Weltbevölkerung und Ressourcen Die Verteilungskämpfe der Zukunft

Heinz Brill

 

Sieben Milliarden Menschen leben - zumindest rechnerisch - seit Ende 2011 auf der Erde. Die Ressourcen der Erde dagegen sind trotz nachwachsender Rohstoffe und erneuerbarer Energien endlich.1) Ob Nahrung, Wasser oder Energie - es drohen Versorgungsengpässe und Verknappung. Ein Ende des Bevölkerungswachstums ist nicht in Sicht: Bis zum Jahr 2050 sollen ca. neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Nach den vorliegenden UNO-Prognosen verändert die „Bevölkerungsexplosion“ die Welt zunehmend, denn sie findet nicht in Europa statt, sondern in Asien, Afrika und Ibero-Amerika. Keine Frage: Die Verteilungskämpfe werden an Intensität zunehmen, und zugleich bestimmen Ressourcen, Wasser, Energie und Boden die gegenwärtige Diskussion und die großen Herausforderungen der Zukunft.

Bei den Szenarien zur Stabilisierung instabiler Räume werden v.a. in der Sicherheitspolitik die Experten (Politikberater und Think-Tanks) verstärkt mit geoökonomischen und geoökologischen Fragen konfrontiert. Bereits kurz nach dem Ende des Ost-West-Konflikts schrieb der damalige Abgeordnete des Deutschen Bundestages und heutige Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Thomas Kossendey, in weiser Voraussicht: „Wir werden in der Zukunft verstärkt Vorsorge gegen Risiken zu treffen haben, die eine völlig andere Qualität haben als die Bedrohung durch den Warschauer Pakt zu Zeiten der Konfrontation. Ich denke an die Risiken und Konsequenzen aus dem explosiven Bevölkerungswachstum auf der ganzen Welt:

- das Armutsgefälle,

- die Auswirkungen der Industrialisierung auf die Biosphäre, die Ungewissheit über die Verfügbarkeit von Energie- und Wasservorräten,

- die Probleme landwirtschaftlicher Produktion und Versorgung und

- die zunehmenden Gefahren von Handelskonflikten […]

Unsere Sicherheitspolitik kann sich also in Zukunft nicht mehr nur auf politisch-ideologische Entspannung, Abrüstung und Kriegsverhinderung beschränken. Sie muss gleichzeitig überall auf der Welt auch die wachsende Armut und die Zerstörung der Umwelt bekämpfen; sie muss dem neuen Risiko- und Konfliktpotential mit neuen, anderen Instrumenten begegnen. Das Militär allerdings wird im Spektrum dieser Sicherheitsvorsorge auch in Zukunft einen wichtigen Platz einnehmen müssen; allerdings werden wir die Instrumente, mit denen wir in Europa und auf der ganzen Welt für mehr Sicherheit sorgen wollen, weit über das Militärische hinaus vorzudenken haben.“ 2)

In Ergänzung zu den Prognosen, wie sie von Thomas Kossendey u.a. vertreten wurden, legte Mitte der 1990er-Jahre Samuel Huntington der Fachwelt von Wissenschaft und Politik seine Thesen zum „Kampf der Kulturen“ vor. Das provokante Werk diente über Jahre als Leitlinie und Erklärungsmuster für die künftigen Konflikte der Welt. Die „Geokultur“ als dominanter weltpolitischer Faktor Huntingtonscher Prägung ist inzwischen durch neue Geometrien um Macht und Einfluss nicht abgelöst, aber doch überlagert worden. Aufgrund der neuen Weltlage versuchen Politologen, Geographen, Demographen, Ökonomen u.a. - in einer Art Vernetzung - eine Bestandsaufnahme bzw. Skizzierung der politischen Kräfte und Zusammenhänge in globalpolitischer Perspektive zu entwickeln. Denn heute, im Zeitalter des unverkennbaren und rasanten Anstiegs der Weltbevölkerung, bestimmen zunehmend die großen Verteilungskämpfe um Ressourcen die Weltpolitik.

Welche neuen Handlungsspielräume, Optionen und Perspektiven sich den europäischen und weltpolitischen Akteuren aufgrund der geänderten globalen Rahmenbedingungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts eröffnen, ist bereits in zahlreichen „Trendanalysen“ erkennbar. Aus diesem Grund richtet sich die Zielsetzung dieser Studie v.a. auf die Herausarbeitung wichtiger Problemfelder und daraus abgeleiteter zentraler Fragen:

- Gibt es eine Wechselbeziehung zwischen Bevölkerungsentwicklung und Ressourcenbedarf?

- Können relativ fixe Faktoren (Ressourcen) mit variablen Faktoren (Bevölkerungsentwicklung) für eine friedliche Zukunft der Weltpolitik miteinander vereinbart werden?

- Welche Konfliktpotenziale bzw. Szenarien zeichnen sich ab?

- Welche Konfliktlösungen sind in Diskussion?

Mit dieser Skizzierung soll die Analyse in einer Zeit des Wandels Orientierung geben.

Der rasante Anstieg der Weltbevölkerung zur 7. Milliarde

Das Wachstum der Weltbevölkerung zur jeweils nächsten Milliarde entwickelte sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts rasant:

1804: 1 Mrd. Menschen

1927: 2 Mrd. Menschen

1959: 3 Mrd. Menschen

1974: 4 Mrd. Menschen

1987: 5 Mrd. Menschen

1999: 6 Mrd. Menschen

2011: 7 Mrd. Menschen

Seit den letzten Jahrzehnten wächst die Weltbevölkerung jährlich um ca. 80 Millionen Menschen. Diese Zunahme entspricht in etwa der Bevölkerungszahl Deutschlands. Das bedeutet Verbrauch von mehr Wasser, mehr Energie, mehr Nahrung und mehr Lebensraum.

Beginnend mit dem Jahr 1951 berechnen die UNO-Experten auf der Basis nationaler Erhebungen alle zwei Jahre das künftige Bevölkerungswachstum. Am 11. Juli 1987 überschritt die Weltbevölkerung die Zahl von fünf Milliarden Menschen. Um auf die damit verbundenen Probleme aufmerksam zu machen, erklärte die UNO im Jahr 1989 den 11. Juli zum Internationalen Weltbevölkerungstag. In ihren im Mai 2011 veröffentlichten Projektionen „World Population Prospects: The 2010 Revision“ sagten die UNO-Experten einen Anstieg der Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,3 Milliarden Menschen voraus.3) Dann werde es eine Zeitenwende mit der Phase einer weitgehenden Stagnation geben. Den größten Bevölkerungszuwachs werden nach dem UNO-Weltbevölkerungsbericht 2011 die Entwicklungsländer haben, v.a. die Staaten Afrikas. Indien wird dem Bericht zufolge China im Jahr 2025 als bevölkerungsreichstes Land der Erde überholt haben. Etwa zur gleichen Zeit werde die Weltbevölkerung die Acht-Milliarden-Marke erreichen. Die Bevölkerung der westlichen Hemisphäre (Nord- und Südamerika und Ozeanien) werde weiter wachsen. Die Bevölkerungszahl Europas hingegen werde schrumpfen. Bei den Hochrechnungen der UNO handelt es sich um die so genannte „mittlere Variante“.

Das ungleiche Wachstum der Bevölkerung in den einzelnen Staaten und Kontinenten schlägt sich weltweit auch in dem Verhältnis zwischen Stadt- und Landbevölkerung nieder. Seit dem Jahr 2007 leben zum ersten Mal in der Geschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land.4)

Bis ins 19. Jahrhundert war das alte Rom die einzige Stadt in der Menschheitsgeschichte mit mehr als einer Million Einwohnern. Als zweite Millionenstadt folgte London um 1820. Nach Jeremy Rifkin präsentierten sich im Jahre 2007 „mehr als 414 Städte mit einer Bevölkerung von einer Million oder mehr (davon 22 Mega-Cities mit mehr als zehn Millionen), und der Prozess der Urbanisierung hält unvermindert an.“5) Zurzeit mehren sich die Prognosen, dass bis 2050 ca. 70% der Weltbevölkerung in so genannten Mega-Cities leben werden. „Obwohl die Städte (z.Z.) insgesamt nur 3% bis 4% der Fläche der Welt ausmachen, verbrauchen sie 80% der Ressourcen“, erklärt Herbert Giradet von der Umweltgruppe World Future Council.6) Angesichts dieser Entwicklung warnen Politiker und Wissenschaftler von Zeit zu Zeit vor Verteilungskonflikten um die begrenzten Ressourcen.

 

Wasser - die zentrale Ressource des 21. Jahrhunderts

Wasser ist ein universales Thema. Versucht man das Thema zu gliedern bzw. zu klassifizieren, so ist die Einordnung unter verschiedenen Aspekten möglich:

- Wasser als lebensnotwendiger Rohstoff,

- Wasser als Menschenrecht,

- Wasser als ökologisches Problem,

- Wasser als Transportmittel,

- Wasser als strategische Ressource,

- grenzüberschreitende Gewässer und Völkerrecht,

- Wasser als nationale und internationale Konfliktursache,

- Wasser - der Megatrend des 21. Jahrhunderts.

Damit wird deutlich: Wasser ist Lebensgrundlage und Wirtschaftsfaktor zugleich. Die Relevanz des Wassers in den genannten Funktionen mag solange gering eingeschätzt werden, als Wasser im Überfluss, d.h. über die aktuelle Nachfrage hinaus, vorhanden ist - sie wird aber zu dem Zeitpunkt zum Problem, wenn Wasser als Ressource quantitativ knapp wird oder sich qualitativ verschlechtert. Nach Schätzungen internationaler Organisationen haben ca. 1,5 bis 2 Milliarden Menschen kein sauberes Trinkwasser und einen hohen Verschmutzungsgrad bei der Wasserentsorgung. Dieses Phänomen wird zunehmend als globale Erscheinung, d.h. gleichzeitig in verschiedenen Regionen der Erde, wahrgenommen.

Wie knapp und lebenswichtig der Rohstoff Wasser ist, verdeutlichen folgende Zahlen: Nur 1% der weltweiten Vorkommen ist für den Menschen überhaupt nutzbar. 97% sind salziges Meerwasser und somit ohne Aufarbeitung nicht genießbar. 1,5% sind in Gletschern gebunden. Weitere Reservoirs lassen sich bislang nicht nutzen, weil sie zu tief in der Erde liegen. Aber selbst auf diese Quellen könnte die Menschheit schon bald angewiesen sein.

Das Thema Wasser ist in besonderer Weise geeignet, um auf die bislang vernachlässigten existenziellen Bedrohungen und Gefahren der Menschen und der Menschheit aufmerksam zu machen. Dieter S. Lutz bemerkt dazu treffend; „Zum einen besteht eine unmittelbare Betroffenheit: Wasser ist ein Medium, das jeder Mensch nicht nur kennt, sondern tagtäglich nutzt. Es ist offensichtlich, dass es für jedermanns Leben und Überleben dringend benötigt wird. Zum anderen verbleibt Wasser nicht (…) im Abstrakten, sondern ist in Form von Flüssen, Seen und Meeren auch praktisch erkennbar grenzüberschreitend. Schließlich ist Wasser nicht nur ein ökonomisches oder ökologisches Problem. Vielmehr kommt in der Formel ‚Krieg um Wasser’ schon heute zum Ausdruck, was auch für andere existenzielle Probleme und Risiken befürchtet wird, nämlich der Einsatz von Wasser als Mittel von Drohung, Erpressung und Krieg bzw. der Einsatz militärischer Mittel zur Sicherung des jeweiligen Zugangs zum Wasser.“ 7) Unstrittig ist: Der Ressource Wasser kommt eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung zu. Klaus M. Leisinger setzt sich in seiner Studie „Die sechste Milliarde“8) insbesondere mit dem Problemzusammenhang von Bevölkerungswachstum und Ressourcenknappheit auseinander. Doch eine überzeugende Antwort auf die anstehenden Herausforderungen kann er nicht geben. Sicher ist für ihn, dass ein endlicher Planet keine unendliche Zahl von Menschen tragen kann. Viele „offene Fragen“ sind auch bei der Analogstudie „Der Kampf ums Wasser“9) von Sandra Postel zu verzeichnen. Sie setzt sich in ihrer Studie mit den Chancen einer bedarfsorientierten Verteilungspolitik auseinander, die der ökologischen Sicherheit dienen soll.

Dennoch: Die in allen Teilen der Welt berechtigte Sorge um unsere Erde als Lebensgrundlage hat dazu geführt, dass Umweltpolitik verstärkt globale Zusammenhänge berücksichtigt. War im Verlauf des Kalten Krieges der Sicherheitsbegriff auf militärische Sicherheit verengt worden, ist heute festzustellen, dass es auch eine ökologische Dimension von Sicherheit über das Umweltmedium Wasser hinaus gibt. Für Curt Gasteyger hat der Begriff „ökologische Sicherheit“ inzwischen einen festen Stellenwert erhalten.10) Bei den hier anzuzeigenden Fallbeispielen geht es im Wesentlichen um das Thema „Wasser als internationaler Konfliktfaktor“ bei der Nutzung fließender Gewässer, dargestellt an den Regionen Euphrat und Tigris, Jordan und Nil. In den letzten Jahrzehnten sind im Vorderen Orient und in Nordafrika zahlreiche Staudämme gebaut worden, darunter einige besonders „wasserpolitisch“ bekannte Projekte: „Nasser“- und Atatürkstausee, Assad-See und Saddam-Damm. Mit der neuen Infrastruktur soll insbesondere die Nahrungs- und Energieversorgung verbessert werden.

 

„Wasserpolitik“ als strategische Ressource: Projekte und Visionen der Türkei

Im Zentrum der Euphrat- und Tigris-Region steht die „Wasserpolitik“ der Türkei, die seit dem Ende des Ost-West-Konflikts nach einer neuen Rolle in den internationalen Beziehungen sucht.11) Das türkische Staudammprojekt GAP (Great Anatolian Project) an Euphrat und Tigris ist eines der größten wasserbaulichen Vorhaben der Welt und zugleich das umfangreichste Entwicklungsvorhaben in der Geschichte der Türkei. Mit ihm sollen der Aufbau einer modernen Agrarproduktion, die Nutzung des Wasserkraftpotenzials, die industrielle Erschließung Südostanatoliens und die Belebung des Tourismus erreicht werden. Außenpolitisch soll das GAP v.a. den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Führungsanspruch der Türkei in der Region unterstreichen.

Die Türkei kontrolliert fast das gesamte Euphrat- und über 50% des Tigriswassers und damit die Lebensadern des Irak und Syriens. Die beiden Länder sind mehr oder weniger auf gute Kooperation mit der Türkei angewiesen, auch wenn eine ständige Dreierkonferenz die gerechte Aufteilung der Ressource Wasser überwacht. Die unterschiedlichen Interessen zwischen den drei Anrainern an Euphrat und Tigris haben keineswegs allein wasserwirtschaftliche oder technische, sondern auch historische oder politische Gründe. Die kurdische Frage ist ein klassisches Beispiel, wie strategische Interessen den Wasserkonflikt überlagern bzw. instrumentalisieren.

Neben dem GAP gibt es aber noch eine Reihe anderer Projekte wie Özals „Wasserleitung des Friedens“ aus der Südtürkei bis Mekka, das Manavgat-Projekt, bei dem Supertanker Trinkwasser nach Israel verschiffen sollen, oder das Projekt einer Tiefseepipeline von Anatolien nach Nordzypern. Allerdings wird die Türkei nicht unbeschränkt Wasser exportieren können, weil der Großraum Istanbul heute schon unter Wasserknappheit leidet.

Weitere internationale Konflikte um die Nutzung fließender Gewässer sind das Jordanbecken und die Nilregion. In diesen Regionen ist Wasser nicht nur ein Konfliktfaktor, sondern eine Existenzfrage geworden.

 

Kein Frieden in „Nahost“ ohne Lösung der Wasserfrage

Wenden wir uns nach den Konfliktfeldern an Euphrat und Tigris - und den positiven Perspektiven türkischer Wasserpolitik - dem zweiten Fallbeispiel grenzüberschreitender Gewässer im Nahen Osten, dem Jordanbecken, zu.

Wasser ist im „Nahen Osten“ von jeher Teil der Auseinandersetzungen zwischen Israel und seinen Nachbarn. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Jordans und der israelisch-palästinensischen Grundwasservorkommen.12) Wenn im Westjordanland Palästinenser und jüdische Siedler ihre Ansprüche auf das Land geltend machen, geht es immer auch um den Zugang zum Wasser. Es ist keine Frage: Mit jeder neuen israelischen Siedlung in der Westbank verschärfen sich auch die Verteilungskämpfe um Wasser. Ein wesentlicher Grund der Wasserproblematik sind die geringen und regional sehr unterschiedlichen Niederschlagsmengen. Unzählige Bücher sind über den Blitzkrieg des Jahres 1967 geschrieben worden. Eine wichtige Tatsache übersahen die Autoren oft: Die wasserpolitischen Karten wurden im Sommer 1967 völlig neu gezeichnet. In der Fachliteratur findet sich hierzu die These vom „hydraulischen Imperativ“ Israels.13) Sie besagt, dass die Besetzung der arabischen Gebiete im Juni-Krieg 1967 und nach der Libanon-Invasion 1982 u.a. wasserpolitischen Ambitionen Israels zuzuschreiben seien, die bereits zur Mandatszeit bestanden hätten.

Im palästinensisch-arabisch-israelischen Konflikt und in den bisher stattgefunden habenden Friedensverhandlungen spielen das Wasser der Flüsse Jordan, Yarmuk und Litani, die Quellen auf den Golanhöhen und das Grundwasserreservoir der Westbank eine zentrale Rolle. Israel bezieht einen wesentlichen Teil seines Wassers aus Gebieten, die außerhalb seiner international anerkannten Grenzen liegen. Die Vorschläge, internationale und somit unabhängige Gremien mit der Lösung oder Verwaltung der Wasserprobleme zu betrauen, stoßen bei den Akteuren auf Widerstand. Selbst der amerikanische Präsident Barack Obama hat das Scheitern seiner Nahost-Politik eingestanden und Israelis und Palästinenser gleichermaßen dafür verantwortlich gemacht.14) Eines ist jedoch für alle Seiten unbestritten: Ein dauerhafter Frieden in der Nahost-Region hängt maßgeblich von einer zufriedenstellenden und gerechten Wasserverteilung ab.

 

Ägyptens „dominierende Stellung“ im Streit um das Nil-Wasser

In Afrika stellt der Nil, an dessen Wassernutzung zehn Staaten beteiligt sind, das größte Streitobjekt dar. Die Oberlieger im Süden sind Eritrea, Tansania, Uganda, Burundi, Ruanda, Kongo und Kenia. Sie haben Wasserüberschuss! Die Unterlieger sind Ägypten, Sudan und Äthiopien und haben Wassermangel. In dem über 3 Millionen km2 großen Einzugsgebiet des Nils leben heute ca. 250 Millionen Menschen. Die jährliche Zuwachsrate liegt bei 2-3%. Nach derzeitigen Prognosen15) wird die Bevölkerung im Jahr 2025 die 400-Millionen-Marke überschreiten und im Jahr 2060 bei ca. einer Milliarde liegen.

Als er noch Ägyptens Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten war, hatte der spätere UNO-Generalsekretär Boutros Ghali einen seither viel zitierten Ausspruch getan: „Der nächste Krieg im Nahen Osten wird nicht um Erdöl, sondern um Wasser geführt werden.“ 16) Boutros Ghali ging durchaus realistisch von der rapiden Bevölkerungszunahme in den Staaten dieser Region aus und von den gegenseitigen Abhängigkeiten dieser Länder vom Wasser. Denn die Wasserversorgung Ägyptens hängt nahezu vollständig vom Nil und damit auch vom Wasserverbrauch Sudans und Äthiopiens ab.17)

Seit den 1990er-Jahren ist - was die Nilregion betrifft - aus der pessimistischen Grundhaltung eine latente Bedrohung geworden: Der Sudan droht von Zeit zu Zeit unmissverständlich damit, Ägyptens Lebensstrom zu reduzieren. Eine Bedrohung, die für Kairo den Casus Belli bedeutet. Zurzeit scheint die sudanesische Wasserpolitik für Ägypten noch keine größeren Auswirkungen zu haben, da tauchen neue Staaten im Verteilungskampf auf:

- Äthiopiens Staudämme am Blauen Nil und

- Tansania plant eine Pipeline zur Verbesserung seiner Wasserversorgung aus dem Viktoria See.

Während einer im März 2004 im ugandischen Entebbe18) abgehaltenen Konferenz aller Nilanlieger forderten insbesondere Äthiopien, Tansania und Kenia eine Revision alter Kolonialverträge zwischen Ägypten und Großbritannien, in denen zugesichert wurde, dass Ägypten den größten Teil des Nilwassers für sich beanspruchen kann. Der ägyptische Minister für Wasserwirtschaft, Mahmud Abu Seid, erklärte während der Konferenz in Entebbe lapidar, dass die ägyptische Position „nicht verhandelbar“ sei. Und so dreht sich die Spirale am Nil weiter!

Lester L. Brown, Vorsitzender und Präsident des Earth Policy Institute in Washington D.C. und Autor von „World on the Edge“, „verbindet die prekäre Wasserversorgung Ägyptens mit dem Ankauf von Ackerland im Sudan (…) und Äthiopien durch Staaten aus anderen Weltregionen, darunter Südkorea, China, Indien und Saudi-Arabien“.19) In diesem Fall hat es Kairo mit Akteuren zu tun, die nicht Unterzeichner des Nil-Vertrages sind. „Der Kauf von Land“, gibt Brown zu bedenken, „bedeute immer auch den Erwerb von Wasser.“ 20)

Damit nehmen in der Tendenz die Konflikte zwischen den Nil-Anrainern zu. Das hat - wie Thomas Scheen richtig schreibt - insbesondere mit dem größten Unterlieger „Ägypten“ zu tun, das sich jeder völkerrechtlichen Neuordnung mit dem Hinweis auf bestehende Verträge aus der Kolonialzeit widersetzt. Jede „Infragestellung“ durch die Oberlieger, so ließ die ägyptische politische Führung noch im Mai 2010 wissen, sei ein „Kriegsgrund“.21)

 

Die Herausforderungen für die Wasserversorgung der Welt steigen weiter - die Bedeutung der Himalajaregion für die asiatischen Großstaaten

Die dargestellten Verteilungskonflikte um Wasser im Nahen/Mittleren Osten und in Nordafrika können unschwer an Hand weiterer Fallbeispiele wie die durch den Klimawandel bedingte „Himalaja-Herausforderung“ für China, Indien u.a. asiatische Staaten erweitert werden. Hier, in der höchsten Gebirgskette der Erde, zwischen der indischen Tiefebene und dem Hochland von Tibet, schmelzen die Wasserspeicher Asiens, die Gletscher. Nach Hans Leyendecker „machen sie ca. 15% der globalen Eismasse aus, und einige der ganz großen Flüsse Asiens (Yangtse, Mekong u.a.) speisen sich aus ihren Schmelzwassern. Studien zufolge22) sind mehrere hundert Millionen Menschen auf diesen Versorgungsstrang angewiesen, und 2050 könnte es mit den Gletschern vorbei sein.“ 23) Bei der Wasserversorgung asiatischer Großstaaten in der „Drei-Strom-Region“ wird besonders deutlich: Wasser ist nicht nur ein regionaler, sondern der globale Konfliktstoff des 21. Jahrhunderts!

Fazit: Der Rohstoff „Wasser“ ist aufgrund zunehmender Knappheit zu einem weltweiten Sicherheitsproblem geworden. Es ist festzustellen, dass die Staaten bzw. Regionen, die unter besonderer Wasserknappheit leiden,

- in ihrem überwiegenden Teil in einer „wasserarmen bzw. Trockenzone“ liegen und

- ein relativ hohes Bevölkerungswachstum vorweisen.

Aber auch in den Staaten des Nordens (z.B. Spanien) wird die Verfügbarkeit von hochwertigem (sprich sauberem) Trinkwasser zum Problem.

Nach Peter Brabeck-Letmathe „wächst der Verbrauch von Wasser derzeit doppelt so schnell wie die Weltbevölkerung“.24)

Bereits mit Skizzierung dieser Problembereiche wird deutlich: Die Wassersituation auf der Welt erfordert einen eindeutigen Handlungsbedarf der verantwortlichen Politiker mit erheblichen Konsequenzen für den Verbraucher.

 

Die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung in Zeiten des Klimawandels

Parallel zur zentralen Ressource Wasser ist die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit Nahrung eine der großen sozialen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.25) Die mit dem Anstieg der Weltbevölkerung einhergehende Verknappung der Nahrungsproduktion beschäftigt zunehmend Wirtschaft und Politik. Schon heute hungert ca. eine Milliarde Menschen. Bis zum Jahr 2050 müsste die Nahrungsmittelproduktion nahezu verdoppelt werden, um die über neun Milliarden Menschen ernähren zu können, die dann auf der Erde leben werden. Die Voraussetzungen dafür sind zurzeit nicht gegeben.26)

Unruhige Zeiten stehen bevor. Die Finanzmärkte haben das Geschäft mit Agrarrohstoffen entdeckt. Im Jahre 2008 fanden rund um den Globus von Haiti über Ägypten und Vietnam, den Philippinen bis Bolivien zahlreiche gewalttätige Demonstrationen wegen überhöhter bzw. nicht mehr bezahlbarer Nahrungsmittelpreise statt.27) Um die eigene Bevölkerung vor Hunger zu schützen, schränkte eine größere Anzahl von Staaten ihre Exporte an Grundnahrungsmitteln, z.B. Reis, vorübergehend ein. Die UNO setzte einen Krisenstab wegen des Lebensmittelmangels ein. Der IWF und die Weltbank warnten vor Hungerrevolten. Ein nicht zu unterschätzender Faktor der arabischen Revolution im Jahre 2011 waren die vorausgegangenen so genannten „Brotunruhen“ in Ägypten und Tunesien.

Bei der Vorstellung des Welthunger-Index (WHI) 2011 in Berlin schätzten Vertreter der Welthungerhilfe die Lage in ca. 26 Staaten als „sehr ernst“ bis „gravierend“ ein.28) Außer dem Anstieg der Weltbevölkerung und den Finanzspekulationen an Grundnahrungsmitteln wurden als weitere Gründe für den Nahrungsmangel genannt:

- Verlust fruchtbarer Böden durch Urbanisierung, Zersiedelung und Ressourcenzerstörung durch falsche Bewirtschaftung (z.B. Überdüngung, falsche Bewässerung etc.);

- Klimawandel (Verluste an Agrarland durch Erosionen, Fluten, Dürren);

- Nahrungshilfen an Bürgerkriegsflüchtlinge und Migranten;

- wegen des steigenden Fleischkonsums werden immer mehr Ackerflächen in Weiden umgewandelt und größere Mengen Getreide in Viehfutter verarbeitet;

- Verwendung von Biokraftstoffen

- Missverhältnis von Bevölkerung und landwirtschaftlicher Produktion besonders in Hungergebieten;

- Fehler bei der Entwicklungshilfe. In den letzten Jahrzehnten sind die ländlichen Regionen in den Entwicklungsländern vernachlässigt bzw. zu wenig gefördert worden;

- generell sei mit den heutigen Produktionsverfahren in der Landwirtschaft die steigende Nachfrage nicht zu befriedigen.

Diese und ähnliche Gründe sind auch dem Bericht (2011) der UNO-Organisation für Entwicklungshilfe, Ernährung und Landwirtschaft (Food and Agriculture Organization/FAO) zu den weltweiten Land- und Wasserressourcen zu entnehmen.29) V.a. die Wasserknappheit und die permanente Reduzierung der landwirtschaftlichen Nutzflächen behinderten eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion. Trotz der dargelegten Problemfelder gibt sich die FAO in ihren Prognosen optimistisch. Denn das „Millenniums-Ziel der UNO lautet, den Anteil der unterernährten Menschen bis 2015 auf 8% zu senken (gegenüber 16% 1990)“.30) Und der neue Chef der FAO, der Brasilianer José Graziano da Silva, will den Hunger in der Welt sogar besiegen. Er hat die „Globale Mobilmachung“ angeordnet. Für ihn ist der „lokale Anbau landwirtschaftlicher Produkte der Dreh- und Angelpunkt.“31)

Fazit: Das Jahr 2008 hat das Problem „Knappe Nahrung“ einmal mehr auf die Tagesordnung der Weltpolitik gebracht. Hierbei wurde deutlich, dass es sich nicht nur um einen „akuten Versorgungsengpass handelte, sondern um eine weltweite, fundamentale Ernährungskrise. (…) Zu viele Menschen, zu wenig Ackerland: Ein Verteilungskampf um die besten Anbauflächen ist entbrannt.“ 32) Ein Nord-Süd-Konflikt zeichnet sich ab. Bei der Suche nach Optionen werden von den unter Hunger leidenden Staaten und Völkern folgende Handlungsmöglichkeiten wahrgenommen:

- Verstärkte Nutzbarmachung eigener Ressourcen,

- Annahme erhöhter Entwicklungshilfe („Hilfe zur Selbsthilfe“),

- Landflucht/Migration,

- „Neue Landnahme“/„Land Grabbing“.

Folgen für die von Boden- und Nahrungsverknappung betroffenen Staaten

a) Landflucht (Migration)

Sollte die Option „Selbstoptimierung“ und die „Hilfe zur Selbsthilfe“ nicht gelingen, sind in Staaten mit zerfallenden Strukturen immer mehr Menschen gezwungen, das Land bzw. die Region zu verlassen. Sie flüchten vor Kriegen, Naturkatastrophen und Hungersnöten. Um dieser ausweglosen Situation zu entkommen, wird der Migrationsdruck auf die wohlhabenden Regionen Nordamerika, Europa, Australien etc. immer stärker. Allerdings ist es manchmal auch der Traum von einem besseren Leben anderswo. Als Höhepunkt der Medieninitiative „Eine Welt für alle“ wurde im Mai 1990 in elf Staaten gleichzeitig das britische Dokumentar-Drama „Der Marsch (auf Europa)“ ausgestrahlt. Im Mai 1992 gab es im deutschen Fernsehen eine Wiederholung des BBC-Doku-Dramas. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ veröffentlichte im Jahr 2006 die Titelgeschichte „Ansturm der Armen - Die neue Völkerwanderung“.33) Diese Beispiele sind u.a. wichtige Verdienste der Medien dafür, „eine breite Öffentlichkeit auf ein Phänomen aufmerksam gemacht zu haben, das die Politik schon seit Beginn der 80er-Jahre beunruhigt“ 34) und dessen Brisanz in den Folgejahren ständig zugenommen hat: „Migration“.

Im Jahre 2006 lebten ca. 200 Millionen Migranten auf der Erde.35) Nach Javier Solana, dem ehemaligen Hohen Vertreter der EU für Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, sagen die „Vereinten Nationen bis zum Jahr 2020 weitere Millionen von ‚Umwelt’-Migranten voraus. Sie halten den Klimawandel für eine der Hauptursachen dafür. Solche massiven Migrationsströme dürften das Konfliktpotenzial in den Transit- und Zielgebieten erhöhen. Das kann zu größeren Spannungen zwischen ethnischen und religiösen Gruppen und zu politischer Radikalisierung führen.“ 36)

„Umwelt-Flüchtlinge“ sind laut Weltbevölkerungsbericht (1992) von United Nations Population Fund ((UNFPA) Menschen, die bislang in „kritischen Zonen“ lebten, deren Bewohner sich aber dort schon seit Jahren nicht mehr ausreichend ernähren konnten. Obwohl in Wissenschaft und Politik der Klimawandel als wesentliche Ursache für Migration bezeichnet wird, wird er von den Transit- und Zielländern nicht als rechtliches Kriterium für eine dauerhafte Aufnahme anerkannt. Vielmehr gilt, dass nach den UNO-Konventionen „Flüchtling“ ist, wer offiziell nicht in sein Land zurückkehren kann; „Migrant“ ist, wer zurückkehren könnte.

Damit wird der „Umwelt-Flüchtling“ zu einer politischen Frage. Wegen des Dilemmas zwischen Recht und Politik gab Michael Stürmer in einer seiner Einschätzungen zu bedenken: „Klimawandel nimmt Lebensgrundlagen, Übervölkerung zerstört Lebensformen. Keine Sozialpolitik, keine Entwicklungshilfe, weder von innen noch von außen, kann dagegen dauerhafte Dämme bauen.“ 37) Andererseits wird die schwer einschätzbare Zahl von Migranten und deren Einfluss auf die innerstaatliche Stabilität in den Zielländern bereits jetzt von den sicherheitspolitischen Planungsstäben als strategische Herausforderung wahrgenommen. Die Streitkräfte werden Aufträge zu erfüllen haben, für die sie noch nicht ausgebildet worden sind: Kontrolle von Flüchtlingsströmen, Schutz der Umwelt oder von Energiequellen, Wasser oder Nahrungsmitteln.38) Denn „Migration“ ist ein Thema des 21. Jahrhunderts geworden.

b) Neue „Landnahme“ („land grabbing“)

Während die „Ärmsten der Armen“ in den von Hunger heimgesuchten Regionen und Staaten in letzter Konsequenz gezwungen sind, „Landflucht“ zu begehen, betreiben insbesondere Staaten der G20-Gruppe (Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer) weltweiten „Landerwerb“. Die erste Konferenz zum weltweiten Handel mit Agrarland, „Global AgInvesting“, fand im Jahre 2009 in New York statt.39) Die Gründe dafür sind verschieden. Sei es zur Existenzsicherung ihrer eigenen Bevölkerung, zur Wohlstandsmehrung oder um den Anbau von Monokulturen (Pflanzen für die Energiegewinnung oder Agrarrohstoffe) für den Weltmarkt. Bei Abwägung der Motive kann das Streben nach „Nahrungssicherheit“ bei den Investoren als vorrangig angesehen werden; denn Agrarland ist zu einem kostbaren Gut geworden.

Unter „Landerwerb“ bzw. „Landnahme“ sind je nach Bewertung auch die Begriffe „land grabbing“, „Direct Investment in Land“ oder gar „Der neue Landraub“40) in Diskussion. Darunter werden großflächige Landkäufe oder Landverpachtungen für lange Zeiträume verstanden. In einem Antrag zur „Illegalen Landnahme …“ des Deutschen Bundestages vom 13.4.2011 wird die Problematik so beschrieben: „Privatwirtschaftliche Akteure, häufig unterstützt durch staatliche oder halbstaatliche Stellen, kaufen oder pachten große Mengen Land in ärmeren Ländern.“ 41) Hinzu gesellen sich Spekulanten. Die Akteure investieren v.a. in Afrika, Südamerika, Südostasien, aber auch in Osteuropa. Die Investoren haben ihren Sitz in China, dem arabischen Raum, Indien, Südostasien, Europa oder den USA. Kurzum: Sie operieren weltweit!

Fünf Staaten haben beim Thema „Agrarinvestments“ inzwischen einen besonderen Stellenwert erlangt. Es handelt sich um China, Indien, Südkorea, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie sollen größere Flächen von Agrarland in folgenden Staaten erworben haben:

- China: auf den Philippinen, in Laos, Russland, Kamerun, Uganda, auf Kuba und in Mexiko;

- Indien: in Uruguay, in Äthiopien und anderen afrikanischen Staaten;

- Südkorea: auf Madagaskar, im Sudan, in Argentinien und der Mongolei;

- Saudi-Arabien: in Indonesien und im Sudan;

- Vereinigte Arabische Emirate: in Pakistan, im Sudan, in Algerien und auf den Philippinen.

In der weltweiten Konkurrenz um die Erlangung von Nahrungssicherheit streben insbesondere asiatische Staaten nach Agrarland in Afrika. Bevorzugt ist bei ihnen v.a. die Region Ostafrika aufgrund der fruchtbaren Böden und relativ kurzen Transportwege. Doch die Bewirtschaftung des fruchtbaren „Landes“ in diesen Staaten ist trotz in Aussicht gestellter Hilfen für die einheimische Bevölkerung nicht problemfrei. Exemplarisch dafür stehen die Fälle Madagaskar, Sudan und Äthiopien.42)

- In Madagaskar hat im Jahre 2009 ein Vertrag mit einer Laufzeit von 99 Jahren über die Verpachtung von ca. 13.000 km2 und damit die Hälfte des dort nutzbaren Agrarlandes an den südkoreanischen Konzern Daewoo zu Bürgerkrieg und Sturz der Regierung geführt.43)

- Äthiopien ist nicht nur ein Synonym für Hunger, sondern auch für die Absurdität des globalen Landnahmeprozesses: Fast die Hälfte der äthiopischen Bevölkerung ist unterernährt. Zugleich bieten Regierung oder lokale Behörden etwa drei Millionen Hektar fruchtbares Land internationalen Investoren an.

- Der Sudan ist das Land, das am stärksten vom land grabbing betroffen sein soll.

Die Liste der Staaten, die Land pachten oder kaufen, ist lang. Die Zahlen, wie viel landwirtschaftliche Nutzfläche weltweit in welchen Staaten an ausländische Investoren verkauft oder verpachtet wurde, sind hingegen nach einer Recherche von Martina Doering sehr unterschiedlich. Sie schreibt: „Die Organisation Internationale Land-Koalition meint, dass 87 Millionen Hektar betroffen sind, laut Weltbank sollen es 57 Millionen Hektar sein. Das International Food Policy Research Institute geht von 15 bis 20 Millionen Hektar aus. Viele Transaktionen bleiben geheim, was die unterschiedlichen Angaben erklärt.“ 44)

Vom Phänomen des „land grabbing“ spricht man besonders seit den „Hungerunruhen“ des Jahres 2008. Ob man dieses Phänomen nun „land grabbing“ oder „Agrarinvestitionen“ nennt: Die daran beteiligten Akteure haben ein erhebliches Imageproblem - wie die oben genannten und verschleierten Zahlen vermuten lassen. Denn oft geht „land grabbing“ auf Kosten der heimischen Kleinbauern. Ungeachtet dessen ist die Nachfrage nach Agrarland ständig gestiegen, und das Thema „land grabbing“ hat im internationalen Sprachgebrauch seinen festen Stellenwert erhalten.

Fazit: Das Thema „Agrarinvestments“ galt lange Zeit als unmodern und veraltet. Das hat sich aufgrund der Entwicklung verschiedener Faktoren seit den letzten Jahren gründlich geändert. Es ist zu einem Trendthema geworden. Warum? Bei Termühlen liest man die gängige Begründung: „Wenn man sieht, wie sich die Bevölkerung entwickelt und dass sich die Essgewohnheiten in den Schwellenländern ändern, muss man davon ausgehen, dass die Nachfrage nach Lebensmitteln noch deutlich steigen wird. Ackerland ist deshalb eine Anlageklasse mit Zukunft.“ 45)

Zurzeit steht „land grabbing“ ganz oben auf der Agenda der Weltpolitik. Für die UNO, die Weltbank und die Welternährungsorganisation FAO sind die ausländischen Agrarinvestitionen ein wichtiger Technologietransfer zur Steigerung der heimischen Landwirtschaft in den von Hunger heimgesuchten Staaten und Regionen. Mit anderen Worten: Sie sehen darin einen „Deal auf Gegenseitigkeit: Know-how und Kapital gegen Lebensmittel.“46) Andererseits ist „land grabbing“ (bilateraler Handel durch Investition) ein fataler Versuch der Selbstversorgung, der das Prinzip des freien Welthandels ab einer gewissen Größenordnung massiv unterlaufen kann.47)

 

Territorien- und Ressourcenerwerb in völkerrechtlichen Grauzonen

Weltweit sind staatliche und private Akteure im Auftrag von Regierungen und Konzernen ständig auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen und Ressourcen. Da allen Akteuren bewusst ist, dass die bekannten Ressourcen zum Teil erschöpft bzw. endlich sind, dringt man zunehmend in schwer zugängliche Regionen vor. Zu den bisher nicht bzw. wenig erschlossenen Gebieten gehören die Polarregionen und die Tiefsee. In diesen zum Teil rechtsfreien Räumen sind neue Verteilungskonflikte um Lebensraum, Nahrungsquellen (Fischbestände), Energie und Bodenschätze programmiert. Denn der neue geoökonomische und geoökologische Territorien- und Ressourcenerwerb stößt hier in völkerrechtliche Grauzonen.

Wem gehören die „Schätze“ in küstennahen Gewässern und in der Tiefsee? Der Streit um Meilen-Zonen und Lizenzen

Der Streit um die arktischen Ressourcen und Gewässer ist ein besonderer, aber kein Einzelfall. Neben den neuen und alten Kraftzentren der Welt (USA, China, Russland, Indien, Brasilien) und zahlreichen kleineren Akteuren erheben auch europäische Staaten aufgrund ihrer Überseebesitzungen erweiterte Nutzungsansprüche in nahezu allen Weltmeeren. V.a. Großbritannien und Frankreich versuchen von ihrer expansiven kolonialen Vergangenheit profitieren zu können. So hat Großbritannien einen Antrag für die Seegebiete um die Atlantikinsel Ascension bei der in New York ansässigen Festlandsockelgrenzkommission (FSGK) eingereicht - als Auftakt für weit reichende Ansprüche.48) Auch um das alte Thema „Falkland-Inseln“ gibt es neuen Streit. Das britische Überseegebiet gehört geographisch zu Südamerika. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner prophezeite anlässlich der jüngsten Spannungen zwischen Argentinien und Großbritannien wegen der Falkland-Inseln: „Die großen Schlachten des 21. Jahrhunderts werden um Naturressourcen gehen.“49) Denn im Raum Falkland geht es auch um Rechte für Ölbohrungen, Fischfang und mögliche Rechtsansprüche in der Antarktis. Aber auch Frankreich dehnt seine Ansprüche aufgrund seiner Überseedepartements bzw. Territorien auf die Nutzung von Meeresflächen und Meeresböden weltweit massiv aus.50) Seit 2008 erhebt Frankreich Ansprüche auf ca. eine Million Quadratkilometer Seegebiet. Zurzeit beanspruchen mehr als fünfzig Staaten alleinige Wirtschaftsnutzungsrechte in einer erweiterten 350-Meilen-Zone. Der Run auf die Vergrößerung national nutzbarer Küstengebiete von bisher 200 auf 350 Seemeilen setzte im Mai 2008 ein.

Je mehr die Rohstoffvorkommen an Land und in den bisher zugewiesenen Seegebieten ausgebeutet sind, desto mehr verstärkt sich das Interesse der Staaten an Ressourcen am Meeresgrund. Die Verteilung der so genannten „Allmendegüter“ (benannt nach der gemeinschaftlich genutzten Weide in traditionellen Dörfern), zu denen auch die Tiefsee gehört, „wird eine der zentralen Herausforderungen zukünftiger internationaler Politik darstellen“, warnt Gitta Lauster, Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).51) Keine Frage: Der Wettlauf um die „Schätze der Weltmeere“ wie Manganknollen, Kobaltkrusten u.a. hat begonnen. Immer mehr internationale Akteure treffen Vorbereitungen für die Exploration der Tiefsee. Darunter versteht man Seegebiete, die unterhalb von 800 Meter Tiefe liegen. Die tiefsten Stellen reichen bis zu mehr als elf Kilometern. Aufgrund des derzeitigen Standes der Tiefseetechnik könnten die neuen Rohstoffe der Zukunft schon bald gefördert werden, und Jules Vernes Ideen wären keine Visionen mehr.

Aber wem gehört die Tiefsee? Und wer darf den Meeresgrund ausbeuten? Mit diesen zentralen Fragen setzen sich insbesondere Völkerrechtler seit den 1980er-Jahren auseinander.52) Zu den Expansionsbestrebungen der Staaten, die ihre Interessen in ozeanischen Regionen zu erweitern suchen, nahm u.a. der deutsche Seerechtsexperte Uwe Jenisch in einem Interview Stellung. Ausgehend von der Seerechtskonvention der UNO, die seit 1994 in Kraft ist und der fast alle großen Küstenstaaten beigetreten sind, sagte er: „In dieser Konvention ist die 200-Meilen-Zone festgelegt, die alle Küstenstaaten nutzen können. Die Staaten können demnach bis zu einem Abstand von 200 Seemeilen vor ihrer Küste die natürlichen Ressourcen wie Fische und Bodenschätze wie Erdöl und Erdgas ausschließlich nutzen. (…) Der Grundsatz dieser 200-Meilen-Wirtschaftszone hat eine große Ausnahme, den Artikel 76. Der besagt, dass die Staaten - sollte der Festlandsockel weiter als 200 Seemeilen in die Tiefsee hineinreichen und dies geologisch und wissenschaftlich nachweisbar sein - so genannte äußere Festlandsockel beanspruchen, die dann maximal bis 350 Seemeilen seewärts reichen können. Dafür gibt es seit 1997 eine Festlandsockelgrenzkommission mit Sitz in New York. Sie muss Ansprüche auf extrabreite Festlandsockel prüfen und beurteilen.“ 53) Für die Tiefsee allgemein ist die internationale Meeresbodenbehörde zuständig. Ihre wesentlichen Aufgaben bestehen darin, die Bodenschätze der Tiefsee einzuschätzen, zu verwalten und gegebenenfalls Lizenzen zu erteilen. Bei all ihren Entscheidungen hat sich die Festlandsockelgrenzkommission daran zu orientieren, dass internationale Gewässer „laut Seerechtskonvention zum gemeinsamen Erbe der Menschheit“ erklärt wurden.

 

Der Kampf um die Güter der Erde und ihre Auswirkungen auf die Geopolitik der Großmächte

Die These, dass Macht, Interesse, Souveränität und die Verteilungskämpfe um Ressourcen die bestimmenden Faktoren im weltpolitischen Kräftespiel sind, vertreten zahlreiche Autoren. Sie sehen den Streit um Territorien und Grenzen und das Streben der Mächte um Einflusssphären als die eigentlichen Konfliktursachen in Vergangenheit und Gegenwart an.

Nach einer Recherche des ehemaligen stellvertretenden Leiters des „Zentrums für Analyse und prospektive Studien“ im Schweizer Außenministerium, Walter Haffner, aus dem Jahre 2005 „wird das weltweite Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum den globalen Energiebedarf bis 2015 um ca. 30% und bis 2025 um ca. 50% des heutigen Verbrauchs erhöhen. Der rapide zunehmende Energiebedarf Chinas und Indiens hat zur Folge, dass Asien gegen 50% des für die nächsten 20 Jahre prognostizierten Energiezuwachs in Anspruch nehmen wird.“ 54) Walter Haffner befasst sich in seinem „Papier“ mit der Grundsatzfrage, wie die Energieversorgung der Großmächte im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts aufgrund ihrer spezifischen Ausgangslage und Perspektiven aussehen könnte und welche Schlüsse sich daraus eventuell für die Entwicklung der Geopolitik ziehen lassen. Denn beim weltpolitischen Monopoly um die Rohstoff- und Energieversorgung werden die macht- und geopolitischen Interessen der großen internationalen Akteure immer deutlicher. So schließt die „Rohstoffgroßmacht“ Russland zur Verteidigung ihrer Rohstoffe den Einsatz ihrer Streitkräfte nicht aus,55) und die USA halten den freien Zugang zur Golfregion für unabdingbar. Aber auch China, das im Rohstoff-Poker bei den „Seltenen Erden“ über einen Förderanteil von über 90% verfügt, versucht sein „Quasi-Monopol“ durch Einschränkung seines Exports zu sichern.56) Unstrittig ist: Der Zugang zu Ressourcen kann für Staaten zu einer Frage des Überlebens werden.

 

Weltbevölkerung und Prognosen

Über die Ursachen und die Grenzen des rapiden Anstiegs der Weltbevölkerung liegen die Meinungen oft weit auseinander. Die so genannten „Nord-Süd-Experten“ sehen die Bevölkerungsexplosion primär als Folge von Armut und Unterentwicklung an. In den höher entwickelten Industrie- und Schwellenländern verzeichnet man hingegen Stagnation und Bevölkerungsrückgang. Aufgrund des jährlichen Wachstums der Weltbevölkerung um ca. 80 Millionen Menschen stellen sich über kurz oder lang eine Reihe von Fragen:

- Wie viele Menschen kann die Erde ertragen?

- Sind Geburtenregelung und Familienplanung erforderlich (Beispiel China)?

- Welche Gründe stehen dem entgegen: machtpolitische, religiöse, individuelle Freiheitsrechte etc.?

- Warum wird über die Auswirkungen und Konsequenzen der „Weltbevölkerungsexplosion“ nicht intensiver debattiert?

- Oder kann mit einer besseren Verteilung und technologischem Fortschritt vorerst eine „demographische Katastrophe“ verhindert werden?

Seit Oktober 2011 leben ca. sieben Milliarden Menschen auf der Welt. Doch wie Andreas Sentker57) schreibt, „ist die Masse nicht das Problem“, indem er auf die großen „Warner“ verweist und wie sie vom Erfindungsreichtum des Menschen widerlegt wurden. Insbesondere die viel zitierte Vorhersage von Robert Malthus aus dem Jahre 1798, „die Weltbevölkerung werde schneller wachsen als die Nahrungsmittelproduktion“, hat sich bisher nicht bestätigt. Auch die Tatsache, dass ca. „eine Milliarde Menschen auf der Erde hungern, ist nicht auf einen echten Mangel zurückzuführen, sondern ein Verteilungsproblem. Zumindest noch!“ 58) Aber: Wie viel ist zu viel? Diese Frage wird von Zukunftsforschern immer wieder gestellt. Allen Prognosen von Demographen und der UNO für das 21. Jahrhundert zum Trotz gibt es viele Unbekannte! Deshalb sollte man insbesondere bei langfristigen „Weltbevölkerungsberichten“ Skepsis walten lassen. Andererseits gibt es trotz aller berechtigter Bedenken aufgrund der bisherigen Erfahrungen Grund zur Hoffnung.

 

Bilanz und Perspektiven für die Sicherheitspolitik

Mit dem rasanten Anstieg der Weltbevölkerung, dem Aufstieg neuer Mächte und deren geopolitischen Folgen ist ein weltweiter Strukturwandel in Gang gekommen. Zu den großen Herausforderungen der neuen und alten Akteure gehört die Versorgung der Weltgemeinschaft mit Ressourcen. Viele Rohstoffe, ob nachwachsend, erneuerbar oder nicht, sind in einer Welt mit sieben Milliarden Menschen bereits heute verknappt. Hierzu gehören insbesondere Wasser, Boden, Energie und Nahrung. Sie gehören heute und auf mittlere Sicht zu den großen Zukunftsfragen und -aufgaben. Sie dürfen nicht unbeantwortet bzw. ungelöst bleiben. Denn die Konflikte um Ressourcen sind die zentralen Themen der nationalen und internationalen Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts.

 


ANMERKUNGEN:

1) Zur Begriffsproblematik allgemein s. Reflexionen zum Thema „Ressource“ von Thomas Pankratz. In: ÖMZ, 4/2010, S.503-507.

2) Thomas Kossendey: „Andere Risiken“. In: Diese Woche im Bundestag. CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Ausgabe 25/01/92, S.7.

3) Zitiert nach „Weltbevölkerungsbericht 2011“ (Deutsche Ausgabe), S.1ff.

4) Vgl. Richard Haimann: Landflucht lässt Metropolen wachsen. In: Die Welt, 23.5.2007, S.29.

5) Vgl. Jeremy Rifkin: Warum es nichts Gutes verheißt … In: SZ, Nr. 4, 5.1.2007, S.2.

6) Zitiert nach Christopher Schrader: Im Klimawandel müssen Städte Hitze und Fluten verkraften. In: SZ, Nr. 20, 25.1.2012, S.18.

7) Dieter S. Lutz in seinem Vorwort zu Jörg Barandat „Wasser - Konfrontation oder Kooperation“. Baden-Baden 1997, S.9.

8) Grundlegend hierzu: Klaus M. Leisinger: Die sechste Milliarde: Weltbevölkerung und nachhaltige Entwicklung. München 1999.

9) Sandra Postel: Der Kampf ums Wasser. World-Watch Paper 1998.

10) Vgl. Curt Gasteyger: Umwelt als Konfliktfeld. In: Finanz und Wirtschaft (Zürich), Nr. 37, 14.5.1997, S.1.

11) Vgl. Heinz Brill: Die Türkei auf dem Weg zu einer „Wassergroßmacht“. In: ÖMZ, 5/2006, S.547-554.

12) Grundlegend hierzu die Studie „Die Nutzung internationaler Wasserressourcen“ von Annette van Eding. Baden-Baden 2001.

13) So z.B. J. K. Cooley: The War over Water. In: Foreign Policy. 1983, S.25. Zitiert nach Ina M. Vallianatos-Grapengeter: Der Nahostkonflikt im Prisma der Wasserproblematik. Wasserpolitik im Jordantal 1882-1967. Hamburg 1996, S.4.

14) Zitiert nach Peter Münch: Obama gesteht Scheitern in Nahost. In: SZ, Nr. 18, 23.1.2010, S.9.

15) Vgl. Wolfram Mauser: Wie lange reicht die Ressource Wasser? Hrsg. von Klaus Wiegandt. Frankfurt/M. 2007, S.77f.

16) Vgl. Heinz Brill: Wasser als strategische Ressource. In: ÖMZ, 6/2001, S.698f.

17) Vgl. Christian Ule: Das Recht am Wasser. Dargestellt am Beispiel des Nils. Baden-Baden 1998, S.28.

18) Vgl. Christoph Link: Koloniale Rechte am Nil sorgen für Ärger. In: FR, Nr. 59, 10.3.2004, S.6.

19) Dieser Hinweis wurde dem Weltbevölkerungsbericht 2011 (Deutsche Ausgabe), S.98, entnommen.

20) Ebd.

21) Zitiert nach Thomas Scheen: Am Tropf des Nils. In: FAZ, Nr. 35, 11.2.2011, S.3.

22) Z.B. „Studie: Die Himalaja-Herausforderung“ der Strategic Foresight Group, die im Rahmen der Singapore International Water Week 2010 vorgestellt wurde.

23) Hans Leyendecker: Der Ernstfall für die Welt. In: SZ, Nr. 262, 14.11.2011, S.1.

24) In: Die Zeit, Nr. 15, 4.4.2007, S.25.

25) Vgl. The 9 billion-people question. A special report on feeding the world. In: The Economist, 26. February/o4. March 2011.

26) Vgl. SZ-Serie: Ressourcen der Erde. Teil 6: Lebensmittel. In: SZ, Nr. 195, 26.8.2009, S.16.

27) Zu den wesentlichen Ursachen und „Gründe(n) der Krise“ siehe statt vieler: Kölner Stadt-Anzeiger, Nr. 92, 19.4.2008, S.7.

28) Vgl. „925 Millionen hungern“. In: SZ, Nr. 235, 12.10.2011, S.6.

29) Zum FAO-Bericht siehe FAZ, Nr. 278, 29.11.2011, S.48.

30) Zitiert nach Focus, Nr. 38, 19.9.2011, S.67.

31) Vgl. Spiegel-Interview. Nr. 3, 16.1.2012, S.86/87.

32) Zitiert nach Der Spiegel, Nr. 16, 16.4.2008, S.115.

33) In: Der Spiegel, Nr. 26, 26.6.2006, S. 69 ff.

34) Peter J. Opitz: Droht der große Marsch gen Norden? Flüchtlingsströme und Völkerwanderungen. In: Volker Matthies (Hrsg.): Kreuzzug oder Dialog? Die Zukunft der Nord-Süd-Beziehungen. Bonn 1992, S.90.

35) In: Der Spiegel, Nr. 26, 26.06.06 (Titelgeschichte).

36) Javier Solana: Der Klimawandel birgt sicherheitspolitische Risiken. In: FAZ, Nr. 62, 13.3.2008, S.10.

37) Michael Stürmer: Armutsheere aus der Nacht. In: Die Welt, 19.2.2009, S.7.

38) Vgl. General Sir Rupert Smith: The Utility of Force - The Art of War in the Modern World. Penguin Books, London 2005.

39) Zitiert nach Die große Jagd nach Land. In: Der Spiegel Nr. 31, 27.7.2009, S.86.

40) In: SZ, Nr. 144, 25.6.2011, S.1.

41) Deutscher Bundestag. Drucksache 17/5488 vom 13.4.2011.

42) Diese drei Beispiele sind dem Kölner Stadt-Anzeiger, 5.9.2011, S.3, entnommen.

43) Vgl. Madagaskar. Jagd nach Ackerland. In: Der Spiegel, Nr. 8, 16.2.2009, S.100/101.

44) Martina Doering: Grenzenlose Gier nach Land. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 5.9.2011, S.3.

45) Termühlen-Interview. In: Die Welt, 25.11.2009, S.17.

46) In: Handelsblatt, Nr. 226, 20.11.2008, S.7.

47) In: Handelsblatt Nr. 157, 18.8.2009, S.2.

48) Zitiert nach Jan Dirk Herbermann u. Andreas Rinke: Wettlauf um die Verteilung der Meere. In: Handelsblatt, Nr. 95, 19.5.2008, S.3.

49) Zitiert nach Peter Burghardt: Argentinien will im UN-Sicherheitsrat gegen britische Truppenverstärkung auf den Falkland-Inseln protestieren. In: SZ, Nr. 33, 9.2.2012, S.7.

50) Vgl. Rudolf Balmer: Frankreich will größer werden. In: Die Presse, 17.5.2008, S.9.

51) Zitiert nach Andreas Rinke: In: Handelsblatt, Nr. 20, 29.1.2010, S.8/9.

52) Vgl. statt vieler Heike Anger: Internationales Recht. Die Tiefsee gehört allen Menschen - theoretisch. In: Handelsblatt, Nr. 150, 5.8.2011, S.7.

53) In: Die Welt, 21.8.2007, S.5.

54) Walter Haffner: Die Energieversorgung der Großmächte in den kommenden 25 Jahren: mögliche Auswirkungen auf die Geopolitik. In: Die kommenden Kriege. Hrsg. von Andreas Zumach. Köln 2005, S.189-211.

55) Vgl. Rede Putins. In: Stuttgarter Zeitung, Nr. 43, 21.2.2012, S.6.

56) Vgl. „Seltene Erden“. In: SZ, Nr. 246, 23.10.2010, S.2.

57) Andreas Sentker: Der volle Planet. In: Die Zeit, Nr. 44, 27.10.2011, S.1.

58) Silvia Liebrich: Täglich 227.000 Menschen mehr auf der Welt. In: SZ, Nr. 20, 25.1.2012, S.25.