Die Widerstandsfähigkeit des Islamischen Staates 

(Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie: Band 5/2016)

 

Die erfolgreiche Bekämpfung des IS erfordert einen umfassenden Plan. Der derzeitige Schwerpunkt liegt jedoch auf einer Militärstrategie, welche die Luftangriffe der internationalen Anti-IS-Koalition mit Bodentruppen kombiniert. Die Eindämmungsstrategie der Koalition hat die Expansion des IS in Syrien und im Irak verlangsamt indem das vom IS beherrschte Territorium kleiner wird, seine Einnahmen schrumpfen und weniger ausländische Kämpfer in das sogenannte Kalifat gelangen. Allerdings wird damit das “Phänomen IS“ in seiner vollen Wirkungsmöglichkeit und Bandbreite nicht auszulöschen sein. Denn die Autorin dieses Bandes, Basma Salama, weist auf die Mehrschichtigkeit des Problems hin, indem der IS nicht nur einen Quasi-Staat (Kalifat), sondern auch eine transnationale Terrororganisation mit einer Ideologie von globaler Reichweite darstellt. Deshalb wirkt der IS einerseits so stark und gefährlich – das ist aber andererseits auch die Erklärung dafür, dass seine Bekämpfung ebenfalls vielschichtig zu erfolgen hat und kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen erfordert. In einer einfachen Graphik, die aus dem IFK-internen Diskurs zu dieser Problematik hervorgegangen ist,  wird der Strategie-Mix von Daesh – so ein anderer Name für die radikal-islamistische sunnitische Gruppierung – sehr anschaulich dargestellt und gibt auch bereits einen Hinweis auf dessen mögliche Absichten und Zielsetzungen.

 

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse und Entwicklungen in Europa stellt sich somit immer dringlicher die Frage, wie nachhaltig dieses Phänomen, wie widerstandsfähig das Terrorregime eigentlich ist. Die Autorin untersucht daher, wie sich das Terrorregime finanziert, wo und wie Kämpfer rekrutiert werden, mit welchen Argumenten die brutale Herrschaft legitimiert wird und woher die Waffen kommen. Aspekte der militärischen Fähigkeiten und der Kampfkraft des IS finden daher ebenso Eingang wie die Frage nach der Wirksamkeit bisheriger Bekämpfungsmaßnahmen von Seiten der Anti-IS-Koalition. Verständlicherweise steht aber die “Überlebensfähigkeit“ des IS im Mittelpunkt der Bestandsaufnahme, die mit der nun vorliegenden Kurzstudie vorgenommen wird. Der analytische Zugang liefert dabei  gewissermaßen auch gleich die Prüffragen, anhand derer man Erfolg oder Misserfolg bei der zukünftigen Bekämpfung des IS  ableiten kann.