Externe Einflüsse in Südosteuropa: Workshop der PfP-Consortium-Studiengruppe "Regional Stability in South East Europe"

Reichenau, 16. Mai 2019  - Von 16. bis 19. Mai fand im Seminarzentrum Reichenau der 38. Workshop der Studiengruppe "Regional Stability in South East Europe" des "PfP-Consortium of Defense Academies and Security Studies Institutes" statt. In den regelmäßig stattfindenden Treffen untersucht die Studiengruppe den Stabilisierungsprozess in den westlichen Balkanländern und ihre Auswirkungen auf die Region. Die 38. Tagung war der Diskussion über "Competing External Influences in South East Europe - Implications for Regional Consolidation" gewidmet.

Dialog zu inner- und zwischenstaatlichen Beziehungen in Südosteuropa

In diesem Workshop wurde von knapp 40 Experten aus Südosteuropa und den Nachbarregionen analysiert, inwieweit die weiterhin fragilen innerregionalen Beziehungen und unvollendeten Prozesse des Staatsaufbaus in Südosteuropa von potenziellen geopolitischen Wettbewerbern beeinflusst werden. Vertreter von Ministerien, Streitkräften, akademischen Einrichtungen, Medien, Think-Tanks sowie internationalen Organisationen, nationalen Institutionen und Nichtregierungsorganisationen nutzen das Austauschtreffen, um aktuellen Entwicklungen zu untersuchen und mögliche Maßnahmen vorzuschlagen.

Externe Einflüsse auf die politische und wirtschaftliche Souveränität

Den Fokus der Diskussion bildeten die zunehmenden externen Einflüsse mit unterschiedlichen (sicherheits)politischen, kulturellen, religiösen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf die einzelnen Staaten in Südosteuropa. Die Europäische Union (EU), die NATO sowie die USA, die in den letzten zwanzig Jahren einen Beitrag zum regionalen Wandel geleistet haben, sind nicht die einzigen relevanten Akteure in diesem Gebiet. Neben den „westlichen“ Akteuren scheinen Russland, die Türkei, China und die Golfstaaten ihre Präsenz und ihre Reichweite in Südosteuropa zu verstärken. In vier Panels wurden die externen Einflüsse und dabei vor allem die (sicherheits)politischen und sozioökonomischen Auswirkungen an Beispielen wie der Energieversorgungs- und der Infrastrukturthematik erörtert und veranschaulicht.

Vertrauensbildender Austausch auf akademischer Ebene

Die Direktion für Sicherheitspolitik und die Landesverteidigungsakademie betreuen die internationale Studiengruppe zum Stabilisierungsprozess in Südosteuropa im Rahmen des "Partnership for Peace Consortium" seit 1999. Die zweimal im Jahr stattfindenden Workshops behandeln aktuelle sicherheitspolitische Themen und dienen als Austauschplattform auf akademischer Ebene.

Die Mitglieder der Studiengruppe erarbeiten dabei politische Empfehlungen. Diese richten sich an Entscheidungsträger in nationalen Regierungen sowie an Stakeholder und die internationale Staatengemeinschaft und sollen den Prozess der Konfliktbeilegung in der Region unterstützen. Die Empfehlungen des 38. Workshops umfassen Themenbereiche wie die Kooperation im Energiesektor, die Intensivierung vertrauensbildender Maßnahmen sowie die Transparenz in der Zusammenarbeit.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Seminarzentrum Reichenau.

Generalleutnant Erich Csitkovits begrüßt die Workshop-Teilnehmer.

In Panels wurden die aktuellen Entwicklungen thematisiert.