Die Streitkräftebasis der Bundeswehr

Kreativ - Effizient - Modern

Im Einsatz erfolgreich!

Wolfram Kühn

 

45 Jahre standen sich im Kalten Krieg die Streitkräfte der NATO und des Warschauer Paktes im übertragenen Sinne, an der innerdeutschen Grenze auch physisch auf Waffenreichweite gegenüber. Kalter Krieg, das bedeutete die lineare Konfrontation mechanisierter Großverbände in einem geografisch eindeutig identifizierbaren Raum. Das Ende des Kalten Krieges 1990, die Wiedervereinigung und nachfolgend die volle Souveränität Deutschlands sowie die ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr brachen in diese gut geordnete Welt ein. Das Schlagwort dieser Jahre war das der „Friedensdividende“. Personelle und materielle Abrüstung sowie die Reduzierung der Ausgaben für den Verteidigungshaushalt standen im Vordergrund der politischen Agenda für die Bundeswehr im wiedervereinigten Deutschland - der „Armee der Einheit“. „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen“, war die Devise des Kalten Krieges bis 1990. Gut elf Jahre später brachte der Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 den endgültigen Paradigmenwechsel im sicherheitspolitischen Umfeld. Heute bestimmen reale Einsätze und realer Kampf das Tagesgeschäft der Bundeswehr. „Vom Einsatz her denken“ und „Alles, was nicht dem Einsatz dient, ist nachrangig“, so lauten die Vorgaben der Gegenwart sowie der absehbaren Zukunft. Für die „Armee im Einsatz“ steht gemeinsames, zielorientiertes Handeln im gesamten Fähigkeitsspektrum inklusive des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus im Mittelpunkt. Die Transformation der Bundeswehr setzt diese Schwerpunktsetzung konsequent um und ermöglicht als Methode eine permanente, schnelle und fließende Anpassung an die Einsatzrealität. Sie verhindert, dass die Bundeswehr sich quasi als Dinosaurier auf Kriege und Einsätze von gestern vorbereitet. Dies erfordert Kreativität und Innovationskraft, aber auch die Abkehr von bis dahin selbstverständlichen Strukturmerkmalen, wie z.B. der weitgehenden Eigenständigkeit von Heer, Luftwaffe und Marine. Neben dem rein wirtschaftlichen Druck, der teure Redundanzen nicht mehr erlaubt, ist es die Einsatzrealität der Bundeswehr, die auf allen Ebenen die Einsicht prägt, dass Einsätze grundsätzlich nur noch streitkräftegemeinsam stattfinden können. Die Frage, aus welcher Teilstreitkraft eine Fähigkeit im Einsatz zur Verfügung gestellt wird, ist irrelevant. Relevant ist lediglich, ob sie professionell und durchhaltefähig verfügbar ist. Die Streitkräftebasis (SKB) ist zugleich Produkt und Motor der Transformation der Bundeswehr. Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass Heer, Luftwaffe und Marine ihre Fähigkeiten gezielt und flexibel in den modernen, komplexen und in ihrer konkreten Ausprägung kaum noch antizipierbaren Einsätzen zum Ansatz bringen können. Die SKB ist quasi ein Gemeinschaftsunternehmen von Heer, Luftwaffe und Marine. Die Teilstreitkräfte (TSK) haben Aufgaben an die SKB outgesourced, die jetzt von der SKB für alle TSK gleichermaßen erbracht werden. Wir gehen damit einen Weg, den auch viele andere zivile Großunternehmen bereits gegangen sind und auch andere Nationen gehen wollen.

Nach wie vor ist aber die SKB ein weltweit einzigartiges Modell ohne Vorgänger und ohne Mitbewerber. Ihre Aufträge und Aufgaben konnte die SKB seit ihrer Aufstellung im Jahre 2000 parallel zum Aufbau des Organisationsbereiches friktionsfrei und mit hoher Qualität leisten. Das Potenzial der SKB ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Durch den Ansatz „Das Beste aus zwei Welten“, die des Militärs und die der Wirtschaft miteinander zu verbinden, kann eine ganz neue Qualität militärischer Fähigkeiten erreicht werden, die Beiträge zu den Einsätzen noch effizienter, noch wirkungsvoller und noch professioneller machen wird. Wir erreichen so mit höherer Professionalisierung einen wirtschaftlicheren Ansatz der zur Verfügung stehenden Mittel.