Paraguays „Großer Krieg" gegen die Tripel-Allianz, 1864-1870


Ralph Rotte

 

Der Krieg Paraguays gegen die „Tripel-Allianz“ aus Brasilien, Argentinien und Uruguay von 1864-1870 ist im historischen Bewusstsein in Europa praktisch nicht existent. Obwohl er von zeitgenössischen Beobachtern aufmerksam verfolgt wurde, ist die Zahl der Beiträge in der deutschsprachigen Militär-, Geschichts- und Sozialwissenschaft nach 1945 sehr überschaubar. Der Tripel-Allianz-Krieg wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts von konservativer und nationalistischer Seite v.a. als Heldenkampf eines autoritären Musterstaates gegen eine liberale, angeblich vom britischen Imperialismus gesteuerte Verschwörung einer übermächtigen Allianz interpretiert.[1]) Demgegenüber beschränkte sich die wissenschaftliche Betrachtung des Krieges nach dem Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen auf zwei Punkte: erstens auf den Aspekt der totalen Kriegführung Paraguays, die in gewisser Hinsicht als Muster für die deutsche Erfahrung 1939-1945 gesehen wurde,[2]) sowie zweitens auf die Frage nach der entwicklungspolitischen Deutung des Widerstands des relativ modernen, aber isolierten Paraguays gegen ein weltmarktorientiertes Staatensystem.[3]) Selbst in der internationalen Geschichtswissenschaft und in der Lateinamerikaforschung erfährt der Krieg Paraguays gegen Argentinien, Brasilien und Uruguay von 1864-1870 erst in jüngster Zeit wieder größere Aufmerksamkeit.[4])

Tatsächlich ist der Tripel-Allianz-Krieg in mehrfacher Hinsicht einzigartig: Er war der größte, der jemals auf südamerikanischem Boden ausgefochten wurde; er trug wie der Krimkrieg (1853-1856) und der Amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865) bereits deutlich die Charakteristika der modernen industrialisierten Kriegführung, wie sie in Europa mit dem Ersten Weltkrieg verbunden werden. V.a. aber kann er, was die paraguayische Seite angeht, mit Fug und Recht der erste echte moderne „totale“ Krieg genannt werden, dessen relative Verluste alles übersteigen, was selbst zwei Weltkriege an Opfern, etwa auf der Seite der Sowjetunion oder Deutschlands, forderten.

 

Die La Plata-Region und Paraguay in der Mitte des 19. Jahrhunderts

Die La Plata-Region war zur Mitte des 19. Jahrhunderts von einem fragilen Gleichgewicht von vier Staaten gekennzeichnet, die nach 1816 aus dem ehemaligen spanischen Vizekönigreich hervorgegangen waren bzw. sich von Portugal losgelöst hatten: Argentinien, Paraguay, Uruguay und Brasilien. Zwischen diesen Staaten bestand neben der Machtkonkurrenz zwischen Brasilien und Argentinien eine Reihe von postkolonialen Territorialstreitigkeiten.[5]) Zugleich war Argentinien bis in die 1860er-Jahre durch innere Unruhen und Bürgerkriege zwischen der nominellen Zentralgewalt in Buenos Aires und den Autonomiebestrebungen von Caudillos in den Provinzen geprägt. Uruguay befand sich seit den 1830er-Jahren in einem Zustand offenen oder latenten Bürgerkriegs. Brasilien schließlich hatte innenpolitisch dahingehend Probleme, dass Teile des Kaiserreichs aufgrund wirtschaftlicher Interessen ebenfalls Autonomie- oder Abspaltungsbestrebungen zeigten. Zum anderen war das seit 1816 gepflegte Modell einer Monarchie europäischer Prägung in Südamerika mit seiner Sklavenhalterwirtschaft wachsender Kritik aufgrund seiner ökonomischen und sozialen Unbeweglichkeit, Bürokratisierung und Korruption ausgesetzt.[6])

Demgegenüber bot Paraguay ein eigentümliches Bild innerer Stabilität.[7]) Praktisch seit seiner Unabhängigkeitserklärung 1813 wurde das Land diktatorisch regiert, zunächst von José Gaspar Rodriguez de Francia (1814-1840), dann von Carlos Antonio López (1840-1862) und schließlich von dessen Sohn Francisco Solano López (1862-1870). Die weitgehende Eliminierung der traditionellen adeligen weißen Oberschicht legte die Grundlage für eine hohe soziale und ethnische Homogenität der paraguayischen Bevölkerung.[8]) Francia förderte das Primarschulwesen und die Integration der indigenen Bevölkerung, der Guaraní, wobei er an die Traditionen jesuitischer Missionare des 17. Jahrhunderts anknüpfte. Im Ergebnis konnte Mitte des 19. Jahrhunderts der Großteil der Bevölkerung lesen und schreiben, und Guaraní war zur Verkehrssprache auch der Eliten des Landes geworden.

Francia unterstellte die Wirtschaft weitgehend staatlicher Kontrolle und enteignete alle Kirchengüter. Der Außenhandel mit Tabak, Zucker und Tee (Mate) wurde zum Staatsmonopol, und staatliche Farmbetriebe, die Estancias de la República, sicherten unter strikter bürokratischer Aufsicht die Versorgung der Streitkräfte und - neben der üblichen Subsistenzwirtschaft - der Bevölkerung.[9]) Mitte des 19. Jahrhunderts war Paraguay das einzige Land der Welt ohne Staatsschulden. Antonio López führte diesen Weg weiter und schaffte 1842 auch offiziell die Sklaverei ab.[10]) Obwohl die diktatorische Position der paraguayischen Präsidenten auch mit brutaler Gewalt aufrechterhalten wurde und zunehmend Korruption und Nepotismus in der Präsidentenfamilie um sich griffen, war die Masse der Bevölkerung mit dem herrschenden System, das ihnen Sicherheit und Ordnung sowie ein gesichertes Auskommen bot, durchaus zufrieden.[11])

Für die Außenpolitik Paraguays waren die geopolitischen Bedingungen der Region entscheidend. Das Land war darauf angewiesen, dass über den Rio de la Plata und den Rio Paraná die einzige Verkehrsverbindung zum Meer offen gehalten wurde. Dabei standen den kleinen Akteuren Uruguay (mit um 1860 200.000-250.000 Einwohnern und Staatseinnahmen von rund 870.000 Pfund Sterling) und Paraguay (ca. 400.000-500.000 bzw. ca. 300.000 GBP) die demographisch und wirtschaftlich übermächtigen Großen Argentinien (ca. 1,5-1,7 Mio. bzw. 1,8 Mio. GBP) und Brasilien (9 Mio. bzw. 4,4 Mio. GBP) gegenüber.[12])

Francia und Antonio López reagierten auf die strategisch schwierige Lage Paraguays in dreierlei Hinsicht:[13]) Erstens setzten sie auf die ökonomische Autarkie des Landes, zweitens betrieben sie eine ausgeprägte Gleichgewichtspolitik zwischen Argentinien und Brasilien, wobei sie auf die andauernde Rivalität der beiden Mächte setzten, und drittens bemühten sich Antonio López und auch sein Nachfolger Solano López um eine gezielte sektorale Modernisierung der paraguayischen Wirtschaft und Infrastruktur, insbesondere im Verteidigungsbereich.[14]) Dazu warben sie gezielt ausländische Fachkräfte an, mit deren Hilfe es gelang, 1849 ein Hütten- und Stahlwerk in Ybicuy, 1855 eine Schiffswerft in Asunción und 1856 eine Telegraphenverbindung zwischen Asunción und der südlichen Grenzstadt Paso de la Patria aufzubauen.

Gleichzeitig wurde die Armee unter der Anleitung brasilianischer, britischer und österreichischer Spezialisten modernisiert. Damit verbunden war auch eine allmähliche Militarisierung der Gesellschaft, wozu auch die Neugliederung des Staatsgebietes in Militärdistrikte gehörte, in denen die Militärkommandanten zugleich auch polizeiliche und administrative Befugnisse hatten. Außerdem wurde die Festung Humaitá, die die große Flussschleife des Rio Paraguay nördlich von Paso de la Patria und damit den Weg nach Asunción beherrschte, ausgebaut.

Am Vorabend des Krieges besaßen die paraguayischen Streitkräfte mit einem Friedensumfang von rund 10.000 Mann, Reserven von etwa 28.000 Mann, rund 400 Geschützen, 17 kleinen bewaffneten Dampfern sowie zusätzlich verfügbaren rund 35.000 kriegsdienstfähigen Männern eine beeindruckende Stärke. Brasilien verfügte demgegenüber über eine stehende Armee von rund 17.000 Mann mit der Guarda Nacional von rund 20.000 Mann als unmittelbare Reserve, mehrere hundert Geschütze und 17 Kriegsschiffe; Argentinien über rund 8.500 Mann der regulären Armee und etwa 20.000 Mann Milizen sowie rund 250 Geschütze und vier kriegstaugliche Schiffe. Die uruguayische Armee umfasste rund 1.500 Mann und acht Geschütze.[15]) In qualitativer Hinsicht wurde die paraguayische Armee von zeitgenössischen Beobachtern als vielleicht beste in Südamerika betrachtet. Ihre Ausrüstung war jedoch ein Sammelsurium moderner und veralteter Waffen mit entsprechend großen logistischen Problemen der Munitionsversorgung.[16]) Im Unterschied zu den bürgerkriegserfahrenen Truppen Uruguays und Argentiniens besaßen die Paraguayer außerdem praktisch keine Kampferfahrung. Die größten Stärken der paraguayischen Armee lagen in ihrer ethnischen und sozialen Homogenität, in ihrer fanatischen Vaterlandsliebe und Loyalität gegenüber Solano López sowie in ihrer strikten Disziplin.[17])

Der Weg in den Krieg

Zu Beginn der 1860er-Jahre wurde die außenpolitische Situation Paraguays immer schwieriger.[18]) Ursache hierfür war der erneute Bürgerkrieg in Uruguay zwischen den Parteiungen der „liberalen“ Colorados unter Venancio Flores und der „konservativen“ Blancos. Seit April 1863 ergab sich dabei die Besonderheit, dass sich sowohl Brasilien als auch Argentinien aus innenpolitischen und ideologischen Gründen auf die Seite der aufständischen Colorados stellten.[19]) Solano López verlangte Anfang September 1863 vergeblich eine Klarstellung von der argentinischen Regierung, lehnte jedoch wiederholte Hilfsersuchen der uruguayischen Regierung ab. Im Januar 1864 erging der Befehl zur schrittweisen Mobilmachung der paraguayischen Streitkräfte. Brasilien stellte jedoch am 4. August 1864 ein Ultimatum an die uruguayische Regierung, auf die wirtschaftlichen Anliegen seiner Bürger in Uruguay einzugehen, und drohte mit einer offenen militärischen Intervention. López, der mittlerweile rund 30.000 Mann unter Waffen stehen hatte, reagierte mit einer vergeblichen Warnung an die brasilianische Regierung. Während Argentinien und Brasilien, die sich bereits im Juni 1864 auf ein gemeinsames Vorgehen im Falle einer paraguayischen Einmischung geeinigt hatten, auf das „aggressive“ Verhalten der Mobilmachung Paraguays verwiesen, begann Mitte September 1864 die brasilianische Intervention in Uruguay. Obwohl Ende Oktober 1864 die Lage der Blancos bereits aussichtslos war, entschloss sich López nun, in den Konflikt einzugreifen, und am 12. November 1864 kaperte die paraguayische Marine den brasilianischen Dampfer Marquês de Olinda. Am 13. November 1864 wurde dem brasilianischen Gesandten der Kriegszustand zwischen Paraguay und Brasilien mitgeteilt.[20])

Mitte Dezember 1864 fielen zwei paraguayische Korps mit rund 5.000-6.000 Mann in die im Nordosten angrenzende Provinz Mato Grosso ein,[21]) die teilweise bis zum Frühjahr 1867 besetzt blieb.[22]) Am 14. Januar 1865 ersuchte Paraguay Argentinien um Durchmarschrechte nach Uruguay durch die südlich der Grenze gelegene Provinz Corrientes, was von Präsident Bartolomé Mitre am 9. Februar abgelehnt wurde. Daraufhin erklärte der paraguayische Kongress Argentinien am 18. März den Krieg. Die argentinische Regierung erfuhr angeblich erst am 3. Mai 1865 davon, genehmigte aber bereits Anfang April die Durchfahrt brasilianischer Kriegsschiffe, die eine Blockade des Rio Paraná errichteten.[23]) Am 13. und 14. April 1865 besetzten paraguayische Verbände die argentinische Stadt Corrientes, woraufhin Argentinien am 3. Mai 1865 Paraguay den Krieg erklärte.[24])

Bereits zuvor, am 1. Mai, hatten die Außenminister Argentiniens, Brasiliens und Uruguays einen Bündnisvertrag unterzeichnet, in dem betont wurde, dass der Krieg sich nicht gegen das paraguayische Volk richte, sondern die Beseitigung der Herrschaft López’ zum Ziel habe. Die Befestigungen von Paso de la Patria und Humaitá sollten geschleift, die Armee völlig demobilisiert werden. Sowohl Brasilien als auch Argentinien sollten ihre Territorialansprüche geltend machen können, was einer weitgehenden Annexion von rund drei Vierteln des paraguayischen Staatsgebietes entsprochen hätte. Schließlich sollte Paraguay für die Kriegskosten aufkommen. Dort wurde der Tripel-Allianz-Vertrag unisono als Programm eines buchstäblichen Vernichtungskrieges gegen Paraguay interpretiert.[25])

Kriegsursachen

In der Forschung ist umstritten, warum sich López in eine solche, zumindest langfristig hoffnungslose Situation hineinmanövrierte. In der älteren Literatur sowie in populären Darstellungen wird der Kriegsausbruch entweder den Ambitionen eines größenwahnsinnigen Diktators zugeschrieben oder einer lange geplanten Verschwörung Brasiliens und Argentiniens zur Aufteilung des Landes.[26]) Die neuere Forschung diskutiert drei mögliche Erklärungsansätze.[27]) Marxistisch orientierte Historiker sehen den Paraguayischen Krieg als Ergebnis des Imperialismus Großbritanniens, das Argentinien und Brasilien zum Krieg gegen Paraguay anstachelte, um endlich den weitgehend abgeschlossenen Markt des Landes für den britisch dominierten internationalen Handel zu öffnen.[28]) Betrachtet man jedoch das beschränkte ökonomische Potenzial Paraguays, so erscheint diese Argumentation wenig überzeugend.[29])

Zielführender erscheinen demgegenüber die beiden anderen Erklärungsansätze. Der eine argumentiert, dass aus der Sicht Paraguays mit der regionalen Konstellation von 1863/64 das Fundament paraguayischer Sicherheit, nämlich die gegenseitige Balance der beiden Großmächte Argentinien und Brasilien, hinfällig geworden sei.[30]) Nach dieser Lesart blieb Paraguay zur Bewahrung seiner Souveränität letztlich gar nichts anderes übrig, als die geringen Erfolgsaussichten eines militärischen Konfliktes zu nutzen.[31]) Schließlich betont die dritte Interpretation des Kriegsausbruchs 1864/65 die innenpolitische und strukturelle Situation der beteiligten Staaten.[32]) Die vier jungen Länder der La Plata-Region waren allesamt noch keine stabilen politischen Gemeinwesen. So stellten auch in Paraguay etwa die ausländischen Experten ein beständiges Potenzial für Unruhe in der ausgesprochen isolationistisch und xenophob geprägten Bevölkerung dar. Entsprechend sahen sich alle beteiligten Regierungen, insbesondere diejenigen der Tripel-Allianz, vor strukturelle innere Probleme gestellt, die die potenziell einigende Wirkung eines Krieges durchaus attraktiv erscheinen ließen.[33])

 

Strategisch-operative Fehler Lopez’ (1864-1865)

Unabhängig von den konkreten Kriegsursachen befand sich Paraguay ab dem Frühjahr 1865 in einer ausgesprochen schwierigen militärischen Lage, die durch verschiedene Entscheidungen López’ noch verschärft wurde. Paraguay hatte angesichts der Kräfteverhältnisse letztlich nur zwei theoretische, höchst risikoreiche Möglichkeiten, einen Krieg gegen die Tripel-Allianz halbwegs erfolgreich zu bestehen. Entweder setzte es alles auf eine Karte und suchte durch das Ausnutzen seiner bereits erfolgten Mobilmachung eine schnelle militärische Vorentscheidung, bevor seine Gegner ihr übermächtiges Potenzial mobilisieren konnten. Oder es stellte sich von vornherein darauf ein, gestützt auf seine wirtschaftliche Autarkie, politische Geschlossenheit und geographische Lage, einen Defensivkrieg zu führen, bis die politische Inkohärenz der Alliierten und die öffentliche Meinung eine für Paraguay vorteilhafte Beendigung des Krieges herbeiführen würden.

Tatsächlich verfolgte López keine der beiden möglichen Optionen,[34]) obwohl er sich gegenüber dem US-Geschäftsträger durchaus im Sinne einer defensiven Abnutzungsstrategie gegenüber Brasilien äußerte.[35]) Die einzige sinnvolle strategische Möglichkeit nach der Kriegserklärung an Brasilien wäre ein schneller Vorstoß durch die argentinischen Provinzen Misiones, Corrientes und (südlich davon) Entre dos Rios nach Uruguay gewesen. Nachdem sich der Gouverneur von Corrientes, Justo José de Urquiza, ein Rivale Mitres, zuvor durchaus pro-paraguayisch geäußert hatte, bestand dann eine Chance, diese Provinzen zum Abfall von der Zentralregierung zu bewegen und möglicherweise in Uruguay den Kollaps der dortigen Blanco-Regierung zu verhindern. In einer solchen Lage war dann eine politische Lösung der Krise denkbar. Scheiterte diese, so gab es zumindest die Aussicht, dass Argentinien aufgrund innerer Probleme nicht am Krieg teilnehmen oder gar durch einen paraguayisch unterstützten Umsturz zu einem faktischen Verbündeten gemacht werden könnte.[36])

Stattdessen startete Paraguay im September 1864 die erwähnte Invasion in das strategisch bedeutungslose brasilianische Gebiet von Mato Grosso und verharrte gegenüber Argentinien bis April 1865 weitgehend passiv. Die Anfrage nach Durchmarschrechten vom Januar 1865 gab der argentinischen Regierung darüber hinaus die Möglichkeit der öffentlichkeitswirksamen Betonung der (faktisch nicht gegebenen) eigenen Neutralität, deren Bruch durch Paraguay zu einer so massiven öffentlichen Reaktion führte, dass Urquiza keine Unterstützung López’ wagte. Als der Vorstoß Richtung Uruguay dann im Mai/Juni 1865 erfolgte, war auch die Blanco-Regierung in Montevideo längst gestürzt.

Hinzu kamen operative Fehler. Die Offensive in Argentinien verfolgte gleich zwei Stoßrichtungen: Ein Korps sollte den Rio Paraná entlang nach Süden vorrücken, während ein zweites zum Rio Uruguay vorstoßen, in die brasilianische Provinz Rio Grande do Sul einfallen und nach Süden Richtung Uruguay marschieren sollte. Beide Korps waren zu weit voneinander entfernt, um sich gegenseitig zu unterstützen, und hatten kein konkretes Ziel. Bis August 1865 rückte das westliche Korps zweimal bis etwa 220 bzw. 140 Kilometer südlich von Corrientes vor und zog sich dann im Oktober wieder nach Norden zurück.[37]) Unterdessen scheiterte die paraguayische Flotte am 11. Juni 1865 bei Rialchuelo mit dem Versuch, die brasilianische Herrschaft über den Paraná zu brechen und so die Versorgung der Armee zu sichern.[38])

Der paraguayische Vorstoß nach Rio Grande do Sul geriet zu einem Desaster.[39]) Der Kommandeur, Oberst Estigarríbia, teilte beim Erreichen des Rio Uruguay seine Truppen und ließ eine Gruppe von rund 3.000-4.000 Mann ohne Artillerie auf dem Westufer und den Rest von etwa 8.000-9.000 Mann auf dem Ostufer nach Süden marschieren. Bis Anfang August 1865 stießen sie über 250 Kilometer weit bis Uruguayana vor. Am 17. August wurde die kleinere Gruppe von einer drei- bis vierfachen Übermacht aus brasilianischen und uruguayischen Truppen am Rio Yatay praktisch aufgerieben. Danach kapitulierte die in Uruguayana belagerte zweite Gruppe am 18. September 1865.[40]) Damit war die paraguayische Offensive mit Gesamtverlusten von 20.000-30.000 Mann beendet und die strategische Initiative an die Alliierten übergegangen.

Nachschubprobleme und Uneinigkeit im alliierten Oberkommando sowie die klimatischen Bedingungen im Dschungel und in den Sümpfen entlang des Grenzflusses Rio Paraná verzögerten die Invasion Paraguays durch die Alliierten bis April 1866.[41]) Ab Ende 1865 entwickelte sich so ein permanenter Kleinkrieg, in dem die auf wieder rund 30.000 Mann verstärkten Truppen López’ zahlreiche Raids am Südufer unternahmen. Am 26. April 1866 erfolgte schließlich der Übergang der Alliierten über den Rio Paraná. Der paraguayische Versuch, den entstandenen Brückenkopf einzudrücken, scheiterte in der Schlacht von Estero Bellaco am 2. Mai 1866 unter schweren Verlusten (etwa 3.000 von 6.000 Mann gegenüber rund 1.500 alliierten Ausfällen). Die Paraguayer zogen sich auf eine mit Schützengräben und Feldbefestigungen verstärkte Verteidigungslinie entlang des Rio Estero Bellaco Norte zurück.[42])

Von hier aus versuchte López, die langsam vorrückenden alliierten Truppen in einem groß angelegten Überraschungsangriff von paraguayischem Boden zu vertreiben. Die als entscheidend konzipierte (erste) Schlacht von Tuyutí fand am 20. Mai 1866 statt.[43]) Vier Angriffskolonnen mit insgesamt ca. 20.000-25.000 Mann sollten überraschend die Front der Alliierten (ca. 35.000 Mann) durchbrechen, ihr Zentrum einkreisen und vernichten.[44]) Tatsächlich verzögerte sich der Anmarsch der Paraguayer aufgrund des schwierigen Geländes und der teilweisen Unerfahrenheit der Truppen und Offiziere.[45]) In der Folge geriet die paraguayische Offensive zu einer Reihe frontaler Sturmangriffe gegen die keineswegs überraschten alliierten Infanterie- und Artillerieeinheiten.[46]) Das Ergebnis war - wie bei praktisch allen Gefechten dieses Krieges, in denen sich die Paraguayer nicht konsequent defensiv in ihren Stellungen verschanzten - trotz selbstmörderischer Tapferkeit eine Niederlage für die Paraguayer mit einer höchst ungleichgewichtigen Verlustbilanz. Bei Tuyutí hatten sie rund 14.000-15.000 Tote und Verwundete zu verzeichnen, die Alliierten verloren etwa 4.000 Mann, davon ca. 3.000 Brasilianer.[47])

 

Stellungskrieg vor Humaità (1866-1868)

Nach Tuyutí fehlten López die Mittel, um die überlegenen Alliierten entscheidend zu schlagen.[48]) Gleichwohl hoffte er weiter, allmählich die Kohärenz der Alliierten und die öffentliche Meinung in Argentinien und Brasilien so zu schwächen, dass eine für ihn akzeptable Verhandlungslösung des Krieges möglich sein würde. Nachschubprobleme bei den Alliierten, die Unschlüssigkeit der alliierten Führung und der Eindruck, den der fanatische Kampfgeist der Paraguayer auf die alliierten Soldaten und Offiziere gemacht hatte, führten dazu, dass die alliierte Armee fast zwei Monate untätig blieb. Diese Atempause wurde von López genutzt, um die erlittenen Verluste wenigstens zum Teil auszugleichen und neue Abwehrstellungen, die „Linien von Rojas“, zu beziehen. In der Folge erwarteten ab Anfang Juli 1866 insgesamt rund 20.000 Paraguayer in ihren Schützengrabenlinien die alliierte Offensive,[49]) die zu mehreren defensiven Abwehrsiegen von López’ Truppen führte.[50])

Am 11. Juli (Schlacht von Yataity Corá) und von 16. bis 18. Juli (Schlacht von Boquerón del Sauce) scheiterten alliierte Frontalangriffe unter dem Verlust von über 5.000 Mann (gegenüber etwa 3.000 Paraguayern). Ein massiver Sturmangriff bei Curuzú am 23. September scheiterte völlig an den durch spanische Reiter, Verhaue und Stolpergräben verstärkten paraguayischen Schützengräben. Die Alliierten verloren rund 4.000 von rund 19.000 Mann, etwa je zur Hälfte Argentinier und Brasilianer, die Paraguayer lediglich etwa 100.[51]) Daraufhin stellten die Alliierten ihre Angriffe bis zum August 1867 ein, und die Kämpfe südlich von Humaitá reduzierten sich auf einen Stellungskrieg mit ständigen Artillerieduellen und Scharmützeln.[52])

Angesichts innenpolitischer Unruhen kehrten Mitre und Flores nun nach Argentinien bzw. Uruguay zurück,[53]) zumal sie Paraguay nicht mehr als Bedrohung für die nationale Sicherheit wahrnahmen.[54]) Der neue Befehlshaber der brasilianischen Verbände, Marschall Luis Alves Lima e Silva Caxias, übernahm das Oberkommando über die alliierten Streitkräfte, die Ende 1866 etwa 35.000 Mann umfassten, davon knapp 30.000 Brasilianer, etwa 5.000 Argentinier und einige Hundert Uruguayer.[55])

Die „große Pause“ von September 1866 bis August 1867 eröffnete auch ein Zeitfenster für diplomatische Friedensbemühungen. Bereits vor der Schlacht von Curupaití hatte López am 12. September 1866 ein -taktisch motiviertes - Waffenstillstandsangebot gemacht, das jedoch abgelehnt worden war.[56]) Seit 1866 versuchten z.B. Peru, Chile, Bolivien und Ecuador vergeblich, Verhandlungen zwischen den Kriegsgegnern zu initiieren.[57]) Im März 1867 bot der US-Gesandte in Paraguay seine Vermittlung an, die jedoch von Caxias und López abgelehnt wurde. Für die brasilianische Seite gab es keine Möglichkeit zu Verhandlungen mit López als Präsidenten Paraguays, während Letzterer gerade das Angebot der Abdankung und eines luxuriösen Exils rundweg ablehnte.[58]) Basis für die harte Haltung Brasiliens war nicht zuletzt der persönliche Hass Kaiser Pedros II. gegenüber López, mit dem im November 1865 jede Verhandlung untersagt wurde: Die Eliten Brasiliens sahen ohne einen vollständigen Sieg ihre eigene Legitimation im sozioökonomischen und politischen Gefüge Brasiliens fundamental bedroht.[59]) Im August 1867 scheiterte ein inoffizieller Vermittlungsversuch Großbritanniens; ebenso eine neue US-Initiative im Januar 1868.[60])

Ab 1867 war der Konflikt praktisch ein brasilianisch-paraguayischer Krieg. Selbst wenn die Unnachgiebigkeit Brasiliens López ein offenbar überzeugendes Argument zur weiteren Mobilisierung der paraguayischen Bevölkerung in die Hand gab - hierin ähnelt der Effekt dem der alliierten Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation Deutschlands und Japans im Zweiten Weltkrieg - bedeutete sie doch zugleich, dass ein für Paraguay halbwegs erfolgreiches Ende des Konflikts nunmehr praktisch ausgeschlossen war. Nachdem es Caxias bis zum (südamerikanischen) Winter 1867 gelungen war, die Situation der alliierten Armeen wesentlich zu verbessern, insbesondere durch logistische Maßnahmen sowie weitere Verstärkungen, begann er im Juli 1867 mit der systematischen Eroberung von Humaitá. Die alliierten Streitkräfte umgingen die paraguayischen Linien im Osten und umfassten die Festung bis November auf dem Ostufer des Rio Paraguay völlig.[61]) Ein Versuch der Paraguayer, dies durch einen Überraschungsangriff auf die alliierte Nachschubbasis im Süden zu unterbinden, scheiterte in der zweiten Schlacht von Tuyutí am 2. November 1867. Die paraguayische Seite verlor etwa 4.000-5.000 von 8.000-9.000, die alliierte etwa 2.500 Mann.[62])

In der Folge durchbrach die brasilianische Flotte am 19. Februar 1868 die paraguayischen Flusssperren auf dem Rio Paraguay und isolierte die Festung auch von der Flussseite her. Paraguayische Entsatzversuche von März bis Juli scheiterten.[63]) Die letzten verbliebenen Verteidiger kapitulierten am 5. August.[64]) Die Streitkräfte López’ gingen auf eine neue Verteidigungslinie entlang des Rio Piquisirí zurück, etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt und wie die bisherigen Stellungen auf dem Ostufer des Rio Paraguay gelegen.

 

Totaler Krieg Paraguays

Aus der Sicht López’ und der Masse der paraguayischen Bevölkerung nahm der Krieg nun endgültig den Charakter eines nationalen Existenzkampfes an. Die Forderungen der Brasilianer nach der Erfüllung der Bedingungen des Tripel-Allianz-Vertrags erschienen völlig unannehmbar. Dabei spielten neben der traditionellen Loyalität zum Präsidenten, der patriotischen und autoritätshörigen Erziehung der Bevölkerung sowie dem Mangel von Informationen außer der amtlichen Propaganda zumindest zum Teil auch die häufiger werdenden Säuberungsaktionen in der militärischen und politischen Elite eine Rolle. Gleichwohl ist unbestritten, dass auch angesichts der immer schlechter werdenden militärischen Lage eine Kapitulation und die Abdankung López’ für die Paraguayer weitgehend unvorstellbar waren.[65])

Bereits seit dem Rückzug hinter den Rio Paraná Ende 1865 hatten die Kriegsanstrengungen Paraguays immer totalere Züge angenommen. Sukzessive wurden alle Bereiche der Gesellschaft und der Wirtschaft den Kriegsanstrengungen untergeordnet und dienstbar gemacht. Patriotische Aktivitäten und das Bekenntnis zum Präsidenten wurden zu einer gängigen Praxis insbesondere im Bürgertum.[66]) Das Spendenaufkommen an Juwelen, Gold und Silber ermöglichte es der Regierung, trotz der Umstellung auf eine praktisch reine Papierwährung, des Ausfalls von Staatseinnahmen aus Handel und Steuern sowie des steigenden Finanzbedarfs für die Kriegsanstrengungen, die Inflation während des Krieges auf etwa 150% zu limitieren. Gleichwohl führten der wachsende Mangel an Edelmetall und der Verlust der Münzreserven durch die Eroberung Asuncións Ende 1869 schließlich zum Kollaps des paraguayischen Währungssystems.[67])

Die Umstellung auf einen totalen Krieg ging auch aufgrund der besonderen Struktur des Wirtschaftssystems relativ problemlos vonstatten. Während die Landwirtschaft ohnehin auf eine autarke Subsistenzwirtschaft ausgerichtet war, waren die Estancias und die Schwerindustrie von vornherein staatswirtschaftlich organisiert und konnten praktisch nach dem gleichen Muster wie in Friedenszeiten weiterarbeiten,[68]) wobei sie von den ausländischen Experten weiter unterstützt wurden.[69]) Gleichwohl war die Kriegswirtschaft Paraguays eine ausgeprägte Mangelwirtschaft. Obwohl es praktisch bis Mitte 1869 gelang, die verbliebenen Truppen einigermaßen mit Waffen und Munition auszustatten[70]) und die Agrarwirtschaft prinzipiell ausreichend Mais und Maniok produzierte,[71]) zeigten sich bereits früh gravierende Mängel in der Bekleidung und Versorgung der Soldaten. So berichteten alliierte Beobachter bereits nach der ersten Schlacht von Tuyutí, dass die paraguayischen Soldaten so ausgezehrt gewesen seien, dass viele ihrer Gefallenen nicht in der feuchten Hitze verwesten, sondern einfach mumifizierten und auch nicht verbrannt werden konnten.[72]) Dabei bestand das Hauptproblem offenbar in der logistischen Herausforderung, die vorhandenen Vorräte trotz des Mangels an Straßen und Transportfahrzeugen an die Front zu befördern.[73]) Unter- und Mangelernährung waren auf paraguayischer Seite bereits 1866 an der Tagesordnung. Außerdem war Salzmangel im herrschenden humiden, heißen Klima Südparaguays ein gravierendes Problem für die Gesundheit der Soldaten.[74])

Obwohl es gelang, die landwirtschaftliche Produktion dank des Einsatzes von Frauen und Kindern auf einem Mindestniveau zu halten,[75]) reichte ihr Output immer weniger aus, um die Bedürfnisse von Armee und Bevölkerung völlig zu befriedigen. Bereits 1867 war die Agrarproduktion deutlich gesunken. Die Kriegsnachfrage führte zu wachsenden Anreizen der Baumwollpflanzung zulasten insbesondere des Tabak- und Obstanbaus.[76]) Die Bevölkerung litt in wachsendem Maße an Mangelernährung und Krankheiten. 1865 wurden die meisten ländlichen Schulen aufgrund einer Masernepidemie geschlossen.[77]) Zwangsweise Kleiderspenden, die Verwendung von Ersatzstoffen wie Pflanzenfasern zur Herstellung von Uniformen (üblicherweise lediglich Ponchos oder Hemden) oder die Verwendung von Kräutertinkturen an Stelle fehlender Medikamente in den Lazaretten waren vergebliche Versuche, dem Mangel entgegenzuwirken.[78])

Gleichzeitig nahmen die Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen insbesondere im Umfeld des Präsidenten zu, und die ohnehin harschen Disziplinarmaßnahmen in den Streitkräften wurden weiter verschärft.[79]) Selbst geringfügiger öffentlicher Widerstand, etwa Kritik an der staatlichen Propaganda, wurde mit Gefängnis, Zwangsarbeit, Auspeitschung oder Exilierung auf das Land geahndet.[80])

Die Armee nahm schließlich praktisch die gesamte männliche Bevölkerung in Anspruch. Selbst die Rüstungsproduktion konnte daher nur durch den Einsatz politischer Gefangener, Kriegsgefangener und Invalider aufrechterhalten werden.[81]) Ab Oktober 1866 wurden auch praktisch alle bis dahin als unabkömmlich geltenden höheren Beamten sowie Lehrer an die Front bei Humaitá geschickt. 17-jährige Jungen dienten als Ochsenkarrenfahrer, Unter-14-Jährige sollten im öffentlichen Dienst die eingezogenen Männer ersetzen. Im März 1867 wurde die Mobilisierung aller 13- bis 16-Jährigen befohlen, und im Mai wurden sogar Leprakranke eingezogen.[82]) Nach dem Fall Humaitás wurden mangels Ersatz 14-Jährige zu Unteroffizieren befördert und 70-Jährige als Offiziere eingestellt.[83])

Am Ende des Krieges wurden buchstäblich alle männlichen Einwohner mobilisiert. 1864 bestand die mobilisierte Armee aus 37 Infanteriebataillonen und 29 Kavallerieregimentern mit insgesamt rund 35.000 Soldaten und 3.300 Offizieren. Zu Beginn des Krieges stieg ihr Umfang durch die Einstellung von Rekruten auf rund 60.000, bis Anfang 1865 durch die Mobilisierung von Miliztruppen auf etwa 75.000 Mann im Alter von 16 bis 45 Jahren. Dies waren rund 50% der etwa 140.000 wehrdienstfähigen paraguayischen Männer.[84]) Die Gefechtsverluste 1864/65 betrugen etwa 25.000 Mann, diejenigen zwischen 1865 und 1867 nochmals etwa 25.000-30.000 Mann.[85]) Bis Mitte 1867 hatte Paraguay inklusive Kranker rund 100.000 Mann verloren. In der Folge umfasste die den Alliierten gegenüberstehende Armee ab 1867 kaum mehr als 20.000 Mann. Die Ausfälle konnten durch die im Laufe des Krieges rund 70.000-80.000 eingezogenen Männer nicht wieder ausgeglichen werden,[86]) auch nicht durch die Aufstellung (nicht aktiv eingesetzter) Frauenkompanien.[87]) Gleichwohl leisteten paraguayische Frauen seit 1868 nicht nur freiwillige Hilfsdienste im Heer, sondern nahmen bisweilen auch an den Kämpfen teil - insbesondere an der Seite ihrer minderjährigen Söhne. Hunderte Frauen sollen dabei getötet worden sein.[88])

 

Widerstand bis zum Äußersten (1868-1870)

Die folgende alliierte Offensive erzielte wiederum eine operative Überraschung der Paraguayer in ihren Linien entlang des Rio Piquisirí.[89]) Entgegen den Erwartungen López’ gelang es den Brasilianern, im Oktober und November 1868 eine etwa 50 Kilometer lange Straße durch den dichten Dschungel des Chaco auf dem Westufer des Rio Paraguay zu bauen. Anfang Dezember überschritten so rund 22.000 Alliierte den Fluss im Rücken der Paraguayer. Am 6. Dezember 1868 erzwangen sie unter Verlusten von rund 2.400 Mann (gegenüber ca. 1.200 Paraguayern) den Übergang über den Rio Ytororó. Am 11. Dezember 1868 wurde die operative Einkreisung der paraguayischen Armee in der Schlacht am Rio Avahy weitgehend vollendet. Dort verloren die Paraguayer von etwa 5.500 Mann etwa 3.600 Tote und 1.200 Gefangene, die Brasilianer von knapp 18.000 Mann rund 200 Tote und 600 Verwundete. Die Reste der paraguayischen Armee wurden in der Folge in der siebentägigen Schlacht von Lomas Valentinas/Ita Ivaté vom 21. bis 27. Dezember 1868 vernichtet.

In den Dezemberkämpfen verloren die Alliierten insgesamt etwa 9.000 Mann, die Paraguayer rund 20.000, davon ca. 2.000 durch Exekution oder Desertion.[90]) Am 31. Dezember 1868 marschierten alliierte Einheiten in Asunción ein. Im Januar 1869 wurde eine den Alliierten genehme paraguayische Verwaltung eingesetzt, der im Juni eine aus Regimegegnern und Exilpolitikern gebildete provisorische Regierung folgte.[91])

López gelang es nochmals, die paraguayische Armee teilweise neu aufzustellen, insbesondere durch die Eingliederung von Rekonvaleszenten, Invaliden, geflohenen Gefangenen, Greisen, Teenagern und Kindern.[92]) Regierungssitz und Teile der Industrie wurden mit Tausenden Zivilisten weiter nach Osten und Norden verlegt. Im Mai 1869 verfügte López wieder über immerhin 12.000 Mann und 18 Geschütze und hatte sein neues Hauptquartier in Peribebuy in den Azcurra-Kordilleren, etwa 80 Kilometer südöstlich von Asunción, aufgeschlagen. Die alliierten Streitkräfte, ab Januar 1869 unter dem Befehl von Graf Luis Felipe Gastão d’Eu, dem Schwiegersohn Pedros II., umfassten demgegenüber rund 28.000 Brasilianer, 4.000 Argentinier und etwa 100 Uruguayer.[93])

Von Mai 1869 bis August 1869 rückten diese alliierten Verbände umfassend gegen das Bergland der Sierra de Azcurra vor und schlossen López mit rund 2.000 Mann und 20 Geschützen am 11. August 1869 in Peribebuy ein. Bei der Einnahme der Stadt am 12. August verloren die Paraguayer rund 1.500 Mann und 19 Geschütze, die Alliierten etwa 500 Mann. López entkam erneut,[94]) doch Mitte Mai nahmen die Alliierten Ybicuy mit seinem Eisen- und Stahlwerk und Ende Juni Cacupé mit seinem Arsenal ein und beraubten ihn damit der Waffen- und Munitionsversorgung.[95])

Der Feldzug von 1869/70 wurde nicht nur von den Paraguayern, sondern zunehmend auch von den Alliierten mit wachsender Erbitterung geführt. Nachdem bereits die Einnahme Asuncións weitreichende Plünderungen und Vergewaltigungen im Januar 1869 nach sich gezogen hatte,[96]) beantworteten insbesondere die Brasilianer den immer wieder aufflammenden Widerstand durch die Zerstörung des Landes und häufig durch die Ermordung von Gefangenen.[97]) Umgekehrt griff López zu Terrormaßnamen gegen vermeintliche Verräter bis hin zu Massakern an Frauen und Kindern.[98]) Symbolisch für den so durchgesetzten Kampf bis zum Letzten ist die Schlacht von Campo Grande (auch Los Niños oder Acosta-ñu) am 16. August 1869, wo die Reste der paraguayischen Armee (rund 4.000 Soldaten) vernichtet wurden. In einem fünfstündigen fanatischen Kampf wurden etwa 3.000 Paraguayer getötet oder verwundet, zum Teil 10- und 11-jährige Kinder, die sich zur Täuschung der Alliierten falsche Bärte angeklebt oder aufgemalt hatten.[99]) Die Alliierten verloren knapp 400 Mann.[100])

Auch nach Campo Grande weigerte sich López noch immer, sich zu ergeben. Erst am 1. März 1870 wurde er mit den ihm verbliebenen rund 500 zumeist kranken und hungernden Männern im Dschungel bei Cerró Corá, etwa 400 Kilometer nördlich von Asunción, gestellt und mit 200 von ihnen sowie einer unbekannten Zahl von Zivilisten getötet.[101]) Mit López, dessen letzte Worte angeblich „Ich sterbe mit meinem Land!“ [102]) gewesen sein sollen, starb schließlich auch der letzte Widerstand gegen die Alliierten.

Nicht zuletzt durch den äußersten Widerstand der Paraguayer verloren die Alliierten im Tripel-Allianz-Krieg insgesamt gut 120.000 Mann. Die brasilianische Armee büßte rund 100.000 Tote ein, davon etwa drei Viertel infolge von Krankheiten, die argentinische etwa 20.000-25.000 und die uruguayische rund 3.000.[103]) Die Kriegsverluste Paraguays sind aufgrund von Datenproblemen seit Langem ein Streitpunkt in der Forschung zum Tripel-Allianz-Krieg.[104]) Extrempunkte der Diskussion liegen bei rund 10% und 70% der Bevölkerung, die infolge des Krieges gestorben sein sollen. Geht man vorsichtig von einer Vorkriegsbevölkerung von rund 450.000 Menschen aus und akzeptiert die Zahl von etwa 220.000 Einwohnern Paraguays zu Beginn der 1870er-Jahre, so ergibt sich, dass etwa die Hälfte der Paraguayer den Krieg nicht überlebte. Nach 1870 gab es in Paraguay überdies etwa dreimal so viele Frauen als Männer.[105])

Infolge der Friedensschlüsse mit den bald uneinigen Alliierten verlor Paraguay ein gutes Viertel seines Staatsgebietes. Brasilien erhielt 1872 die nordöstliche Grenzregion bis zum Rio Apa. Argentinien gewann 1873 die Region Misiones, während der Chaco nördlich des Rio Pilcomayo 1878 durch einen Schiedsspruch von US-Präsident Rutherford Hayes Paraguay zugesprochen wurde. 1879 räumte Argentinien das umstrittene Gebiet.

Angesichts der Kriegsverluste stellt sich die Frage, wie die paraguayische Armee und Bevölkerung diesen Krieg mit einer solchen Entschlossenheit bis zu seinem katastrophalen Ende durchkämpfen konnten. Verlustquoten von regelmäßig um 50% der eingesetzten Kräfte und darüber, wie sie für die Paraguayer durchgängig üblich waren, waren für die moderne Kriegführung extrem hoch. Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert lagen die Verlustquoten auf Seiten des Verlierers bei rund 15% bis 30%.[106]) Die Schlacht von Waterloo 1815 etwa, die als eine der blutigsten der napoleonischen Ära galt, führte auf französischer Seite zu etwa 36% Verlusten.[107]) Die paraguayische Armee wurde im Laufe des Krieges rein rechnerisch drei- bis viermal völlig aufgerieben und wieder aufgestellt. Geht man von ca. 30.000 überlebenden Männern und männlichen Jugendlichen aus, die nach dem Krieg gezählt wurden, so ergibt sich bei 140.000 Wehrdiensttauglichen (ungerechnet einige Tausend oder Zehntausend Kindersoldaten), eine Verlustquote von mindestens 80% bei den paraguayischen Streitkräften.

Im Vergleich dazu betrugen die höchsten militärischen Verlustquoten im Zweiten Weltkrieg rund 30% für Deutschland 1939-45 (ca. 5,5 von rund 18,3 Mio. Mobilisierten) und ca. 26% für die Sowjetunion 1941-45 (9 von 34 Mio.).[108]) Die Bevölkerungsverluste betrugen im Fall der UdSSR rund 15% (ca. 26 von 190 Mio.) und in Deutschland maximal 10% (ca. 6,5-7,5 von rund 80 Mio.). Die höchsten Bevölkerungsverluste im Ersten Weltkrieg erlitten Serbien mit etwa 16% (ca. 720.000 von 4,5 Mio.) und Frankreich mit gut 4% (ca. 1,7 von 39 Mio.). In keinem Fall reichten die horrenden Opferzahlen also an die relativen Verluste Paraguays 1864-70 auch nur annähernd heran.

Als Erklärung für den somit beispiellosen fanatischen Widerstand der Paraguayer gegen die Alliierten, der im 20. Jahrhundert wohl am ehesten mit dem der Japaner bei der Verteidigung der Pazifikinseln gegen die US-Truppen vergleichbar scheint, wird in der Literatur ein ganzer Komplex von Gründen angeführt. Obwohl insbesondere gegen Ende des Krieges Terrormaßnahmen von Seiten López’ sicherlich eine Rolle spielten, reicht der Verweis auf die Angst vor einem Zwangsregime nicht aus, um den unglaublichen Durchhaltewillen der paraguayischen Streitkräfte und Bevölkerung 1864-1870 zu erklären.[109]) Von zentraler Bedeutung war zum einen die Wahrnehmung des Krieges als Kampf um die nationale Existenz.[110]) Zum anderen hatten die ethnisch-gesellschaftliche Homogenität und xenophobe Abgeschlossenheit des Landes zusammen mit der autoritätshörigen Erziehung, dem seit der Unabhängigkeit ausgeprägten Nationalismus und der Militarisierung der Gesellschaft zu einer einmaligen ideologischen wie affektiven Einheit von Bevölkerung und Diktator geführt.[111]) Schließlich wird noch die kulturelle Eigenart des südamerikanischen Machismo genannt, die insbesondere im paraguayischen Offizierskorps zu selbstmörderischer Tollkühnheit führte.[112])

 

Konsequenzen

Der Tripel-Allianz-Krieg wird heute als wichtiger Bestandteil des Nation-building-Prozesses in Südamerika im 19. Jahrhundert betrachtet. So leistete er einen bedeutenden Beitrag zur nationalen Konsolidierung Argentiniens, trotz der folgenden Aufstände von Provinzgouverneuren in den 1870er-Jahren.[113]) In Brasilien führte er angesichts der Sinnlosigkeit des sich dahinziehenden Krieges zu einer Stärkung des Republikanismus, v.a. im jüngeren Offizierskorps. Zusammen mit der auf die Rekrutierung zahlreicher schwarzer Freiwilliger (Freigelassener) zurückzuführenden schrittweisen Abschaffung der Sklaverei bis 1888[114]) führte dies langfristig zur Beseitigung des monarchischen Systems 1891.

Die längerfristigen sozioökonomischen und politischen Konsequenzen des Krieges für Paraguay waren keineswegs positiv. Die scheinbare Emanzipationswirkung des Krieges[115]) blieb weitgehend ein Strohfeuer und entsprach damit etwa der Erfahrung europäischer Frauen im und nach dem Ersten Weltkrieg.[116]) Innenpolitisch führte die Machtübernahme einer den Alliierten genehmen Junta zu einer permanenten Zersplitterung der politischen Landschaft in unterschiedlichste Fraktionen, an deren Ende die Militärdiktatur stand, die vom Ende der 1930er-Jahre bis 1988/89 dauerte. Die wirtschaftlichen und demographischen Verluste trugen das Ihre dazu bei, dass Paraguay durch den Krieg von einem der fortschrittlichsten Länder Südamerikas zu einem seiner strukturellen Armenhäuser wurde.[117])

Die kollektive Erinnerung an den Tripel-Allianz-Krieg war im Fall Paraguays auch Basis eines ausgeprägten Nationalismus.[118]) Als zu Beginn der 1930er-Jahre die Streitigkeiten um das Gebiet des Chaco mit Bolivien zunahmen, weil man dort Ölvorkommen vermutete, war Paraguay bereit, seine Ansprüche gegenüber dem dreimal so großen Nachbarland mit Waffengewalt durchzusetzen. In einem dreijährigen Krieg von Juni 1932 bis Juni 1935 gelang es der zahlenmäßig und technisch unterlegenen, aber taktisch-operativ wie logistisch überlegenen paraguayischen Armee, die Bolivianer klar zu schlagen und etwa drei Viertel des umstrittenen Gebietes für Paraguay zu sichern.[119]) Bis heute findet man in Paraguay eine besondere Betonung der territorialen Integrität und Souveränität des Landes, wie noch im Herbst 2008 Grenzspannungen mit Brasilien zeigten.[120]) In der Erinnerungskultur Paraguays stehen bis heute Patriotismus, Heroismus und Opferkult im Mittelpunkt. So gibt es im Pantheon de los Heroes in Asunción, der 1937 eröffnet wurde, ein Mausoleum für López und einen mit der paraguayischen Flagge drapierten Sarg für die getöteten Kinder von Acosta-ñu. Darüber hinaus werden zahlreiche originalgetreue Kriegsgedenkstätten aufrechterhalten und gepflegt.[121]) Insbesondere dem Opfer der Kinder und der damit verbundenen Grausamkeit der brasilianischen Kriegführung wird bis heute dadurch gedacht, dass der international gefeierte Kindertag in Paraguay stets der 16. August ist - der Jahrestag der Schlacht von Acosta-ñu.

 


ANMERKUNGEN:

[1]) Vgl. Heinz Joachim Domnick: Der Krieg der Tripel-Allianz in der deutschen Historiographie und Publizistik. Frankfurt am Main 1990, S.61-154 und 216-240.

[2]) Vgl. ebd., S.241-245 und 250-256.

[3]) Vgl. ebd., S.245-249.

[4]) Chris Leuchars: To the bitter end. Paraguay and the War of the Triple Alliance, Westport CT 2002; Thomas L. Whigham: The Paraguayan War. Vol. I: Causes and early conduct, Lincoln NA, London 2002; Luc Capdevila: Une guerre totale. Paraguay 1864-1870, Rennes 2007; Hendrik Kraay/Thomas L. Whigham (Hrsg.): I die with my country. Perspectives on the Paraguayan War, 1864-1870, Lincoln NA 2004; Nicolas Richard/Luc Capdevila/Capucine Boidin (Hrsg.): Les guerres du Paraguay aux XIXe et XXe siècles, Paris 2007.

[5]) Leuchars: To the bitter end, S.22-30.

[6]) Vgl. ebd., S.15-21.

[7]) Vgl. ebd., S.1-14.

[8]) Vgl. John Hoyt Williams: Race, threat and geography - The Paraguayan experience of nationalism, Canadian Review of Studies in Nationalism 2 (1974), S.173-190.

[9]) Vgl. John Hoyt Williams: Foreign tecnicos and the modernization of Paraguay. Journal of Interamerican Studies and World Affairs 19, 2 (1973), S.233-257.

[10]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.7-9.

[11]) Vgl. ebd., S.8f.

[12]) Vgl. Diego Abente: The War of the Triple Alliance: Three explanatory models, Latin American Research Review 22, 2 (1987), S.47-69; hier: S.54-56.

[13]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.3-8.

[14]) Vgl. Williams: Foreign tecnicos; Thomas Lyle Whigham: The iron works of Ybycui: Paraguayan industrial development in the mid-nineteenth century, The Americas 35, 2 (1978), S.201-218.

[15]) Vgl. Robert L. Scheina: Latin America’s wars. Vol. 1: The age of the caudillo. Dulles VA 2003, S.314-317.

[16]) Vgl. Jerry W. Cooney: Economy and manpower: Paraguay at war, 1864-69. In: H. Kraay/T. Whigham (Hrsg.): I die with my country. Perspectives on the Paraguayan War, 1864-1870, Lincoln NA 2004, S.23-43; hier: S.25f.

[17]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.49f.; Scheina: Latin America’s Wars, S.318.

[18]) Vgl. Domnick: Der Krieg, S.14-16.

[19]) Vgl. Scheina: Latin America’s Wars, S.314.

[20]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.32-46.

[21]) Vgl. ebd., S.31-37.

[22]) Vgl. Scheina: Latin America’s Wars, S.314.

[23]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.38-44.

[24]) Vgl. Scheina: Latin America’s Wars, S.318-320.

[25]) Vgl. Harris Gaylord Warren: The Paraguayan image of the War of the Triple Alliance, The Americas 19, 1 (1962), S.3-20, hier: S.17-19; Barbara J. Ganson: Following their children into battle: Women at war in Paraguay, 1864-1870, The Americas 46, 3 (1990), S.335-371, hier: S.359-360.

[26]) Vgl. Charles Amer Washburn: The History of Paraguay, Boston 1871, 522-525; Domnick: Der Krieg, S.15; John Hoyt Williams: „A swamp of blood“ - The battle of Tuyutí, Military History 17, 1 (2000), S.58-64, hier: S.58; Jan von Flocken: 1870: Riesiger Völkermord in Paraguay, Welt online, 18. Juli 2007, http://www.welt.de/wissenschaft/history/article1036650/Riesiger_Voelkermord_in_Paraguay.html (zugegriffen am 21.4.2009).

[27]) Vgl. Abente: The War.

[28]) Vgl. Williams: Foreign tecnicos, S.234-235; Whigham: The iron works, S.213-214; Abente: The War, S.51f.; Domnick: Der Krieg, S.244-249.

[29]) Vgl. Abente: The War, S.56-59.

[30]) Vgl. Warren: The Paraguayan image, S.49f.

[31]) Vgl. ebd., S.13-17.

[32]) Vgl. Abente: The War, S.49f.

[33]) Vgl. Thomas L. Whigham: The Paraguayan War: A catalyst for nationalism in South America. In: H. Kraay/T. Whigham (Hrsg.): I die with my country. Perspectives on the Paraguayan War, 1864-1870, Lincoln NA 2004, S.179-198.

[34]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.34f. und 60f.

[35]) Vgl. Washburn: The History of Paraguay, S.563f.

[36]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.38-40.

[37]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.61-65.

[38]) Vgl. ebd., S.65-70; Scheina: Latin America’s Wars, S.320.

[39]) Vgl. Domnick: Der Krieg, S.18-20; Leuchars: To the bitter end, S.76-84.

[40]) Vgl. Scheina: Latin America’s Wars, S.320f.

[41]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.90-108.

[42]) Vgl. ebd., S.109-116; Scheina: Latin America’s Wars, S.323.

[43]) Vgl. Williams: „A swamp of blood“; Leuchars: To the bitter end, S.117-128.

[44]) Vgl. Williams: „A swamp of blood“, S.58; Scheina: Latin America’s Wars, S.323.

[45]) Vgl. Williams: „A swamp of blood“, S.59.

[46]) Vgl. ebd., S.59-63.

[47]) Vgl. ebd., S.64.

[48]) Vgl. Scheina: Latin America’s Wars, S.323.

[49]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.128-132; Scheina: Latin America’s Wars, S.324.

[50]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.129-154.

[51]) Vgl. Scheina: Latin America’s Wars, S.324f.

[52]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.155-158.

[53]) Vgl. Scheina: Latin America’s Wars, S.325.

[54]) Vgl. ebd., S.321.

[55]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.154, 168; Scheina: Latin America’s Wars, S.326.

[56]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.145-147.

[57]) Vgl. ebd., S.166; Scheina: Latin America’s Wars, S.321.

[58]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.164-166.

[59]) Vgl. ebd., S.147 und 189f.

[60]) Vgl. ebd., S.166-168.

[61]) Vgl. Domnick: Der Krieg, S.23-25; vgl. Leuchars: To the bitter end, S.169-177; Scheina: Latin America’s Wars, S.326.

[62]) Vgl. Scheina: Latin America’s Wars, S.327.

[63]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.179-186; Scheina: Latin America’s Wars, S.327f.

[64]) Vgl. Scheina: Latin America’s Wars, S.328f.

[65]) Vgl. Warren: The Paraguayan image, S.13-18.

[66]) Vgl. Ganson: Following their children, S.358-360; Barbara Potthast: Protagonists, victims, and heroes: Paraguayan women during the „Great War“. In: H. Kraay/T. Whigham (Hrsg.): I die with my country. Perspectives on the Paraguayan War, 1864-1870, Lincoln NA 2004, S.44-60, hier: S.48-52.

[67]) Vgl. Vera Blinn Reber: A case of total war: Paraguay, 1864-1870, Journal of Iberian and Latin America Studies 5, 1 (1999), S.15-40, hier: S.27f.; Jerry W. Cooney: Economy and manpower: Paraguay at war, 1864-69. In: H. Kraay/T. Whigham (Hrsg.): I die with my country. Perspectives on the Paraguayan War, 1864-1870, Lincoln NA 2004, S.23-43, hier: S.24f.

[68]) Vgl. Reber: A case of total war, S.17-21; Cooney: Economy, S.29.

[69]) Vgl. Reber: A case of total war, S.29-31.

[70]) Vgl. Cooney: Economy, S.29-31.

[71]) Vgl. Reber: A case of total war, S.18.

[72]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.127; Cooney, Economy, S.39.

[73]) Vgl. Reber: A case of total war, S.26; Cooney, Economy, S.30 und 38-40.

[74]) Vgl. Cooney: Economy, S.37.

[75]) Vgl. Ganson: Following their children, S.348-350; Reber: A case of total war, S.27; Potthast: Protagonists, S.45-48.

[76]) Vgl. Vera Blinn Reber: The demogaphics of Paraguay: A reinterpretation of the Great War, 1864-1870, The Hispanic American Historical Review 68, 2 (1988), S.289-319, hier: S.315-317; Leuchars: To the bitter end, S.161.

[77]) Vgl. Ganson: Following their children, S.355.

[78]) Vgl. Ganson: Following their children, S.351f.; Reber: A case of total war, S.20f.; Cooney: Economy, S.27-29.

[79]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.158-162.

[80]) Vgl. Ganson: Following their children, S.364; Potthast: Protagonists, S.53-55.

[81]) Vgl. Whigham: The iron works, S.213-214; Cooney: Economy, S.33.

[82]) Vgl. Ganson: Following their children, S.355; vgl. Leuchars: To the bitter end, S.159; Cooney: Economy, S.32-34.

[83]) Vgl. Domnick: Der Krieg, S.25.

[84]) Vgl. Cooney: Economy, S.31f.

[85]) Vgl. ebd., S.32.

[86]) Vgl. Reber: A case of total war, S.28f.

[87]) Vgl. Ganson: Following their children, S.361-363; Leuchars: To the bitter end, S.161.

[88]) Vgl. Ganson: Following their children, S.356f. und 365-367.

[89]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.191f.

[90]) Vgl. ebd. S.196-212; Scheina: Latin America’s Wars, S.329f.

[91]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.218f.

[92]) Vgl. Domnick: Der Krieg, S.26.

[93]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.214-216.

[94]) Vgl. ebd. S.218-222.

[95]) Vgl. ebd. S.218 und 222.

[96]) Vgl. ebd., S.213f.

[97]) Vgl. ebd., S.220-222.

[98]) Vgl. ebd., S.219.

[99]) Vgl. ebd., S.211.

[100]) Vgl. ebd., S.223; Scheina: Latin America’s Wars, S.330.

[101]) Vgl. ebd.

[102]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.230.

[103]) Vgl. ebd., S.236f.; Scheina: Latin America’s Wars, S.331.

[104]) Vgl. Reber: The demogaphics; Thomas L. Whigham/Barbara Potthast: Some strong reservations: A critique of Vera Blinn Reber’s „The demographics of Paraguay: A reinterpretation of the Great War, 1864-1870“, The Hispanic American Historical Review 70, 4 (1990), S.667-675; Thomas L. Whigham/Barbara Potthast: The Paraguayan rosetta stone: New insights into the demographies of the Paraguayan War, Latin American Research Review 34, 1 (1999), S.174-186; Jan M. G. Kleinpenning: Strong reservations about „New insights into the demographies of the ParaguayanWar“, Latin American Research Review 37, 3 (2002), S.137-142; Vera Blinn: Comment on „The Paraguayan rosetta stone“, Latin American Research Review 37, 3 (2002), S.129-136; Thomas L. Whigham/Barbara Potthast: Refining the numbers: A response to Reber and Kleinpenning, Latin American Research Review 37, 3 (2002), S.143-148.

[105]) Vgl. Kleinpenning: Strong reservations.

[106]) Vgl. Trevor N. Dupuy: Attrition: Forecasting battle casualties and equipment losses in modern war, Falls Church VA 1995, S.33.

[107]) Vgl. ebd., S.115.

[108]) Vgl. John Keegan: A history of warfare, London 1993, S.1993: 365; Rüdiger Overmans: Deutsche militärische Verluste im Zweiten Weltkrieg, München 2000, S.260-269; Richard Overy: Russlands Krieg 1941-1945, Reinbek 2003, S.485-487; Hew Strachan: Der Erste Weltkrieg, München 2003, S.196.

[109]) Vgl. Leuchars: To the bitter end , S.228.

[110]) Vgl. Warren: The Paraguayan image, S.18-20; Whigham: The Paraguayan War, S.192.

[111]) Vgl. Williams: Race; Leuchars: To the bitter end, S.228; Whigham: The Paraguayan War, S.181-183.

[112]) Vgl. Leuchars: To the bitter end, S.200.

[113]) Vgl. Whigham: The Paraguayan War, S.195f.

[114]) Ebd., S.192-195.

[115]) Vgl. Ganson: Following their children, S.368-371; Potthast: Protagonists, S.56-60.

[116]) Vgl. Rosemarie Nave-Herz: Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland, Bonn 1988, S.54-61.

[117]) Vgl. Estanislao Gacitúa Marió/Anika Silva-Leander/Miguel Carter: Paraguay: Social development issues for poverty alleviation. Country social analysis. World Bank Social Development Papers - Social Analysis no. 63, Januar 2004, S.19.

[118]) Vgl. Williams: Race, S.188.

[119]) Vgl. Matthew Hughes: Logistics and the Chaco War: Bolivia versus Paraguay, 1932-35, Journal of Military History 69, 2 (2005), S.411-437.

[120]) Vgl. New York Times, 24.10.2008.

[121]) Vgl. o.V.: „Heroes of their time“, CNN Traveller, 1. Mai 2007, http://www.cnntraveller.com/2007/05/01/heroes-of-their-time/ (zugegriffen am 21.4.2009).