Gunther Hessel

 

Führung findet in einer Vielzahl von Situationen des täglichen Lebens statt. Vor allem natürlich im beruflichen Umfeld - ob in der öffentlichen Hand oder der freien Wirtschaft, ob in kleinen Betrieben oder Großkonzernen, doch auch bei Vereinen, NGOs oder bei organisierten Aktivitäten in der Freizeit. Also überall dort, wo eine Gruppe von Menschen ein bestimmtes Ziel verfolgt und sich dazu in irgendeiner Form mehr oder weniger hierarchisch organisiert. Drei Dinge, die als der Führung immanent bezeichnet werden können, sind dabei zu erkennen:

- die Führungskraft hat bestimmte Ziele zu erreichen,

- Führung betrifft Menschen direkt und/oder indirekt,

- Führung ist gekennzeichnet durch Übernahme von Verantwortung.

Beginnend im familiären und schulischen Umfeld ist jeder Mensch in seinem Leben mit Führung auf vielerlei Art in Berührung gekommen und hat dadurch auch eine sehr subjektive Vorstellung von dieser Thematik; außer man erfuhr führungsrelevante Ausbildungen, wie zum Beispiel im Rahmen von Managerkursen und Seminaren aller Art oder an speziellen Führungsausbildungsstätten wie den Militärakademien. Meist bleibt jedoch auch hier der Eindruck der Führungskomplexität verschwommen, aufgrund verschiedener Schwergewichte basierend auf persönlichen Erfahrungen und/oder Traditionen, sowohl der Lehrenden als auch der Betroffenen. Im folgenden Artikel wird versucht, die Fundamente der Führung in ihrer Komplexität zu erfassen. Damit soll es interessierten Personen, hauptsächlich natürlich Führungskräften, ermöglicht werden, bewusst über ihre Situation als Führungsverantwortliche nachzudenken, mögliche Defizite oder zu gering beachtete Blickwinkel zu erfassen und bewusst mit ihrer aktuellen Führungssituation zu vergleichen. Bewusstheit ist der Schlüssel zur Erkenntnis und damit zur Weiterentwicklung der eigenen Führungsfähigkeiten. Der Aufsatz baut auf eine positive Führungsabsicht auf, eingebettet in ein funktionierendes Gesellschaftssystem nach westlichem, demokratischem Muster. Hat jemand die rechte Motivation und eine menschfreundliche Persönlichkeit, ist aber unfähig, die Instrumente der Führung zu nutzen und versagt in der Organisation völlig, wird man ihn zwar als Mensch schätzen aber von einer Führungsposition wieder entfernen müssen. Umgekehrt, einer fachlich guten Führungskraft mit menschenverachtender Art und einer egoistisch motivierten Motivation wird Vertrauen entzogen und Gefolgschaft mittel- bis langfristig verweigert. Sich als ein Mensch mit all seinen Fehlern und Unzulänglichkeiten anzunehmen, sich grundsätzlich zu schätzen, und sich weiter zu entwickeln, ist zudem eine wesentliche Voraussetzung, seine Außenwirkung voll zur Entfaltung zu bringen. In Kombination mit den Fähigkeiten und den Persönlichkeitsmerkmalen hat man gemeinsam mit der rechten Motivation die Kraft, nachhaltig Großes zu bewirken.