Comprehensive Approach 3.0: „Triple Nexus“

Der Impakt von Resilienz auf internationales Krisen- und Konfliktmanagement

Ursula Werther-Pietsch

Die Anzeichen eines bevorstehenden weltpolitischen Paradigmenwechsels sind mehr als evident; durch das Erstarken von Eigeninteresse, Autokratie und Realpolitik bei wachsender Ungleichheit und ungleicher Ressourcenverteilung ist die Welt einem tiefgreifenden Wandel ausgesetzt.1) Unter diesen geänderten Rahmenbedingungen ist eine Neukonfiguration des Engagements der internationalen Staatengemeinschaft in Krisen- und Konfliktregionen naheliegend und zeichnet sich auch bereits ab. In diesem Artikel sollen daher die Grundlagen des internationalen Krisen- und Konfliktmanagements (IKKM) „wiederbesucht“ und kritisch neu bewertet werden.

Nicht nur die geopolitischen Konstellationen haben gewechselt: „Big deal“-Außenpolitik der USA, Dominanz des Bilateralismus, aber auch Unterminierung der regelbasierten Stabilität des internationalen Systems, ideologisch wie politisch nicht friktionsfreies Aufsteigen Chinas zur künftigen Weltmacht, konsequente Allianzen und eigenmächtige „Nachbarschaftspolitik“ Russlands, mangelnde Weltpolitikfähigkeit der EU. Zudem sind Instabilitätsfaktoren eingetreten: Erosion des europäischen Nachkriegseinigungswerks, Polarisierung durch die neuen Machtzentren, Konkurrenz unter „Newcomern“ am internationalen Parkett wie den BRICS-Staaten sowie die Herausforderung der „alten Ordnung“ der Vereinten Nationen 1945 durch nichtstaatliche Akteure. Dazu kommt eine auch globalisierungsbedingt erhöhte Mobilität und Migration, die weitreichende Folgen individueller Lebensentscheidungen neben jene des staatlichen Handelns stellt. Schließlich haben die Anforderungen an Soforthilfe im Umfeld von Gewalt und Flucht, intensivierte Bemühungen um Friedensvermittlung, Anfang und Ende breit aufgestellter Wiederaufbauprozesse sowie ein notwendiger neuer Fokus auf „Women, Peace and Security“2) die Parameter verschoben.

Auch bei nur sanfter Adaption der bisherigen Konzepte der Staatengemeinschaft, wichtiger Akteure des IKKM wie den USA, der NATO, der EU, aber auch Österreichs an Erkenntnisse aus der aktuellen „Resilience“-Debatte lässt sich ein neuer Kurs in Richtung eines „Comprehensive Approach 3.0“ (CA) legen, der ihn zu einem erfolgreichen Toolset für Konflikttransformation machen könnte: Wie in den folgenden Kapiteln gezeigt werden soll, fehlt aus heutiger Sicht - in Anlehnung an Sven Biscops Einschätzung zur neuen Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der EU - ein „coherent full spectrum force package“.3)

Neue sicherheitspolitisch relevante Trends im IKKM

Um eine fundierte Antwort auf die geänderten Rahmenbedingungen für das IKKM geben zu können, sollen zunächst die großen Trends betrachtet werden, die Folgewirkungen auf strategischer wie operativer Ebene mit sich bringen.

Ein erneuerter CA wird erstens eine gesteigerte Kraft von staatlicher Souveränität ins Visier nehmen müssen. Es ist ein Faktum, dass sich auf der einen Seite weltweit ein Trend zu wiedererstarkender Souveränität abzeichnet. Dies lässt sich aus der Verhaltensweise der Staaten auf multilateraler Ebene ableiten, die - vermehrt auf Eigeninteresse gestützt - internationale Verpflichtungen untergraben kann.4) Auf der anderen Seite erlebt Selbstbestimmung aus Gründen der Eigenständigkeit, Abgrenzung und bleibender Ressourcenknappheit5) einen Aufschwung, wodurch dem Prinzip im Völkerrecht ein höherer Stellenwert einzuräumen sein wird, als dies bisher der Fall war. Katalonien, Schottland, Kosovo, Kurdistan - unterschiedliche Szenarien, die jedoch gemeinsam haben, dass sie nicht mehr dem kolonialen Kontext eines Selbstbestimmungsrechts, das sich an den Unabhängigkeitsbestrebungen am afrikanischen Kontinent orientiert hat,6) entstammen. Das Völkerrecht wird vermehrt mit Übergangsregelungen von fragilen Situationen zu friedlichen und stabilen Staaten wie dem Law of Transition-Projekt der Universität Leiden aufwarten müssen,7) um relevant zu bleiben. Die alte Dichotomie Krieg/Frieden ist der dynamischen Sichtweise eines „ius post bellum“ bereits teilweise gewichen.8)

Dazu kommt zweitens, dass Konfliktprävention - lang gepredigt, nie verwirklicht - als die kostengünstigste Variante im Spektrum internationaler Friedenseinsätze zu einer immer realistischeren Aktionsschiene im IKKM wird. Diesen Durchbruch belegt die 2018 veröffentlichte „Pathways for Peace“-Studie der Weltbank und des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP9)) mit Ziffern: Quantifizierungen der Einsparungen durch vorbeugendes Handeln schwanken, je nach Einschätzung, zwischen
5 und 70 Mio. USD pro Jahr.10) Von der Ausrufung einer „Culture of Prevention“ 1999 durch den damaligen UNGS Kofi Annan bis hin zur „Action for Peace Initiative (A4P)“ 2018 des derzeitigen Amtsträgers Antonio Guterres sind zehn Jahre intensiver Auseinandersetzung mit hybriden Szenarien vergangen, die zu einer Priorisierung von präventiven Maßnahmen geführt haben.11) Diese Suche hat einen anspruchsvollen Innovationsauftrag an die internationale Gemeinschaft ergeben: Prävention bedeutet wirksame Transformation und tiefen Eingriff in die kulturelle Sphäre. Das geht über eine im Raum stehende bloße „Versicherheitlichung“ des CA - aus einer einseitigen Schutzperspektive als Antwort auf Migration heraus begriffen - weit hinaus.

Drittens und am bedeutendsten finden Umbrüche im Bereich des universell anerkannten Menschenrechts-regimes sowie des durch die UNO-Generalversammlung geschaffenen „soft law“ wie zum Beispiel die Agenda 2030 („Sustainable Development Goals“, SDGs) statt. Die aktuellen Arbeiten von Joseph Stiglitz über die
„History of Standards“12) nehmen den Zusammenbruch des an die Entwicklungsländer nicht angepassten und damit Ungleichheit perpetuierenden internationalen
Systems sowie das Umschlagen der Konzepte von offener Weltwirtschaft in Isolationismus und Protektionismus
nahezu vorweg. Fortschreitender Klima- und Technologiewandel, Digitalisierung, fragmentierte Gesellschaften und zum Teil konfrontative Ethik sind ein Spiegel der These, dass die Suche nach gemeinsamen Werten auf internationaler Ebene13) deutlich von einem kalten, multipolaren Zustand der Gleichberechtigung, interessengeleiteter Rivalität und hart erkämpfter Kompromisse wechselnder Partner abgelöst wurde.

„Do ut des“ als neues Leitprinzip internationaler Beziehungen - die Ernüchterung des Koskenniemi‘schen Universalismus aus dem Menschenrechtszeitalter
(„There must be something above sovereignty“14)), das einer taktischen Beweglichkeit Platz macht - ist die Folge. So verlor das allgemeine Völkerrecht an Reichweite, Bedeutung und Befolgungseffektivität.15) Es durchlief eine Periode der Fragmentierung durch Spezialregime („self-contained regimes“) wie dem internationalen Klimaschutz, die wiederum zunehmend bilateralen Absprachen weichen. Mangels Konsenses über die großen Linien tendierten die Normsetzungsforen für eine gerechte globale Politik im UNO-Rahmen zu detailreichen Verästelungen - etwa der Überwachung von komplizierten Umsetzungsprozessen durch Indikatoren - und schlitterten in eine Sackgasse. So wurden aus anfänglich gut gemeinten Konkretisierungsempfehlungen immer unüberblickbarer werdende flächendeckende Zwangsübungen. Die UNO wird dabei in die Rolle einer global agierenden NGO ohne politisches Gewicht gedrängt, ganz abgesehen von den nicht erledigten Reformschritten wie etwa der notwendigen Rekonfiguration im Sicherheitsrat.

Schließlich hat sich auch die Ausrichtung des Staates nach innen (wieder) verändert. Die Konfrontation mit immer wiederkehrenden, nicht-konsekutiven Abfolgen von Problemstellungen führt zu einer anwendungsorientierten Interpretation des in der EU-Globalstrategie 2016 ausgerufenen „principled pragmatism“ (Kapitel 2)16) auf nationaler Ebene. Außenpolitisch heißt das, dass die EU bei grundsätzlicher Einbettung in das Wertesystem der UNO selbst mehr Gewicht auf strategische und operative Zielsetzungen legen wird und sich die Tür für „angepasste“ Lösungen offenhalten will.

Grundlagen und Auswirkungen dieser Trends, auf die durch eine Anpassung des CA reagiert werden kann, werden im Folgenden aufgezeigt.

Begriffsbestimmungen

Internationales Krisen- und Konfliktmanagement

Den weiteren Ausführungen dürfen zu diesem Zweck drei Definitionen vorangestellt werden. Der „Comprehensive Approach“ bietet einen Handlungsrahmen für das IKKM. Dieser Ansatz bezweckt,

„Ressourcen der Diplomatie, der Entwicklungszusammenarbeit, der zivilen Friedenskräfte sowie der militärischen und polizeilichen Sicherheitskräfte,

auf nationaler, internationaler und auf lokaler Ebene,

ressort- und institutionenübergreifend abzustimmen und - durch Bündelung oder Arbeitsteilung - optimiert einzusetzen

mit dem Ziel, internationale (Gewalt-)Konflikte wirksam zu bearbeiten und damit […] zu Frieden und Sicherheit beizutragen.“17)

Scheiternde Staatlichkeit und staatsbasierte koordinierte Lösungsansätze sind dabei in ihrer Grundidee seit der Antike Gegenstand politischer und philosophischer Diskussion. Dennoch sind Konzepte des IKKM wie Soforthilfe, Konfliktprävention, Friedenssicherung, Friedenskonsolidierung und Aufbau staatlicher Strukturen in ihrem heutigen Verständnis - gemessen an den gewachsenen Interventionsmöglichkeiten und Erfahrungen - relativ jung. Ihre Terminologie befindet sich im Fluss.18)

Im vorliegenden Artikel soll es also um einen
„CA 3.0“ gehen, der verstärkt auf „Resilienz der politischen Ordnung“ vor Ort abstellen muss, um - so die These - das UNO-Ziel von „Sustained Peace“ mit Hilfe des „Triple Nexus“ zu erreichen. In diesem Rahmen spielen die Antagonismen Fragilität und Resilienz eine zentrale Rolle. Auf dem Weg von (instabil-)fragmentierter zu (friedlich-)inklusiver Gesellschaft bekommen diese beiden Begriffe ihre konkrete Gestalt und Bedeutung.


Fragilität

Staatliche bzw. gesellschaftliche Resilienz als „the lowest level of social and structural energy to keep balance in a status of peace“19) - um es mit einem Gründungsvater des Resilienz-Konzepts im sicherheitspolitischen Umfeld, Ola Dahlman vom Stockholm Resilience Center, auszudrücken - setzt ein Verständnis von Fragilität und deren Faktoren voraus.

Das IKKM fokussierte den Begriff anfänglich auf „man-made crises“, das heißt auf Konfliktszenarien, die kausal mit Armut, Ungleichheit und gewaltbereitem Extremismus in Verbindung stehen. Diese eingeschränkte Sichtweise zeigte sich jedoch fruchtbar für eine allgemein anerkannte Definition von staatlicher Fragilität, die aus der OECD hervorging. Die Statebuilding Guidelines 2010 priorisieren ganz abstrakt die Erfüllung von Erwartungen an den Staat als wesentlichen Gradmesser: „Dysfunctional state-citizen relations“ finden sich folglich in einer Vielzahl von Indices, die die Funktionalität von Staatsstrukturen bewerten und weit über rein ökonomische Aspekte von Entwicklung hinausgehen.20)

In den Arbeiten von Frances Steward & Graham Brown von der Universität Oxford21) wurden Defizite in den Erwartungshaltungen als Kriterien staatlicher Fragilität so kategorisiert:

„Authority failures (survival functions of state institutions);

Service failures (expected functions of state engagement);

Legitimacy failures (political functions of legitimate government).“

In dieser prägnanten Zusammenfassung eines aus-ufernden Diskurses werden Überlebensfunktionen für die Gemeinschaft, die Zurverfügungstellung von öffentlichen Gütern wie Sicherheit, Schutz und Erhalt der Umwelt, Verteilungsgerechtigkeit und eine starke Zivilgesellschaft zur Aufrechterhaltung eines verantwortungsvollen politischen Gefüges als entscheidende Faktoren für staatliche Fragilität herangezogen.

Resilienz

Resilienz im Sinne von Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit an geänderte Rahmenbedingungen kann demgegenüber als Antwort auf Fragilität gedeutet werden. Eine international anerkannte Definition existiert derzeit noch nicht; die Debatte wurde auch erst 2008 von US-amerikanischen Thinktanks wie dem Institute for National Security and Counterterrorism (INSCT)22) in Gang gesetzt. Arbeitsdefinitionen von Resilienz in politischen Texten knüpfen mit der „Fähigkeit eines Staates oder der Gesellschaft, sich in Antwort auf einen Schock oder langfristigen Stressfaktor anzupassen, diesen zu absorbieren oder sich selbst zu verändern“23) an die Überlegungen von Ola Dahlmann eines innergesellschaftlichen Kräftegleichgewichts mit Mechanismen für friedlichen Interessenausgleich an. In der EU-Globalstrategie 2016 (Kapitel 3.2.)24) wird dies wie folgt ausgedrückt:

„States are resilient when societies feel they are
becoming better off and have hope in the future. […] A resilient society featuring democracy, trust in institutions, and sustainable development lies at the heart of a resilient state.“

Die Strategie nimmt damit die geltende Auffassung des Rats von 2013 auf, die eine gesellschaftsorientierte, gesamtstaatliche Ausrichtung auf allen Ebenen - „Haushalt, lokal, national, regional, global“ - für die Erreichung des Zieles friedlicher und inklusiver Gesellschaften verlangt (para. 2 der Ratsschlussfolgerungen25)). Hier sind verschiedene Wirkebenen angesprochen. Für das global agierende IKKM und damit die Interventionslogik des CA sind insbesondere die Wechselwirkung mit der geostrategischen Lage und dem Völkerrecht sowie die enge Vernetzung der Handlungsfelder externen Engagements und Kooperation ausschlaggebend.

Wie immer man zur obenstehenden politischen Version des Begriffs steht, veranschaulicht die folgende Darstellung den aus der Sozioökonomie stammenden Grundgedanken.

Fazit: Resilienz ist ein Steuerungsmechanismus, mit dem auf Risiken reagiert werden kann, die zu erhöhter Volatilität eines Systems - hier staatlicher Strukturen - führen können (präventiv) oder geführt haben (remedial).

Sie ist speziell auf dem Gebiet des IKKM ein auf den Störfall des Gesellschaftsgefüges abgestelltes Instrument, dessen Ziel auf Wiederherstellung gerichtet ist. Dabei muss Resilienz zusätzlich - durch Werte und Recht - abgestützt werden, da das Konzept nicht mit Wertekodices wie Nachhaltigkeit oder Menschenrechte gleichgesetzt werden kann. Starre Formen des Autokratismus können, wenn sie der Stabilisierung dienen, ebenso resilient sein, allerdings zulasten der Menschenwürde und individuellen Freiheit. Resilienz kann daher als integrales Leitprinzip aller Akteure im Auslandseinsatz für Frieden als dem angestrebten „end state“ bezeichnet werden.

Weiterentwicklung der konzeptionellen Grundlage -
„Triple Nexus“

Langdauernde Krisen im Fokus

90% der internationalen humanitären Einsätze dauern heute mehr als drei Jahre, mit einer durchschnittlichen Länge von sogar bis zu sieben Jahren.26) Die schwerwiegenden Konsequenzen für betroffene Gesellschaften, die, wie die Weltbank bereits 2011 feststellt, im Grunde über Jahrzehnte anhält27) - Fragmentierung, Polarisierung, Hybridisierung28) - sind offensichtlich. Sie schlagen sich in langdauernder Zerrüttung und Verharren in ungelösten politischen wie ökonomischen Spannungsverhältnissen, aber auch der ständigen Marginalisierung verletzlicher Gruppen und damit wachsender Gewaltbereitschaft nieder.

Das Verschmelzen verschiedener militärischer wie ziviler Komponenten des IKKM ist, wie etwa die Ostukraine zeigt, somit vorgezeichnet: Akute Grundbedürfnisse wie die Einrichtung von Winterquartieren, Stromversorgung, Schulunterricht, mobile Behördenstationen oder Gesundheitszentren, gleichzeitig aber auch berechtigte Ansprüche auf funktionierende Verwaltung im Justiz- und Sicherheitssektor, Information und demokratische Teilhabe sowie Mediation bzw. Fazilitation bei der Aufarbeitung von Kriegstraumata stellen klar, wie vielschichtig die Gebergemeinschaft in Krisen- und Konfliktsituationen heute agiert.

Planung und Design von Interventionen müssen infolgedessen adaptiert werden. Der Gesichtspunkt der Resilienz - wie im Fall der Ostukraine - tritt dabei automatisch stärker in den Vordergrund: Die wechselseitige Verbindung von „humanitarian aid, development, and peacebuilding“, also kurz- und langfristiger Perspektive im externen Engagement, im Fachjargon „HDP-“ oder „Triple Nexus“, wird dabei zusehends erkannt und anerkannt. Erste Impulse setzte der Humanitäre Weltgipfel der UNO 2016 und dessen „Agenda for Humanity“, gefolgt von Studien der OECD und Arbeiten auf Kommissions- und Ratsebene der EU.29)

Unter österreichischer EU-Präsidentschaft wurde die kontroverse Debatte fortgeführt, ob neben der Sofort- und langfristigen Hilfe im Sinn von Konflikttransformation auch bereits friedenspolitisch gearbeitet werden soll. Aus dem hier vertretenen breiten Nexus-Verständnis ist die Hereinnahme dieses politischen Aspekts jedoch gerade in dieser Frühphase der staatlichen und gesellschaftlichen Konsolidierung zwingend erforderlich30) und muss unter Beachtung der Selbstständigkeit der Mandate in das gesamtstaatliche Engagement einbezogen werden. Diese Position findet sich auch bereits in der neuen Strategie der Bundesregierung für Entwicklungspolitik, dem Dreijahresprogramm für die Jahre 2019-2021, das vom Ministerrat am 19.9.2018 verabschiedet wurde.31)

Die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, adäquat auf langdauernde Krisen zu reagieren, fließen in das Gesamtbild eines revidierten IKKM ein. Von da ist es nur ein Schritt zur Verbesserung des CA in seinen konzeptionellen und methodologischen Grundlagen.


„Sustained Peace“-Ansatz der Vereinten Nationen

Entsprechend den Erkenntnissen des „Triple Nexus“ in langdauernden Krisen lautet die Kernbotschaft des 2016 vom UNO-Sicherheitsrat ins Leben gerufenen „Sustained Peace“-Ansatzes der UNO, dass

politische und wirtschaftliche Stabilisierung in einem angespannten geopolitischen Umfeld,

Aufarbeitung der durch bewaffnete Auseinandersetzungen belasteten Vergangenheit,

Verbesserung der kurzfristigen Versorgungslage und

Maßnahmen gegen wiederaufflammende Gewalt sowie (Wieder-)Aufbau von Staatsstrukturen

parallel laufen. Darin wird die holistische Herangehensweise eines umfassenden, künftig vielleicht auch übergeordneten „Peacebuilding“-Konzepts auf Grundlage der UNO-Sicherheitsratsresolution 2282/2016 und Vorresolutionen deutlich:32) „Recognizing that an integrated and coherent approach among relevant political, security and developmental actors, within and outside of the United Nations system, consistent with their respective mandates, and the Charter of the United Nations, is critical to sustaining peace.“ (Präambel para. 13).

Die fragmentierte Gesellschaft wieder zusammenzukitten ist dabei eine über die Staaten hinausgehende Aufgabe auch des Privatsektors, wie IKRK-Präsident Peter Maurer beim Welt-Wirtschaftsforum in Davos 2018 feststellte: „Economic activity can help repair war-torn societies, but if it’s not conducted responsibly it can also create or prolong violence.“

Mit einer Kombination von sicherheitspolitischen, militärischen wie polizeilichen, humanitären, Entwicklungs- und Friedensakteuren in Krisen und Konfliktszenarien vorzugehen, erfordert jedoch nicht nur, konsistent nach dem eigenen Mandat, sondern auch „integriert“, das heißt aufeinander abgestimmt zu handeln, um wirksam zu sein.33)

Wir haben es hier mit einer Erneuerung des CA aus ganzheitlichem Blick zu tun, der in seiner Ausrichtung auf langfristigen und nachhaltigen Frieden zunehmend auf Resilienz Bezug nimmt, nämlich - auf den Anwendungsfall IKKM präzisiert - „Rückführung in einen Zustand selbsttragender Entwicklung“. Der „Sustained Peace“-Ansatz könnte daher mit der Zielsetzung der Schaffung von und Befähigung zu (mehr) Resilienz übersetzt werden und als neues konzeptuelles Dach für das IKKM gelten.


Impakt auf Schlüsselprinzipien des IKKM

Die Überwindung von Fragilität über das klassische Peacekeeping hinaus als explizites, kontextspezifisches, dabei von der Intention weitgehend neutrales Ziel beschäftigt das IKKM bereits seit zehn Jahren. Aus den Lektionen dieser Periode wurde ein „Dekalog“ für internationale Friedenseinsätze entwickelt, der im internationalen Konsens auf Nachhaltigkeit, Konflikttransformation und abgestimmtem Vorgehen verortet ist.34) Die Eckpfeiler lauten:

  1. „Focus on sustainability and conflict transformation;
  2. Cohesive external measures (minimum of common goal setting);
  3. Legitimacy of international action;
  4. Avoid high and/or unrealistic expectations;
  5. Necessity of military means under certain circumstances;
  6. Ongoing reality-check on the ground;
  7. Local ownership of peace concepts;
  8. Time pressure (react fast, but stay long);
  9. Civil-military coordination and partnerships;
  10. Realistic assessment of expected outcomes.“

Wie wirkt sich nun das Leitprinzip der Resilienz auf diese Schlüsselprinzipien aus? Und welche Schlüsse
lassen sich aus den vorgefundenen Änderungen im IKKM konkret für den CA ziehen?


Strategische Auswirkungen

Im Zusammenhang mit der in der Einleitung konstatierten Stärkung von Souveränität ist eine Betonung von Partnerschaftlichkeit im Sinn von „enlighted self-interest“ zu beobachten, die nicht nur die Partner des IKKM gegenseitig in die Pflicht nimmt, sondern externe Akteure umgekehrt auch von der alleinigen Verantwortung für den Erfolg des Engagements losspricht.

Auch bei der Schutzverantwortung („responsibility to protect“, R2P) findet tendenziell eine Abwendung von geschlossener mandatstreuer Durchsetzung von Werten und/oder Interessen der Weltgemeinschaft statt: Der Konsens bröckelt. Die voreilige Regimewechseldiskussion im Anlassfall Libyen hat diesen Einbruch noch beschleunigt. Anders in der Interpretation einer Reihe von Völkerrechtsexperten wie Peter Hilpold, die in R2P - nach Meinung der Autorin zu Recht - eine substanzielle Weiterentwicklung des Völkerrechts sehen.35)

Die erhöhte Interkonnektivität ruft eine auf Eigeninteressen beruhende stärkere Ausrichtung auf Langzeitziele hervor, die „unintended consequences“ detektiert und unterbindet. Dies stärkt den Blick auf regionale Implikationen und die Erkenntnis, dass die internationale Gemeinschaft nur begrenzten Einfluss auf politische Prozesse hat.

Dazu kommt das Auseinanderbrechen der internationalen Gemeinsamkeiten („Werte“) sowie der daraus resultierende „principled pragmatism“ der Akteure. Stiglitz‘ Befürchtungen, einer Globalisierung westlicher Prägung könnte eine solche chinesischer Ausrichtung folgen, sind hier gleich relevant wie die Kompromissunfähigkeit zwischen konkurrierenden Weltmachtpositionen, deren Partikularinteressen globalen Frieden und Sicherheit aushebeln können.36)

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass im „Erreichen resilienter Systeme politischer Ordnung“ der umfassendste aller Neuansätze für nachhaltigen Frieden in Umsetzung von UNSCR 2282/2016 und somit für das IKKM liegt.

All dies sind Akzente, die den „Dekalog“ aus einer dem Resilienz-Denken entspringenden umfassenden Risikoanalyse weiterentwickeln. Eine Reihe von interventionsbezogenen Impulsen ergänzt diese Überlegungen.

Operative Auswirkungen

Ein wesentlicher Reformschub mit Antwortcharakter auf die konstatierten Veränderungen ist, dass die Rollen der einzelnen Akteure im IKKM präziser und schärfer wahrgenommen werden - eine szenario-technische Spezialisierung im Angebot. So hat sich Österreich zuletzt im Bereich Friedensvermittlung und Mediation sowie Sicherheitssektorreform und neuer Aufgaben insbesondere im Cyberbereich angenommen.

Ein weiterer Faktor liegt in der Bereitschaft, nur gezielte Interventionen oder Tools aufgrund kontextspezifischer Analyse einzubringen, bei deren Anwendung aber immer eine Langzeitperspektive im Blick zu haben.37) Die Folge sind flexiblere („piecemeal“) Mandate, deren einzelne Tools von Kommanden und Missionsleitungen im Sinn des „principled pragmatism“ gezielt eingesetzt werden können.38) In diesem Zusammenhang macht es Sinn, Leitlinien für den verantwortungsvollen Einsatz in fragilen Situationen zu erarbeiten, die als freiwilliger, für alle Akteure geltender Verhaltenskodex zur Anwendung kommen könnten.39)

Zur Frage der Reichweite von Inklusion in einer staatlichen Konsolidierungsphase gibt das Leitprinzip Resilienz ebenfalls eine klare Empfehlung, indem sie breiten Dialog zum gegenseitigen Verständnis, aber auch Zielsetzungen auf internationaler Ebene priorisiert: Konstruktive Inklusion bedeutet Einschluss der „bad actors“, die den Friedensprozess stören können, aber Ausschluss von Extremisten, die die Intention haben, ihre Ziele mit Gewalt durchzusetzen, was gleichzeitig Einstiegspunkt für den Start gemeinsamer Verhandlungen unter den übrigen Konfliktparteien sein kann.40)

Der „end state“-Diskurs hat sich dabei auf prozessorientierte Wege zur Erlangung erhöhter Resilienz - wie das Beispiel Kosovo zeigt - verlagert, ohne die Finalität eines „Statebuilding“ zu sehr in den Vordergrund zu rücken, wie dies bis zur ersten Dekade dieses Jahrhunderts noch gepflogen wurde. Um friedliche und inklusive Gesellschaften zu verwirklichen, kann das Prinzip der Selbstbestimmung, dessen Ausformung vielfach umstritten und derzeit jedenfalls in Bewegung ist, mitunter der richtige Ansatz sein.41)


Maßvolles Einschreiten statt Überreaktion unter Zeitdruck ist eine Ableitung aus der Erkenntnis, dass es keine linearen Konfliktlinien gibt („Konfliktglocke“). Die zeitliche Tangente des „ripe moment“ - etwa die Zeitspanne von zwei Jahren nach Konfliktbeendigung für die Neuordnung - scheint nach dessen erstmaliger Formulierung in einer Studie der Berghof-Stiftung durch das Resilienz-Konzept bestätigt.42)

Ebenso wird klar, dass aus dem neuen mittel- bis langfristigen Zeithorizont und der Erkenntnis der revolvierend fragilen Situationen, in denen Konflikt zum Alltagsbild gehört, Prävention jener Stellenwert beizumessen sein wird, der schließlich auch die Bereitstellung adäquater finanzieller Mittel mit anziehen sollte.

Eine Erweiterung des IKKM-Dekalogs und damit der Vorgaben für alle Akteure des CA sieht daher auf Grundlage der Arbeiten im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach 2018 zu Resilienz und Entwicklung (Seminar 05) wie in Abb. 3 dargestellt aus.

Die um diese Impulse erweiterten „Zehn Gebote“ sollten Grundlagen eines internationalen Referenzrahmens für IKKM bilden, wie er heute noch nicht besteht. Österreich könnte dessen Multilateralisierung als Vorreiter vorantreiben.

„Comprehensive Approach 3.0“

Handlungsfelder und Selbstverständnis der Akteure

Auf instrumenteller Ebene können nun folgende Rückschlüsse für eine Neuausrichtung des CA gezogen werden: Während die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UNO (SDGs) erstmals Aspekte von Fragilität und Resilienz aufnimmt (insbesondere in SDG 16), zeichnen die aus dem Jahr 2017 stammenden Leitlinien der deutschen Bundesregierung „Krisen verhindern, Konflikte bewältigen, Frieden fördern“43) auf Grundlage des New Deal 2011 der OECD mit den g7+-Staaten44) unter Bezugnahme auf Resilienz-Strategien ein umfassendes Bild von Peacebuilding.

Damit scheint die Antwort auf die Frage näher gerückt, ob Peacebuilding in der Interpretation des „Sustained Peace“-Ansatzes unter Anwendung des Resilienz-Denkens zur übergeordneten Leitvision aller Teilbereiche des IKKM werden könnte - ein möglicher zukünftiger Weg, der insbesondere der zentralen Friedenssicherungsaufgabe von Recht im Kant‘schen Sinn entspricht: „No Treaty of Peace Shall Be Held Valid in Which There Is Tacitly Reserved Matter for a Future War; Otherwise a treaty would be only a truce, a suspension of hostilities but not peace, which means the end of all hostilities - so much so that even to attach the word „perpetual“ to it is a dubious pleonasm.“ (Art. 1 ‚Preliminary Articles‘).45)

Die Capstone-Doktrin 2008 bietet für die Erreichung dieser Zielsetzung von nachhaltigem Frieden eine Zusammenschau der einzelnen Handlungsfelder.46) Das Overseas Development Institute und die Humanitarian Policy Group haben die bestehenden Überlappungen, parallel zu den Arbeiten John Putzels an der London School of
Economics zum „Do no harm“-Prinzip, in einem Diagramm veranschaulicht:47)

Der Analyse der strategischen und operativen Auswirkungen folgend würden die Handlungsfelder in ihrer künftigen Prägung neuen Akzenten unterworfen sein: Der neue Ansatz geht von einer Verbindung der verschiedenen Aufgabenbereiche aus, die das flexible Zusammenwirken der einzelnen Instrumente - einen „Instrumentenmix“ oder Toolset - erfordert. Die Aktionsbereiche in Diagramm (Abb. 4) wären demnach stärker verdichtet. Resilienz orientiert sich nicht am Zeitpunkt des Einschreitens, sondern an der Qualität der Aufgabenerfüllung. Die übergeordnete Zielsetzung auch der Teilbereiche ist dabei im Sinn von Resilienz als Rückführung in einen Zustand selbsttragender Entwicklung zu definieren: „The best way to prevent societies from descending into crisis, including but not
limited to conflict, is to ensure that they are resilient through investment in inclusive and sustainable development.“ (Pathways for Peace, Executive Summary, § XVIII.48)

Der „Triple Nexus“ führt alle genannten Interventionsfelder auf operationeller Ebene im zitierten „coherent full spectrum (force) package“ zusammen und kann damit als Impulsgeber für einen „CA 3.0“ gelten. Er ist auf nachhaltigen Frieden und gesicherte Versorgung der Grundbedürfnisse ausgerichtet und schafft die Basis für gesellschaftspolitische Stabilität. Eine rein abwehrende Verteidigung von Sicherheit und Migrationseindämmung zugunsten reicher und friedlicher Weltregionen greift aus dieser Sicht zu kurz. Ohne Konfliktvorsorge und Lösung bewaffneter Konflikte ist aber auch Nothilfe - sowie die Bemühung, eine Vor-Ort-Perspektive zu schaffen - zum Scheitern verurteilt, um nochmals IKRK-Präsident Peter Maurer nach einem Besuch der Zentralafrikanischen Republik im Jänner 2018 zu zitieren.49) Nicht ohne Zynismus wurden die oft nebeneinander in „Silos“ agierenden IKKM-Akteure vom European Center for Development Policy Maastricht 2014 noch als „living apart together“ bezeichnet.50)

Die Sinnhaftigkeit und das Gebot, aufeinander einzugehen, lässt sich im Übrigen auch aus einem menschenrechtsbasierten Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit ableiten, der eine gleichzeitige Verwirklichung der politisch-bürgerlichen und wirtschaftlich-kulturell-sozialen Menschenrechte für alle anstrebt.51)

In diesem Sinn wäre zu argumentieren, ohne neue Ansätze überfrachten zu wollen, dass die aktuell diskutierte Formel des CA als „Nexus“-Philosophie explizit auf „HDP-S“ - wobei „S“ für Sicherheit steht - erweitert werden sollte. Dies würde die Einbeziehung der sicherheitspolitischen Akteure und damit deren Mitverantwortung deutlich signalisieren.

Herausforderungen

Auf drei zentrale Herausforderungen für die erfolgreiche Umsetzung des Nexus-Gedankens soll nun genauer eingegangen werden.


Werte und Macht: Unterstützung des „political settlement“

Was die umstrittene „P“-(Peace)-Komponente im „HDP“ (Triple) Nexus anbelangt, muss auf mögliche Interferenzen hingewiesen werden. Bei externer Intervention ist die Internationale Gemeinschaft insofern Teil des Geschehens und somit des interagierenden Machtkomplexes, als sie aufgrund der regionalen und globalen Reichweite hybrider Bedrohungen selbst an Frieden und Sicherheit interessiert ist. Sie handelt damit interessengeleitet und rational berechenbar.

Demgegenüber müssen Teile der Nexus-Akteure apolitisch agieren (können). Prinzipien der Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Neutralität im Sinn von Nicht-Eigennützigkeit humanitärer Hilfsleistungen stellen die wichtigsten, völkerrechtlich geschützten Grundlagen des internationalen humanitären Völkerrechts dar.52) Es darf nicht zu negativen Einflüssen auf humanitäre Hilfe durch politische „Instrumentalisierung“ kommen, gleichzeitig sollen Synergien wie zum Beispiel bei der Wasserversorgung bedürftiger Menschen ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft oder religiösen Überzeugung nicht unterbunden werden.53) Zu dieser sensiblen Aufgabe gehören eigenes Projekt Know-how, Analyse („fragility assessments“) und Programmierung. Ebenso kann frühes Peacebuilding gewaltbereitem Extremismus und Radikalisierung entgegenwirken - „peacekeepers are early peace-builders“ (Alain Le Roy, UNO-Untergeneralsekretär für Peacekeeping Missions von 2008 bis 2011). Dies ist im „Triple-Nexus“ ein weiterer Grund, Peacebuilding-Programme, wie zum Beispiel die Unterstützung von Müttern bei Toleranz- und Friedenserziehung, gleich von Beginn an „mitzudenken“ (vgl. Spotlight Initiative54)).

Andere Teile des IKKM sind per se politisch und Intervenienten müssen sich dessen auch bewusst sein. „Political settlement“ ist - verstanden als den friedlichen Interessenausgleich schaffende „Infrastruktur“ einer Gesellschaft - ein schillernder, die Ambiguität externen Engagements widerspiegelnder Begriff. Jüngste Forschungsergebnisse der Edinburgh School of Law belegen den Zusammenhang zwischen inklusivem, auf Resilienz ausgelegtem Statebuilding und nachhaltigen Friedensstrukturen.55) Dazu benötigen Regierungen innere wie äußere Legitimität. Tatsächlich verhalten sich Staaten unter Berufung auf ihre souveräne Gestaltungsmacht jedoch oftmals konträr. Das Souveränitätsverständnis hat sich heute teils weit vom Imperativ der „responsible sovereignty“ - UNGS Kofi Annans Vermächtnis („We are at a fork“, In Larger Freedom56)) - entfernt und zerbricht in verschiedene Formen eines neuen Selbstgerechtigkeitsdogmas, das nicht immer von der Einstellung der Verantwortlichkeit geprägt ist. Das Verständnis von Souveränität als „Panzer“ uneingeschränkter innerstaatlicher Entscheidungsmacht (Ermacora) ist (wieder) im Vormarsch.

Damit tritt internationale Legitimität gegenüber interner Regierungsverantwortlichkeit zunehmend in den Hintergrund, was wiederum mit der Diskreditierung internationalen Rechts einhergeht. Die westliche Gebergemeinschaft befindet sich also in einer Falle, wenn sie zu viel „aufgeklärte Ownership“ propagiert, ohne Verantwortung einzufordern. In diesem Machtgeflecht wird, wie bereits hingewiesen, auf „principled pragmatism“ im Eigeninteresse gesetzt. Nicht angestrebt werden sollte jedoch das „political unsettlement“ eines zu raschen Peace- und Statebuilding mit Splittergruppen und dominanten Eliten, das für alle Seiten unbefriedigend ist und sich oft als stabiler als gewünscht erweist.

Als kalkulierbarer positiver Faktor zwischen politischer Rolle von IKKM-Akteuren und Hilfsleistungen für menschliche Sicherheit vor Ort kann sich die Gesamtheit der Tools also nur dann etablieren, wenn sie die Unabhängigkeit der Mandate nicht auflöst, sondern etwa mittels Informations- und Koordinationsmechanismen auf Stabsebene eine sowohl betreibende als auch abgestimmte Vorgehensweise mit der vorgefundenen lokalen politischen Kultur sicherstellt.


Akteure und demokratische Freiheit: „Turn to the local“

Die zweite große Lektion, die mit der Akzeptanz von vor Ort bestehenden Strukturen, Lebens- und Denkweisen zusammenhängt, ist der Aufbau lokaler Kapazitäten unter Erhalt des dafür notwendigen politischen Freiraums. Die Beachtung und Unterstützung von lokalen Akteuren als Ersthelfer zählen zu den wichtigsten Forderungen des World Disasters Report des IKRK 2015. Hier kommt das Dilemma des „shrinking space“ zum Tragen, das die starke Abhängigkeit der örtlichen, aber auch externen Partner im IKKM von der örtlichen Gesellschaft, dem „political settlement“, deutlich macht. Klassisches Beispiel ist die Massenausweisung von NGOs aus Ruanda kurz vor dem Ausbruch des Genozids 1994, die mangelnde Resilienz lokaler Strukturen in der Folge der Erdbebenkatastrophe in Haiti 201057) sowie die Bedrohung der Rohingya-Volksgruppe in Myanmar 2017, bei der Hilfsorganisationen von Polizei- und Militäreinheiten der Regierung massiv behindert wurden.

Schließlich zeigt das Herausbilden neuer selbst revolvierender zentraler und dezentraler Überwachungsmethoden über das Netz („Internet Scouts“ und „gamified infotainment“ zur Rekrutierung von gewaltbereiten Ideologien58)), dass Geber und vor Ort ansässige Organisationen gleichermaßen Einschränkungen ausgesetzt sind.59) Anlässlich der jährlichen gesamtstaatlichen Konferenz zur Umsetzung der Strategie Sicherheit und Entwicklung 2017 („3C“ Tagung; „coherent, coordinated and complementary action in fragile situations“60)) auf Burg Schlaining war sich die österreichische Zivilgesellschaft einig, dass politischer Freiraum für das freie Agieren lokaler Akteure - als Teil des modernen Peacebuilding gemäß UNSCR 2282/2016 - humanitäre Einsätze abstützen kann. Ein Faktum, das auch der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen anlässlich der Schlaininger Sommerakademie 2018 aufnahm.61)

Gemeinsames Handeln aller Akteure in fragilen Situationen ist möglich und notwendig, aber immer mit einem Fokus auf die lokalen Strukturen zur Hilfe von Menschen in Not. Letzteres gilt für alle Akteure, auch die lokalen. Soweit hat sich das Konzept menschlicher Sicherheit als sicherheitspolitische Metatheorie Anfang des 21. Jahrhunderts durchgesetzt. Die Individualisierung des Sicherheitsparadigmas ist dabei natürlich keine irreversible Errungenschaft. Angesichts der autokratischen Strömungen zeichnet sich eine Zerreißprobe bzw. Überlagerung durch das Wiedererstarken des staatlichen Handlungsmonopols ab.


Zeitschiene: Zusammenarbeit „in theatre“ und danach

Für das Parallelschalten von militärischem und zivilem Einsatz im humanitären Notfall wurde unter österreichischen Stakeholdern 2010/11 eine Lösung gefunden: Nur wenn keine Hilfe zur Verfügung steht, etwa weil zivile Hilfskonvois keinen Zugang zum Krisengebiet haben, darf und muss das Militär humanitäre Aufgaben ausführen (Vienna 3C Appeal, Prinzip 1362)). Dazu tragen die fortschreitende Flexibilisierung der Mandate von Friedens-operationen und ein an Prinzipien orientierter Zugang, der an den jeweiligen Kontext angepasst ist, bei. So fordert die Hohe Repräsentantin der EU, Federica Mogherini, in Bezug auf die GSVP-Missionen im Sinne der dargelegten Analyse des Resilienz-Impakts auf das IKKM zu Recht: „We need to deepen the integrated approach“. Sie meint damit Begleiten und Herausführen aus fragilen Situationen, wo ein genuines Interesse der EU besteht, weil nur dort ein solches Engagement glaubwürdig gegenüber Partnern durchzuhalten ist (Globalstrategie, Kap. 3.3.63)). Unter österreichischer EU-Präsidentschaft wurde dieser Ansatz mit Leben erfüllt und der „Civilian Compact“64) ausgebaut.

„Integrierte Missionen“ zur Bedienung von Querschnittsmaterien im UNO-Kontext wie Kampf gegen Gewalt gegen Frauen, Schutz von Zivilbevölkerung oder von Kindern im Sinn der UNSCR 2086/2013 befolgen schon sehr weitgehend das „Patchwork“ von schnell abzurufenden IKKM-Tools in einem zeitlichen Kontinuum. Aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Entwicklungen ist damit eine prozessorientierte Vorgangsweise gesichert, wenn diese einer ethischen Fundierung von Interventionen entspricht, die transparent macht, dass im Rahmen der UNO bestimmte Regeln wie die Selbstbindung durch Achtung und Förderung der Menschenrechte zu befolgen sind. Der Einfluss von Resilienz wirkt sich also auf die Ausrichtung aller Tools auf zeitgleichen Einsatz sowie eine langfristig friedenstiftende und verfahrenszentrierte Sichtweise aus.

Will man dem Zusammenspiel der Handlungsfelder gerecht werden, müssen auch die nationalen Politikkonzepte und gesamtstaatlichen Koordinationsmechanismen überdacht und neu geschrieben werden. Dem könnte die Neuauflage der österreichischen Gesamtstaatlichen Strategie für Friede, Sicherheit und Entwicklung Rechnung tragen.65)

Schlussfolgerungen

Die Methodologie des „CA 3.0“ könnte durch den Nexus humanitäre Hilfe, Entwicklung, Friedensarbeit eine neue Dimension und operationelle Prägung erfahren. Konzeptuelle und politische Implikationen haben dabei nicht in erster Linie die Fixierung eines finalen „end state“ vor Augen. Vielmehr wird ein Zusammenwirken auf Grundlage von Resilienz als Leitprinzip des IKKM, operationalisiert im „Triple Nexus“ angestrebt, das - um auf Immanuel Kant zurückzukommen - den Weg zur gemeinsamen Vision des „ewigen Friedens“ darstellt. Resilienz zur Umsetzung globaler Werte und internationalen Rechts löst damit möglicherweise das polarisierende Paradigma menschlicher Sicherheit als Triebfeder für Friedensmissionen ab. Der moderne Krisen- und Konfliktmanager muss sich als orphelischer Führer aus dem Hades begreifen, jedoch ohne sich heimlich umzudrehen!

Was man jedenfalls aus der Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und humanitären Akteuren lernen könnte, ist das Bereithalten der in diversen Szenarien benötigten Instrumente und Reaktionsmechanismen, die trainiert werden müssen und vertiefte Ausbildung im Vorfeld erfordern. Kurze Intervention mit gezielter Wirkung und langfristiges Engagement mit prozessorientierter Erfolgsmessung gehen dabei ineinander über. Die Darstellung in Abb. 6 zeigt die im Vergleich zu Abb. 5 neue Konstellation.

Als Beitrag zur aktuellen Diskussion über den Impakt von Resilienz auf das IKKM kann daher festgehalten werden: Resilienz dient als Leitprinzip aller gleichzeitig handelnden Akteure. Dies wird mit dem operativen Instrument „Triple Nexus“ in drei wesentlichen Facetten umgesetzt:

1. Unterstützung legitimer Politik durch prozessorientierte Vorgangsweise;

2. zeitgleiche Einsatzbereitschaft aller Kräfte unter Beachtung einer langfristigen Perspektive;

3. Primat lokaler Lösungen.

Der neue konzeptuelle Rahmen dazu ist im „Sustained Peace“-Ansatz der UNO verankert. Damit werden bestehende Konzepte des CA verfeinert.

Die Internationale Gemeinschaft steht mit ihren bewährten Tools vor einem neu zu definierenden Kräftegleichgewicht: Bei Auflösung von überstrapazierenden, großflächigen Einsatzaufträgen für den einzelnen durchführenden Akteur sind das Zusammenspiel mit anderen und der richtige Zeitpunkt - wie vom Resilienz-Ansatz empfohlen - besonders wichtig. Starker politischer Rückhalt auf hoher Ebene (UNSCR) kann Schnelligkeit, Exaktheit oder Ausdauer zwar nicht ersetzen, aber eine Arbeitsteilung bekräftigen, oft erst ermöglichen.

Entscheidend wird daher sein, einen übergreifenden gemeinsamen Verhaltenskodex für externes Engagement als Rahmen zu schaffen, der die Qualität der Eingriffe sichert („Draft Principles for Responsible Peacebuilding and Statebuilding“66)). Ein solcher Verhaltenskodex würde, entsprechend dem völkerrechtlichen Trend zu freiwilligen Selbstverpflichtungen, auch der Flexibilisierung der regelbasierten internationalen Beziehungen Rechnung tragen und staatliche Bereitschaft zum Mitmachen stärken.

Der Artikel hat versucht, eine militärwissenschaftliche Vertiefung des Diskurses um den „Comprehensive Approach“ durch sicherheitspolitische Trendanalyse und Impulse gesamtgesellschaftlicher Resilienz voranzutreiben. Die Hoffnung besteht, dass die Lehren aus dem Umgang mit Bosnien-Herzegowina, Ost-Timor, Liberia, Sierra Leone, Togo, Afghanistan oder Georgien mit den vorgeschlagenen Innovationen im erneuerten „CA 3.0“ zum Beispiel in Syrien oder in der Ukraine zu einer gut vorbereiteten, koordinierten, toolbasierten, flexiblen und realistischen Mission auf Grundlage gemeinsamer Einsatzprinzipien führen.



ANMERKUNGEN:

1) Joseph E. Stiglitz: Globalization and its Discontents Revisited. Anti-Globalization in the Era of Trump, New York - London: W. & W. Norton & Company, 2018; Milanovic Branko: Die Ungleiche Welt, Berlin: Suhrkamp, 2016.

2) Statement der Frau Außenministerin Dr. Karin Kneissl vor der UN-GV in New York am 29.9.2018; „Inclusive Peace. Frauen als Akteurinnen in Friedensprozessen“; Studie der Autorin, LVAk 2019, im Erscheinen.

3) Sven Biscop: PESCO, Strategic Autonomy, and Ambition. In: Sicherheit und Frieden, 4/2018, im Erscheinen.

4) Tobias Debiel/Thomas Held/Ulrich Schneckener (Hrsg.): Peacebuilding in Crisis. Rethinking paradigms and practices of transnational cooperation, London/New York: Routledge, 2016. Vgl. auch Ulrich Schneckener (Hrsg.): Fragile Staatlichkeit. „States at Risk“ zwischen Stabilität und Scheitern, Baden-Baden: Nomos, 2016.

5) Siehe FN 1, S.165ff.

6) Ursula Werther-Pietsch: The Impact of SDGs on International Law - A Nucleus of a Right to Peace. In: Österreichische Politikwissenschaftliche Zeitschrift (ÖPZ), Vol 47 (2018) Heft 1, 18.3.2018, S.7.

7) Larry May: Jus Post Bellum, Grotius, and Meionexia. In: J. Stahn/J. S. Easterday/J. Iverson (Hrsg.): Just Post Bellum, Towards a law of Transition From Conflict to Peace, The Hague: T-M-C Asser, 2014, S.15.

8) Erich De Brabandere: The Responsibility for Post-Conflict Reforms: A Critical Assessment of Jus Post Bellum as a Legal Concept. In: Vanderbilt Journal of Transnational Law, Vol. 43, 2010, S.119-149.

9) Weltbank/UNDP: Pathways for Peace. Inclusive Approaches to Preventing Conflict, Weltbank: Washington D.C., 2018; https://openknowledge.worldbank.org/handle/10986/28337.

10) H. Mueller: „How Much Is Prevention Worth?“ Background paper for the United Nations-World Bank Flagship Study, Pathways for Peace: Inclusive Approaches to Preventing Violent Conflict, World Bank, Washington, D.C., 2017.

11) UN Report of the High-Level Panel on Peace Operations (HIPPO Report), New York, 17. Juni 2015, http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=A/70/95.

12) Joseph E. Stiglitz: Key Note anlässlich der Eröffnung der Politischen Tage des Europäischen Forums Alpbach, 25.8.2018.

13) Ursula Werther-Pietsch: Aufstieg, Fall und Reformkraft des Konzepts menschlicher Sicherheit. In: Kurt Bayer/Irene Giner-Reichl, (Hrsg.): Entwicklungspolitik 2030. Auf dem Weg zu Nachhaltigkeit, Wien: MANZ, 2017, S.95-106, 97.

14) Martti Koskenniemi: The Politics of International Law - 20 Years Later. In: EJIL 2009 Vol. 20 No. 1, S.7-19.

15) Nolte Georg/Krieger Heike: The International Rule of Law - Rise or Decline?, KFG Working Paper Series, No. 1, Oktober 2016.

16) https://europa.eu/globalstrategy/en/global-strategy-promote-citizens-interests.

17) Zentrum für internationale Friedenseinsätze (ZIF), http://www.zif-berlin.org/de/schwerpunkte/vernetztes-handeln-comprehensive-approach.html.

18) Ursula Werther-Pietsch/Thomas Ritzer (Hrsg.): Failed States - Staatsaufbau als Konfliktprävention, Wien - Graz: nwv - Berliner Wissenschaftsverlag, 2012, S.25-64.

19) Ola Dahlman: What is Resilience? Interdisciplinary Perspectives on Science and Humanitarianism, 2.3.2011, http://fletcher.tufts.edu/Resilience/~/media/E7BA9E8E06C44F6187916B99F37D03C7.pdf.

20) OECD Statebuilding Guidelines, https://www.oecd-ilibrary.org/development/supporting-statebuilding-in-situations-of-conflict-and-fragility_9789264074989-en; Stephanie Altmann: Wie wird Fragilität gemessen. In: Werther-Pietsch/Ritzer (Hrsg.): Failed States, a.a.O., S.41-46.

21) Frances Stewart/Graham Brown, Fragile States, Center for Research on Inequality, Human Security and Ethnicity (CRISE), University of Oxford, Working Paper No. 51, Jänner 2009.

22) Institute for National Security and Counterterrorism (INSCT): Project on Resilience and Security, Workshop Report: Longstaff Patricia/Mergel Ines/Armstrong Nicholas, Syracuse University, 9.3.2009.

23) OECD: States of Fragility 2016: Understanding Violence, Paris: OECD, 2017.

24) Siehe FN 15.

25) A Strategic Approach to Resilience in the EU’s External Action, Ratsschlussfolgerungen vom 13.11.2017, https://ec.europa.eu/europeaid/council-conclusions-strategic-approach-resilience-eus-external-action-november-2017_en; Haring Stefanie: Resilienz im AKP-Raum. Zugang und Umsetzung des Konzepts auf verschiedenen Ebenen, Masterarbeit an der Universität Graz, Juni 2018.

26) UNOCHA: Humanitarian Data and Trends https://docs.unocha.org; Interpeace/Harvard Humanitarian Initiative et al.: Assessing Resilience for Peace, Guidance Note 2016, http://3n589z370e6o2eata9wahfl4.wpengine.netdna-cdn.com/wp-content/uploads/2016/06/2016-FAR-Guidace-note-Assesing-Resilience-for-Peace-v7.pdf.

27) Weltbank: World Development Report on Conflict, Security, and Development, Weltbank: Washington D.C., 2011, http://siteresources.worldbank.org/INTWDRS/Resources/WDR2011_Full_Text.pdf, Overview S.10.

28) Roger McGinty: International Peacebuilding and Local Resistance: Hybrid Forms of Peace. London: Palgrave Macmillan, 2011.

29) Anett Günther: Der Humanitäre Weltgipfel - Für die Herausforderungen der humanitären Hilfe gibt es keine kurzfristigen Lösungen. In: Vereinte Nationen 4/2016, S.147-150.

30) Siehe auch Kapitel 5.1.2.

31) Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik 2019 - 2021, https://www.entwicklung.at/mediathek/publikationen/strategische-dokumente/.

32) http://undocs.org/S/RES/2282(2016).

33) Walter Feichtinger/Ursula Werther-Pietsch/Günther Barnet (Hrsg.): Koordiniert, komplementär und kohärent agieren in fragilen Situationen - Die Wiener 3C Konferenz, Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie 12/2010/S; Walter Feichtinger/Markus Gauster/Wolfgang Braumandl-Dujardin (Hrsg.): Comprehensive Approach: Vom Strategischen Leitgedanken zur vernetzten Politik, Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie 8/2011; Thomas Starlinger: The Comprehensive Approach. A Way to Operationalize it in (Post)-Conflict Scenarios. In: Ursula Mathis-Moser (Hrsg.): Responsibility to Protect, Innsbruck: canadiana oenipontana 11, 2012, S.137-148.

34) Walter Feichtinger: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Internationales Krisen- und Konfliktmanagement. Eine Bestandsaufnahme. In: Walter Feichtinger/Hermann Mückler/Gerald Hainzl/Predrag Jurekovic (Hrsg.): Weg und Irrwege des Krisenmanagements, Internationale Sicherheit und Konfliktmanagement, Vol. 7, Wien - Köln - Weimar: Böhlau, 2014.

35) Peter Hilpold (Hrsg.): Die Schutzverantwortuntg (R2P) Ein Paradigmenwechsel in der Entwicklung des Internationalen Rechts, Leiden - Boston, 2013.

36) Siehe FN 1.

37) Thomas Starlinger: Creating a Planning and Operating Mechanism - a Stance by a Military. In: Werther-Pietsch Ursula (Hrsg.): Global Peace and Security. International Crisis and Conflict Management, Wien: MANZ, 2017, S.176-209.

38) Vgl. dazu aktuelle Vorarbeiten zu Erfolgskriterien im IKKM des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktforschung der Landesverteidigungsakademie.

39) Ursula Werther-Pietsch/Astrid Reinprecht: Essentials, Findings, Implications. In: Manfred Nowak/Ursula Werther-Pietsch (Hrsg.): All Human Rights for All. Vienna Guidebook on Peaceful and Inclusive Societies, Vienna- Graz - Antwerp: nwv - intersentia, 2014, S.233f; siehe auch Kapitel 6, Schlussfolgerungen.

40) Robert Collier: World’s best diplomats: Here’s how to achieve peace in Syria. Six essential lessons and suggestions of those who ended wars from Central America to Bosnia, Yemen to Afghanistan, mit Wolfgang Petritsch, 10.9.2013.

41) Peter Hilpold (Hrsg.): Autonomie und Selbstbestimmung, Wien, Facultas, 2016.

42) International Dialogue on Peacebuilding and Statebuilding 2016, https://www.pbsbdialogue.org/en/, Report of the Secretary-General on peacebuilding in the immediate aftermath of conflict 11.6.2009 A/63/881-S/2009/304, Martina Fischer/Beatrix Schmelzle (Hrsg.), Building Peace in the Absence of States: Challenging the Discourse on State Failure, Berghof Handbook Dialogue Series, 2008, http://www.berghof-handbook.net/documents/publications/dialogue8_failingstates_complete.pdf.

43) https://www.auswaertiges-amt.de/blob/1214246/057f794cd3593763ea556897972574fd/preventing-crises-data.pdf.

44) https://www.pbsbdialogue.org/en/new-deal/new-deal-principles/.

45) Immanuel Kant: Preliminary Articles for Perpetual Peace Among States, 1795, http://www.constitution.org/kant/perpeace.htm.

46) https://www.un.org/ruleoflaw/blog/document/united-nations-peacekeeping-operations-principles-and-guidelines-the-capstone-doctrine/.

47) Cecile De Milliano et al.: Resilience: The Holy Grail or Yet Another Hype? In: Pat Gibbons/Hans-Joachim Heintze (Hrsg.): The Humanitarian Challenge. European Network on Humanitarian Action (NOHA), Berlin: Springer, 2015, S.17-30.

48) Siehe FN 8.

49) NZZ, 9.2.2018.

50) Ecdpm: Living Apart Together, Discussion Paper Nr. 206, Dezember 2016, http://ecdpm.org/publications/eu-development-cooperation-humanitarian-aid/.

51) David D’Hollander/Axel Marx/Jan Wouters: Integrating Human Rights in Development Policy: Mapping Donor Strategies and Practices, 2013, https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2286204.

52) Birgit Haslinger: The Framework of International Humanitarian Law. In: Werther-Pietsch Ursula (Hrsg.): Global Peace and Security. International Crisis and Conflict Management, Wien: MANZ, 2017, S.95-97.

53) Ursula Werther-Pietsch: Gedanken zum Triple Nexus. In: Jahresbericht 2017 des Österreichischen Roten Kreuzes.

54) Spotlight Initiative, http://www.un.org/en/spotlight-initiative/index.shtml.

55) Christine Bell/Jan Pospisil: Negotiating Inclusion in Transitions from Conflict: The Formalised Political Unsettlement, University of Edinburgh School of Law, Research Paper Series No. 2017/04.

56) UN, Secretary General Annan Kofi, In Larger Freedom: Towards Development, Security and Human Rights for All, New York, März 2005, A/59/2005http://www.un.org/largerfreedom/.

57) Jake Johnson: The U.N.’s Legacy in Haiti: Stability, but for Whom? 2017, https://www.worldpoliticsreview.com/articles/22736/the-u-n-s-legacy-in-haiti-stability-but-for-whom.

58) Julia Ebner: Wut. Was Islamisten und Rechtsextreme aus uns machen, Darmstadt: Theiss Verlag, 2018, S.110ff.

59) https://www.frient-peacebuilding-forum.de/previous-conferences/frient-peacebuilding-forum-2015/.

60) Siehe FN 33.

61) http://www.christianaid.org.uk/Images/ACT-Alliance-World-Humanitarian-Summit-jan-2015.pdf; OECD International Network on Conflict and Fragility, Präsentation durch die österreichische Delegation BMEIA-BMLV-ADA, Paris, 3.5.2018.

62) http://www.entwicklung.at/fileadmin/user_upload/Dokumente/Publikationen/ Downloads_Themen_DivBerichte/Friedensfoerderung_und_Konfliktpraevention/Wiener_3C_Appell_04.pdf.

63) ISS Aktuell, Jelaucnik, Herwig (Hg.): Zur Strategischen Lage Jahresbeginn 2018, 2. Erweiterte Auflage (2019).

64) EAD, Civilian Capabilities Development Plan, Working Document of the European External Action Service (2018) 906 vom 4.9.2018.

65) Strategischer Leitfaden Sicherheit und Entwicklung, https://www.entwicklung.at/ada/.

66) Vgl. etwa die Impulse der „A4P“ Initiative im Zuge der 73. UN-GV 2018 in New York: Declaration of Shared Commitments on UN Peacekeeping Operations vom 3.10.2018.