Hubert Michael Mader

 

In Deutsch-Wagram ist der Degen des Generals Maximilian von Wimpffen zu besichtigen, dessen Klinge die eingravierten französischen Worte zieren: „Zieh mich nicht unüberlegt und bring mich nicht ohne Ehre zurück!“ - Dieser Wahlspruch prägte das ganze Leben dieses bedeutenden Offiziers der altösterreichischen Armee und recht weit über die Napoleonische Zeit bis in unsere Tage herein. Im folgenden Artikel soll eine kurze Biografie Wimpffens wiedergegeben und anschließend die für Österreich bedeutende Schlacht von Aspern am 21./22. Mai 1809 kurz umrissen werden. Maximilian Freiherr von Wimpffen wurde am 19. Februar 1770 zu Münster in Westfalen geboren. Er trat er als Sohn des k. k. Feldmarschall-Leutnants Georg Siegmund er am 1. Mai 1781 in die Wiener Neustädter Akademie ein, aus welcher er am 1. November 1786 als Fahnenkadett bei der Clerfait-Infanterie Nr. 9 eingeteilt wurde. Bereits im nächsten Jahre kam er als Fähnrich zu Alvinczy-Infanterie Nr. 19, wo er sich während des Türkenkrieges in den Jahren 1788/1789 mehrmals auszeichnete. Noch im Verlauf des Feldzuges zum Leutnant befördert, beteiligte er sich beim Sturme auf die Festung Belgrad (30. September 1789), an der Spitze von Freiwilligen, die in die Stadt zuerst eindrangen. Ein Steinsplitter verwundete Wimpffen am linken Fuß, setzte ihn aber nicht außer Gefecht. So verwendete ihn Graf Kolowrat, sein Kommandant, noch weiterhin zu mehreren wichtigen wie auch gefahrvollen Aufträgen. Die Sternstunde der Österreichischen Armee bei Aspern (21/22. Mai 1809) gegen Napoleons Truppen wie auch der persönliche Höhenflug Wimpffens fanden Jahre später zunächst ihr abruptes Ende. Napoleon bot den Österreichern erneut eine (Entscheidungs-)Schlacht bei Deutsch-Wagram (5./6. Juli 1809) an. So kam es nordöstlich von Aspern zu einem abermaligen Kräftemessen, wobei wiederum Wimpffen erneut als Generalquartiermeister fungierte. Sie endet mit einer Niederlage der Österreicher, die das Schlachtfeld „zwar besiegt, aber nicht überwunden“ zurückließen. Es folgten noch am 11. Juli das Gefecht von Znaim und der darauf folgende Waffenstillstand, der am 14. Oktober zum Frieden von Schönbrunn führte, bei dem sich Österreich harten Bedingungen unterwerfen musste. Es blieb für die Österreicher die schmerzliche Erkenntnis, dass die Habsburgermonarchie allein und auf sich gestellt nicht in der Lage war, dem militärischen Genie Napoleons die Stirn bieten. Wimpffen trat als hoher Offizier der „zweiten Reihe“ in Erscheinung, das heißt, es war ihm nicht bestimmt, als Feldherr im Sinne eines Erzherzogs Karl oder später eines Radetzkys glorreich in Erscheinung zu treten. Tapferkeit, Loyalität, Entschlossenheit und Autorität sind jene entscheidenden Merkmale, die einen guten Offizier ausmachten und wohl stets ausmachen werden. Wimpffens Tapferkeit steht außer jeder Diskussion, ebenso seine Loyalität gegenüber seinem Kriegsherrn. Im Sinne eines Offiziers der neuen Stunde zeigte sich Wimpffen entschlossen, seinem Scharfblick zu folgend. Dabei war er durchaus bereit, das Leben seine Truppen, wie auch sein eigenes, aufs Spiel zu setzten. Die vielen Beispiele für Bravour haben indessen mit Draufgängertum und Hasardspiel nichts gemein. Dies zeigt sein Verhalten bei Austerlitz oder Aspern.