Zwischen zwei "Kalten Kriegen"? Mitteleuropa nach 1989

Internationales Symposion an der Landesverteidigungsakademie

Wien, 08. Oktober 2019  - Der Fall des "Eisernen Vorhangs" vor 30 Jahren initiierte eine Entwicklung, die Mitteleuropa nachhaltig veränderte. Die Überwindung der "Ost-West-Teilung", wie sie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestanden hatte, ermöglichte eine neue Öffnung und Zusammenarbeit, die sich in den EU-Osterweiterungen von 1995 bis 2013 und im NATO-Erweiterungsprozess zeigte. Erwin Schmidl, Leiter des Instituts für Strategie und Sicherheitspolitik, organisierte zu diesem Thema ein zweitägiges Symposion an der Landesverteidigungsakademie mit renommierten Experten aus dem In- und Ausland.

Phasen der Entwicklung

Der Historiker Felix Schneider analysierte zu Beginn, wer denn eigentlich "die Europäer" seien - liegen doch unsere Wurzeln in Afrika und Asien. Danach erörterte der Diplomat und Historiker Emil Brix die Entwicklung mitteleuropäischer Ideen und Identitäten vor und nach 1989. Gunther Hauser, Leiter des Referats Internationale Sicherheit, sprach über Aspekte der EU-Entwicklung, während Josef Procházka von der Verteidigungsuniversität in Brünn über die tschechische Sicherheitspolitik referierte. Im letzten Vortrag dieser Tagung untersuchte Thomas Pankratz, Leiter des Referats Strategie, den INF-Vertrag und die Rolle der Abrüstung.

Vor einem neuen "Kalten Krieg"?

Gerade die letzten Jahre zeigten, dass die 1989 eingeleitete friedliche und gemeinsame Entwicklung Europas keine Selbstverständlichkeit ist. Manche Beobachter sprechen bereits von einem neuen "Kalten Krieg", der sich zwischen West und Ost abzeichnet.

Diskussionsrunde

Die Tagung endete mit einer Panel-Diskussion, bei der hochrangige Experten aus den vier "Visegrád-Staaten" (Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn) über die oft stark divergierenden Einschätzungen in ihren Ländern sprachen. Einig waren sich alle Referenten darin, dass das 1990 voreilig beschworene "Ende der Geschichte" noch keineswegs erreicht ist.

Diese Konferenz stellte auch eine Hommage an den vor einem Jahr verstorbenen Hofrat in Ruhe Rudolf Hecht dar, den langjährigen Leiter des Instituts für Strategie und Sicherheitspolitik, dem die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarstaaten ein besonderes Anliegen war.

Generalleutnant Erich Csitkovits eröffnete die Veranstaltung.

Der Historiker Felix Schneider bei seinen Ausführungen.

Die Experten aus den Visegrád-Staaten diskutierten ihre Einschätzungen. Werner Fasslabend moderierte die Diskussionsrunde.

Zwischen zwei "Kalten Kriegen"?

Mitteleuropa nach 1989 - Internationales Symposion an der Landesverteidigungsakademie

Wien, 08. Oktober 2019  - Der Fall des "Eisernen Vorhangs" initiierte eine Entwicklung, die Mitteleuropa nachhaltig veränderte, und ermöglichte eine neue Öffnung und Zusammenarbeit, die sich in den EU-Osterweiterungen von 1995 bis 2013 und im NATO-Erweiterungsprozess zeigte. Erwin Schmidl, Leiter des Instituts für Strategie und Sicherheitspolitik, organisierte zu diesem Thema ein zweitägiges Symposion mit renommierten Experten aus dem In- und Ausland.