Rule Britannia! Aufstieg und Fall eines Empire - Vortrag an der Landesverteidigungsakademie

Wien, 15. Mai 2019  - Am Mittwoch lud der Historiker Felix Schneider vom Institut für Strategie und Sicherheitspolitik an der Landesverteidigungsakademie zu einem Vortag in die Sala Terrena. Schneider zeichnete ein plastisches Bild der Geschichte und der Besonderheit des British Empire. Der Historiker spannte den Bogen von den ersten Anfängen im 16. Jahrhundert zur Zeit Königin Elisabeths I. bis hin zum Chaos des Brexit unter Elisabeth II.

England wird zur führenden See- und Handelsmacht

Nach dem glücklichen britischen Sieg über die Armada Philipps II. und damit der Vereitelung des spanischen Invasionsversuches im Jahre 1588 entwickelte sich das kleine England an der nordwestlichen Peripherie Europas innerhalb von nur zwei Jahrhunderten zur führenden globalen See- und Handelsmacht.

Abstieg nach dem Zweiten Weltkrieg

Dreht man heute das Rad der Zeit nur 100 Jahre zurück, so stellte das siegreiche britische Weltreich nach dem Ersten Weltkrieg das sowohl geographisch als auch demographisch größte Imperium dar, das es in der Geschichte der Menschheit jemals gegeben hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg, aus dem Großbritannien zwar noch einmal als militärischer Sieger, doch wirtschaftlich ruiniert hervorgegangen war, setzte dann eine beispiellose Abfolge von Unabhängigkeitsbestrebungen der einstigen Dominions und Kolonien im Zuge weltweiter Dekolonialisierung dem britischen Weltreich ein Ende.

Beitritt zur EG und der Brexit

Als Teil eines (zunächst wirtschaftlich) zusammenwachsenden Europa trat Großbritannien am 1. Januar 1973 (zusammen mit Irland und Dänemark) in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ein und wurde so erstmals in seiner Geschichte Teil eines größeren supranationalen europäischen Ganzen.  Kaum mehr als 43 Jahre später, am 23. Juni 2016, votierte eine Mehrheit von 51,89% der abgegebenen britischen Stimmen für einen Austritt aus der Europäischen Union - mit damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen, die bis zum heutigen Tage unabsehbar sind.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine spannende Diskussion mit dem Publikum.

Der Kommandant der Akademie, Generalleutnant Erich Csitkovits, begrüßte die Gäste.

Erwin Schmidl, Leiter des Instituts für Strategie und Sicherheitspolitik, eröffnete den Vortragsabend.

Der Historiker Felix Schneider gewährte Einblicke in die Geschichte und die Besonderheit des British Empire.