred (B-Kp 1938/II), der als einziger Zeitzeuge beim Symposium „zur Verfügung“ stand und der Militärhistoriker und langjährige Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, Hauptmann a.D. wirklicher Hofrat Dr. Johann-Christoph Allmayer-Beck (C-Kp/Jhg. 1938 III). Zu den Gedächtnisprotokollen, die vom Verfasser mit den Zeitzeugen erstellt wurden, sei folgender Hinweis gegeben: Die in Klammer stehende Bezeichnung mit dem Buchstaben stellt die Kompanie/Waffengattung dar, so diese dargestellt (vgl. dazu Kapitel: Aufgaben und Gliederung der Theresianischen Militärakademie), wo die jeweilige Bedeutung der Buchstaben dargestellt wird. Der Jahrgang (Jhg.) mit der Jahreszahl bezeichnet das Jahr der Ausmusterung. Die römischen Buchstaben im Jahr 1938 bezeichnen das Monat und den Stichtag der Ausmusterung: I = 1.(3.) April, II = 1. Juni, III = 1. September.

2) Vgl. Die Ausmusterung an der Militärakademie im September 1934. In: Nachrichtenblatt des Vereines „Alt Neustadt“. 8. Jahrgang. Nr.3/4. (1934), S.4f.

3) Major Erwin Starkl (1955-1956) war der erste Kommandant in der Zweiten Republik, als die Militärakademie in Enns war.

4) Ausmusterung im September 1934, a.a.O., S.4.

5) Vgl. Alexander Gerber (Ausmusterungsjahrgang 1911): Zur Geschichte der Theresianischen Militärakademie. Übersichtsschemata. Wr. Neustadt 1935. S.3.

6) Vgl. Eduard Muhr: Die bewaffnete Macht. Lehrbehelf für den Gegenstand „Heereskunde“ an der Theresianischen Militärakademie. Beilage VII. Nur für den Dienstgebrauch. Wr. Neustadt am 23. Februar 1937. S.3.

7) Vgl. Ebenda, S.4.

8) Vgl. Ebenda., S.3.

9) Vgl. Gerber, a.a.O., S.3.

10) Vgl. Rudolf F. Marwan-Schlosser: Die Neustädter Burg. Ein historischer Überblick 1194-1984. Wr. Neustadt 1985. S.73.

11) Vgl. Muhr, a.a.O., S.5. Anmerkung des Verfassers: Die Forstverwaltung Nasswald im Bezirk Neunkirchen/Niederösterreich ist nicht mehr eine Liegenschaft der Militärakademie.

12) Vgl. Muhr, a.a.O., S.5.

13) Vgl. Meldung des Kommandos der 8. Brigade. (BMfLV Zl. 25.500-Ausb. 1936, Abschnitt VI., Pkt. 23. Salzburg am 19. November 1936).

14) Siehe zur Auswirkung der vormilitärischen Jugenderziehung in den Schulen. Meldung der Fliegerabwehrbatterie an das Kommando der Luftstreitkräfte. (Geschäftsstück Nr. 1611. Wien am 2. November 1936);. Antwort des 8. Brigadekommandos (BMfLV Erl. Zl. 25.500-Ausb. von 1936, Abschnitt VI., Pkt. 23. Salzburg am 19. November 2011).

15) Siehe zu den Inhalten der Meldung an die Zentraldirektion. Zöglingsbeschreibung der Klasse 8.a. der Direktion der Bundes-Erziehungsanstalt Traiskirchen. Meldung vom 22. Juni 1936. Heimnachricht der Bundeserziehungsanstalt für Knaben. Wien XIII. Wien am 22.Juni 1936.

16) Vgl. Auswahl der Bewerber. Aufnahmsprüfung für die Theresianische Militärakademie. (BMfLV 1044-Ausb/1936 vom 14. Jänner 1936).

17) Siehe die Gradabstufung beim Allgemeineindruck in Fußnote 27.

18) Vgl. Vorgangsweise zur Erstellung der Rangliste für Regimenter. (BMfLV 5.767-2/33).

19) Vgl. Rangliste der Bewerber für die Aufnahmsprüfung. (Kommando der 1. Division. 5611-MA-Ausb/1936).

20) Vgl. Oberst i.R. (in Ruhe) Hess-Karl (Jhg. 1937): Gedächtnisprotokoll. Wien am 17. August 2004.

21) Vgl. Major i.R. Regierungsrat Walter Figura (Jhg. 1936): Gedächtnisprotokoll. Graz am 20. September 2001.

22) Vgl. Major i.R Dr. Franz Seebacher (C-Kp 1938/II): Gedächtnisprotokoll. Graz am 29. September 2002.

23) Mjr a.D. Kommerzialrat Ing. Hans Brandner (Jhg. 1936): Gedächtnisprotokoll. Wängle am 10. August 2001.

24) Regierungsrat Oberst der Reserve Ferdinand Albrecht (A-Kp 1938/II): Gedächtnisprotokoll. Wien am 30. August 2003.

25) Mjr a.D. Otto Felsenstein (C-Kp Jhg. 1938/II): Gedächtnisprotokoll, Wien am 10. Februar 2001.

26) Peter Podhajsky (C-Kp Jhg. 1938/III): Gedächtnisprotokoll. Wien am 30. Juli 2001. Eine Zigarette kostete damals 10 Groschen.

27) Generalmajor i.R. Dr. Mario Duic (C-Kp 1938/II): Gedächtnisprotokoll. Wien am 23. September 2003.

28) Vgl. Aufnahmsprüfung 1936 (BMfLV 13.400-Ausb/1936 vom 9. Mai 1936).

29) Die Gradabstufung beim Allgemeineindruck „Sehr empfohlen“ wurde jenen Bewerbern zuerkannt, deren Heranbildung zum Berufsoffizier bei genauer Beurteilung der Punkte zur Eignung zum Offizier wünschenswert erschien. Als „besonders empfohlen“ wurden jene Bewerber beschrieben, die bei einem sehr günstigen Gesamtbild „Eignung zum Offizier“ durch Persönlichkeitswert, Bewährung, fachliche Eignung und Allgemeinbildung hervorstachen, „die einem Offizier zukommende Wesensart daher schon besitzen“. Siehe dazu: Auswahl der Bewerber. Aufnahmsprüfung für die Theresianische Militärakademie. (BMfLV 1044-Ausb/1936. Regelung vom 14. Jänner 1936).

30) Vgl. Auswahl der Bewerber. (BMfLV 1044-Ausb/1936 vom 14. Jänner 1936).

31) Vgl. Gegenstände des allgemeinen Wissens. Beilage 2 zur Aufnahmsprüfung für die Theresianische Militärakademie im Jahr 1936 (Theresianische Militärakademie 1. 154-Adj/1936. Wr. Neustadt vom 11. Jänner 1936.).

32) Vgl. Auswahl der Bewerber. (BMfLV 1044-Ausb/1936 vom 14. Jänner 1936).

33) Vgl. Umfang für militärische Gegenstände. Beilage 1 zur Aufnahmsprüfung für die Theresianische Militärakademie im Jahr 1936 (Theresianische Militärakademie 1. 154-Adj/1936. Wr. Neustadt vom 11. Jänner 1936).

34) Vgl. Oberst i.R. Erich Zanzinger (B-Kp Jhg. 1938/II): Gedächtnisprotokoll. Suben im Dezember 2003.

35) Vgl. Oberst i.R. Konstantin Forestier (B-Kp Jhg. 1938/I): Gedächtnisprotokoll. Innsbruck am 5. Mai 2002.

36) Vgl. Gerber, a.a.O., S.3.

37) Vgl. Stundeneinteilung der Akademikerklasse II C des Winterhalbjahrs 1936/1937. (Kommando der Theresianischen Militärakademie. 7030 - Adj/1936).

38) Vgl. Beurteilungsschlüssel für die Militärakademiker und Offiziersschüler. (BMfLV 21.500-Ausb/1935 vom 3. Juni 1935).

39) Zur gleichmäßigen Bewertung der Leistungen in den Lehrgegenständen galten folgende Bezeichnungen mit Ziffernwert: Vorzüglich (5): Bei voller Beherrschung des Stoffes und tadelloser Wiedergabe in Wort, Schrift oder Ausführung. Sehr gut (4): Bei voller Beherrschung aller wesentlichen Teile des Stoffes und nur geringer Unterstützung durch den Lehrer für die richtige Wiedergabe und Ausführung. Gut (3): Bei Beherrschung aller wesentlichen Teile des Stoffes und größerer Unterstützung durch den Lehrer. Genügend (2): Bei Kenntnis und Verständnis der wichtigsten Grundsätze und Teile des Stoffes, entsprechender Wiedergabe oder Ausführung mit größerer Unterstützung durch den Lehrer. Diesbezüglich musste das Ziel des Unterrichtes noch erreicht sein. Ungenügend (1): Wenn Kenntnis und Verständnis der wichtigsten Grundsätze und Teile des Stoffes mangeln oder die Ausführung durchaus schlecht war. Somit galt das Lehrziel als nicht erreicht. Siehe dazu: Beurteilungsschlüssel für die Militärakademiker und Offiziersschüler (BMfLV 21.500-Ausb/1935 vom 3. Juni 1935).

40) Vgl. Marwan - Schlosser, a.a.O., S.74.

41) Vgl. Regierungsrat Hauptmann a.D. Alfred Furtmüller (C-Kp Jhg.1938/II): Gedächtnisprotokoll. Stockerau am 23. Oktober 2002.

42) Vgl. Oberst i.R. Karl Hess (Jhg. 1937): Gedächtnisprotokoll. Wien am 17. August 2004.

43) Vgl. Hauptmann a.D. wirklicher Hofrat Dr. Johann Christoph Allmayer-Beck (C-Kp/Jhg. 1938 III): Gedächtnisprotokoll. Wien am 6. August 2001. Siehe auch die Beiträge im Buch: Johann Christoph Allmayer-Beck: Herr Oberleitnant, det lohnt doch nicht! Kriegserinnerungen an die Jahre 1938 bis 1945. Wien 2013.

44) Vgl. Marwan - Schlosser, a.a.O.; S.75.

45) Vgl. Zanzinger, a.a.O.

46) Vgl. Forestier, a.a.O.

47) Vgl. Major a.D. Robert Prochazka (C-Kp Jhg. 1938/I): Gedächtnisprotokoll. Wien am 29. November 2001.

48) Vgl. Erwin Steinböck: Das Bundesheer der Ersten Republik 1918 - 1938. Teil 1. Organisation und Bewaffnung. In: Militaria Austriaca. Folge 7. Wien 1991. S.17.

49) Vgl. Lehrerbelastung vom 1./4. bis 31./8. 1937. (Kdo der Theresianischen Militärakademie zu Zahl 240-Adj/1937. Beilage 4. Wr. Neustadt am 09. September 1937).

50) Vgl. Vorzeitige Ausmusterung des II. Jahrganges. (BMfLV Ausb/37 GZ 8.395 vom 20. Jänner 1937).

51) Vgl. Steinböck, a.a.O., S.17.

52) Der Dienst bei den Truppenkörpern wurde durch die ausgemusterten Offiziere am 1. April 1937 angetreten.

53) Vgl. Praktische Ausbildung der zur Ausmusterung gelangten Militärakademiker und Offiziersschüler im Februar und März 1937. (BMfLV 2.700-Ausb/1937 vom 5. Februar 1937).

54) Vgl. Die Ausmusterung am 20. März 1937. In: Nachrichtenblatt des Vereines „Alt-Neustadt“. Nr. 2., 11. Jhg. (1937) S.11-18.

55) Vgl. Offiziersersatz und Ausbildungsplan für die Theresianische Militärakademie. (BMfLV 2.814-Ausb/1937 vom 1. April. 1937. Verschluss).

56) Diese „Traditionsfeier“ erinnert „damals wie heute“ an die Gründung der ältesten Militärakademie durch „Kaiserin“ Maria Theresia am 14. Dezember 1751.