Globale Strategie: Die Geopolitik der USA

Auswirkungen auf Politik und Strategie - von der Western Reserve über den Panama-Kanal zur Gegenküste und Energiepolitik (Teil 2)

Friedrich W. Korkisch

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 standen die USA an den eurasischen Gegenküsten und waren die einzige Macht, die ohne Schäden den Weltkrieg führen und siegreich beenden konnte, für sie wurde bereits 1944 der Begriff „Superpower“ geprägt. Die europäischen Mächte waren marginalisiert und schlossen sich mit den USA in der NATO zusammen. Die Sowjetunion versuchte zwar in mehreren Anläufen bis Mitte der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts gegenüber den USA aufzuholen, scheiterte aber an ihrem Unvermögen, Rüstung und Zivilgüterproduktion vernünftig aufeinander abzustimmen und war um 1980 eine gigantische Konkursmasse. Mit dem Zerfall der Sowjetunion blieben die USA als einzige globale Hegemonialmacht zurück. Als 1947 die U.S. Air Force gegründet wurde, schufen die Teilstreitkräfte innerhalb dieser Führungsbereiche ihre Teilstreitkraftkommanden. Mit der Gründung der NATO wurden die Führungsgrenzen im Atlantik abgeändert und das Kommando in Panama wurde das Southern Command (SOUTHCOM, ab 1963). Durch den Department of Defense Reorganization Act of 1958 wurden die Kompetenzen dieser Unified Commands erweitert. 1962 wurde das Army Strike Command (STRICOM) gegründet, das 1972 zum Readiness Command (REDCOM) wurde. Des Weiteren erfolgte eine Trennung in Unified Commands (mit Geographic Areas of Responsibility) und Specified Commands. Es kam 1983 zur Gründung des U.S. Central Command (CENTCOM) und der Unified Command Plan (UPC, der erste Plan stammte aus dem Jahr 1946) wurde nun alle zwei Jahre überarbeitet. Durch den Goldwater Nichols Department of Defense Reorganization Act of 1986 erhielten diese Kommanden mehr Rechte aber auch mehr Aufgaben, etwa im Zusammenhang von der regionalstrategischen Planungen (Contingency Planning). Kommanden mit Kampfaufgaben wurden nun Combatant Commands bezeichnet. 1987 wurde das Special Operations Command (SOCOM) gegründet. 1992 wurde das SAC aufgelöst wurde, dessen Bomber an das neue Air Combat Command gingen und die ICBM an das Air Force Space Command und die anderen strategischen Aufgaben an das Strategic Command (STRATCOM). 1999 wurde das Joint Forces Command gegründet (JFCOM). 2002 wurden erneut umfangreiche Änderungen vorgenommen: Nordamerika wurde zum NORTHCOM und bis zur Arktis und auf ganz Mexiko ausgedehnt, die Bereiche United States Pacific Command (PACOM) und SOUTHCOM bis zur Antarktis erweitert, der gesamte Ostatlantik ging zu United States European Command (EUCOM), das Weltraumkommando (SPACECOM/ STRATCOM) wurde für die Frühwarnung zuständig. 2007 wurde USAFRICACOM gegründet, nahm Ende 2008 seine Arbeit auf und ersetzet das bis dahin auch für diesen Kontinent zuständige EUCOM. 2009 kam es zur Neugründung eines strategischen Kommandos für alle A-Waffenplattformen und Verbände, außerdem zum Cyber Command (CYBERCOM). Ergänzend sei hinzuzufügen, dass die regionalen-globalen Einteilungen des Außenministeriums und der CIA sich mit den Combatant Commands nicht decken.