Diversity Management

Leistungsfähigkeit und Behinderung - eine strategische Aufgabe?

Silvia Moosmaier

Eine Behinderung oder Einschränkung kann jede und jeden zu jeder Zeit treffen. Manche haben sie seit der Geburt, andere durch Krankheiten und Unfälle sowie in Ausübung ihres Dienstes. Derzeit kann im Ressort von ca. 11% an Bediensteten mit Behinderung (BmB) gesprochen werden. Dabei handelt es sich um Offiziere, Unteroffiziere und Zivilbedienstete. Der Prozentanteil an Personen mit besonderen Bedarfen wäre korrekter Weise noch um den Anteil an über 55-jährigen Dienstnehmenden zu erhöhen (Sozialkategorie Alter) und würde dann bei ca. 15-20% liegen.

Der nachstehende Artikel beschäftigt sich aus Sicht einer menschenorientierten Führung mit der korrekten Einschätzung der Leistungsfähigkeit von Bediensteten als Planungsgröße für die Erfüllung von militärischen Aufgaben.

Der Fokus liegt dabei auf der Sozialkategorie Behinderung unter teilweiser Berücksichtigung der Sozialkategorie Alter sowie den unsichtbaren „Deep-Level-Dimensionen“ wie Einstellungen & Werte.

Zunächst wird die Definition und Verortung von Diversity Management geklärt, dem folgen Informationen zu den gesetzlichen Grundlagen, dem derzeitigen Personalstand an BmB, die Vorstellung von drei Bediensteten mit Behinderung in ihrem Arbeitsfeld, die aktuelle Situation der BmB und Berücksichtigung von Behinderung in militärischen Einsätzen. Danach werden Lösungsansätze aus der Sicht von Diversity Management präsentiert.

Mit dem Wissen um die Leistungsfähigkeit und dem Ausmaß der Belastbarkeit könnte der Ansatz der Gruppenleistung und der damit verbundenen personalisierten Arbeitszuweisung angewendet werden.

Dies wäre folgendermaßen möglich: Derzeit gelten Arbeitsplatzbeschreibung als das theoretische Basispapier für die zu erbringende Arbeitsleistung von Mitarbeitenden. Bekanntermaßen haben diese entsprechend der Weisung oder des Befehls von vorgesetzten Personen tätig zu sein. Dies muss nicht zwingend allen Punkten einer Arbeitsplatzbeschreibung entsprechen, sondern können eine Verschiebung oder Bündelung von Tätigkeiten innerhalb einer Gruppe sein. Und genau diese Zugehensweise wäre eine einfache Methode für die Inklusion von BmB.

Der Vorteil dabei wäre, dass alle Personen einer Gruppe ihre Aufgaben erfüllen, es keine „Über- oder Unterbeschäftigung“ gibt, das Arbeitsklima und die Gruppendynamik gestärkt werden. Es wird empfohlen den Faktor BEHINDERUNG in den militärischen Grundsatzkonzepten auf strategischer Ebene und im operativen Sinn in allen Lagebeurteilungen und den daraus abgeleiteten Befehlen zu berücksichtigen sowie in der Ausbildung und bei militärischen Übungen zu inkludieren. Barrierefreiheit ist eine gesetzliche Verpflichtung. Zusätzlich ist es erforderlich, dass die Akzeptanz von Behinderung durch die Führungskräfte nachhaltig gestärkt wird. Im Bereich der militärischen Aufgabenerfüllung, würden bereits in Vorbereitungsphasen geeignete Maßnahmen gesetzt werden, um Menschen mit Behinderung innerhalb einer Zielgruppe gleichwertig zu behandeln und gleichzeitig mögliche Auswirkungen von Behinderung auf den Truppenschutz beachtet werden.